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Das Krankheitsbild Hepatitis-B
Die Hepatitis B ist eine Leberentzündung (Gelbsucht), die durch Infektion mit dem Hepatitis-B- Virus (HBV) hervorgerufen wird. Die Übertragung dieses Virus erfolgt durch Blut oder Körperflüssigkeiten eines infizierten Menschen (z.B. beim Geschlechtsverkehr).Die Hepatitis B beginnt mit Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, danach kann es zu einer Gelbsucht kommen. Etwa 1 Prozent der Erkrankten stirbt, bei etwa 10 Prozent wird die Erkrankung chronisch, bei ihnen bleibt das Virus im Körper.
Das Hepatitis-B-Virus kann auch, ohne dass Anzeichen einer Erkrankung bestehen, zu einer chronischen Infektion eines Menschen führen. Chronisch Infizierte sind eine Infektionsquelle für ihre Umgebung. In Deutschland sind etwa 0,7 bis 1 Prozent der Bevölkerung mit HBV chronisch infiziert, in anderen Ländern - z.B. in afrikanischen und asiatischen Ländern - ist die Häufigkeit chronisch Infizierter wesentlich höher.
Der beste Schutz vor einer Hepatitis B besteht in einer rechtzeitig durchgeführten Schutzimpfung.
Chronifizierung der Hepatitis B
Der Mensch mit dem größten Risiko eines chronischen Verlaufs ist das Neugeborene (90 %), gefolgt von Kleinkindern (ca. 50 %). Im Erwachsenenalter beträgt das Risiko 5 bis 10 %.
Die Impfung
Der Impfstoff gegen Hepatitis B enthält Bestandteile aus der Hülle des Hepatitis-B- Virus, die mit Hilfe gentechnischer Verfahren unter Verwendung von Hefezellen gewonnen und anschließend mit modernen Methoden gereinigt werden.
Der Impfarzt wird Ihnen mitteilen, wieviele Injektionen des Impfstoffes für einen Impfschutz erforderlich sind und in welchem Abstand diese Impfungen vorgenommen werden sollen. Die Impfung gegen Hepatitis B kann gleichzeitig mit anderen Impfungen durchgeführt werden. Der Impfstoff wird gespritzt (intramuskuläre Injektion).
Wer soll geimpft werden?
- Alle Säuglinge und Kleinkinder erhalten jeweils eine Hepatitis-B-Impfung im vollendeten 2., 3., 4. und 11. bis 14. Lebensmonat, die gleichzeitig mit anderen Schutzimpfungen vorgenommen werden kann. Außerdem sollten alle bisher nicht geimpften Jugendlichen von 9 bis 17 Jahren eine Grundimmunisierung erhalten;
- Neugeborene, deren Mütter mit Hepatitis-B-Virus infiziert sind (direkt nach der Geburt);
- Patienten mit chronischer Nierenkrankheit, Dialysepatienten, Patienten mit häufiger Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen, Patienten vor großen chirurgischen Eingriffen; Patienten in psychiatrischen oder Fürsogeeinrichtungen, Behindertenwerkstätten
- Personen mit chronischer Leberkrankheit einschließlich chronischer Krankheiten mit Leberbeteiligung, HIV-positive Patienten ohne Hepatitis-B-Infektion;
- Personal im Gesundheitsdienst, einschließlich Auszubildender bzw. Studenten, Labor- und Reinigungspersonal, Personal in psychiatrischen Einrichtungen, in Ayslbewerberheimen und Behindertenwerkstätten und andere Personen mit Infektionsrisiko durch Blutkontakte (z. B. Ersthelfer, Polizisten, Müllentsorger);
- Familienangehörige und andere Kontaktpersonen von Hepatitis-B-Infizierten;
- Bei Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung;
- Bei Drogenabhängigkeit oder längerem Gefängnisaufenhtalt;
- Personen nach Verletzungen mit möglicherweise erregerhaltigen Gegenständen, z.B. Nadelstichverletzung;
- Reisende in tropische und subtropische Gebiete, in denen die Hepatitis B gehäuft auftritt, wenn ein enger (vor allem sexueller) Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zu erwarten ist.
Wer soll nicht geimpft werden?
Ist eine Hepatitis-B-Impfung angezeigt, kann sie auch durchgeführt werden. Personengruppen, bei denen die Impfung nicht vorgenommen werden sollte, sind nicht bekannt. Dies gilt auch für Schwangere und während der Stillzeit.
Wer jedoch an einer akuten, fieberhaften Erkrankung leidet, sollte nicht geimpft werden; die Impfung kann nachgeholt werden, sobald die Krankheitssymptome abgeklungen sind.
Therapie der Hepatitis B
Akute HB:
Eine akute Hepatitis B wird beim Erwachsenen nicht behandelt (Ausnahme fulminante Hepatitis B), da sie in den meisten Fällen spontan ausheilt.
Chronische HB:
In ca. 5 Prozent verläuft die Hepatitis B bei Erwachsenen chronisch, bei Kindern sogar deutlich häufiger (90 % bei Neugeborenen).
Die chronische Hepatitis B kann sehr unterschiedlich verlaufen, es gibt Träger ganz ohne Symptome, aber auch Patienten mit mit deutlicher entzündlicher Aktivität und hohem Risiko für die Ausbildung einer Leberzirrhose. Bei der Behandlung der chronischen Hepatitis B kommen neben Interferon-alpha auch Nukleos(t)idanaloga zum Einsatz. Die geeignete Therapie der chronischen Hepatitis B muss für jeden Patienten individuell gewählt werden.

