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Behandlung von Infektionen mit dem Cytomegalievirus (CMV)
Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten von CMV-Infektionen, aber nicht alle sind in der Schwangerschaft einsetzbar, da eine schädigende Wirkung auf das Ungeborene nicht auszuschließen ist. Mit der "Ideallösung", einem Impfstoff, ist erst in einigen Jahren zu rechnen.
Gegen Herpesviren stehen Medikamente, so genannte Virostatika zur Verfügung. Auch gegen CMV können derartige Präparate, z. B. Ganciclovir, Cidovovir oder Foscarnet, erfolgreich eingesetzt werden. Während der Schwangerschaft ist die Anwendung dieser Medikamente aber nicht möglich, da sie potentiell kanzerogen und teratogen wirken. Was ist also in diesen hochsensiblen Phase zu tun, wenn eine CMV-Infektion nachgewiesen wird?
Die Lösung heißt passive Immunisierung mit Immunglobulin. CMV-Immunglobulin kann während der Schwangerschaft verabreicht werden, ohne dass eine Gefährdung des Kindes besteht. Immunglobuline sind Antikörper, die von B-Lymphozyten gebildet werden und sich immer gegen einen ganz bestimmten Eindringling richten. Sie können Viren abfangen und neutralisieren und bilden mit den so genannten Antigenen, in diesem Fall also CMV, Komplexe, die von den Fresszellen (z. B. Makrophagen) bevorzugt vernichtet werden.
In vielen Fällen sind Immunglobuline die einzige Möglichkeit, einer Infektion während der Schwangerschaft zu begegnen, so z. B. bei den Windpocken oder eben bei CMV. In einem „Hyperimmunglobulin“ wie dem CMV-Immunglobulin ist eine besonders große Menge dieser spezifischen Antikörper enthalten, Hyperimmunglobuline sind daher besonders wirksam. Sie werden aus dem Blut von Menschen gewonnen, die bereits Antikörper gegen CMV gebildet haben. Die Präparate sind hoch gereinigt und unterliegen wie alle Immunglobuline strengsten Kontrollen, so dass ihre Sicherheit gewährleistet ist. Am bekanntesten ist sicher das Tetanus-Immunglobulin gegen Wundstarrkrampf, das bei Verletzungen häufig parallel zur Impfung angewendet wird, wenn der Impfschutz nicht ausreicht oder unbekannt ist.
In Deutschland ist das CMV-Immunglobulin bereits seit 1982 zugelassen. Bisher wurde es - mit gutem Erfolg - fast ausschließlich zur Behandlung von CMV-Infektionen bei Transplantierten angewendet. Im Jahr 2005 erschien aber eine Arbeit im New England Journal of Medicine, in der die erfolgreiche Anwendung des Präparats zur Prävention und Behandlung von konnatalen, also angeborenen, CMV- Infektionen beschrieben wurde. Um diese Ergebnisse zu bestätigen, startet in diesem Jahr in Abstimmung mit der europäischen Zulassungsbehörde (EMEA) eine große Studie, die zur Zulassung des Medikaments in dieser Indikation führen soll.
Doch auch jetzt bereits können Schwangere, die sich nachweislich mit CMV infiziert haben, von der Immunglobulingabe profitieren. Die Behandlung zeigt, so neuere Studien und Fallberichte, sehr gute Erfolge. Sie ist nach den bisherigen Erfahrungen unproblematisch und wird von den Schwangeren in der Regel gut vertragen. Die Kostenübernahme muss im Einzelfall mit der Krankenkasse besprochen werden.

