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(Marburg, 10.11.2008) Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die dritthäufigste Krebstodesursache bei Frauen unter 60 Jahren. Dabei ist dieser Krebs, in der Fachsprache als "Zervixkarzinom" bezeichnet, bei der frauenärztlichen Vorsorgeuntersuchung im Vorstadium gut zu erkennen und rechtzeitig mit fast 100-prozentiger Heilungschance zu behandeln.
Seit in den 70er Jahren der "Pap-Abstrich" vom Gebärmutterhals eingeführt und als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen übernommen wurde, sind die Erkrankungen und Todesfälle tatsächlich deutlich zurückgegangen. Seitdem hat sich die Technik des Pap-Abstrichs nicht wesentlich geändert. Er bietet unter optimalen Bedingungen eine relativ hohe Sicherheit. Dennoch zeigen sich in der praktischen Routine einige Probleme und Fehlermöglichkeiten. Diese führen dazu, dass mit dem Pap-Abstrich unter Umständen nicht alle auffälligen Zellen erkannt werden. In den letzten Jahren ist der Pap-Abstrich jedoch durch die Methode der Dünnschichtzytologie weiterentwickelt und dadurch erheblich verbessert worden. Durch die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt ist also eine Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs möglich.
Check beim Frauenarzt: Gut investierte Zeit
Bei der Vorsorgeuntersuchung entnimmt die Frauenärztin oder der Frauenarzt mit einem Bürstchen einen Abstrich vom Hals (Anfangsteil) der Gebärmutter. Das geschieht schmerzlos. An der kleinen Bürste bleibt etwas Gewebe haften, das unter dem Mikroskop auf Krebszellen oder deren Vorstufen untersucht wird. Bisher wurde dafür ein Teil des abgenommenen Zellmaterials auf ein Glasplättchen (Objektträger) gestrichen.
Im Unterschied hierzu wird bei der Dünnschichtzytologie das gesamte abgenommene Zellmaterial in eine Fixierlösung gegeben und erst im Labor mit Hilfe einer modernen Methode auf den Objektträger gebracht. Dadurch erreicht man ein klares und bes-ser beurteilbares Zellbild, eine repräsentative Auswahl der diagnostisch wichtigen Zellen und verhindert Zellüberlagerungen durch Blut, Schleim und andere Gewebeteile.
Ein weiterer Vorteil der Dünnschichtzytologie ist, dass mit dem Zellmaterial aus dem Röhrchen weitere Untersuchungen durchgeführt werden können.
Die Treffsicherheit bei der Entdeckung auffälliger und krankhafter Zellen ist ungefähr doppelt so hoch wie beim herkömmlichen Pap-Abstrich. "Mittlerweile ermöglichen die Verfahren der qualitätskontrollierten Dünnschichtzytologie dort eine entscheidende Verbesserung" stellte dazu Privatdozent Dr. med. Hans Ikenberg aus Frankfurt 2007 auf einer Tagung zur Diagnostik des Gebärmutterhalskrebs fest.
Mit einer computergestützten Assistenz bei der Auswertung, lässt sich die Methode der Dünnschichtzytologie noch weiter verbessern. Dabei werden sowohl mit moderner Computertechnologie wie auch durch die Zytologin/Zytologen alle Zellen nach Auffälligkeiten untersucht. 
unter dem Mikroskop: links herkömmlicher Pap-Test, rechts Dünnschichtzytologie
Dünnschichtzytologie verbessert Vorsorgequalität
In den USA, England, Schottland und der Schweiz ist die Dünnschichtzytologie bereits Standard bei der Krebsfrüherkennung. In Deutschland wurde die Untersuchung als Empfehlung in die gemeinsame Leitlinie zum Gebärmutterhalskrebs der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und der deutschen Krebsgesellschaft aufgenommen.
Der Berufsverband der Frauenärzte führt seit August 2007 eine Studie durch, in der geprüft wird, ob auch in Deutschland mit der Dünnschichtzytologie eine Verbesserung der Krebsfrüherkennung erreicht werden kann. Erste Ergebnisse werden 2009 erwartet.
In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen jedoch noch nicht die Kosten für eine dünnschichtzytologische Untersuchung, deshalb kann sie derzeit nur als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) in Anspruch genommen werden.

