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Die Gesundheitskolumne
des Deutschen Grünen Kreuzes e.V.
Thema vom 26.02.05: „Krebs-Früherkennung wird zu wenig wahrgenommen“
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Textanfang / Content
Autorin: Heike Stahlhut
(dgk) Nach Angaben des Berufsverbandes für Frauenärzte (BVF) gehen seit der Gesundheitsreform 15 bis 20 Prozent weniger Frauen zur KrebsvVorsorgeuntersuchung. Diese Entwicklung ist tragisch.
Denn die Vorteile einer konsequente Früherkennung liegen auf der Hand: So konnte ein starker Rückgang an Todesfällen durch Gebärmutterhalskrebs aufgrund von Früherkennung und früher Behandlung während der vergangenen 50 Jahre erreicht werden. Bei Brustkrebs liegen die Heilungschancen mittlerweile bei 90 Prozent, wenn er frühzeitig erkannt und behandelt wird. Zudem ermöglicht eine frühe Entdeckung des Brustkrebses eine brusterhaltende und die Lymphknoten schonende Operation.
Alle Frauen ab dem 20. Lebensjahr haben Anspruch auf eine Krebsfrüherkennungs-Untersuchung. Dabei wird ein Abstrich der Gebärmutterhalsschleimhaut entnommen und auf bösartige Zellen untersucht. Ab dem 30. Lebensjahr tastet der Frauenarzt bzw. die Frauenärztin zusätzlich die Brüste sowie Lymphknoten in den Achselhöhlen ab und untersucht die Haut auf bösartige Veränderungen. Daneben sollte jede Frau spätestens ab diesem Alter einmal monatlich selbst ihre Brust abtasten.
Eine Mammographie, eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust zur Früherkennung von Brustkrebs, kann Knoten auch unterhalb der tastbaren Größe sichtbar machen. Sie gehört allerdings nicht zum klassischen Früherkennungs-Programm.
Seit Beginn des vergangenen Jahres jedoch haben alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren Anspruch auf ein nach Qualitätskriterien der Europäischen Union (EU) organisiertes und von den Krankenkassen bezahltes Mammographie-Screening. Dabei unterliegt die Röntgenuntersuchung der Brust besonders hohen Qualitätsanforderungen. Regelmäßige Fortbildungen der Ärzte, eine Doppelbefundung der Bilder durch zwei verschiedene Ärzte, im Verdachtsfall auch durch einen dritten Arzt und eine regelmäßige Kontrolle der technischen Geräte sind Pflicht. Durch das alle zwei Jahre wiederholte Mammographie-Screening können bereits Tumore in der Brust entdeckt werden, die nur ein bis zwei Millimeter groß sind. Auch Frauen ohne erhöhtes Brustkrebsrisiko sollten deshalb ab dem 50. Lebensjahr alle zwei Jahre an diesem Mammographie-Screening teilnehmen.
Das Ziel dieses EU-Projektes zur Brustkrebs-Früherkennung durch Mammographie-Screening ist es, die Todesfälle durch Brustkrebs um 30 Prozent zu senken. In 8 von 15 Ländern läuft dieses Programm bereits, zum Teil schon seit vielen Jahren; Deutschland ist (noch) ein Schlusslicht in diesem Projekt. Das Screening wird lediglich in Bayern konsequent umgesetzt und steht dort bereits 90 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen zwischen 50 und 69 Jahren kostenlos zur Verfügung. In den übrigen Bundesländern soll das Angebot im Laufe des Jahres ebenfalls verbessert werden.
Es ist zu wünschen, dass mit Ende des Jahres alle Frauen in Deutschland Zugang nicht nur zum klassischen Vorsorgeprogramm, sondern auch zum Mammographie- Screening haben werden. Und dass sie diese Chance nutzen!

Wenn Brustkrebs früh erkannt und behandelt wird, liegen die Heilungschancen bei 90 Prozent.
Foto: pixtal
Service:
Für Rückfragen zu diesem Beitrag steht Ihnen Heike Stahlhut zur Verfügung: Telefon 0 64 21 / 2 93 – 155.

