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- Dr. Werner Harlfinger (links), Initiator des 1. Mainzer Vorsorge-Gipfels und Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte Rheinland-Pfalz, sowie Prof. Dr. Klaus Neis, Gynäkologisches Zentrum Saarbrücken, stellten die vom Berufsverband der Frauenärzte initiierte Rhein-Saar-Studie vor. (Foto:DGK)
Erster Mainzer Vorsorge-Gipfel:
Frauenärzte stellen sich offensiv Herausforderungen in der Frauengesundheit
Ein interessiertes, geladenes Fachpublikum von rund 100 Vertretern der Gynäkologie sowie der großen rheinland-pfälzischen Krankenkassen verfolgten am Mittwoch, 13. Februar 2008, die hochaktuellen, informativen und zur weiteren Diskussion anregenden Vorträge der Referenten während des Ersten Mainzer Vorsorge-Gipfels. Schirmherrin der Veranstaltung war die rheinland-pfälzische Gesundheitsminsterin Malu Dreyer. Ins Leben gerufen wurde der Erste Mainzer Vorsorge-Gipfel vom Landesverband Rheinland-Pfalz des Berufsverbandes der Frauenärzte unter dem Vorsitz von Dr. Werner Harlfinger. Im Anschluss an das mehrstündige Vortragsprogramm über "Perspektiven der gynäkologischen Krebsfrüherkennung im Zeitalter der HPV-Impfung: Einladungsmodell, Qualifizierter Abstrich, Dünnschichtzytologie, HPV-Diagnostik, Kolposkopie" bot sich Gelegenheit zum intensiven Austausch.
- Pressemitteilung des Berufsverbandes der Frauenärzte - Landesverband Rheinland-Pfalz, 13.02.2008 -
Frauenärzte analysieren auf dem 1. Mainzer Vorsorge-Gipfel neue Perspektiven für die Krebsfrüherkennung
Offensiv stellen sich die Frauenärzte in Rheinland-Pfalz neuen Herausforderungen in der Frauengesundheit. Nachdrücklich machen sich die Frauenärzte dafür stark, dass die neuen medizinischen Möglichkeiten für die Krebsfrüherkennung rasch allen Frauen zugute kommen, und nicht wegen bürokratischer Hemmnisse den Frauen verwehrt bleiben. Dies ist eines der Schwerpunkthemen, das die fast 100 bundesweit angereisten Frauenärzte während des 1. Mainzer Vorsorge-Gipfels diskutieren. Wichtig ist es den Frauenärzten aber auch, mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen, die sich um Frauengesundheit kümmern. Die Informationsplattform des 1. Mainzer Vorsorge-Gipfels nutzen daher auch die Vertreter der großen rheinland-pfälzischen Krankenkassen, um mit den Frauenärzten gemeinsam gute Vorsorgekonzepte zu realisieren.
Der Mainzer Vorsorge-Gipfel ist die bundesweit erst konzertierte Aktion, bei der Frauenärzte gemeinsam Klarheiten für die Frauengesundheit schaffen wollen. Die Schirmherrschaft für diesen Mainzer Informationstag hat die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer übernommen.
„Unser Ziel ist es, für die Frauengesundheit das beste Konzept zu finden“, stellt Dr. Werner Harlfinger fest. Der Mainzer Frauenarzt hat als Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Berufsverbandes der Frauenärzte den 1. Mainzer Vorsorge-Gipfel ins Leben gerufen.
Frauenärzte engagieren sich seit vielen Jahrzehnten für die Gesundheit der Frau. Dafür betreuen und versorgen Frauenärzte ihre Patientinnen in ihrer medizinischen, psychischen und sozialen Gesamtheit. „Frauenärztliche Betreuung“, so Harlfinger, „ betrifft alle Bereiche der Lebensführung in jeder Altersgruppe. Ganz wichtig sind hierbei Impfungen, Kinderwunsch, Ernährung, Bewegung, Sexualität und Früherkennung“.
Das deutsche Vorsorge-Konzept, so die Kritik der Frauenärzte, wird auf europäischer Ebene oft infrage gestellt. Dabei wird jedoch vergessen, dass es beispielsweise in den staatlich organisierten Gesundheitssystemen wie Großbritannien, Niederlande und Schweden gar keine niedergelassenen Fachärzte gibt. Harlfinger: „In diesen Ländern wird die Krebsvorsorge meist nur auf den Krebsabstrich reduziert. Davor wollen wir unsere Patientinnen schützen!“ Die Rhein-Saar-Studie – vom Berufsverband Rheinland-Pfalz und dem Saarland initiiert – überprüft den konventionellen PAP-Abstrich mit einem neuen Verfahren, der computerassistierten Dünnschichtzytologie unter harten evidenzbasierten Methoden, und bietet somit neue Perspektiven für die Krebsfrüherkennung.
In diese Studie wurden bislang ca. 10.000 Frauen miteingeschlossen, und es scheint die Treffsicherheit des Abstrichs mit der neuen Methode erheblich verbessert zu sein.
Prävention ist seit jeher ein Hauptbestandteil frauenärztlicher Tätigkeit in Praxis und Klinik. Täglich suchen in Deutschland zwischen 300.000 und 400.000 Frauen ihre Frauenärztinnen und Frauenärzte in den Praxen auf. Etwa 40 Prozent von ihnen möchten eine Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen, berichtet in Mainz der Bundesvorsitzende des Berufsverbands der Frauenärzte, Dr. Christian Albring.
1971 wurde die Krebsfrüherkennungsuntersuchung in der Frauenheilkunde eingeführt, welche die damaligen Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs bis heute auf ein Drittel reduzierte. Albring: „Nur das fehlende jährliche Einladungssystem in Deutschland lässt momentan keine Verbesserung der Zahlen und damit keine Vermeidung trauriger Schicksale zu. Denn 80 Prozent der an Gebärmutterhalskrebs Erkrankten hatten in den letzten drei bis fünf Jahren keine Krebsfrüherkennungsuntersuchung wahrgenommen.“
Frauenärzte arbeiten ständig an der Verbesserung einzelner Vorsorgeinhalte. Ein Klassiker der frauenärztlichen Vorsorge ist beispielsweise der 1961 erarbeitete Mutterpass, der auch heute in dieser Form und Ausführlichkeit in der Welt einmalig ist. Kontinuierlich wird er erweitert und analog zum medizinischen Fortschritt aktualisiert. Durch die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, die der Mutterpass vorsieht, ist es gelungen, perinatale Sterblichkeit der Kinder auf den weltweiten Spitzenwert von etwas über drei Promille zu senken. Verstarben – bezogen auf die heutigen Geburtszahlen – in 1961 noch 1.700 Mütter, so sind es heute zehn pro Jahr.
Prävention nehmen Frauenärzte sehr ernst. „Prävention“, so Harlfinger, „ist schließlich kein Privathobby“, sondern im Sozialgesetzbuch V verankert und hat somit einen verpflichtenden Charakter für alle. „Unser Ziel ist deshalb ganz klar: Wir wollen für die Gesundheit der Frauen das beste Konzept finden“, bringen Albring und Harlfinger die Bestrebungen der Frauenärzte auf den Punkt.
Weitere Informationen bei:
Dr. Werner Harlfinger, Emmeransstr. 3, 55116 Mainz
Tel.: 06131 220222, Fax: 06131 233710, email: Werner.Harlfinger(à)gmx.de
Pressemitteilung als PDF-Datei
Die Vorträge des Ersten Mainzer Vorsorge-Gipfels zum Download:
Vorwort Dr. Christian Albring, Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte
Eröffnung des Mainzer Vorsorge-Gipfels, Dr. Werner Harflinger, Mainz
Eröffnung des Mainzer Vorsorgegipfels, Malu Dreyer, Gesundheitsministerin Rheinland-Pfalz
Darstellung der Gynäkologischen Kompetenz - Dr. Christian Albring, München
Humane Papilloma-Infektion. Einführung in die Thematik - Prof. Dr. Heinz Kölbl, Mainz
HPV-Infektion: Pathogenese und Immunologie - Prof. Dr. Lutz Gissmann, Heidelberg
Die HPV-Impfung im Praxisalltag - Dr. Werner Harlfinger, Mainz
Einsatz der HPV-Diagnostik im Patientenmanagement - Dr. Christoph Börsch, Frankfurt
Die Australische Imager-Studie, randomisiert und prospektiv - Prof. Dr. Klaus Neis, Saarbrücken
Perspektiven der Fachärztlichen Vorsorge - Prof. Dr. Klaus Neis, Saarbrücken
Mainzer Vorsorge-Gipfel
Perspektiven der gynäkologishen Krebsfrüherkennung im Zeitalter der HPV-Impfung: Einladungsmodell, qualifizierter Abstrich, Dünnschichtzytologie, HPV-Diagnostik, Kolposkopie
Hyatt Regency Mainz, 13. Februar 2008, 17 Uhr
Schirmherrschaft: Gesundheitsministerin Malu Dreyer
Vorsitz: Dr. med Werner Harlfinger, Dr. med Armin Malter
Veranstalter: Berufsverband der Frauenärzte e. V. / Rheinland-Pfalz
Programm

