DGK e.V. -Augen: Diagnose und Behandlung des Grünen Stars (Glaukom)
Gesundheitsinformationen zu:
Glaukom, Glaukomanfall, Grüner Star, Augeninnendruck, Miotika, Carboanhydrasehemmer, Latanoprost, Sehnervenkopf, Gesichtsfeld, Augen, Auge
skip_nav

Suche

 

Service-Content

Anzeige

Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

Weitere Links finden Sie hier

 

 


Textanfang / Content

Sie sind hier: Home / Unsere Themen / Auge & Sehen / Glaukom / Grüner Star
Glaukom

Eine schleichende Erkrankung
 

Charakteristisch für das Glaukom oder den Grünen Star sind Ausfälle im Randbereich des Gesichtsfelds. Die Einschränkung des Gesichtsfelds verläuft im Normalfall allmählich und völlig schmerzfrei. Häufig nehmen die Betroffenen deshalb die schleichende Einschränkung gar nicht wahr.


Ursache
 

Die Ursache für das Glaukom ist eine chronische Durchblutungsstörung des Sehnervs, die häufig, aber nicht immer, durch einen erhöhten Augeninnendruck hervorgerufen wird. Grund dafür ist, dass der Abfluss des Kammerwassers aus der vorderen Augenkammer gestört ist. Dadurch ergibt sich eine Druckerhöhung im Auge, der Glaskörper wird verstärkt auf die Netzhaut gepresst und quetscht dort die empfindlichen Nervenfasern des Sehnervs. Insbesondere der Sehnervenkopf , die Stelle, an der alle Nervenfasern der Netzhaut zusammenlaufen, gerät dabei unter Druck. Das hat zur Folge, dass die Nervenfasern an dieser Stelle nicht mehr genügend mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt werden können. Hält die Unterversorgung über einen längeren Zeitraum an, so stirbt der Sehnerv langsam ab.


Häufigkeit
 

Rund 500.000 Deutsche leiden an einem erhöhten Augeninnendruck, 10 Prozent davon droht die Erblindung. Augenärzte weisen daraufhin, dass die Dunkelziffer in diesem Bereich sehr hoch ist. Sie gehen davon aus, dass in Deutschland insgesamt etwa 1.000.000 Menschen von einem Glaukom betroffen sind.


Wie erkennt der Augenarzt ein beginnendes Glaukom?
 

Folgende Untersuchungen werden zur Glaukomdiagnose eingesetzt:

  • Messung des Augeninnendrucks
  • Beurteilung des Sehnervenkopfes
  • Prüfung des Gesichtsfeldes

Bei der Messung des Augeninnendrucks betäubt der Augenarzt zunächst die Hornhautoberfläche, auf die er anschließend einen kleinen Messkörper setzt. Bei einem gesunden Auge liegt der Augeninnendruck ungefähr bei 16 bis 21 Millimeter Quecksilbersäule (mm HG). Liegt der Augeninnendruck über diesem Wert, leidet der Patient möglicherweise an einem Glaukom.

Um zu kontrollieren, ob der Sehnervenkopf geschädigt ist, leuchtet der Arzt mit einer Lampe ins Augeninnere und schaut sich über eine starke Lupe den Augenhintergrund an. Liegt ein Glaukom vor, so ist die Netzhaut an der Stelle des Sehnervenkopfes eingedellt.

Findet der Augenarzt eine solche Eindellung (Exkavation), untersucht er anschließend das Gesichtsfeld des Patienten. Dazu setzt er ihn vor eine halbkugelförmige Apparatur und schickt zum Beispiel Lichtpunkte von außen nach innen entlang der Halbkugel. Der Patient muss dabei die Augen immer gerade aus richten und ein Zeichen geben, sobald ein Lichtpunkt in sein Gesichtsfeld kommt. Durch diese Untersuchungsmethode kann der Augenarzt beurteilen, inwieweit das Gesichtsfeld schon eingeschränkt ist.


Behandlung
 

Wird ein Glaukom festgestellt, so kann eine medikamentöse Therapie, die den Augeninndendruck senkt, weitere Schäden am Sehnerv verhindern.
Zur Glaukom-Behandlung werden unterschiedliche Medikamente eingesetzt:

Am längsten bekannt sind Miotika, die die Pupille verengen und die Kanäle für das Kammerwasser weiten, das dadurch leichter abfließen kann. Weil die Wirkung der Miotika nur über wenige Stunden anhält, müssen die entsprechenden Augentropfen bis zu viermal täglich eingeträufelt werden. Gebräuchliche Miotika sind Aceclidin und Carbachol. Ein großer Nachteil der Miotika-Tropfen besteht darin, dass sie die Pupillen verengen, wodurch sich das Auge nicht mehr an unterschiedliche Lichtverhältnisse anpassen kann. Insbesondere die Fähigkeit zum Autofahren bei Nacht wird stark eingeschränkt.

Auch Betablocker, die vor allem für ihre blutdrucksenkende Wirkung bekannt sind, werden bei der Glaukombehandlung eingesetzt. Sie verringern die Neuproduktion von Kammerwasser und tragen so zur Senkung des Augendrucks bei. Äußerst riskant ist der Einsatz von Betablockern bei Asthmatikern und Patienten mit schweren Herzrhythmus-Störungen, da es hier zu schweren Nebenwirkungen kommen kann.
Bekannte Betablocker, die bei der Glaukombehandlung eingesetzt werden, sind beispielsweise Timolol und Carteolol.

Carboanhydrasehemmer
reduzieren ebenfalls die Produktion von Kammerwasser. Allerdings sollten Glaukom-Patienten, die bereits unter einer eingeschränkten Nieren- oder Leberfunktion leiden, nicht mit Carboanhydrasehemmern behandelt werden, da diese Substanzen die Nierenfunktion stark beeinträchtigen können.

Bei der Ernährung von Linse und Hornhaut spielt das Kammerwasser eine wichtige Rolle, deshalb ist eine Verringerung der Kammerwasser-Produktion nicht ganz unbedenklich. Wirkstoffe auf dieser Basis sind beispielsweise Diamox und Dozolomid.

Das Prostaglandinderivat Latanoprost verfolgt die Strategie, nicht die Kammerwasser-Produktion zu bremsen, sondern den Abfluss des Kammerwassers physiologisch zu verbessern. Um bis zu 35 Prozent konnte der Augeninnendruck durch die Anwendung von Latanoprost gesenkt werden. Damit erfüllt das Präparat den Richtwert, den Augenärzte für die Dauerbehandlung von Glaukom-Patienten fordern.
Ein weiterer Vorteil von Latanoprost besteht darin, dass seine Wirkung 24 Stunden anhält, was für den Patienten eine wesentliche Therapie-Erleichterung darstellt, da er nur einmal täglich seine Augentropfen anwenden muss.


Niederdruck-Glaukom
 

Zwischen 10 und 35 Prozent der Glaukom-Kranken leiden unter einem Niederdruck- Glaukom. Bei ihnen ist der Bereich des Sehnervenkopfs eingedellt, obwohl sie nicht unter einem zu hohen Augeninnendruck leiden. Ein zu niedriger Blutdruck führt in diesen Fällen dazu, dass die Sinneszellen im Auge nicht genügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Infolge der Unterversorgung sterben die Sinneszellen ab, und es kommt zu den Glaukom-typischen Einschränkungen des Gesichtsfeldes.
Erkennen kann der Augenarzt das Niederdruck Glaukom nur an der Exkavation (Eindellung) des Sehnervenkopfes. Interessanterweise behandelt man das Niederdruck-Glaukom ebenfalls mit Medikamenten, die den Augeninnendruck verringern. Denn bei einem niedrigen Augeninnendruck kann das Blut leichter in die Gefäße der Aderhaut einströmen und die Sinneszellen der Netzhaut besser mit Sauerstoff versorgen.


Glaukomanfall
 

Außer dem langsam verlaufenden Glaukom, wie es oben beschrieben wurde, gibt es noch den seltenen Glaukomanfall. Im Gegensatz zum schleichenden Glaukom, äußert sich der Glaukomanfall mit massiven und akuten Schmerzen. Das Auge schmerzt, wird rot und der Blick trübt sich. Begleitsymptome sind heftige Kopfschmerzen und Übelkeit. Treten diese Symptome auf, muss sofort ein Augenarzt aufgesucht werden. Bei einem akuten Glaukomanfall kann nur noch eine Operation das Erblinden verhindern. Der Augenarzt schneidet dabei mit dem Skalpell oder Laser eine kleine Öffnung in die Iris, wodurch das überschüssige Kammerwasser austreten kann und der Druck wieder gesenkt wird.


 

Fusszeile / Impressum