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Gefahr in der Schwangerschaft
Das Cytomegalie-Virus (CMV) ist weltweit verbreitet. Viele Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens, aber meist verläuft die Infektion harmlos und wird nicht bemerkt.
Doch wie alle anderen Herpesviren auch, bleibt das Virus nach der Infektion lebenslang im Körper, z. B. in den Zellen der Speicheldrüsen oder der Lunge. Wenn das Immunsystem durch Krankheit oder Medikamente geschwächt ist, kann das Virus wieder aktiv werden (Reaktivierung). Geschieht dies während der Schwangerschaft, ist es möglich, dass das Ungeborene infiziert wird.
Am gefährlichsten für das Kind ist jedoch, wenn eine werdende Mutter sich erstmalig mit CMV ansteckt (Erstinfektion).
1. Erstinfektion der Mutter während der Schwangerschaft
Etwa die Hälfte aller Schwangeren in Europa hat noch keine Cytomegalie-Infektion durchgemacht. Etwa ein Prozent dieser Frauen steckt sich kurz vor oder während der Schwangerschaft erstmalig mit CMV an. Eine Schwangere, die erstmals mit dem Virus in Kontakt kommt, verfügt über keine „Abfangjäger“ im Blut, d. h. sie hat keine Antikörper gegen die Cytomegalie-Viren. Infolgedessen breiten sich diese im Körper aus, vermehren sich und werden über die Blutbahnen in die Organe geschwemmt, auch über den Mutterkuchen zum Kind. Mögliche Anzeichen können Fieber, eine Schwellung der Lymphknoten, Kopf- und Gliederschmerzen sein. In den meisten Fällen bleibt die Infektion jedoch von der Schwangeren gänzlich unbemerkt. Währenddessen kann diese Infektion beim Kind zu gravierenden Organschäden führen. Erfolgt während der Schwangerschaft eine Erstinfektion, kommt es in mehr als 40 Prozent der Fälle auch zu Infektion des Kindes. Aber nicht alle diese Kinder erkranken an Cytomegalie.
Ein einfacher Bluttest gibt hier Sicherheit. Er muss alle sechs bis acht Wochen wiederholt werden, wenn sich herausstellt, dass die Schwangere seronegativ ist. Die Kosten muss die werdende Mutter allerdings selbst tragen, denn (noch) ist dieser Test nicht Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien. Wird eine CMV-Erstinfektion bei der Frau diagnostiziert, so kann das ungeborene Kind vorsorglich durch eine Immunglobulingabe (der Mutter) behandelt werden.
2. Rezidiv während der Schwangerschaft
Die Viren bleiben nach einer Erstinfektion lebenslang im Körper und können bei einer reduzierten Körperabwehr wieder aktiv werden, also ein Rezidiv hervorrufen. Das ist bei weitem nicht so folgenschwer wie eine Erstinfektion in der Schwangerschaft.
In etwa 2 Prozent der Fälle hat das eine Übertragung auf das Kind zur Folge, dadurch können später z. B. Hörstörungen beim Kind auftreten.

