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Cytomegalie
Der Erreger

Cytomegalie-Virus: Der unbekannte Verwandte aus der Familie der Herpesviren
Cytomegalie-Virus
Über kaum eine andere Viren-Familie wird so viel berichtet wie über Herpesviren – kein Wunder, denn sie rufen viele verschiedene und sehr bedeutsame Krankheiten und Symptome hervor: Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis), Pneumonien (Lungenentzündung), Leberentzündungen (Hepatitis) oder Hautauschlag (Lippenbläschen, Windpockenpusteln) – für all dies können Herpes-Viren verantwortlich sein.

Eines haben sie gemeinsam: Nach einer Infektion bleiben die Viren lebenslang im Organismus. Bekannt ist dies in erster Linie bei den lästigen Lippenbläschen, die von Herpes-simplex-Viren Typ 1 verursacht werden und immer dann auftreten, wenn man sie überhaupt nicht gebrauchen kann. In Stress- und Prüfungssituationen oder wenn Erkältungen oder andere Erkrankungen uns quälen, kurz, wenn die Immunabwehr gestört ist. Auch bei Windpocken ist das Phänomen bekannt: Immer wieder können die Varizella-zoster-Viren, die beim ersten Kontakt die Windpocken auslösen, in Erscheinung treten und eine Gürtelrose (Zoster) verursachen.

Herpes-Gruppe:

α - Herpes-Viren

  • Herpes-simplex Typ 1 und 2
  • Varizella-Zoster-Virus (Windpocken und Zoster)
    β - Herpes-Viren
  • Cytomegalie-Virus (s.u.)
  • Humanes Herpesvirus 6 und 7
    γ - Herpes-Viren
  • Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber)
  • Humanes Herpesvirus 8 (Kaposi-Sarkom)


Quelle: Med. Mikrobiologie und Infektiologie, Hahn, Falke, Kaufmann, Ullmann, Springer Verlag

 

Ein weitgehend unbekannter Vertreter der Herpes-Gruppe ist das Cytomegalie-Virus, ein „Meister der Ausschaltung des Immunsystems“ (D. Falke). Es handelt sich um ein Virus, das nach einer Infektion lebenslang in Speicheldrüsen, Lungen- und weißen Blutzellen überdauert. Die Infizierten bleiben also stets Virusträger. In Situationen, die mit einer Schwächung des Immunsystems einhergehen, werden die Viren wieder aktiv (Reaktivierung).

In Deutschland sind 40 bis 70 Prozent der Bevölkerung mit CMV infiziertIn Deutschland sind 40 bis 70 Prozent der Bevölkerung mit CMV infiziert. Bei Kindern und jungen Menschen verlaufen die Infektionen im Allgemeinen ohne Krankheitszeichen, schwerwiegende Auswirkungen hat CMV jedoch auf Neugeborene, deren Mütter sich während der Schwangerschaft erstmalig angesteckt haben.

Cytomegalie ist zurzeit die häufigste Ursachen von Schädigungen des Kindes während der Schwangerschaft und ist noch vor Röteln und Toxoplasmose zu nennen. Auch bei Patienten mit Immundefekten oder bei Organtrans- plantierten ist Cytomegalie gefürchtet.

 

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