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Zurück in die Zukunft – die gesetzlichen Kassen sparen bei der Prävention

- Pressemitteilung des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V., August 2008, Folge 277 -

Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts, sagt der Volksmund und trifft mit dem Hinweis den Nagel auf den Kopf: Vorbeugung ist die beste Medizin. Was haben im modernen Medizinbetrieb die Maßnahmen der Vorbeugung, sprich der Prävention bisher erreicht, welche Vorsorgeuntersuchungen werden von den gesetzlichen Kassen befürwortet und erstattet? Zweifel sind angebracht, denn die gesetzlichen Krankenkassen planen Kürzungen der Leistungen für die Prävention. Seit Jahren wurde für Eigenverantwortung und Vorsorgeuntersuchungen geworben, die Kassen leisten sogar Bonuszahlungen für regelmäßige Vorsorge und das soll nun nicht mehr gelten?

Was sind die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen?
Neugeborene, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben Anspruch auf zahlreiche Früherkennungsuntersuchungen. Ab 20 Jahren zahlen die Kassen jeder Frau eine Unterleibs-Krebsvorsorge pro Jahr und ab 30 kommt die Untersuchung der Brust hinzu. Versicherten beiderlei Geschlechts ab 35 steht alle zwei Jahre ein Checkup bei ihrem Arzt zu und seit 1. Juli 2008 auch eine Hautkrebsfrüherkennung. Männer ab 35 können eine jährliche Krebsvorsorge der Genitalien/Prostata in Anspruch nehmen, ab 50 finanzieren die Kassen für beide Geschlechter verschiedene Darmkrebsuntersuchungen und Frauen von 50 bis 69 Jahren steht ein Mammografie-Screening zu. Vorgeschriebene Impfungen zählen zu den einheitlichen Pflichtleistungen, denn sie sind seit eh und je Goldstandard der Prävention. Während 2006 für Impfungen noch 976 Millionen Euro gezahlt wurden, lautet die Prognose für 2008 1.600 Millionen Euro.

Prävention – die vierte Säule im Medizinbetrieb
Die deutliche Zunahme chronischer Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden, degenerativer Atemwegs-, Muskel – und Skeletterkrankungen sowie psychischer Störungen ist vielfach von Unkenntnis und dem persönlichen Lebensstil geprägt. Diese Einsicht griffen die Krankenkassen auf, um die primäre Prävention in ihrem Leistungskatalog mit dem Ziel zu etablieren, die Eigenverantwortung und Leistungsfähigkeit der Versicherten zu steigern, Frühverrentung weitgehend zu vermeiden und die Lebensqualität zu optimieren. Das Bemühen um die Korrektur eines krank machenden Lebensstils setzt mit Hilfe von Ärztinnen und Ärzten die Bildung des Bewusstseins voraus, Tag für Tag etwas für die Gesundheit zu tun und nicht – wie landauf landab üblich - sehr viel dagegen. Damit steigen die aktuellen Ausgaben, aber sie sind einem Guthaben vergleichbar, das auf dem persönlichen Gesundheitskonto bis ins höhere Alter beachtliche Zinsen erwirtschaften kann.

Prävention – eine Investition in die Zukunft
Fast die Hälfte der Ausgaben im Medizinbetrieb des Jahres 2006 verursachten mit 111,1 Milliarden Euro ältere Menschen. Das sind 47% der Gesamtsumme von 236,0 Milliarden Euro (Angabe des Statistischen Bundesamtes von 6.8.2008). Die Grundlagen für ein gesundes Alter werden in der Kindheit und Jugend gelegt. Die Pädiatrie entlastet die Gerontologie. Das gilt insbesondere für Frauen, die ihre höhere Lebenserwartung unter dem Vorzeichen Wohlbefinden erleben möchten. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Vorbeugung der Osteoporose und des Diabetes. Frauen benötigen Rat und Hilfe in jeder Lebensphase durch angemessene Betreuung in der gynäkologischen Sprechstunde und diese kostet bekanntlich Geld.

Kürzungen gefährden die Vorsorgeprogramme
Mit der Einführung der Euro-Gebührenordnung für die vertragsärztliche Versorgung wollen die Deutschen Krankenkassen ab 1.1.2009 die Leistungen der Gesundheitsvorsorge und Prävention drastisch kürzen. Von dieser Sparmaßnahme sind neben den Gynäkologen, die nahezu 50% ihrer ärztlichen Tätigkeit im präventiven Bereich erbringen, auch Kinder- und Jugendärzte, hausärztlich tätige Internisten, Dermatologen, Urologen und Hausärzte betroffen. „Statt Honorarkürzungen der Ärzte bei der Prävention vorzunehmen sollten alle Anstrengungen dahin gehen, die Gesundheitsvorsorge auch finanziell weiter auszubauen“, mahnt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. und fügt hinzu: „Trotz großer Anstrengungen ist es uns bisher nicht gelungen, alle Frauen in Deutschland für die regelmäßige Gesundheitsvorsorge zu gewinnen“. Es sei – so Albring – kein Geheimnis, „dass in Deutschland 80% der Gebärmutterhals-Krebserkrankungen mit Todesfolge bei Frauen auftreten, die 3 bis 5 Jahre keine Krebsfrüherkennungsuntersuchung bei ihrem Frauenarzt wahrgenommen hatten,“ (in Norwegen über 60%). Hier sind Ermutigung und Aufklärung gefragt, denn „auch andere Krebsarten, wie z.B. der Brustkrebs, führen bei rechtzeitiger Entdeckung nicht zum Tode. Neben den dramatischen Folgen für die Betroffenen steigen demgegenüber die Behandlungskosten bei Krebs explosionsartig an“.Somit bewirken die Sparmaßnahmen das Gegenteil dessen, was wichtiges Anliegen engagierter Gesundheitspolitik sein sollte.

Auswirkungen auf die Versorgung von Schwangeren
„Deutschland hat ein weltweit einmaliges ärztliches Betreuungssystem bei der Schwangerenvorsorge und ist führend in der perinatalen Mortalität und Mobidität. Auch die mehr als 600.000 GKV-versicherten Schwangeren jährlich benötigen intensive Betreuung, zumal die Zahl der Mütter ab 35 deutlich ansteigt und die Häufigkeit der Risikoschwangerschaften viel Personal sowie medizinischen Aufwand erfordert. Sollte die Bewertung der Prävention in der geplanten Art und Weise gekürzt werden, käme es bei den „überlebenden“ Praxen aufgrund der unvermeidbaren Personal- und Kostenreduktion in der Praxis zu langen Wartezeiten und in der Konsequenz zu einer deutlich schlechteren Versorgung der Schwangeren in Deutschland“, warnt Dr. Christian Albring. Er weist auf die Formulierung im Sozialgesetzbuch (§87a, SGB V) hin, laut der „vertragsärztliche Leistungen außerhalb der vereinbarten Gesamtvergütungen honoriert werden können, wenn sie besonders gefördert werden sollen“. Albring plädiert für die Förderung der gesundheitlichen Vorsorge im Interesse der gesamten Gesellschaft. „Ich erwarte hier eine eindeutige Klärung durch die Politik“. Diese Forderung ist umso wichtiger, weil die große Koalition offensichtlich das seit 2003 beschlossene Präventionsgesetz beerdigte. „Der Entwurf ist nicht tot, aber er liegt tief in der Narkose“, erklärte die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Anette Widmann-Mauz (CDU).

Die Ärztinnen und Ärzte des Berufsverbandes der Frauenärzte stehen weiterhin zu der Herausforderung der Vorsorge und Prävention und werden gegen die Einschränkungen mit Engagement zum Wohle ihrer Patientinnen eintreten.

Maria-E. Lange-Ernst
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Eierstockkrebs – eine besondere Herausforderung an Diagnose und Therapie

- Pressemitteilung des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V., Juni 2008, Folge 276 -

Jährlich erkranken in Deutschland rund 8.000 Frauen an Eierstockkrebs, dem Ovarialkarzinom. Etwa 10 Prozent der Frauen sind jünger als 45 Jahre. Von den Tumoren der weiblichen Genitalorgane ist der Eierstockkrebs besonders gefürchtet, weil er im Frühstadium keine Beschwerden verursacht und – außer einem regelmäßigen Vaginalultraschall – sichere Vorsorgemöglichkeiten fehlen. Da etwa 70 Prozent der Erkrankungen erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden, zählt das Ovarialkarzinom zu den bösartigen Geschwulstleiden mit den höchsten Mortalitätsraten. Daher sind moderne Therapien sowie die Minderung der Rezidive eine besondere Herausforderung an die Medizin, um die ungünstige Prognose zu verbessern.

Die Eierstöcke - ein Überschussmodell der Natur
Der paarige Eierstock der Frau liegt an der linken und rechten seitlichen Wand des kleinen Beckens. Bis zum 5. Schwangerschaftsmonat enthalten die Eierstöcke eines weiblichen Embryos 7 Millionen Eizellen. Die meisten sterben ab, sodass zum Zeitpunkt der Geburt noch etwa 2 Millionen und beim Eintritt der Pubertät noch zwischen 200.000 bis 500.000 Eizellen existieren. Während der fruchtbaren Jahre der Frau reifen 400 bis 500 heran und zu Beginn der Wechseljahre sind noch rund 1.000 Eizellen vorhanden. Die Eierstöcke bestehen aus unterschiedlichen Zelltypen. Unter normalen Bedingungen wachsen oder teilen sich die Zellen nur dann, wenn dies der Organismus benötigt. Kommt es zu unkontrollierten Zellteilungen, entsteht überschüssiges Gewebe, das gut- oder bösartig sein kann. Bei Frauen unter 30 Jahren sind Geschwülste der Eierstöcke meistens gutartige mit Flüssigkeit gefüllte Kapseln (Zysten), die spontan entstehen und häufig von selber verschwinden. Verursachen Zysten Beschwerden, entscheidet der Gynäkologe, diese mit Hilfe des Ultraschalls regelmäßig zu beobachten, sie hormonell zu behandeln oder zu entfernen.

Eierstockkrebs ist schwer zu erkennen
Jede Form von Unterleibsbeschwerden sollte gynäkologisch abgeklärt werden.
Während sich das Ovarialkarzinom bildet und wächst, sind keine typischen Symptome zu erwarten. Selbst wenn Unterleibsschmerzen, Druck- und Völlegefühl auftreten, können diese Symptome andere Ursachen haben und werden nicht unbedingt als Zeichen einer bösartigen Erkrankung verstanden. Erst wenn Durchfälle und Verstopfung, Gewichts- und Appetitverluste sowie häufiges Wasserlassen auf das Fortschreiten des Tumors hinweisen, weil dieser auf Blase und Darm drückt, werden die Beschwerden von der Patientin ernst genommen. Außerdem können Blutungen und Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum (Aszites) auf das Krankheitsbild hinweisen. In diesem Fall kann das Ovarialkarzinom bereits Krebszellen auf den Dickdarm, das Bauchfell und den Magen absiedeln, in das Lymphsystem vordringen und über den Blutkreislauf zu entfernten Organen gelangen. Findet eine Metastasierung statt und greift der Eierstockkrebs z.B. auf den Dickdarm über, ist dies kein Dickdarmkrebs sondern ein metastasierender Eierstockkrebs, denn die Krebszellen entsprechen dem ursprünglichen Tumor.

Was begünstigt ein Ovarialkarzinom?
Die Ursachen des Eierstockkrebs sind noch weitgehend unbekannt. Umwelt- und Genussgifte, Fehlernährung, Bewegungsarmut und Übergewicht sowie andere negative Auswirkungen des Lebensstils bieten keine relevanten Hinweise für das Entstehen des Krebsleidens. Auffällig sind jedoch ganz natürliche Abläufe, die jeder Frau eigen sind: Der Menstruationszyklus. Ruht der Eierstock wegen der Einnahme der Pille oder einer Schwangerschaft, werden die Eireifung und Ovulation über Monate zuweilen auch Jahre unterdrückt. Im Gegensatz dazu stellen häufige fruchtbare Zyklen ohne den Eintritt einer Schwangerschaft den bisher höchsten bekannten Risikofaktor dar. Das heißt, die Einnahme der Pille bietet nicht nur Schutz vor einer Schwangerschaft, sondern sie kann auch das Risiko des Eierstockkrebs ebenso mindern wie eine oder mehrere Schwangerschaften. Weitere Risiken sind das zunehmende Alter (Frauen über 60 sind am meisten betroffen) und Brustkrebspatientinnen erkranken häufig zu einem späteren Zeitpunkt. Litten die Mutter, Großmutter oder andere nahe Verwandte an Eierstockkrebs, wird von einer familiären Disposition gesprochen, die es zu beachten gilt.

Diagnosemethoden
Eine der Möglichkeiten zur Erkennung des noch symptomfreien Ovarialkarzinoms, ist die regelmäßige Beckenuntersuchung. Diese gilt aber nicht als absolut aussagefähig. Darum wird nach verlässlicheren Methoden gesucht, um das Frühstadium zu erkennen, bevor der Tumor über den Eierstock hinausgewachsen ist. Ebenso kommen Ultraschall und/oder Computertomographie sowie die Bestimmung des Tumormarkers CA-125 im Blut in Frage. Letzterer ist jedoch nicht verlässlich nachweisbar und selbst bei gutartigen Eierstockerkrankungen vorhanden. Das heißt: Die Blutanalyse kann eine umfassende ärztliche Diagnose nicht ersetzen. Die sicherste Maßnahme zur Erkennung eins Ovarialkarzinoms ist eine Biopsie, die operative Entnahme von Gewebe.

Behandlungsmöglichkeiten
Liegt ein positiver Befund vor, wird im Allgemeinen im Rahmen des ersten Schrittes die Entfernung der Eierstöcke, Eileiter, der Gebärmutter sowie der benachbarten Lymphknoten vorgenommen. Weitere Gewebeproben geben Aufschluss über die Verbreitung des Tumors. Auf dieser Grundlage erfolgt die Planung der Behandlungsstrategie, wobei das Stadium der Erkrankung, der Allgemeinzustand und das Alter der Patientin berücksichtigt werden. Liegt ein langsam fortschreitender kleiner Tumor vor und besteht bei der Patientin ein Kinderwunsch, wird lediglich der vom Krebs befallene Eierstock entfernt. Bei einer Verbreitung des Krebses wird so viel wie möglich von der Tumormasse entfernt, um im Anschluss daran eine Strahlen- und/oder Chemotherapie einzuleiten. Die Planung und Durchführung der weiteren Behandlung sollte mit der Patientin und ihren Angehörigen ausführlich abgesprochen werden. Dabei dürfen Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen und die Einschränkung von Aktivitäten nicht verschwiegen werden.

Die Ärztinnen und Ärzte des Berufsverbandes der Frauenärzte stehen ihren Krebspatientinnen mit Empathie zur Seite. Jede Frau sollte sich über Fragen und Ängste mit dem Arzt ihres Vertrauens austauschen, Beschwerden unverzüglich mitteilen und sich bei den Nachuntersuchungen an den ärztlichen Rat halten.

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Rechtzeitig Bewusstsein schaffen - kardiovaskuläre Vorsorge in den Wechseljahren

- Pressemitteilung des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V., Juni 2008, Folge 275 -

Die meisten Frauen neigen dazu, das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten während und nach der Menopause sträflich zu unterschätzen. Daher machen Frauenärztinnen und –ärzte auf die Problematik aufmerksam und setzen sich für eine effektive Prävention im Rahmen der gesetzlich verankerten Vorsorgeuntersuchungen für ihre Patientinnen ein. Rechtzeitige Aufklärung und Lösungsvorschläge können die Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall möglichst noch vor, aber spätestens ab der Menopause erheblich verringern.

Zwischen Wahrnehmung und Realität klafft eine Lücke

Nach neuen Erhebungen glauben 39% der Frauen, dass sie irgendwann an Brustkrebs sterben und nur 16% nehmen ein Herz-Kreislauf-Leiden als Ursache an. Die Wirklichkeit stellt sich genau umgekehrt dar. An kardiovaskulären Krankheiten sterben 45% der Frauen und Mammakarzinome sind für 4% ein Todesurteil. Da Wahrnehmung und Realität trotz aller Aufklärung weit auseinander klaffen, geht kein Weg an der Forderung vorbei, mehr Bewusstsein für die Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall zu schaffen. Frauenärztinnen und –ärzte sind vielfach die einzigen Mediziner, die Frauen von Jugend an bis weit nach der Menopause begleiten, weil viele gar keinen Hausarzt mehr haben und außerdem für die Prävention prädestiniert sind.

Vorsorge - mehr als 60% der frauenärztlichen Tätigkeit

Gynäkologinnen und Gynäkologen können Risikofaktoren wie überhöhte Werte von Taillenumfang und Gewicht, Blutdruck und Blutzucker, HDL- und LDL-Cholesterin rechtzeitig erkennen und auf die Gefahren von Alkoholmissbrauch und Nikotinkonsum, Fehlernährung und Bewegungsarmut nicht nur hinweisen, sondern mit der Patientin gemeinsam individuelle Problemlösungen finden. Ein Taillenumfang von mehr als 80 Zentimetern gilt neben dem Übergewicht als Hinweis auf eine zentrale Adipositas, die häufig mit dem metabolischen Syndrom bestehend aus Bluthochdruck, Typ-II-Diabetes, Insulinresistenz und schlechten Blutfettwerten einhergeht. Das metabolische Syndrom ist mit einem koronaren Herzerkrankungsrisiko eng verbunden.

Frauen haben ein höheres kardiovaskuläres Risiko

Vor der Menopause sind bekanntlich Herz-Kreislauf-Ereignisse relativ selten. Mit zunehmendem Alter nimmt die Rate jedoch deutlich zu. An Herz-Kreislauf-Krankheiten sterben in Deutschland mittlerweile mehr Frauen als Männer. Im Jahre 2006 waren es 209.000 gegenüber 150.000 Männern. Das heißt: Frauen erkranken zwar später, aber sie sterben – wenn sie betroffen sind - früher. In Folge eines Herzinfarktes stirbt laut Statistik jede zweite Frau innerhalb von 24 Stunden und nach vier Wochen sind zwei von drei betroffenen Frauen tot. Die vielfach angeprangerte schlechtere Behandlung von Frauen gegenüber den besser versorgten Männern kommt hier leider immer noch zum Tragen. Da bei den meisten Frauen vom 30. Lebensjahr an der Blutdruck langsam steigt, ist etwa bis zur Menopause jede zweite Frau hyperton und jede sechste zudem Diabetikerin. Besteht deutliches Übergewicht entwickelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine koronare Herzkrankheit (KHK), die häufig mit abnormen Glukosewerten verbunden ist. Hier ist kardiovaskuläres Risiko-Management dringend geboten und dazu gehört intensive Aufklärung.

Kurskorrektur des Lebensstils

Rechtzeitige und konsequente Änderungen eines krank machenden Lebensstils wirken sich schlicht und einfach als die beste nicht-medikamentöse vorbeugende Risikominderung aus. Empfehlenswert ist eine maßvolle und ausgewogene Ernährung, die reichlich Obst und Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukte enthält. Vitamine der B-Gruppe sind „Nervennahrung“. Sie wirken sich beruhigend während der Wechseljahre aus und sind z.B. in Hefeflocken und Vollkornprodukten enthalten. Für Frauen, denen eine konsequente Nahrungsumstellung nicht machbar erscheint, gibt es eine Reihe guter orthomolekularer Nahrungsergänzungsmittel, deren Einnahme mit dem Frauenarzt erörtert werden sollte. Zwei- bis dreimal in der Woche 30 Minuten Ausdauersport wirken sich mit der Gewichtsabnahme auf Bluthochdruck, überhöhte Glukosewerte, Insulinresistenz und niedriges HDL günstig aus. Durch nicht-medizinische Maßnahmen ist meistens ein LDL-Anstieg kaum zu verhindern. Er wird dem Alterungsprozess zugeordnet. Erhöhte LDL-Werte zählen noch vor sehr niedrigem HDL zu den gefährlichsten Risikofaktoren.
Nikotinabstinenz, Alkoholgenuss in kleinen Mengen, ausreichend Schlaf und die Pflege sozialer Kontakte gelten ebenfalls als empfehlenswerte Herzpflege.

Was können Medikamente und Hormone leisten?

Neben der Behandlung mit Antihypertensiva und/oder Lipidsenkern macht Professor Dr. Alfred Mueck, Universitätsklinik Tübingen, auf folgende Therapie aufmerksam: „Bei frühem Beginn einer Hormonersatztherapie (HRT) mit Östrogenen bei Einsetzen der Wechseljahre ist bei Frauen eine Primärprävention der koronaren Herzkrankheit (KHK) möglich“. Er wies in diesem Zusammenhang auf die Women`s Health Initiative (WHI) hin. Die Studie zeigte, dass bei Frauen unter 60 Jahren das Infarktrisiko um 44% und die Kalzifizierung der Herzkranzgefässe um 50% gesenkt werden konnte. Die Situation bei späterem Beginn der HRT nach der Menopause ist dagegen weniger eindeutig. Mit kombinierter Hormonersatztherapie stieg das Risiko für Herzinfarkte nur bei den wenigen Frauen, die erst 20 Jahre nach der Menopause erstmalig behandelt wurden. Eine andere Studie zeigte, dass postmenopausale Frauen nach einem Herzinfarkt bezogen auf KHK nicht von der Hormontherapie profitierten. Das heißt: „Bei bereits bestehender Arteriosklerose – so Professor Mueck – sei also kein Nutzen zu erwarten“.

Östrogene können das Gesamtcholesterin, HDL und LDL günstig beeinflussen. Muecks Empfehlung lautet daher: Bei kardiovaskulären Risiken mit einer HRT früh zu beginnen, sofern die vorangegangene Risikoanalyse das empfehlenswert erscheinen lässt. Wichtig ist hierbei, die Dosierung mit dem Frauenarzt/ der Frauenärztin genau festzulegen und eine regelmäßige Überwachung zu garantieren. Selbst bei frühem Beginn der Hormongabe bleibt das Risiko einer Thrombose und/oder Embolie bestehen. Eine besondere Risikogruppe sind nach Professor Mueck postmenopausale Bluthochdruckpatientinnen mit ausgeprägtem klimakterischen Beschwerdebild. Hier ist insbesondere das Schlaganfallrisiko keinesfalls zu unterschätzen.

Die Ärztinnen und Ärzte des Berufsverbandes der Frauenärzte sind für das Screening der kardiovaskulären Risiken prädestiniert. Sie können mit ihrer Erfahrung um die ganzheitliche Betrachtung ihrer Patientinnen auf Hypertonie, Insulinresistenz, Diabetes mellitus oder metabolisches Syndrom rechtzeitig achten und das notwendige Bewusstsein für die Vorsorge schaffen.

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Weshalb brauchen wir ein flächendeckendes einheitliches Krebsregister?

- Pressemitteilung des Berufsverbandes der Frauenärzte, Mai 2008, Folge 274 -

Am 20.02.2008, der Eröffnung des 28. Deutschen Krebskongresses in Berlin, titelte die Ärztezeitung ein Interview mit dem Kongresspräsidenten Prof. Dr. Manfred Kaufmann, Universität Frankfurt am Main, mit dessen unmissverständlicher Forderung: „Ein einheitliches Krebsregister muss her!“
Dieser Aufruf richtet sich an alle Bundesländer mit dem Ziel, die Gesamtmortalität in der Onkologie um 5-10% zu senken. Nur mit zuverlässigen Fakten ist die Qualitätssicherung der Früherkennung, Therapie, Ursachenforschung und Nachsorge im Krebsgeschehen zu erreichen.

Was lange währt....
Am 1.1.1995 trat ein Gesetz in Kraft, das die Bundesländer bis zum 1.1.1999 verpflichtete, entsprechende epidemiologische Zahlen für ein Landeskrebsregister einzubringen. Damit sollte ein Meldemodell entstehen, das den Aufbau eines vollständigen Datenbestandes für die medizinisch-onkologische Forschung ermöglicht und den strengen Anforderungen des Datenschutzes gerecht wird. Was bis zum heutigen Tage in einigen Bundesländern noch an Vollständigkeit zu wünschen übrig lässt und eher einem Flickenteppich gleicht, ist seit mehr als 50 Jahren im Saarland zur Selbstverständlichkeit geworden. Bereits 1957 wurde die Datenerfassung auf der Grundlage einer Meldepflicht aller Krebsfälle nach internationalen Standards eingeführt. Dazu sagt Dr. Armin Malter, Merzig, Mitglied im Vorstand des Berufsverbandes der Frauenärzte und Landesvorsitzender des BVF im Saarland: „Das Krebsregister ist völlig integriert, es klappt störungsfrei und bisher gab es keine Beschwerden wegen des Datenschutzes“.

Wie ist der Datenschutz zu gewährleisten?
Unter Berücksichtigung des Datenschutzes gilt es, einen Weg zu finden, der die Patienten in ihrer Identität schützt und dennoch die Möglichkeit eröffnet, die betreffenden Daten zur Verfügung zu stellen. Die Lösung beruht auf einem Verschlüsselungsverfahren. Durch die Vergabe von eindeutigen Kontrollnummern, die über die jeweiligen Landesgrenzen hinaus gelten, ist praktisch fehlerfrei und ohne Verletzung der Anonymität zu entscheiden, ob ein Krebspatient schon im zentralen Register eines Bundeslandes oder darüber hinaus in verschiedenen Landesregistern gespeichert ist. Dieses Modell bildet die Grundlage für die „Empfehlungen an die Bundesländer zur technischen Umsetzung der Verfahrensweisen gemäß Gesetz über Krebsregister“, das bereits 1996 durch die Bundesländer verabschiedet wurde.
Übrigens: Seit 1952/53 gab es in der DDR ein Krebsregister. Im Zuge der Wende 1989/90 wurde dies leider nicht nur vernachlässigt, sondern auch abgeschafft. Dennoch können die jungen Bundesländer auf guten Erfahrungen aufbauen. Seit 2000 ist die Fortführung der Krebsregister gesichert und in den meisten neuen Bundesländern gilt mittlerweile wieder die Meldepflicht. Sie sind daher wie das Saarland als Vorbild zu betrachten.

Warum ist ein flächendeckendes einheitliches Krebsregister nötig?
- Als Datengrundlage für die Krebsursachenforschung.
- Für die Registrierung der Krebsneuerkranken nach Krebsformen.
- Für Hinweise auf besonders belastete Regionen und Bevölkerungsgruppen.
- Für Überlebenszeitanalysen als Beitrag zur Bewertung vorbeugender Maßnahmen.
- Für die Ermittlung und Abschätzung auffälliger Trendentwicklungen.
Quelle: Frauen gegen Brustkrebs e.V.

Zu viele Frauen sterben an Brustkrebs
Anlässlich des 28. Krebskongresses betonte Prof. Kaufmann, dass derzeit eine ungeheure Dynamik des Wissens die Onkologie beflügelt. So verdoppelt sich – laut Kaufmann – „das Wissen z.B. beim Mammakarzinom alle zwei Jahre“. Außerdem wurden die onkologischen Leitlinien zum Mammakarzinom aktualisiert und durch die Leitlinien-Initiative der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft unterstützt. Hier muss sich im Zuge dieses Geschehens die Forschung mitteilen, erklärte Kaufmann. Im Jahr 2003 starben in Deutschland 17.173 Frauen an Brustkrebs.

Wie sehen die zukünftigen Chancen aus?
Mittlerweile gibt es hierzulande 163 zertifizierte Brustzentren. Von ihnen wird erwartet, dass sich die Brustkrebserkrankungen durch Früherkennung deutlich mindern und heilen lassen. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) sind die Brustkrebserkrankungen in Deutschland leicht rückläufig. Dies liegt laut Kaufmann am Screening und an der adjuvanten Systemtherapie. Dabei handelt es sich um Medikamente, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken oder steigern (Taxane, Aromatasehemmer und monoklonale Antikörper). Nach Berichten aus den USA liegen die Sterbezahlen bei Brustkrebs dank Screening und adjuvanter Behandlung bei 40 pro 100.000 Frauen. Werden diese beiden Angebote nicht angewandt, ändert sich das Verhältnis auf 60 pro 100.000. Entsprechende Zahlen liegen aus bekannten Gründen bisher für Deutschland als flächendeckendes Modell nicht vor.

Was sollte besser werden?
Bei der Beurteilung des bisherigen Verlaufs beim Mammographie-Screening kann sich niemand zufrieden und beruhigt zurücklehnen. Die Teilnehmerinnen-Quote liegt bundesweit bei 50-60%. Um die kostenintensive Innovation erfolgreich und zielführend zu gestalten, sollten mindestens 70% der anspruchsberechtigten Frauen von 50-69 Jahren daran teilnehmen. Durch den zunehmenden Einsatz der digitalen Mammographie mit ihrer deutlich geringeren Strahlenbelastung wird das Screening auch für jüngere Frauen attraktiver.
Eine verantwortungsbewusste Vorsorge ist und bleibt im Krebsgeschehen ein Faustpfand der Prävention und Früherkennung. Es gilt, die Organzentren weiter voranzutreiben und die Leitlinien fertig zu stellen. Mit einem flächendeckenden, einheitlichen Krebsregister können diese Maßnahmen dazu dienen, die Sterblichkeit durch Krebserkrankungen zu senken und dies auch zu dokumentieren.

Die Ärztinnen und Ärzte des Berufsverbandes der Frauenärzte betonen, dass es noch genügend Spielraum für die Aufklärung der Bevölkerung im Allgemeinen und der Frauen im Besonderen gibt. Deshalb appelliert der BVF an das Verantwortungsbewusstsein der weiblichen Bevölkerung, die angebotenen Vorsorgetermine regelmäßig in Anspruch zu nehmen.


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Chlamydieninfektion - Sex-Risiko mit Spätfolgen

- Pressemitteilung des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), 23. April 2008 -

Die Zahl der sexuell übertragbaren Infektionen hat nach statistischen Erhebungen in den vergangenen zehn Jahren stetig zugenommen. Die höchsten Zuwachsraten weisen Chlamydieninfektionen auf und immer mehr Jugendliche sind betroffen. Jede zehnte Siebzehnjährige hierzulande ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Prävention mit Chlamydien infiziert ohne die geringste Ahnung davon zu haben, dass sich daraus ein folgenschweres gesundheitliches Risiko wie Sterilität entwickeln kann. Übrigens: Insgesamt sind in Deutschland 1,1 Millionen Menschen von Chlamydieninfektionen betroffen.

Was sind Chlamydien?

Die Übeltäter sind winzige Bakterien, sprich mikrometerkleine Lebewesen, die der Gruppe Chlamydia trachomatis zugeordnet werden. Diese Gruppe verursacht die meisten Geschlechtskrankheiten mit weitem Abstand vor Tripper, Syphilis oder Aids. Vor allem unter sexuell aktiven Jugendlichen, die frühzeitig mit den Kontakten beginnen und öfter den Partner wechseln, breiten sich die hoch ansteckenden Chlamydien beängstigend aus. Chlamydia trachomatis ist ein typischer Schleimhautparasit, der ausschließlich Menschen infiziert. In dem feuchtwarmen Milieu der Vagina fühlt er sich wohl und kann sich rasant vermehren. Wichtig ist: Eine Chlamydieninfektion kann man sich nicht auf der Toilette holen, wie oft angenommen wird! Sie wird nur durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Ein weiteres Missverständnis beschreibt Dr. Gisela Gille. Die engagierte Ärztin aus Lüneburg erklärt 14-17jährigen in den Schulen, dass Liebe einschneidende Nebenwirkungen haben kann. Sie sagt: „Aids kennen sie alle, Tripper können sie buchstabieren, aber bei Chlamydien denken sie eher an eine seltene Zimmerpflanze.“
Eine Interventionsstudie der Charité in Berlin zeigte, dass über 80 Prozent der Schülerinnen noch nie etwas von Chlamydien gehört hatte.

Aufklärung und Prävention

Ein Chlamydientest an 265 Berliner Schülerinnen erschreckte sogar die Mediziner: Bei 10 Prozent der 17jährigen Mädchen wurde Chlamydien festgestellt und bei den unter 15jährigen stieß man bei 4 Prozent auf die Keime. Hätten sie bei jedem Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzt, bliebe ihnen ein 20-25-prozentiges Risiko erspart, später auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen zu können. Die Faustregel lautet: Wird die Infektion frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt, sind Spätfolgen vermeidbar. Doch das Tückische an den Chlamydien ist: 80 Prozent aller infizierten Mädchen und Frauen spüren nach Angaben der International Union Sexually against Transmitted Infections (IUSTI) keine Beeinträchtigungen ihres Befindens. Deshalb kommen sie auch gar nicht auf den Gedanken, ihren Frauenarzt aufzusuchen und so bleiben die Infektionen unerkannt. Ein Großteil der im Genitaltrakt angesiedelten Keime ruft keine Immunreaktionen hervor. Bisher fehlt es dafür an einer stichhaltigen Erklärung.
Leichtfertigkeit, Unkenntnis und wechselnde Partner führen dazu, dass in Deutschland jährlich mit 300.000 neuen Chlamydieninfektionen gerechnet werden muss. Den Jugendlichen sei ans Herz gelegt, Kondome zu benutzen; und das nicht nur wegen Aids, sondern auch um die Fruchtbarkeit der Mädchen zu schützen. Kondome bieten den einfachsten und sichersten Schutz vor Sexualkrankheiten.

Bei der Benutzung von Kondomen ist zu beachten:

  • Man schaue immer auf das Haltbarkeitsdatum; am besten man besorgt sich Kondome in der Apotheke.
  • Die Verpackung muss unbeschädigt sein und darf unter Druck keine Luft verlieren.
  • Das Gummi sollte niemals hart und brüchig sein.
  • Naturdarmkondome bieten keinen ausreichenden Schutz.

Wie sehen akute Beschwerden aus?

Gelegentlich wird erschwertes Wasserlassen verspürt und meistens als Unpässlichkeit gewertet. Diese kann sich zu einer Harnröhrenentzündung entwickeln, die sich durch gelblich-grünen Ausfluss äußert. Auch unbestimmte Bauchschmerzen sind ein Symptom. Nach einiger Zeit steigen die Keime von der Harnröhre und dem Gebärmutterhals auf und führen zu Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut. Im weiteren Verlauf können die Eileiter verkleben und vernarben und sich letztendlich vollkommen verschließen, sodass befruchtete Eizellen nicht mehr zur Gebärmutter gelangen können.
Chlamydieninfektionen gelten deshalb als hauptsächliche Ursache für die weibliche Unfruchtbarkeit. In Deutschland sind mindestens 100.000 Frauen betroffen. Durch die Infektionen besteht das Risiko für Eileiterschwangerschaften und Frühgeburten und außerdem steigert eine Infektion mit Chlamydien die Wahrscheinlichkeit, bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr HIV-positiv zu werden.

Wie sieht die Behandlung aus?

Auch ohne Beschwerden – eventuell nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr – sollte eine Infektion erkannt und behandelt werden. In einem frühen Stadium lassen sich die Keime durch einen einfachen Abstrich aus der Vagina erkennen und mit einer circa 14-tägigen Gabe von Antibiotika in den meisten Fällen folgenlos ausheilen. Im Gespräch mit dem Frauenarzt/Frauenärztin sollte diese Früherkennungsmaßnahme auf den Sexpartner ausgedehnt werden, um den Keimen möglichst alle Wege zu verbauen.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Krankenkassen haben sich auf die Finanzierung des Screenings für junge Frauen geeinigt. Demnach können Mädchen und Frauen bis 25 Jahre ab sofort den jährlichen Test auf Chlamydien zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen.
Die Honorierung der Beratungsleistung verweigern die Kassen jedoch. Bis Ende 2007 konnten sich nur schwangere Frauen im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge auf Kosten der Kassen untersuchen lassen, um vorsorglich Schäden für das Neugeborene zu verhindern. Das Screening für beschwerdefreie Mädchen und Frauen bis 25 wurde zu Beginn dieses Jahres in den GKV-Leistungskatalog aufgenommen.
Die Ärztinnen und Ärzte des Berufsverbandes der Frauenärzte begrüßen das Einschwenken auf ihre jahrelange Forderung nach Einführung eines Screenings auf Chlamydien. Die Verweigerung der Honorierung einer ärztlichen Leistung ist jedoch inakzeptabel.

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