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Textanfang / Content
Laut Robert Koch-Institut ist Borreliose die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa. Schätzungen zu Folge erkranken in Deutschland jährlich bis zu 100.000 Menschen neu. Gegen Borreliose gibt es zur Zeit keine Impfung.
Erreger sind die zu den Spirochaeten gehörenden Borrelien (Bakterien), von denen es verschiedene Subtypen mit unterschiedlicher Pathogenität gibt.
Foto: DGK
Symptome: Die Lyme-Borreliose ist eine Erkrankung, die sich überwiegend als örtlich begrenzte Hautinfektion (Wanderröte) zeigt. Diese Wanderröte tritt allerdings nach Angaben der Experten nur bei 50 bis 80 Prozent auf. Doch es kann auch zu einer Verbreitung der Bakterien in andere Organe, am häufigsten Zentralnervensystem, Gelenke oder Herzmuskel kommen.
In den meisten Fällen beginnt die Erkrankung einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich mit einer sich ringförmig ausbreitenden Hautrötung um die Einstichstelle, die zentral verblassen kann (Erythema migrans = Wanderröte). Foto: Autan
Borreliose kann spontan ausheilen, oder es kann zu weiteren Beschwerden kommen:
- Komplikationen im Bereich des Zentralnervensystems, mit starken Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und Lähmungen.
- Herzmuskelentzündungen, die sich u.a. in Herzrhythmusstörungen zeigen
- chronische Gelenkbeschwerden
- pergamentartige Hautveränderungen
Verbreitung, Erregerhäufigkeit der Borreliose
In Europa ist Borreliose dort verbreitet, wo es den Holzbock (Ixodes ricinus) gibt. Ixodes ricinus kommt fast überall in Europa vor (zwischen dem 40. Breitengrad als Südgrenze und dem 60. Breitengrad als Nordgrenze). Deutschland liegt im Kern des Verbreitungsgebietes. Man findet den Holzbock bis in eine Höhe von etwa 1.000 Metern, gebietsweise auch höher. Das bedeutet, dass man sich überall in Deutschland, bis in eine Höhe von etwa 1.000 Metern, mit Borrelien infizieren kann. Mittlerweile werden Zecken aber schon in Höhenlagen bis 1.500 Metern beobachtet.
Zecken sind ab etwa 7 Grad Celsius aktiv. Je nach Witterung muss man also in der Regel von Anfang März bis Ende Oktober mit ihnen rechnen. In warmen Wintern können Zecken also doch auch aktiv sein.
Erregerhäufigkeit: Durchschnittlich ist etwa jede fünfte Zecke in Deutschland ist mit Borrelien infiziert. Nicht jeder Stich einer mit Borrelien infizierten Zecke führt allerdings zu einer Erkrankung!
Risikofaktoren
Das Risiko, an einer Borreliose zu erkranken, hängt vor allem von der Zeckenexposition ab. Es steigt mit der Häufigkeit und der Dauer des Aufenthaltes in Gebieten, in denen Zecken vorkommen.
Zecken sind in Gewässernähe und in der Krautschicht im Wald besonders häufig zu finden. Sie finden sich aber auch in Wiesen, vor allem im höheren Gras. Gärten und Parkanlagen sind ebenfalls ein geeigneter Lebensraum für Zecken.
Zecken lauern auf Pflanzen bis in eine Höhe von etwa 1,5 Metern. Sie lassen sich nicht auf ihre Opfer fallen, sondern bleiben mit den Klauen ihrer Vorderbeine an vorbeistreifenden Wirten hängen. Daher kommt es vor allem dann zu einem Befall, wenn Kontakt zu Pflanzen in Bodennähe besteht. Dies ist bei Freizeitaktivitäten wie Gartenarbeit, Wandern, Joggen, Angeln oder Golfspielen gegeben. Setzt man sich zur Rast oder zu einem Picknick auf den Boden, zum Beispiel im Wald, so können die Zecken aktiv auf den Menschen zukrabbeln.
Zecken können von Haustieren auf den Menschen übergehen: Noch nicht festgesogene Zecken aus dem Fell von Hunden oder Katzen gelangen beim Streicheln oder Kuscheln auf den Menschen.
Borreliose: Therapie
Grundsätzlich muss eine Borreliose, egal in welchem Stadium, mit Antibiotika behandelt werden. Je früher therapiert wird, desto besser ist der Therapieerfolg und desto sicherer werden Spätfolgen vermieden. Die Wanderröte ist ein sicherer Hinweis auf eine Borreliose. Liegt dieses typische klinische Bild vor, sollen mikrobiologische Befunde nicht abgewartet werden, sondern gleich mit einer Therapie begonnen und auch bei negativem mikrobiologischen Befund fortgesetzt werden.
Auch eine fortgeschrittene Borreliose wird mit Antibiotika behandelt, die Behandlung ist dann jedoch schwierig und der Erfolg fraglich.
Dosierung, Dauer, Antibiotikum und Verabreichungsart richten sich nach dem klinischen Bild und dem Stadium der Erkrankung.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Zeckenstiche / Borreliose
Das Vermeiden von Zeckenstichen ist der einzige wirksame Schutz vor Borreliose. Bei Aufenthalten im Freien sollten folgende Maßnahmen umgesetzt werden:
- Tragen von langer Kleidung
Zecken wird dadurch das Auffinden einer geeigneten Stichstelle zumindest erschwert. Die Schuhe sollten geschlossen sein, die Hosenbein in die Stümpfe gesteckt werden.
- Auftragen von Zeckenschutzmittel (Repellent) auf die Haut:
Zumindest Arme und Beine sollten großflächig, auch unter den Kleidern, mit einem wirksamen Zeckenschutzmittel eingerieben werden.
Trotz der Benutzung eines Zeckenschutzmittels können Zecken auf den Wirt gelangen, da sie beim Vorbeistreifen automatisch an diesem hängen bleiben. Die Tiere krabbeln einige Zeit auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle auf dem Wirt umher. Ein wirksames Zeckenschutzmittel sorgt jedoch dafür, dass die Zecken den Wirt nicht mehr erkennen. Sie lassen sich daher nach einiger Zeit wieder fallen.
Die Suchbewegungen auf dem Wirt machen es notwendig, das Mittel großflächig zu verteilen. Ein Auftragen auf die Haut nur im Bereich des Hosenschlages, wie es oft praktiziert wird, reicht daher nicht aus. Ein erneuetes Auftragen nach 2 bis 3 Stunden ist ratsam.
- Körper nach Zecken absuchen
Nach Aufenthalt im Freien sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden. Zecken stechen besonders gerne dort zu, wo die Haut feucht und dünn ist, also beispielsweise in Kniekehlen oder Leisten. Kopf, Ohren und der Rücken sollten bei der Inspektion nicht vergessen werden. Bei Kindern befinden sich Zecken häufig an Kopf oder Hals. Achten Sie beim Absuchen auch auf die winzigen Larven, die häufig übersehen werden.
- Zecken schnell entfernen
Falls trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Zecke zugestochen hat, muss diese so schnell wie möglich und ohne Quetschen entfernt werden. Borrelien werden erst einige Stunden nach Beginn des Saugaktes übertragen. Die Gefahr der Übertragung steigt also mit der Saugdauer. Geeignete Instrumente für die Entfernung der Parasiten sind beispielsweise die Zeckenschlinge oder -karte oder eine feine Splitterpinzette aus der Apotheke. Zeckenzangen sind so grobbackig, dass kleine Zecken beim Herausziehen gequetscht werden könnten. Dies ist gefährlich, da hierdurch die Borrelien, die sich im Darm der Zecke befinden, in den Stichkanal injeziert werden können. Dadurch steigt das Borreliose Infektionsrisiko.

