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Schwangere: Neuer Test ermittelt Risiko für Frühgeburt genauer

(Marburg, 16.06.2009) Etwa 50.000 Kinder werden in Deutschland jährlich vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche entbunden. Die Zahl der Frühgeburten hat sich damit in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich verändert. Mit modernen Tests kann man heute aber in vielen Fällen früher vorhersagen, ob bei einer schwangeren Frau ein Risiko für eine Frühgeburt besteht und wie hoch dies ist. Darauf weist jetzt das Forum Frauengesundheit in Marburg hin.

Anzeichen für eine drohende Frühgeburt können das vorzeitige Einsetzen der Wehentätigkeit, ein vorzeitiger Blasensprung sowie Blutungen sein. In jedem Fall ist dann eine genaue Abklärung in einem Krankenhaus notwendig. Dort muss entschieden werden, wie hoch das tatsächliche Risiko für eine Frühgeburt ist. Davon hängt ab, ob ein längerer Krankenhausaufenthalt notwendig wird, wehenhemmende Maßnahmen eingeleitet oder Medikamente für eine schnellere Reifung der Lungen des Kindes gegeben werden müssen.

Bislang wird von den Ärzten zur Einschätzung des Frühgeburtsrisikos vor allem die Länge des Gebärmutterhalses mit Ultraschall gemessen. Ist dieser bereits verkürzt, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt. Deutlich verbessert werden kann die Risikoabschätzung jetzt durch einen zusätzlichen Test auf sogenanntes fetales Fibronektin, dies zeigen verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen, die unter anderem auch an der Klinik für Geburtsmedizin der Charité in Berlin durchgeführt wurden.

Fetales Fibronektin ist ein Bestandteil der Eihäute und dient dazu, die Fruchtblasenhülle mit der obersten Gebärmutterschicht zu verkleben. Wenn die Hüllen, die das Kind und das Fruchtwasser umgeben, sich in Richtung einer bevorstehenden Geburt verändern, wird Fibronektion freigesetzt. Dieses kann dann im Scheidensekret mit einer einfachen gynäkologischen Untersuchung und einem Abstrich schnell, schmerz- und gefahrlos für Mutter und Kind nachgewiesen werden.

Selbst wenn noch keine körperlichen Symptome vorhanden sind, kann das Vorhandsein von Fibronektin auf eine drohende Frühgeburt hinweisen. Die Ärzte können dann gezielt geeignete Schritte zur weiteren Überwachung und Behandlung einleiten.

Fällt der Test hingegen negativ aus, ist also kein Fibronektin nachweisbar, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass die Geburt innerhalb der nächsten 7 bis 14 Tage erfolgt. Diese Frauen können daher engmaschig ambulant betreut und überwacht werden. Sowohl der schwangeren Frau als auch dem ungeborenen Kind können so unnötige Medikamente und ein längerer Aufenthalt im Krankenhaus erspart werden.

Die Anwendung des Fibronektin-Tests in Kombination mit den bisher üblichen Untersuchungsmethoden stellt somit eine deutliche Verbesserung bei der Abschätzung des Risikos von Frühgeburten dar.

 

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