DGK e.V. -Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk) 1/2-2009, Januar/Februar 2009: DGK-Pressedienst erscheint im 50. Jahrgang, Karies wieder auf dem Vormarsch, Diphtherie in Europa, Herpes und Hausmittel?, Vergiftungsgefahren: Sicherheitslücke schließen, Vitamin B12 bremst die Alterung des Gehirns, Wenn Hansi krank macht: Ziervögel können Hühnerei-Allergie auslösen, Wann sollte ich auf Kontaktlinsen verzichten?,Augenzucken ist Anzeichen für Stress, Neue Frauenforen im DGK-Web, Malaria-Spendenaktion wird fortgesetzt, Buchtipp: Glaukom – mehr als ein Augenleiden, Der DGK-Sicherheitstipp: Treppensturz – besonders Senioren und Kleinkinder sind gefährdet
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 50, 1/2 - 2009

In eigener Sache: Pressedienst erscheint im 50. Jahrgang
Informationen der Deutschen Gesundheits-Korrespondenz (dgk) gib es seit 1960
(2.620 Zeichen)

(dgk) 1960 erschien die erste Ausgabe der Deutschen Gesundheits-Korrespondenz (dgk) – damals noch mit Schreibmaschine auf gelblichem Papier geschrieben. Schon in den Anfängen des Informationsdienstes des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK) ging es in erster Linie um Prävention: gesunde Ernährung, Fortschritte in der Virusforschung und Impfschutz, Kinderkrankheiten und vieles mehr.

„Viele Mütter klagen darüber, dass ihre Kinder, wenn sie in den Kindergarten oder in die Schule kommen, sehr bald an den verschiedensten Kinderkrankheiten zu erkranken beginnen [...]. Aus diesem Grunde wird immer wieder in ärztlichen Kreisen erwogen, den Eintritt in den Kindergarten von einer Schutzimpfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung abhängig zu machen“, schrieb beispielweise Dr. G. Walter in der zweiten Ausgabe der Deutschen Gesundheits-Korrespondenz vom 5. Mai 1960 in seinem Artikel.

„Kantinenkost ausgleichen“ hieß der Rat von Elisabeth Backhaus, ebenfalls 1960: „Der Großküchengast muss die Gemeinschaftsverpflegung durch nährstoff- und vitaminreiche Nahrungsmittel ausgleichen [...]. Die Hausfrau, die einen oder einige Kantinenkostgänger hat, sollte recht oft erfrischende Salate zum Abendbrot, Frischkostgerichte, Lieblingsspeisen und ausgefallene Menus zum Wochenende auf den Tisch bringen.“

Auch für die werdende Mutter gab es in Form eines fiktiven Briefwechsels von „Gertrud“ an die „liebe Anne“ in der gleichen Ausgabe wertvolle Tipps: „Selbstverständlich solltest Du jede körperliche Überanstrengung und jede plötzliche Erschütterung vermeiden. Schweres Heben und Tragen, Ausrecken beim Aufhängen der Wäsche oder ähnliche Arbeiten darf es für Dich nicht geben.“ Und weiter: „Ich hoffe, daß Dir zur Zeit weder die geliebte Zigarette bekommt, noch die Tasse Kaffee, die Du ohnehin schon reichlich oft trinkst, denn auf beides zu verzichten, ist zwar ein Opfer, aber Dein Kind wird es Dir danken.“

Weiter ging es beispielsweise um Skiunfälle, Gefährdungen am Arbeitsplatz, Organspenden, gefährliche Bodenbeläge, Schutz vor Infektionskrankheiten ... – viele verschiedene Themen, die ebenfalls heute noch aktuell sind.

Auch wenn sich mittlerweile einiges in Medizin und Wissenschaft geändert hat, geblieben sind die wertvollen Informationen des DGK für Ihre Gesundheit. Manche Tipps aus der Vergangenheit haben auch nach einem halben Jahrhundert noch Gültigkeit. Neben der Deutschen Gesundheits-Korrespondenz bieten wir inzwischen mit weiteren speziellen Pressediensten, in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, anregende, informative und aktuelle Artikel aus Medizin, Wissenschaft und Forschung. Wir werden Sie auch weiterhin kompetent informieren und zu mehr Gesundheitsbewusstein motivieren, vor allem mit unserem mittlerweile umfangreichen Informationsangebot zum Thema „Individuelle Prävention“. Denn Gesundheitsvorsorge, die wirklich nützt, muss auf die jeweiligen Bedürfnisse des Einzelnen zugeschnitten sein. Machen Sie sich fit für die Zukunft – nicht nur für die nächsten 50 Jahre.


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Karies wieder auf dem Vormarsch
Experteninterview mit Prof. Dr. Norbert Krämer, Technische Universität Dresden
zum Thema Karies bei Kleinkindern
(3.579 Zeichen)

Prof. Dr. Norbert Krämer

(dgk) Die Jahrestagung 2008 für Kinderzahnheilkunde in Dresden präsentierte alarmierende Daten zu der Milchzahnkaries. Denn anders als in den Medien oft berichtet wird, nimmt die Karies bei den Zwei- bis Dreijährigen massiv zu. Wir haben Prof. Dr. Norbert Krämer, Leiter der Abteilung Kinderzahnheilkunde am Universitätsklinikum der TU Dresden und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz, nach den Ursachen und Präventionsmöglichkeiten befragt.



Herr Prof. Krämer, worauf führen Sie die zunehmende Karies bei Kleinkindern zurück?
Die sogenannte Nuckelkaries ist der Hauptauslöser für Karies. Immer noch beruhigen zu viele Eltern ihre Kleinen mit einem Fläschchen Milch oder Saft, besonders wenn sie abends ins Bett gehen. Dann haben die Kariesbakterien viel Zeit, den darin enthaltenen Zucker im Mund zu verarbeiten – selbst wenn der Saft mit Wasser verdünnt ist. Das bringt vorhandene Kariesbakterien dazu, sich enorm zu vermehren.
Zurzeit ist besonders Eistee als Getränk sehr beliebt. Einerseits greift die darin enthaltene Säure die Milchzähne an, andererseits ist der Tee oft sehr stark gesüßt. Diese ‚Saftvariante’ ist heute verantwortlich für eine Vielzahl von Kariesfällen bei Kindern.


Was ist für eine zahngesunde Ernährung wichtig?
Regelmäßige Mahlzeiten sind für einen gesunden Zahnstatus extrem wichtig. Wird zwischendurch einmal etwas gegessen, sollte auf zuckerarme Süßigkeiten und Getränke geachtet werden. Auf gesunde Ernährungsgewohnheiten und Mundhygiene sollten die Eltern bis ins jugendliche Alter ihrer Kinder achten.

Wann sollten Eltern mit ihren Kindern zum ersten Mal den Zahnarzt aufsuchen?
Leider ist hierzulande die erste zahnärztliche Frühuntersuchung für den 30. Lebensmonat vorgesehen. Das ist viel zu spät, weil viele Zwei- bis Dreijährige zu diesem Zeitpunkt bereits die ersten kariösen Milchzähne haben. Um das zu vermeiden, raten wir den Eltern zum ersten Zahnarztbesuch, wenn das Baby den ersten Zahn bekommt. Dann greifen auch die Ernährungstipps der Zahnärzte. Dabei geht es vor allem darum, die Hauptursache für die frühkindliche Karies – die „Nuckelflasche“ – ab dem ersten Geburtstag zu eliminieren.
Die American Academy of Pediatric Dentistry (AAPD) hat deutliche Empfehlungen für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr ausgesprochen: Sie sollten nicht mit Flasche einschlafen, ab dem ersten Geburtstag aus der Tasse trinken, weder Zucker, Fruchtzucker, Milchzucker oder Traubenzucker aus der Flasche oder Schnabeltasse bekommen. Ab dem ersten Zahn sollten die Eltern die Mundhygiene kontrollieren und den ersten Zahnarztbesuch zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat planen.


Warum ist es so wichtig, die Milchzahnkaries zu behandeln?
Spätestens bei den ersten Anzeichen einer Karies ist fachmännische Hilfe nötig. Kariöse Milchzähne müssen behandelt werden. Dafür gibt es einige Gründe: Kariöse Zähne haben beispielsweise eine raue Oberfläche, die sich mit der Zahnbürste nicht richtig reinigen lässt. Hat der Zahn eine glatte Füllung, ist das Reinigen kein Problem. Und: Kommen irgendwann die zweiten Zähne durch, dann werden über einige Jahre hinweg die alten Milchzähne neben der so genannten zweiten Dentition im Mund sein. Wenn die Milchzähne mit Kariesbakterien befallen sind und nicht behandelt werden, gehen die Bakterien sehr leicht auf die gesunden neuen Zähne über. Bei den neuen Zähnen sind dann besonders die sogenannten Sechsjahresbackenzähne anfällig für Karies. Das liegt an den teilweise recht tiefen Fissuren dieser Zähne und an den schwer zu reinigenden Zahnzwischenraum.

Ab wann können Mütter die Mundgesundheit ihres Kindes positiv beeinflussen?
Bereits Schwangere können vorsorgen, indem sie eine eventuell vorhandene Karies behandeln lassen. Hat die Mutter viele Karieskeime im Mund, überträgt sie diese durch Küssen oder das gemeinsames Benutzen des Bestecks auf das Baby. Deshalb ist es ratsam während der Schwangerschaft die Karieskeime zu verringern – zum Beispiel mit reinen Xylit-Kaugummis. Xylit vermindert die Karieskeime nachweislich massiv. Die Kaugummis können auch während der Stillzeit gekaut werden. Auch hierzu beraten die Zahnärzte gerne.

DGK-Broschüre "Gesunde Zähne, gesunder Mund in jedem Alter"

Weitere Informationen, zahngesunde Ernährungstipps und Zahnputz-Anleitungen für Eltern und Kinder bietet die Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V. auf ihrer Website Opens external link in new windowwww.rundum-zahngesund.de und mit der kostenlosen Verbraucher-broschüre Gesunde Zähne, gesunder Mund – in jedem Alter. Einzelbestellung: bitte mit 1,45 € frankierten und adressierten DIN-A-5-Umschlag einsenden; größere Bestell-mengen werden gegen Portoerstattung/Rechnung ausgeliefert.

Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Sektion Zahngesundheit
Stichwort: Zahnbroschüre
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
per Mail: zahngesund(à)kilian.de
per Telefon: 0 64 21 / 29 34 0


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Diphtherie in Europa
Regelmäßige Auffrischimpfungen sind ein Muss
(1.914 Zeichen)

(dgk) Rachenbräune, Würgeengel der Kinder oder Krupp – das alles sind Bezeichnungen für ein und dieselbe Erkrankung: die Diphtherie. Auch heute ist diese schwere Infektionskrankheit weltweit keineswegs besiegt. Mitte Januar hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Ergebnisse eines internationalen Meetings veröffentlicht und die Situation in Europa dargestellt.

Diphtherie hat hierzulande seinen Schrecken verloren, weil die Erreger in Deutschland nur noch im Ausnahmefall beim Menschen eine Krankheit auslösen, denn viele Menschen sind dagegen geimpft. Dass man sich auf diesen „Lorbeeren“ nicht ausruhen kann, zeigt aber die Gesamtsituation in der WHO-Region Europa: Zwar wurden im Jahr 2007 nur 228 Erkrankungsfälle gemeldet, das ist der historisch niedrigste Stand. Allerdings hat die Zahl der tödlichen Verläufe nicht abgenommen, was die nach wie vor bestehende Gefährlichkeit der Diphtherie unterstreicht. Weil die Bakterien jederzeit wieder eingeschleppt werden können, muss der Impfschutz in allen Altersgruppen auf hohem Niveau gehalten werden. Ansonsten könnte Diphtherie laut RKI auch bei uns wieder auftreten.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war in deren Nachfolgestaaten Mitte der 1990er-Jahre aufgrund der schlechten Versorgung mit Impfstoffen eine Diphtherie-Epidemie aufgetreten, die Tausende Menschen das Leben kostete. So weit weg von uns sind die Brennpunkte also nicht, wenn man bedenkt, dass Lettland derzeit die weltweit zweithöchste Zahl an Erkrankungen aufweist, Russland liegt auf Platz 5. Etwa jeder zehnte Erkrankte in Russland, Lettland und der Ukraine stirbt an den Folgen der Infektion mit Diphtherie-Bakterien. Obgleich die Impfraten in Russland bei den Kindern und Jugendlichen sehr hoch ist, zirkulieren Diphtherie-Bakterien immer noch in der Bevölkerung. Der Grund ist der nachlassende Impfschutz in höheren Altersgruppen.

Diese Problematik ist durchaus auch in Deutschland denkbar, denn gerade ältere Menschen vernachlässigen die regelmäßigen Auffrischimpfungen alle zehn Jahre. Auch wer als Kind eine Diphtherie überstanden hat, muss regelmäßig geimpft werden. Die Immunität nach bakteriellen Infektionen ist generell begrenzt, deshalb kann man also auch an Diphtherie immer wieder erkranken.

Quelle: Epidemiologisches Bulletin Nr. 2/2009, Opens external link in new windowwww.rki.de/


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Herpes und Hausmittel?
Besser kein Experimentieren
(2.358 Zeichen)

(dgk) Die Bläschen sprießen immer dann, wenn man sie überhaupt nicht gebrauchen kann. Lippenherpes, Herpes labialis, ist nicht nur schmerzhaft und lästig, sondern auch eine kosmetisch und psychisch stark belastende Erkrankung. In ihrer Verzweiflung probieren die Betroffenen vieles aus: Zahnpasta, Alkohol, Essig, Bachblüten, Honig ... Die Liste an Hausmittelchen ist lang. Manche beträufeln die betroffene Stelle mit Ascorbinsäure, Eukalyptus-, Kampfer-, Melissen- oder Grapefruitöl. Andere versuchen es mit Eigenurin-Behandlung oder schwören auf den Verzehr von Thunfisch mit Nussnugatcreme. Und selbst vor Mitteln wie Aftershave und sogar Wasserstoffperoxid schrecken einige nicht zurück.

Doch hierbei ist Vorsicht angezeigt: Diese fragwürdigen Mittel trocknen die Haut meist sehr stark aus. Dadurch platzen die Krusten immer wieder auf, und der Heilungsverlauf kann sogar verlängert und bakteriellen Infektionen der Boden bereitet werden. Ätherische Öle wie Teebaumöl oder Zimtaldehyd haben ein hohes allergisches Potenzial und sind in hohen Konzentrationen reizend. Bei Teebaumöl gibt es inzwischen Hinweise auf Hautirritationen nach mehrfacher Anwendung. Für relativ teure Verfahren wie Softlaser oder 'Elektrostifte' gibt es keinen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis.

Herpesbläschen entwickeln sich immer dann, wenn der Organismus durch Fieber, Stress oder übermäßige UV-Bestrahlung geschwächt wird. Lippenherpes wird durch Viren ausgelöst und muss medikamentös behandelt werden. Eine Herpescreme mit dem Wirkstoff Aciclovir und ähnlichen Wirkstoffen wie Pencivir sind heutzutage die erste Wahl bei der Herpesbehandlung. Diese sollte so früh wie möglich aufgetragen werden. Relativ neu auf dem Markt ist ein Herpespflaster, das nahezu unsichtbar auf die betroffene Hautpartie aufgeklebt wird. Es enthält keinen Wirkstoff, sondern arbeitet nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung. Damit sorgt es für gute Heilungsbedingungen, besonders in den späten Phasen des Herpesausbruchs (Heilungsphasen). Direkten Einfluss auf die Virusvermehrung nimmt es, soweit bisher bekannt ist, nicht.

Das Ausrotten des Herpesvirus’ bei einmal infizierten Menschen ist nach wie vor therapeutisch nicht möglich. Zwar kann man einem Ausbruch des Herpes prophylaktisch entgegenwirken, doch dieses wird nur dann empfohlen, wenn besonders häufig Episoden auftreten oder wenn spezielle kosmetische Gesichtsoperationen vorgenommen wurden. Bei jeder Selbstbehandlung muss unbedingt auf gute hygienische Bedingungen geachtet werden, denn die Herpesbläschen sind auch im späteren Stadium noch sehr ansteckend. Kontaktlinsenträger sollten während einer Infektion auf eine Brille umsteigen, da Infektionen am Auge besonders gefährlich sind.

Weitere Informationen:

  • Professor Dr. Peter Wutzler Institut für Virologie und antivirale Therapie, Universitätsklinikum Jena, Hans-Knöll-Straße 2, 07745 Jena E-Mail: Peter.Wutzler(à)med.uni-jena.de
  • Professor Dr. Gerd Gross Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie der Universität Rostock, Augustenstraße 80-84, 18055 Rostock E-Mail: gerd.gross(à)med.uni-rostock.de

Literatur (Auszug):
Gross, G.: Herpes-simplex Virusinfektionen. Hautarzt 55 (2004): 818-830
Wutzler P. et al.: Seroprevalence of herpes simplex virus type 1 and type 2 in selected German populations-relevance for the incidence of genital herpes. J Med Virol 61 (2000): 201-207
Braun, R.; Schulz, M.: Selbstbehandlung. Beratung in der Apotheke. Grundwerk einschließl. 8. Ergänzungslieferung 2007, Kap.H-15
Mercer, J. et al.: Vaccinia Virus Uses Macropinocytosis and Apoptotic Mimicry to Enter Host Cells. Science 320 (2008): 531-535
Gross, G. und Braun D.: Wirksamkeit und Verträglichkeit von topisch appliziertem Foscarnet-Natrium bei der Behandlung von Herpes labialis. Hautarzt 57 (2006): 40-46  


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Vergiftungsgefahren: Sicherheitslücke schließen
Drei-Stufen-Prinzip minimiert Risiko
(1.724 Zeichen)

(dgk) Vergiftungsgefahren im Haushalt bestehen primär durch Medikamente und chemische Substanzen wie Spülmittel, Allzweckreiniger, Entkalker, Verdünnungsmittel und Tabakwaren. Dies wird durch die regelmäßigen Berichte der Giftinformationszentralen immer wieder belegt. Der häufigste Unfallort für Vergiftungen ist das eigene Zuhause. Die Ursache ist in dem eher sorglosen Umgang mit „chemischen Alltagsprodukten“ im Haushalt zu sehen. So werden Reinigungsmittel teilweise immer noch achtlos unter der Spüle verwahrt oder einfach irgendwo abgestellt.

Eltern sind oft überrascht, mit welch forschendem Interesse Kleinkinder Gegenstände des täglichen Gebrauchs, die eigentlich nicht in Kinderhände gehören, zu Spielzwecken nutzen. Ein erhöhtes Vergiftungsrisiko besteht für Kleinkinder besonders in Situationen, in denen Erwachsene abgelenkt sind. So zum Beispiel, wenn während des Putzens das Telefon klingelt, ein Kochtopf auf dem Herd überkocht oder jemand an der Wohnungstür läutet. In diesen Momenten können unverschlossene Reinigungsmittel Kinder zur Kostprobe verleiten und damit zum Vergiftungsrisiko werden. Für diese bestehende Sicherheitslücke bei Reinigungsmitteln gibt es eine innovative Lösung. Putzmittel und Haushaltschemikalien können von den Herstellern mit einem Bitterstoff (zum Beispiel Bitrex) versetzt werden. Dieser sorgt aufgrund seines extrem bitteren Geschmacks dafür, dass Kinder die potenziell gesundheitsschädliche Substanz schon beim ersten Schluck in der Regel sofort wieder ausspucken. Damit kann das Vergiftungsrisiko auf ein Minimum reduziert werden. „Beim Umgang mit Reinigungsmitteln und chemischen Haushaltsprodukten ist es empfehlenswert, ein Drei-Stufen-Sicherheitsprinzip zu berücksichtigen: Sichere Aufbewahrung – sicherer Verschluss – sicherer mit Bitterstoff. Wer diese einfache Vorgehensweise beherzigt, leistet einen effektiven Beitrag zum Vergiftungsschutz“, so Klaus Afflerbach, Unfallexperte beim Deutschen Grünen Kreuz e. V.

Anlässlich des bundesweiten Informationstages „Vergiftungsschutz für Kinder im Haushalt“ am 20. März bietet das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz e. V. exklusiv allen zertifizierten Tagesmüttern ein Info-Paket zum Vergiftungsschutz von Kindern an. Dieses Paket enthält Informationen zum sicheren Umgang mit Reinigungsmitteln im Haushalt, gibt eine Übersicht zu Sofortmaßnahmen beim Verdacht auf Vergiftung und liefert eine Übersicht aller Rufnummern der Giftinfozentralen. Tagesmütter können dieses kostenfreie Info-Paket unter dem Stichwort „Tagesmütter sorgen für Schutz vor Vergiftungen“ beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Forum Unfallprävention, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg, anfordern.
ACHTUNG: Das Info-Paket ist zurzeit vergriffen!


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AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Vitamin B12 bremst die Alterung des Gehirns
Britische Studie untersuchte den Einfluss des Vitamins auf die Hirnschrumpfung
(4.192 Zeichen)

(dgk) Es ist nicht zu umgehen: Wir alle werden im Alter vergesslicher, und unsere Hirnleistungen nehmen ab. Die gezielte Zufuhr von Vitamin B12 könnte diesen schleichenden Prozess möglicherweise verlangsamen. Eine aktuelle Studie der Universität Oxford jedenfalls legt das nahe: Dabei wurden fünf Jahre lang 107 gesunde, freiwillige Testpersonen zwischen 61 und 87 Jahren beobachtet. Die Probanden wurden nach ihrem Vitamin-B12-Status in drei Gruppen eingeteilt. In der Gruppe mit dem niedrigsten Vitamin-B12-Level wiesen am Ende der Beobachtungszeit sechs Mal so viele Testpersonen eine Schrumpfung des Gehirns auf wie die der anderen beiden Gruppen. Die Forscher schließen daraus, dass die Ernährung beeinflussen kann, wie stark unser Gehirn im Alter kleiner und damit auch die geistige Leistungsfähigkeit vermindert wird. In einer weiteren Studie will man untersuchen, ob die Einnahme von B12-Vitaminen einer Schrumpfung des Gehirns bei älteren Menschen tatsächlich entgegenwirken bzw. vorbeugen kann.

Vitamin B12 kommt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Milchprodukten vor. Die britischen Wissenschaftler um Anna Vogiatzoglou stellten in ihrer Studie mit den 107 älteren Probanden zu Beginn bei allen Teilnehmern eine normale Gedächtnisleistung fest. Die Wissenschaftler scannten über einen Zeitraum von fünf Jahren einmal jährlich das Gehirn der Senioren. Dabei registrierten die Forscher ein erschreckendes Ergebnis: Bei den Probanden mit der niedrigsten Vitamin-B12-Konzentration im Blutplasma waren deutliche Veränderungen am Gehirn festzustellen – obwohl selbst in dieser Gruppe die Vitamin-B12-Spiegel aller Personen noch im Referenzbereich (> 150 pmol/l) lagen, also nach den gängigen Kriterien kein eigentlicher Mangel diagnostiziert wurde.

Doch Vitamin-B12-Mangelerscheinungen sind weit verbreitet – vor allem im Alter – und können nach Ansicht von Medizinern zu irreversiblen neurologischen Schädigungen führen. Zu den Risikogruppen gehören neben älteren Personen auch Vegetarier, Schwangere sowie Patienten mit Nieren- oder bestimmten Darmerkrankungen. Ursachen für den Vitamin-B12-Mangel sind zum einen die Aufnahme zu geringer Mengen dieses Vitamins mit der Nahrung und zum anderen die Tatsache, dass der Körper unter Umständen das Vitamin nicht richtig aufnehmen und verwerten kann – also eine gestörte Resorption dieses Vitamins. Die mit der Nahrung aufgenommene Menge ist also nicht allein bestimmender Faktor für den Vitamin-B12-Status. Nach den RDI-Empfehlungen („recommended dietary intake“ des National Research Council of the United States National Academy of Sciences) sollten Erwachsene täglich 2,4 µg Vitamin B12 zu sich nehmen, Schwangere bis zu 6 µg.

Die Gesellschaft für Biofaktoren e. V. (GfB) schließt aus der neuen Oxforder Studie (veröffentlicht im September 2008), dass auch leichte Vitamin-B12-Defizite, die nach den derzeitigen Richtlinien als „normal“ angesehen werden, schon zu Gehirnveränderungen führen können. Eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung könne daher möglicherweise entscheidend dazu beitragen, dem Abbau der geistigen Fähigkeiten im Alter und einer Demenz entgegenzuwirken, indem sie die Abnahme des Hirnvolumens im Alter aufhält.

Nach Angaben der GfB sind Mangelzustände im Alter meist nicht ernährungsbedingt, Untersuchungen zeigten vielmehr, dass die empfohlene Tageszufuhr an Vitamin B12 in der Regel problemlos erreicht werde. Die B12-Defizite bei Senioren seien laut GfB vielmehr oft auf eine gestörte Aufnahme des Vitamins aus der Nahrung zurückzuführen: „Die Bildung von Magensäure nimmt häufig ab“, erläutert der Dresdner Pharmakologe Prof. Joachim Schmidt von der GfB. Da die Säure aber notwendig sei, um Vitamin B12 aus der Nahrung herauszulösen, könne der lebenswichtige Biofaktor nicht in den erforderlichen Mengen aus den Lebensmitteln freigesetzt und in den Körper geschleust werden. Außerdem benötige das Vitamin B12 ein Transportmolekül, den sogenannten Intrinsic-Faktor, um vom Darm ins Blut zu gelangen. Wird dieser Faktor im Magen nur eingeschränkt produziert, sei ebenfalls ein Vitamin-Mangel programmiert. Auch einige Medikamente, wie Magensäureblocker oder bestimmte Diabetes-Medikamente, stören nach Angaben der GfB die Vitamin-B12-Aufnahme und werden so zu „Vitamin-Räubern“.

In diesen Fällen sei eine Vitamin-Ergänzung das Mittel der Wahl, rät die Gesellschaft für Biofaktoren. Denn in Präparaten sei Vitamin B12 nicht an Nahrungseiweiß gebunden und könne daher unabhängig von der Magensäure-Konzentration aufgenommen werden. Viele Fach-Gremien empfehlen mittlerweile eine generelle Ergänzung von Vitamin B12 ab einem Alter von 60 Jahren, so die GfB. Schon eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2002 belegte, dass die Verwendung synthetischer Vitamin-B12-Präparate ältere Personen offenbar vor Mangelerscheinungen schützen kann.

Quellen:
A. Vogiatzoglou, H. Refsum, C. Johnston, S. M. Smith, K. M. Bradley, C. de Jager, M. M. Budge and A. D. Smith, Vitamin B12 status and rate of brain volume loss in community-dwelling elderly, NEUROLOGY 2008;71:826-832, Opens external link in new windowwww.neurology.org/
Vitamin B12 may protect the brain in old age, Pressemitteilung des Oxford Universität, 9 September 2008, Opens external link in new windowwww.ox.ac.uk/media/
Studie: Vitamin B12 verhindert Hirnatrophie im Alter, Deutsches Ärzteblatt, 9. September 2008, Opens external link in new windowwww.aerzteblatt.de/
Herrmann, Wolfgang; Obeid, Rima, Ursachen und frühzeitige Diagnostik von Vitamin-B12-Mangel (Causes and Early Diagnosis of Vitamin B12 Deficiency), Deutsches Ärzteblatt 2008; 105 (40): 680-5, DOI: 10.3238/arztebl.2008.0680, Opens external link in new windowwww.aerzteblatt.de/
Schon geringe Vitamin B12-Defizite schaden dem Gehirn, Gesellschaft für Biofaktoren e. V. (GfB), November 2008, Opens external link in new windowwww.gf-biofaktoren.de/
Rajan S, Wallace JI, Beresford SA, Brodkin KI, Allen RA, Stabler SP., Screening for cobalamin deficiency in geriatric outpatients: prevalence and influence of synthetic cobalamin intake, J Am Geriatr Soc. 2002 Apr; 50 (4):624-30, Opens external link in new windowwww.ncbi.nlm.nih.gov/


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ERNÄHRUNG – FORSCHUNG – GESUNDHEIT

Wenn Hansi krank macht

Ziervögel können Hühnerei-Allergie auslösen
(2.071 Zeichen)

Wellensittich
Foto: Nittner / DGK

(dgk) Frau P. wunderte sich sehr, als sie plötzlich – mit 45 Jahren – einen Hautausschlag bekam, wenn sie eihaltige Speisen aß. Frau P. hält in ihrer Wohnung einen Wellensittich, aber wer würde da einen Zusammenhang vermuten? Die Allergologin von Frau P. tat es und führte verschiedene Untersuchungen durch. Die ergaben sowohl eine Allergie gegen rohes Eigelb und Eiklar als auch gegen Wellensittich-Allergene.

Durch Einatmen nehmen Vogelhalter Allergene aus Federstaub oder getrocknetem Kot der Vögel auf. Einige der Tierliebhaber entwickeln eine Allergie darauf, die sich meist mit Symptomen an den Atemwegen äußert. Bei manchen Menschen zeigt die Allergie aber keine auffallenden Beschwerden. Doch wie kommt es jetzt zur Eier-Allergie? Die Vogelallergene haben eine große Ähnlichkeit mit Eiweißen in Eidotter und Eiklar. Deshalb „verwechselt“ das Immunsystem beim Verzehr von Eiern die Ei-Allergene mit den Vogelallergenen – und löst allergische Beschwerden aus. Ärzte sprechen dann von einem Vogel-Ei-Syndrom.

Die allergische Reaktion auf Eier bleibt auch weiter bestehen, wenn die Betroffenen keine Vögel mehr halten. Das Vogel-Ei-Syndrom kann auch noch auftreten, wenn die Vogelhaltung bereits viele Jahre zurückliegt. Auslöser sind nicht nur Wellensittiche, sondern auch Kanarienvögel und andere Ziervögel. Neben Hautbeschwerden kann es auch zu Niesreiz, Augenjucken, Reizhusten oder Atemnot kommen.

Was aber tun bei einer Hühnerei-Allergie? Viele Allergiker vertragen dennoch Eiprodukte und hart gekochte Eier, wenn diese über längere Zeit auf mehr als 70 Grad Celsius erhitzt wurden. Ein Test dazu kann unter ärztlicher Aufsicht – und nur unter solcher – durchgeführt werden. In jedem Fall müssen die Betroffenen Speisen mit rohen oder kurz gegarten Eiern meiden wie beispielsweise Tiramisu, Mousse au Chocolat, Mayonnaise oder Baisers. Generell müssen Ei-Allergiker auf der Hut sein vor „verstecktem“ Ei in panierten Lebensmitteln, Backwaren, Fertigprodukten oder Cremespeisen.

Hinweis: Für Ärzte, Apotheker oder Ernährungswissenschaftler hat das Deutsche Grüne Kreuz die Software ERNA & ALBERT entwickelt. Sie enthält umfassende Informationen zu ernährungsabhängigen Erkrankungen und Nahrungsmittel-Allergien wie beispielsweise zur Hühnerei-Allergie. Informationen zum Programm sowie eine Demoversion gibt es auf der Homepage www.erna-online.de oder per Mail unter erna@dgk.de.

Quelle: Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V., Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie e. V., Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V.: Pressedienst Allergologie vom 8. Mai 2008


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WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN:

Wann sollte ich auf Kontaktlinsen besser verzichten?

Besser Brille bei Grippe – Linsenpause in der Schwangerschaft
(2.715 Zeichen)

Bei Grippe Kontaktlinsen lieber rausnehmen
Foto: Photodisc

(dgk) Haben Sie Fieber oder eine Erkältung? Sind Sie schwanger oder stillen Sie? Und tragen Sie normalerweise Kontaktlinsen? Setzen Sie lieber Ihre Brille auf! Kontaktlinsenträger sollten bei Schnupfen oder Grippe auf ihre Brille umsteigen, sonst könnten beim Einsetzen und Herausnehmen der Linsen Viren oder Bakterien von den Händen ins Auge gelangen. Erkältete Linsenträger ziehen sich so schneller eine Binde- oder Hornhautentzündung zu.

Wer akutes Fieber hat, sollte ebenfalls besser keine Kontaktlinsen tragen. Bei einem fieberhaften Infekt steigt die Temperatur im Auge an und erleichtert so Bakterien und Pilzen das Wachstum. Vor allem weiche Kontaktlinsen bieten wegen ihres hohen Wassergehaltes einen guten Nährboden für zahlreiche Keime. Außerdem steigt bei erhöhter Körpertemperatur der Bedarf an Tränenflüssigkeit, und die Bindehaut-Flora verändert sich. Viele Arzneistoffe in Schnupfen- oder Erkältungsmitteln wie Nasenspray oder in schmerzlindernden und fiebersenkenden Präparaten lassen nicht nur die Nasenschleimhaut abschwellen, sondern hemmen gleichzeitig die Tränenproduktion. Bei einem Mangel an Tränenflüssigkeit könnten die Kunststoffscheibchen auf dem Auge nicht mehr schwimmen.

Durch die Trockenheit erzeugen die Kontaktlinsen auf der Hornhaut eine Reibung, so werden auch Keime in die obere Schicht des Auges regelrecht „eingerieben“. Wer Augentropfen anwenden muss, sollte wissen, dass weiche Linsen in der Regel empfindlicher reagieren als harte. Am besten ist es, Kontaktlinsen – egal ob hart oder weich – vor dem Tropfen vorsichtshalber aus dem Auge zu nehmen. Weitere Unverträglichkeiten können durch Medikamente wie Betablocker oder östrogenhaltige Mittel wie die Pille entstehen, die ebenfalls den Tränenfluss verringern.

Während einer Schwangerschaft und auch in der Stillphase werden alle Organe des weiblichen Körpers beeinflusst, so auch die Augen: Aufgrund der hormonellen Umstellung kann es zu einer Veränderung der Sehstärke kommen. Die veränderte Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit kann sogar eine Unverträglichkeit der Kontaktlinsen – vorübergehend oder auf lange Sicht – zur Folge haben. Die Tränenmenge nimmt häufig besonders zum Ende der Schwangerschaft ab. Mögliche Folgen: trockene Augen und daraus resultierende vermehrte Ablagerungen auf den Kontaktlinsen.
Auch die Krümmung der Hornhaut kann sich im Laufe der Schwangerschaft leicht ändern, sodass die Kontaktlinsen oft nicht mehr optimal sitzen. Ferner kann die Stärke der Hornhaut wegen der erhöhten Wassereinlagerung des Körpers zunehmen. Dies kann zu einer erhöhten Blendempfindlichkeit führen, besonders nach längerem Tragen. Bei reduzierter Verträglichkeit, schlechterer Sehleistung, geröteten Augen oder Trockenheitsgefühl sollten Sie zumindest vorübergehend die Tragezeit der Kontaktlinsen verkürzen und Augen beziehungsweise Sitz der Linsen von einem Fachmann kontrollieren lassen. Noch ein Tipp: Nehmen Sie auf jeden Fall Ihre Brille zur Geburt mit, da Sie wegen des erhöhten Augeninnendruckes bei der Geburt die Kontaktlinsen entfernen müssen. Es wäre doch schade, wenn Sie Ihr Baby nur verschwommen sehen würden ...


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MELDUNGEN

Augenzucken ist Anzeichen für Stress

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(dgk) Die Augenlider zucken und zittern unkontrolliert. Es hilft nichts, selbst wenn Sie die Augen schließen oder sie reiben. Fast jeder Mensch hat dies schon einmal erlebt. Solche unberechenbaren, blitzartigen Muskelbewegungen sind Folge von Nervenpotenzialentladungen, sogenannte Faszikulationen. Sie treten häufig ganz plötzlich auf und können mitunter sogar mehrere Tage oder Wochen lang anhalten, sind aber in aller Regel ohne krankhafte Bedeutung. Letztlich verschwindet das Zucken meist von selbst wieder.

Typischerweise treten solche Zuckungen bei jüngeren Menschen auf, die unter großer Nervosität, Übermüdung oder Überanstrengung leiden, zum Beispiel Studenten im Examensstress. Wenn man zu lange auf den Computerbildschirm oder Fernseher schaut oder zu lange ein Buch hält, dann werden zu viele ungesteuerte Nervensignale ausgelöst. Sie sorgen dafür, dass dann bestimmte Teile von Muskeln unwillkürlich zucken. Experten raten daher: Die Betroffenen sollten sich vor allem Entspannung gönnen und regelmäßig genug schlafen. Zudem hilft es oft, auf Alkohol, Zigaretten und Kaffee zu verzichten.

Nur sehr selten kann das Zucken zum nervösen Tick werden oder einen Lidkrampf nach sich ziehen. Bei einem solchen Blepharospasmus sind aber nach einiger Zeit immer beide Augen betroffen. Die Muskeln um die Augen herum können sich dabei so stark verkrampfen, dass der Betroffene nicht mehr sehen kann.


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Neu im DGK-Web: Foren für Frauen
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(dgk) Wo kann man Beckenbodentrainig machen? Wie oft und ab wann sollte man es machen? Wie funktioniert eigentlich eine ausführliche Selbstuntersuchung der Brust? Ist die Pille immer noch das sicherste Verhütungsmittel? Gibt es noch andere Frauen, die nicht in die Sauna gehen können, ohne gleich danach eine Pilzinfektion zu bekommen?

Auf der Website des Deutschen Grünen Kreuzes finden Interessierte nicht nur viele Informationen rund um die Frauengesundheit, sondern seit neuestem auch Foren zu den verschiedenen Themen: Brustkrebs, Beckenboden/Blase, Schwangerschaft und Geburt, Sexualität und Verhütung oder Vaginalpilz. Dort können sie ihre Meinung äußern, über eigene Erfahrungen berichten und sich mit anderen austauschen. Mehr dazu unter: Opens external link in new windowwww.forum.dgk.de


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Moskitonetze für Äthiopien
Spendenaktion zum Schutz vor Malaria geht weiter
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(dgk) Bereits vor knapp vier Jahren startete das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) seine Spendenaktion mit der Kampagne „Kinder für Kinder gegen Malaria“, die auf eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurückging. Das Ziel war: Afrikanische Kinder bekommen ein imprägniertes Moskitonetz, einen „Schutzschirm für die Nacht“, das vor den Malaria übertragenden Stechmücken schützt. Mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland beteiligten sich mit großem Engagement daran und sammelten Spenden für ihre Altersgenossen in Afrika.

Da die Spendenkampagne auch nach dieser Schulaktion fortgeführt wurde, unter anderem unterstützt von Gesundheitsämtern, Institutionen und der Zeitschrift 'Brigitte', kam einiges zusammen: Einen Gutschein über insgesamt 11.000 Moskitonetze überreichte das DGK am 29. August 2008 bei der Feier seines 60-jährigen Bestehens in Marburg an Dr. Zerihun Tadesse vom äthiopischen Gesundheitsministerium. Dies entspricht einem Gegenwert von 100.000 Euro. Gedeckt sind damit nicht nur die Kosten für die reißfesten, spezialimprägnierten Netze, sondern auch für den Transport. Kinder und auch ihre Familien in den Malariagebieten Äthiopiens können so mit einem sicheren Schutz vor den nachtaktiven, Malaria übertragenden Mücken versorgt werden.

Mit Insektiziden behandelte Moskitonetze gehören zu den wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen Malaria. Alle drei Jahre werden die Moskitonetze ausgetauscht, weil sie dann nicht mehr sicher schützen. Mit dem Verteilen alleine ist es jedoch nicht getan. Der richtige Umgang mit den Netzen wird anschaulich vermittelt und vom äthiopischen Gesundheitsdienst regelmäßig kontrolliert. Über Einsatz und Zustand der Netze wird akribisch Buch geführt. Dr. Zerihun Tadesse verbürgt sich dafür, dass die Hilfe genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Die DGK-Spendenaktion geht weiter, denn die Menschen in Äthiopien
benötigen auch künftig Hilfe. Die Spendennummer lautet:

Sparkasse Marburg-Biedenkopf
BLZ 533 500 00
Konto-Nummer 10002869


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BUCHTIPP

Glaukom – mehr als ein Augenleiden

Neues Handbuch erklärt Zusammenhänge mit anderen Erkrankungen
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(dgk) Als Auslöser für Erblinden steht das Glaukom, auch „grüner Star“ genannt, weltweit an dritter Stelle. Da die Erkrankung im Anfangsstadium normalerweise keinerlei Symptome zeigt, kann sie frühzeitig nur durch eine augenärztliche Untersuchung entdeckt werden, der sich jeder ab 40 regelmäßig unterziehen sollte. Nur der Augenarzt kann beurteilen, welche der verschiedenen Glaukomvarianten vorliegt, und die entsprechende Therapie einleiten, meist mit Tropfen, die den erhöhten Augeninnendruck senken. Rechtzeitig und richtig behandelt, werden die meisten Patienten vor dem Erblinden gerettet.

Um dieses Ziel sicher zu erreichen, ist jedoch oft das Zusammenwirken mehrerer medizinischer Disziplinen erforderlich. Denn als „multifaktorielle Erkrankung“ steht das Glaukom fast immer in Verbindung mit anderen Leiden eines Patienten. Und das muss bei der Therapie berücksichtigt werden, etwa bei der Auswahl der Medikamente. So können zum Beispiel ein falsch eingestellter Blutdruck oder eine nicht beachtete Durchblutungsstörung das Glaukom erheblich verschlechtern.

Die Fülle an Detailinformationen zu den Zusammenhängen der Augenkrankheit Glaukom mit internistischen, neurologischen und anderen Leiden ist geradezu unüberschaubar geworden. Eine schnelle und sichere Orientierung bietet das neue Handbuch von Prof. Dr. med. Ilse Strempel, seit mehr als 30 Jahren Expertin in der interdisziplinären Erforschung und Behandlung von Glaukomerkrankungen. Sie wendet sich an Augenärzte und Kollegen anderer Fachdisziplinen, aber auch direkt an Glaukompatienten, damit diese ebenfalls wissen, was ihnen nützt oder schadet.

Glaukom - mehr als nur ein Augenleiden

Prof. Dr. med. Ilse Strempel
Glaukom – mehr als ein Augenleiden
Handbuch für Ärzte und Patienten
·    Krankheitsbild und Begleiterkrankungen
·    Konventionelle und ergänzende Therapien
·    Medikamente und Mikronährstoffe
·    Tipps für den Alltag
VERLAG im KILIAN Marburg 2009,
ISBN 978-3-932091-98-8, 204 Seiten, 32 Euro
Mehr Informationen: Opens external link in new windowwww.kilian.de


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DER DGK-SICHERHEITSTIPP
Risiken – Produkte – Schutzvorkehrungen


Im Rahmen des Netzwerkes „IDB-Deutschland“ berichtet das Deutsche Grüne Kreuz regelmäßig über Verletzungsrisiken und empfehlenswerte Schutzvorkehrungen. *

Treppensturz – vor allem Kopfverletzungen und Knochenbrüche
Kleinkinder und Senioren besonders gefährdet
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(dgk) Treppen werden von den meisten Menschen mehrmals am Tag genutzt – im Haus, im Garten oder im öffentlichen Raum. Treppensteigen ist also ein alltäglicher Vorgang, der jedoch mit Sturzgefahren verbunden ist. Dies gilt insbesondere für Kleinkinder und Senioren, wie die aktuellen Trenddaten zum Unfallgeschehen des Netzwerkes IDB-Deutschland zeigen.

Stürze sind im Kindesalter ein häufiges Unfallereignis, dabei sind die Treppenstürze im Alter von ein bis fünf Jahre besonders häufig. Jedes zehnte Kind in dieser Altersgruppe erleidet einen Treppensturz mit oft schweren Kopfverletzungen, die zur Krankenhausbehandlung führen. Aber auch offene Wunden und Knochenbrüche von Armen und Beinen sind nicht zu vernachlässigende Verletzungsfolgen, so die IDB-Deutschland.

Zur Vermeidung von Treppenstürzen im Kindesalter ist es ratsam, für Kinder unter zwei Jahren die Treppenauf- und -abgänge mit einem entsprechenden Gitter zu sichern und damit unerreichbar zu machen. Diese Treppengitter sollten allerdings stabil befestigt sein. Für Kinder, die älter als zwei Jahre alt sind, empfiehlt sich ein Treppentraining, verknüpft mit „Regeln“ ähnlich der Verkehrsregel „erst rechts, dann links...“. Dabei ist es ganz wichtig, dass Kinder von Anfang an lernen, wo sie sich am Treppengeländer festhalten können.

Die IDB-Daten geben auch Einblick in die typischen Unfallhergänge. Auffällig ist, dass bei Treppenstürzen im Kleinkindalter recht häufig sogenannte Rutschautos (Bobbycar) beteiligt waren, mit denen Kinder von Treppen gestürzt sind, sowohl im Haus als auch im Garten. Zur Vermeidung derartiger Unfälle sind Absperrungen unverzichtbar. Bei der Bewältigung von Treppen mit Kinderwagen oder Kinderschalen ist größte Vorsicht geboten. Weniger unfallträchtig ist es, wenn die Kinder auf dem Arm der Erwachsenen über Treppen transportiert werden und nicht im Kinderwagen, aus dem sie leicht herausrutschen können.

Während jüngere Menschen Treppenstürze meist mit blauen Flecken und Prellungen überstehen, verletzen sich ältere Menschen dabei oft so schwer, dass sich ihr  Leben drastisch ändert. Bei den über 80-Jährigen enden Treppenstürze zu annähernd 100 Prozent mit der stationären Behandlung im Krankenhaus. Neben Schädel-Hirnverletzungen wurden auch gravierende Knochenbrüche als Verletzungsfolgen diagnostiziert, so Frakturen der Handgelenke, Brüche des Schenkelhalses oder des Beckens. Die Ursachen für das erhöhte Sturzrisiko bei älteren Menschen sind vielschichtig. Einerseits spielt das eingeschränkte Seh- und Reaktionsvermögen eine wichtige Rolle. Andererseits sind altersbedingte Beeinträchtigungen der Gleichgewichtswahrnehmung und der Muskelkraft mitverantwortlich. Vor dem Hintergrund dieser Faktoren sollten ältere Menschen generell auf rutsch- und kippfestes Schuhwerk achten. Im Seniorenhaushalt sollten Treppen immer gut beleuchtet sein und über stabile Handläufe verfügen, so Dr. Gabriele Ellsäßer vom Netzwerk IDB-Deutschland.

* Das Forum Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit dem Unfallgeschehen in den Lebensbereichen Haus und Freizeit, klärt über Risiken auf und entwickelt gemeinsam mit unterschiedlichen Partnerorganisationen geeignete Schutzvorkehrun-gen. Auf der Grundlage einer vom Gesundheitsminister-Rat der Europäischen Union im Mai 2007 beschlossenen Richtlinie zur Verhütung von Verletzungen und deren Umsetzung in den Mitgliedsstaaten beteiligt sich das Deutsche Grüne Kreuz an der Europäischen Strategie zur Vermeidung von Verletzungen. In einem neuen Netzwerk unter dem Titel IDB-Deutschland (IDB steht für Injury Database) kooperieren unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Gabriele Ellsäßer mehrere Kliniken und Institutionen, um datengestützt Verletzungsmuster aufzudecken und die an Verletzungsvorgängen beteiligten Produkte zu identifizieren.


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