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Immer mehr Infektionen durch Zecken

Die Zahl der Hirnhautinfektionen durch Zeckenstiche ist in Deutschland 2006 auf einen Rekordwert gestiegen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurden 546 Fälle der von Zecken übertragenen Frühsommer-Hirnhautentzündung (FSME) registriert. Das waren so viele wie noch nie seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. In den Jahren 2007 und 2008 sanken die Meldezahlen wieder – in ganz Europa, um danach wieder anzusteigen.

Trotz dieser Schwankungen könne man über die Jahre betrachtet eine eindeutige Tendenz ausmachen, so Prof. Jochen Süss, ehemals Friedrich-Loeffler-Institut in Jena, nämlich ein starkes Ansteigen der Erkrankungszahlen. Verantwortlich dafür sei unter anderem die globale Erwärmung, die zu kürzeren Generationszyklen der Zecken führe. Sie fänden mehr Mäuse, die ihnen als Wirte dienten, und vermehrten sich dadurch schneller. Außerdem haben sich dem Zeckenexperten zufolge die Lebensbereiche der Spinnentiere weiter nach Norden ausgedehnt. Aber auch genauere Meldeverfahren, bessere Diagnostik und politische Veränderungen hätten zu der Entwicklung beigetragen.

In Deutschland sind vor allem Bayern, Baden-Württemberg sowie einige Landkreise Thüringens und Hessens betroffen, zudem gibt es einzelne betroffen Kreise im Saarland, Rheinland-Pfalz und Sachsen. In den betroffenen Risikogebieten sollten sich die Menschen, die Kontakt zu Zecken haben können, unbedingt gegen FSME impfen oder ihren Impfschutz auffrischen lassen. Das sind Einwohner, Land- und Forstarbeiter aber auch Menschen, die ihre Freizeit oder ihren Urlaub in Risikogebieten verbringen und sich dort häufig in freier Natur bewegen.

Mehr Informationen:

FSME - Krankheitsbild und Risikogebiete

 

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