DGK e.V. -Krankheitsbild, Infektionswege und Behandlungsmöglichkeiten Aids / HIV
Gesundheitsinformationen zu:
Aids, HIV, Impfung, Verbreitung, Krankheitsbild, Behandlungsformen, Infektionsweg, Angst, Ansteckung, Urlaub, Medikamente
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Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

Weitere Links finden Sie hier

 

 


Textanfang / Content

HIV und AIDS

Entdeckung des Virus
 

1981 wurden in den USA Fälle einer bis dahin unbekannten Krankheit beobachtet. Betroffene litten an mehreren Infektionskrankheiten gleichzeitig: Durchfall, Fieber, Haut- und Atemwegsentzündungen. Sie verloren stark an Gewicht. Außerdem trat bei ihnen vermehrt Kaposi-Sarkome auf, bösartige aber bis dahin seltene Hauttumore. Betroffen waren zu diesem Zeitpunkt vor allem homosexuelle Männer, Heroinabhängige und Bluter. 1982 wurde dieser neuen Immunschwäche-Krankheit der Name AIDS, Aquired Immune(o)deficiency Syndrome, zu deutsch: Erworbenes Immunschwäche-Syndrom, gegeben. 1983 identifizierte man den Erreger dieser Krankheit, ein kugelförmiges Virus. Seinen endgültigen Namen erhielt das Virus 1986: HIV (Human Immunodeficiency Virus = Menschliches Immunschwäche-Virus).


Verbreitung
 

Es sind zwei Typen des HI-Virus bekannt, die sich zu 50 Prozent in Erbinformationen unterscheiden, die Unterteilung in weiter Subtypen ist möglich. Der Typ HIV-1 kommt vor allem in Nordamerika und Europa vor, HIV-2 ist hauptsächlich in Westafrika verbreitet.
Weltweit sind heute etwa 33 Millionen Menschen mit HIV infiziert, zwei Drittel davon leben in Afrika und Asien (Schätzungen der WHO und der UNAIDS, 2009). Im Jahr 2009 starben 1,8 Millionen Menschen an AIDS.
In Deutschland sind von 1982 bis 2001 etwa 19.000 Menschen an AIDS gestorben, circa 3.000 Menschen infizieren sich hierzulande jährlich neu mit dem HI-Virus, 550 sterben an den Folgen.


Steckbrief HI-Virus
 

Das HI-Virus gehört zur Familie der kugelförmigen Lentiviren aus der Familie Retroviren. Schon der Name ist Programm: "Lentus" bedeutet langsam und zäh, beschreibt damit ein Hauptmerkmal dieser Familie. Lentiviren können eine Inkubationszeit - Dauer vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Auftreten der Krankheit - von mehreren Jahren haben, und die durch sie entstehenden Krankheiten verlaufen zumeist sehr langsam. Lentiviren greifen außerdem häufig Immunzellen an, das HI-Virus zum Beispiel bestimmte Lymphozyten, die T-Helferzellen.


Verhalten des Virus im Körper
 

Das HI-Virus befällt vor allem T-Helferzellen des neuen Wirtes und "programmiert" sie auf Virenproduktion um. Die T-Helferzellen gehören zur Gruppe der weißen Blutkörperchen. Sie koordinieren und organisieren die meisten Immunreaktionen unseres Körpers. Docken HI-Viren an eine T-Helferzelle, dann schleusen sie genetische Informationen in den Zellkern der Helferzelle und programmieren sie um. Statt Interleukine, Botenstoffe des Immunsystems, herzustellen, produziert die T- Helferzelle dann innerhalb ihrer Hülle so lange HI-Viren, bis sie stirbt. Die so freigesetzten Viren greifen anschließend andere T-Helferzellen an und programmieren sie auf HI-Viren-Produktion um. Da das HI-Virus zu den Lentiviren gehört, laufen diese Prozesse vergleichsweise langsam ab. Der Körper ist in der Lage, neue T-Zellen zu produzieren, wodurch die Zahl der funktionstüchtigen T- Helferzellen ungefähr auf gleichem Niveau bleibt. Das Immunsystem des Menschen funktioniert also noch, obwohl er HI-Viren in seinem Körper beherbergt. Dies ist die Phase, in der der Betroffene zwar infiziert ist, aber keine Krankheitssymptome zeigt. Sie kann bis zu zwölf Jahren und in seltenen Fällen sogar noch länger dauern. Dennoch findet in dieser Zeit ein Kampf zwischen Viren und Immunsystem statt: Täglich produzieren befallene T-Helferzellen circa zehn Milliarden Viren, und jeden Tag stirbt eine Milliarde T-Helferzellen, die vom Körper ersetzt werden müssen.


Das Krankheitsbild AIDS
 

Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ist der Körper in der Lage, ständig neue T- Helferzellen in großer Zahl herzustellen. Gesunde Menschen haben pro Mikroliter Blut 500 bis 1.200 T-Helferzellen. Bei HIV-Infizierten ist der Körper von einem bestimmten Zeitpunkt an nicht mehr in der Lage, T-Helferzellen im notwendigen Umfang zu produzieren. Ihre Zahl sinkt auf unter 500 pro Mikroliter ab. Da die T- Helferzellen die meisten Immunreaktionen unseres Körpers aktivieren, koordinieren und organisieren, funktioniert das Immunsystem ab diesem Zeitpunkt nicht mehr. Der Betroffene erkrankt an AIDS, ansonsten harmlose Bakterien sind in diesem Stadium bedrohlich.


Behandlungsformen
 

Derzeit gibt noch keinen Impfstoff, der die Infektion mit HIV verhindern kann. Die Schwierigkeit liegt darin begründet, dass sich die Viren sehr rasch verändern. Bei jeder Viren-Neuproduktion durch eine infizierte T-Helferzelle wird die genetische Information des Virus abgelesen und in den Zellkern der T-Helferzelle eingelesen. Statistisch kommt es bei jedem dritten eines solchen Ab- und Einlesevorgangs zu einem Fehler. Die neuen Viren unterscheiden sich, wenn auch nur in Details von ihren Vorgänger-Viren. Für einen HIV-Infizierten bedeutet das, allein in seinem Körper entwickelt sich täglich eine unübersehbar hohe Zahl an neuen Varianten des HI-Virus.

Behandelt werden HIV-Infizierte mit verschiedenen Präparaten aus fünf unterschiedlichen Substanzklassen. Die Medikamente hemmen bestimmte Enzyme des Virus und verhindern damit ihre Vermehrung oder sie hemmen von Vornherein das Eindringen neuer Viren in die Zellen.

Die Behandlung ist umso wirksamer, je früher sie angewendet wird. Falls der Verdacht vorliegt, mit HIV infiziert zu sein, sollte man einen Test durchführen lassen, um möglichst früh mit der Therapie beginnen zu können.


Inzwischen ist auch eine medikamentöse HIV-Postexpositionsprophylaxe (PEP) mit gutem Erfolg möglich, zum Beispiel wenn es bei medizinischem Personal zu einem Unfall kommt (z. B. Nadelstichverletzung). Diese PEP ist auch möglich, wenn ein ungeschützter sexueller Kontakt mit einem HIV-positiven Partenr stattgefunden hat.

Auf den Seiten des Opens external link in new windowRobert Koch-Institutes finden Sie weitere Informationen zum Thema.


Infektionsweg
 

HIV kann durch Blut, Sperma und Vaginalsekret übertragen werden. Mögliche Infektionswege sind:

  • Ungeschützter Sex mit einem HIV-Infizierten. Ein Kondom zu gebrauchen kann hier das Risiko wesentlich verringern.
  • Bluttransfusionen in Ländern, in denen die Blutkonserven nicht auf HIV kontrolliert werden.
  • Beim Gebrauch benutzter Spritzen kann es zu Blutübertragungen kommen. Insbesondere Heroinabhängige sollten sich dieses Risikos bewusst sein. Aber auch Touristen nterentwickelter Länder müssen darauf achten, im Krankheitsfall nur mit sterilen Spritzen behandelt zu werden.
  • HIV-infizierte Schwangere können das Virus auf ihr ungeborenes Kind übertragen. Das Risiko liegt bei 15 bis 20 Prozent. Unterzieht sich die Mutter während der Schwangerschaft einer antiviralen Therapie, kann das Infektionsrisiko des Kindes weiter gesenkt werden. In Deutschland liegt es derzeit unter zwei Prozent.


Keine Angst vor Ansteckung...
 

  • durch sozialen Kontakt, wie gemeinsames Leben in einem Ferienhaus,
  • durch Anhusten oder Niesen,
  • bei Gebrauch desselben Geschirrs oder Kleidung,
  • nach Moskitostichen oder Stichen und Bissen von anderen Insekten,
  • durch Händeschütteln, Streicheln und Schmusen,
  • in Schwimmbädern, Saunen, Toiletten, Waschräumen.
 

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