DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 48, 4 - 2007 - Themen: Blasenschwäche kann erfolgreich behandelt werden,Tuberkulose: immer noch aktuell, Viele atmen zu flach und beeinträchtigen ihr Wohlbefinden, Zeckenplage nach mildem Winter, FSME-Impfung e
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Deutsches Grünes Kreuz, Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 48, 4 - 2007 - Themen: Blasenschwäche kann erfolgreich behandelt werden,Tuberkulose: immer noch aktuell, Viele atmen zu flach und beeinträchtigen ihr Wohlbefinden, Zeckenplage nach mildem Winter, FSME-Impfung empfohlen, Sonnenschutz schon jetzt, Hausarbeit kann krank machen, Nachhaltiges Handeln im Haushalt, Bundesweiter Aktionstag mit Verbrauchertipps zum Waschen und Abwaschen, STIKO: Impfung gegen HPV empfohlen, Fettabbau: Von Fruchtfliegen lernen, Düfte stimulieren das Gedächtnis, Wäschetrocknen: überraschende Energiebilanz, DGK-Gesundheitsbrief, DIE INITIATIVE LOBBY FÜR DAS KIND INFORMIERT:Schwangerschaft: ausreichende Flüssigkeitszufuhr, NEUES AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ), Risiko-Gene für Typ-2-Diabetes entschlüsselt
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 48, 4 - 2007

Blasenschwäche kann erfolgreich behandelt werden
(2.542 Zeichen)

(dgk) Es passiert ungewollt und plötzlich: Beim herzlichen Lachen, beim Husten, Niesen oder Heben der schweren Einkaufstasche „macht die Blase schlapp“ und noch bevor man die Toilette erreicht, ist es geschehen. Allein in Deutschland leiden etwa vier bis sechs Millionen Menschen, hauptsächlich Frauen, unter Blasenschwäche, medizinisch Harninkontinenz genannt.

Blasenschwäche äußert sich durch ungewollten Harnverlust, ständigen Harndrang tagsüber und nachts, Blasenentleerungsstörungen und Kreuzschmerzen. Verantwortlich für diese Beschwerden sind Gewebeschäden im Halte- und Stützapparat des Beckenbodens, die durch Geburten, Operationen oder zunehmendes Alter entstehen können. Solche Gewebeschäden können auch die Darmfunktion beeinträchtigen.

Obwohl das Problem weit verbreitet ist und zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen kann, ist es nach wie vor ein Tabu-Thema. Dabei gibt es eine Reihe erfolgreicher Therapiemethoden. Ziel der Therapie ist, die Gewebefestigkeit des Beckenboden-Halte- und Stützapparates wiederherzustellen. Dies führt zu einer Beseitigung der Beschwerden und zu einer Normalisierung der Blasen- und Darmfunktion.

Eine Therapieform ist das Beckenboden-Training. Mit speziellen Übungen und durch eine Reizstrombehandlung, die so genannte Elektrostimulation, können die Beschwerden erheblich verbessert werden.

Reichen diese speziellen Trainingsprogramme nicht aus, kann eine Operation in den meisten Fällen zum Erfolg führen. Neue Operationstechniken berücksichtigen den gesamten Beckenboden: Durch eine genaue Diagnose und umfassende Untersuchungen werden die geschädigten Gewebestrukturen genau ermittelt. An diesen Schwachstellen setzt eine moderne Operationstechnik an, bei der auf den Einsatz eines Katheters weitgehend verzichtet werden kann. Die Eingriffe sind schmerzarm, und die Patientinnen können wenige Tage nach der Operation die Klinik wieder verlassen.

Zusätzlich wird eine Stärkung der gesamten Beckenbodenmuskulatur empfohlen, beispielsweise mit einem speziellen Vibrationstraining. Die Patientinnen stellen sich dazu auf ein Gerät mit einer Standplatte, die rasch winzige Auslenkungen erzeugt und dadurch die erschlaffte Beckenbodenmuskulatur wieder kräftigt. Diese Behandlung erfolgt in Kombination mit einer Physiotherapie und ist auch für ältere Menschen gut geeignet.

„Frauen sollten ihre Beeinträchtigung nicht stillschweigend ertragen, sondern das vertrauensvolle Gespräch mit einer Expertin oder einem Experten suchen“, erklärt Dr. Christl Reisenauer vom Kontinenzzentrum der Universitäts-Frauenklinik Tübingen und stellvertretende Sprecherin der AG Beckenboden im Deutschen Grünen Kreuz e. V. „Erst nach einer soliden Diagnostik kann eine wirkungsvolle individuelle Therapie eingeleitet werden.“

Weitere Informationen auf www.ag-beckenboden.de, Homepage der Arbeitsgemeinschaft Beckenboden im Deutschen Grünen Kreuz e. V.


Tuberkulose: immer noch aktuell
(2.567 Zeichen)

(dgk) Es fängt oft mit einem scheinbar harmlosen Husten an. Doch wenn Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Nachtschweiß hinzukommen, kann sich dahinter auch eine lebensgefährliche Krankheit verbergen: die Tuberkulose (Tbc), auch Schwindsucht genannt.
Nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) in Berlin ist sie noch heute die weltweit häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit bei Jugendlichen und Erwachsenen – rund zwei Millionen Menschen sterben jedes Jahr daran. Experten befürchten, dass die Zahl der Erkrankungen in den nächsten Jahren weltweit sogar noch weiter steigen wird.

Dass Tuberkulose immer noch aktuell ist, zeigt ein Fall in Hessen: So meldeten die Medien am 26. März 2007: „Im Lahn-Dill-Kreis ist eine Lehrerin einer Gesamtschule an Tuberkulose erkrankt. Ob Schüler und Kollegen sich angesteckt haben, muss nun ein Massentest klären. Wie das zuständige Gesundheitsamt bestätigte, wurde die meldepflichtige Lungenkrankheit in der vergangenen Woche bei einer Sport- und Biologielehrerin einer Gesamtschule in Aßlar bei Wetzlar diagnostiziert. Es besteht die Gefahr, dass sich Menschen in ihrer Umgebung angesteckt haben. Schüler der Klassen, die die Pädagogin unterrichtet hat, und Lehrerkollegen – insgesamt mehr als 200 Personen – müssen sich nun einer Untersuchung unterziehen...“

Vor 125 Jahren, am 24. März 1882, hat der Mediziner Robert Koch den Erreger der Tuberkulose entdeckt und dafür gesorgt, dass die Krankheit durch einfache hygienische Maßnahmen eingedämmt wird. Für seine Entdeckung erhielt er 1905 den Nobelpreis. Vor gut 50 Jahren wurden Antibiotika gegen die Krankheit entwickelt.

Auslöser sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis), die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, wenn infektiöse Menschen husten, spucken oder niesen. Die Krankheit ist heutzutage mit Medikamenten in den meisten Fällen ohne Folgeschäden heilbar. Bei Immungeschwächten dagegen (etwa HIV-Infizierte) verläuft sie oft tödlich.

Eine Tbc-Schutzimpfung wird seit 1998 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) wegen der rückläufigen Erkrankungszahlen sowie der niedrigen Schutzraten und der Komplikationen nach Impfung nicht mehr empfohlen. An neuen Impfstoffen wird geforscht.

Weltweit erkranken jährlich immer noch acht bis neun Millionen Menschen neu an Tbc. Jedes Jahr sterben rund zwei Millionen daran, davon 95 Prozent in den Entwicklungsländern, vor allem Afrika, Südostasien und in Krisengebieten. In Deutschland wurden im Jahr 2005 insgesamt 6.045 Tuberkulose-Fälle (Vorjahr 6.542) registriert. Damit setzte sich auch im Jahr 2005 der in den vergangenen Jahren beobachtete rückläufige Trend in Deutschland weiter fort. In Osteuropa breitet sich die Krankheit jedoch weiter aus.

1996 erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO den 24. März zum Welttuberkulosetag.

Quellen: Zum Welttuberkulosetag 2007 - Tuberkulose irgendwo heißt Tuberkulose überall! In: Epidemiologisches Bulletin 11 / 2007, 16. März 2007; netdoktor 24.03.07; hr-online, 26.03.07


Atmen Sie durch!
Viele atmen zu flach und beeinträchtigen damit ihr Wohlbefinden
(1.965 Zeichen)

(dgk) Zu flache Atmung beeinträchtigt das Wohlbefinden. Kaum jemand atmet heutzutage noch instinktiv richtig. Schon kleine Kinder sind häufig verspannt und atmen zu flach, und viele Erwachsene führen ein geradezu „atemloses“ Leben, getrieben von Stress und Zeitnot.

Ein erwachsener Mensch atmet normalerweise durchschnittlich 15 Mal in der Minute ein und aus. Dabei gelangt Sauerstoff über die Atemwege (Bronchien) in die Lungenbläschen und von dort in die roten Blutkörperchen. Der Blutkreislauf sorgt für den Weitertransport bis in die einzelnen Körperzellen. Sie benötigen das lebensnotwendige Gas ebenso wie Nährstoffe zur Energiegewinnung. Bei einer tiefen Vollatmung kann ein Erwachsener zwischen 50 und 75 Liter Luft pro Minute einatmen.

Bei einer flachen Atmung sind es hingegen nur sieben bis zehn Liter. Damit verschenken wir Lebenskraft. Die Minimalversorgung drosselt alle Stoffwechselvorgänge auf Sparflamme. Das verschlechtert die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn und beschert obendrein Kopfschmerzen und Verspannungen.

Atmen Sie durch!

Die menschliche Atmung reagiert äußerst sensibel auf Sorgen, Unzufriedenheit, Zwänge und Ängste.

Die enge Verbindung zwischen Körper und Seele drückt sich in vielen Redewendun-gen aus wie: „Da bleibt mir glatt die Luft weg!“ oder „Vor Schreck stockte ihm der Atem.“

Foto:stockbyte

Mit wiederholten Erkältungen, Herz-Kreislaufstörungen, Magengeschwüren oder Rückenbeschwerden reagiert der Körper auf den Dauerstress. Zudem können auch zu enge Kleidung, verkrampftes Sitzen, Fehlhaltungen und Bewegungsmangel zur falschen Atmung beitragen. Viele Menschen atmen außerdem zu sehr in die Brust statt in den Bauchraum (Zwerchfellatmung).

Wer richtig atmen will, sollte öfter mal in lockerer Haltung die Hand auf den Bauch legen und die Bauchatmung üben. Sie wirkt wie ein Mini-Entspannungstraining, das man überall im Stehen oder Liegen durchführen kann. Wichtig ist dabei das ruhige, tiefe Einatmen durch die Nase und etwa gleich lange Ausatmen durch den Mund. Es stärkt die Atemmuskulatur. Verschiedene Übungen unter Anleitung eines geschulten Atemtherapeuten helfen, sich einen gesunden Atemrhythmus anzueignen und gezielt Verspannungen zu lösen.

Mehr über dieses Thema und Atemtherapien bei Krankheiten lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke / Ausgabe 4 B/2007 (15. April)


Zeckenplage nach mildem Winter
Zecken werden zahlreicher und früher aktiv – FSME-Impfung empfohlen
(999 Zeichen)

(dgk) Nach dem milden Winter erwartet das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) eine regelrechte Zeckenplage. Aufgrund der warmen Temperaturen in den vergangenen Wochen werden die Spinnentiere in diesem Jahr zahlreicher auftreten und früher aktiv sein.

Repellents – Zecken abwehrende Mittel zum Eincremen – halten die Zecken für etwa zwei Stunden fern. Spaziergänger sollten sich zudem durch langärmlige Kleidung schützen und sich besonders in der Nähe von Sträuchern und Büschen vorsehen.
Gerade Kinder, die im Grünen gespielt haben, sind anschließend vor allem im Nacken und in den Kniekehlen nach Zecken abzusuchen.

Um sich vor einer Gehirn- oder Hirnhautentzündung zu schützen, wird in Risikogebieten eine Impfung gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) empfohlen. Wer bislang nicht geimpft war, benötigt in der Regel rund sechs Wochen, ehe der Impfschutz voll wirksam ist.
Schnellimpfungen für dringendere Fälle – zum Beispiel bei einer kurzfristigen Reise in ein Risikogebiet – wirken schon nach drei bis vier Wochen. Die Schnellimmunisierung sollte aber nicht die Regel sein. Der Impfschutz muss alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.


Gut geschützt von Kopf bis Fuß
Sonnenschutz schon jetzt!
(3.233 Zeichen)

Sonnenschutz schon jetzt!

(dgk) Wenn die Bahn der Sonne allmählich steil verläuft, häufen sich Warnungen vor dem Sonnenlicht. Aus gutem Grund. Die Klimaveränderungen bringen eine hohe Intensität der ultravioletten Strahlen mit sich, sowohl im kurzwelligen (UV-B) als auch im langwelligen Bereich (UV-A). Um den Aufenthalt im Freien trotzdem genießen zu können, muss der Körper gut geschützt sein: durch Kleidung, Brille und Sonnencreme. Das richtige Produkt bewahrt die Hautgesundheit in der Sonne über Stunden. Dennoch sollte man die Dauer des Lichtbads nicht zu sehr ausdehnen. Sonnenschutzmittel dürfen nicht dazu verleiten, für einen ausgedehnten Aufenthalt im Freien die individuelle Eigenschutzzeit der Haut um ein Vielfaches zu verlängern.

Foto: eyewire

  • Textiler Sonnenschutz und Brille

Damit Hut, Hemd und Hose die Strahlen zuverlässig abschirmen können, müssen sie aus geeigneten Materialien sein. UV-dichte Spezialkleidung aus Mikrofaser bietet den besten Schutz. Auch dicht gewebte Naturfasern schützen. Wenig hilfreich sind Textilien aus herkömmlichen Kunstfasern.
Von einer Sonnenbrille erwartet man, dass sie blendendes Licht verdunkelt und die Netzhaut keinen Schaden nimmt. Das garantieren Sonnenbrillen vom Fachhandel. Auf den „UV-400“-Aufkleber vom Straßenhändler ist kein Verlass.

  • Sonnencreme

Sonnenschutzkosmetik gibt es heutzutage in vielen Konsistenzen. Klassisch als Lotion, fettfrei als Gel, für Kinder als Spray. Die Faktoren reichen von 2 bis 50. Um sich in diesem Angebot orientieren zu können, sollte man wissen, worauf es ankommt.
Die Wahl des passenden Produkts hängt in erster Linie vom Pigmenttyp und vom Schutzbedarf ab. Um die Wahl zu erleichtern, geben einige Hersteller das Schutzvermögen auch in Worten wie Basis / Mittel / Hoch an, zusätzlich zum UV-A- / UV-B-Schutzfaktor, der eine Zahl ist.
Beispielsweise schützt LSF 12 die sommerbraune Haut ausreichend. LSF 20 wurde für mitteleuropäische normale Haut entwickelt. LSF 30 mit mineralischem Filter ist für Kinder und Allergiker geeignet. Kleinkinder sollten sich trotzdem möglichst im Schatten aufhalten. Aber: Auch ein belaubter Baum hält höchstens 50 Prozent der Strahlung ab.

Kennen Sie sich aus beim Sonnenschutz? Testen Sie sich!

„Ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verhindert das Braunwerden.“
Das stimmt so nicht! Auch mit hohem Faktor wird die Haut braun. Er schützt vor Sonnenbrand, lässt die Bräune schrittweise entstehen und trägt dazu bei, dass sie länger hält. Sonnenbrand ist eine Entzündungsreaktion der Haut. Er hat zur Folge, dass die Hautzellen zur Regeneration angeregt werden. Die Haut „wirft“ die geschädigten Zellen ab und damit auch die in den Zellen eingelagerten braunen Pigmente.

„Braune Haut benötigt keinen Schutz.“
Falsch. Die Bräune bietet nur einen gewissen Schutz vor der aggressiven UV-Strahlung. Doch auch gebräunte Haut nimmt bei intensiver Bestrahlung Schaden. Nur werden die Folgen erst Jahre später sichtbar, zum Beispiel in Form von vorzeitiger Hautalterung und Altersflecken.

„Alle Produkte mit hoher Faktorzahl schützen gleich gut.“
Falsch. Die Zahl auf dem Produkt steht für den Schutz gegen die kurzwelligen UV-B-Stahlen im Sonnenlicht. Genauso wichtig ist der Schutz vor UV-A-Strahlen. Der „Breitband-Schutz“ gegen beide Strahlungsarten sollte deklariert sein.

„Creme, Gel, Lotion, Spray – ich nehme einfach irgendwas.“
Besser nicht wahllos ins Regal greifen. Welches das passende Mittel ist, hängt nicht nur von seinem Schutzvermögen ab, sondern auch von der Konsistenz. Beispielsweise sollten Sonnengenießer mit trockener Haut keinesfalls ein Gel benutzen. Es liefert der Haut keine Pflegesubstanzen, sie könnte verstärkt austrocknen. Eine Creme ist hier besser geeignet. Guter Sonnenschutz muss daher in Form und Faktor auf den Benutzer abgestimmt sein.


Hausarbeit kann krank machen
Frauen mittleren Alters sind am häufigsten betroffen
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Hausarbeit kann krank machen

(dgk) Von wegen „das bisschen Haushalt...“! Eine Untersuchung belegt, dass Frauen bei ihrer Arbeit daheim ähnlichen psychosozialen Belastungen ausgesetzt sind wie in anderen Berufen. So sei der Gesundheitszustand von Frauen mittleren Alters auffallend schlecht, weil bei dieser Altersgruppe besonders hohe psychosoziale Belastungen durch Haus- und Familienarbeit auftreten, sagt der Mannheimer Soziologe Dr. Christof Wolf vom Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA).

Foto: DGK

„Frauen tragen in Familie und Haushalt traditionell immer noch die Hauptlast. Gerade für berufstätige Mütter ist ein relativ schlechter Gesundheitszustand daher fast schon typisch“, erklärt Wolf. Mit seiner Untersuchung belegt der Soziologe, dass Haus- und Familienarbeit die gleichen gesundheitlichen Auswirkungen haben kann wie die von der Wissenschaft meist stärker beachtete Erwerbsarbeit.

Typische Risikofaktoren der Hausarbeit sind Zeitdruck, ein hohes Maß an Routinetätigkeiten, soziale Isolation und geringe soziale Anerkennung, was zu negativen Gesundheitsfolgen führen könne. „Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Arbeit sind oft die Folge von psychosozialem Stress. Der kann im Büro oder an der Werkbank genauso auftreten wie im Haushalt und hat auch ganz ähnliche Folgen für Körper und Psyche", sagt Wolf.

Dargelegt sind diese Zusammenhänge in dem Sonderband „Soziologie der Gesundheit“ der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Gemeinsam mit Claus Wendt vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) ist Christof Wolf Herausgeber dieser Fachpublikation.

Weitere Informationen: Wolf, Christof: Psychosozialer Stress und Gesundheit. Belastungen durch Erwerbsarbeit, Hausarbeit und soziale Beziehungen, in: Soziologie der Gesundheit, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderhefte Bd. 46, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2006


Nachhaltiges Handeln im Haushalt – es lohnt sich
Bundesweiter Aktionstag mit Verbrauchertipps zum Waschen und Abwaschen
(1.615 Zeichen)

(dgk) Wer beim Wäschewaschen und Geschirrspülen vernünftig handelt, also auf Wasser- und Stromverbrauch achtet, sowie Wasch- und Spülmittel entsprechend der Dosieranleitungen einsetzt, leistet einen wertvollen Beitrag für Umwelt, private Haushaltskasse und Gesundheit.
Diese Erkenntnis ist keine wirkliche Überraschung für den Verbraucher. Dennoch finden grundlegende Prinzipien der modernen Wäschepflege und des komfortablen Geschirrspülens nicht in allen Privathaushalten Beachtung.

Deshalb nehmen Mitglieder des Deutschen Hausfrauen-Bundes und des LandFrauenverbandes den diesjährigen „Bundesweiten Aktionstag – Nachhaltiges (Ab-) Waschen“ am 10. Mai 2007 zum Anlass, über neue Erkenntnisse im Umgang mit Wäsche und Geschirr zu informieren. Die Schirmherrschaft für diese Aktion hat der Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Dr. Christian Grugel, übernommen.

Durch technische Weiterentwicklungen, wissenschaftliche Forschung und innovative Produkte, wie zum Beispiel neuartige Wasch- und Spülmittel, ist es tatsächlich möglich geworden, bei der Reinigung von Wäsche und Geschirr den Verbrauch von Strom und Wasser zu reduzieren. Damit können Verbraucher einen nachhaltigen Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten und sogar noch Geld sparen.

Wissenschaftler unterstützen bei Verbraucherentscheidungen
Mitarbeiter und Studierende des Fachbereichs Haushaltstechnik an der Universität Bonn geben praktische Hilfestellung. Für Verbraucher, die wissen wollen, ob sich der Kauf einer neuen Waschmaschine lohnt oder ob nicht das Spülen von Hand preiswerter ist als der Einsatz einer Spülmaschine, wurden Computerprogramme entwickelt, die individuelle Berechnungen der Spül- oder der Waschkosten vornehmen. Diese beiden „Rechen-Assistenten“ sind im Internet unter www.aktionstag-nachhaltiges-waschen.de zu finden.


NEUES AUS DER STIKO

Impfung gegen HPV für alle Mädchen von 12 bis 17 Jahren empfohlen
(2.109 Zeichen)

(dgk) Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt ab sofort die Impfung gegen HPV (Humane Papillomviren) für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren (Epidemiologisches Bulletin vom 23. März 2007). Normalerweise werden die STIKO-Empfehlungen immer im Juli veröffentlicht, wegen der großen Bedeutung dieser Impfung, die sich gegen Gebärmutterhalskrebs richtet, gibt es aber ausnahmsweise eine Vorab-Veröffentlichung.

In Deutschland erkranken derzeit jedes Jahr etwa 6.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), fast 1.700 sterben daran. Gebärmutterhalskrebskrebs ist in Europa die zweithäufigste Krebs-Todesursache bei Frauen unter 45 Jahren. Um die Krankheitsfälle zu reduzieren, empfiehlt die STIKO die Einführung einer generellen Impfung für alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren.

Die Impfung, bestehend aus drei Impfdosen, sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Der Schutz nach der Grundimmunisierung hält für mindestens fünf Jahre an – dies konnte bereits nachgewiesen werden. Ob irgendwann eine Wiederimpfung notwendig sein könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

Frauen, die innerhalb des von der STIKO empfohlenen Zeitraumes (Alter 12 bis 17 Jahre) keine Impfung gegen HPV erhalten haben, können ebenfalls von einer Impfung gegen HPV profitieren. Der Arzt kann dazu beraten.

Wichtig ist, dass auch geimpfte junge Frauen weiterhin an den Krebsfrüherkennungs-untersuchungen teilnehmen. Die Impfung wirkt gegen die HPV-Typen 16 und 18, und damit gegen die Hochrisikotypen, die zusammen 70 Prozent der Zervixkarzinomerkrankungen verursachen. Gegen die anderen Typen schützt die Impfung aber nicht, daher ist die Vorsorgeuntersuchung nach wie vor unerlässlich.

Die HPV-Impftermine der jungen Mädchen, so die STIKO, sollten auch genutzt werden, um ihren Impfstatus bezüglich der anderen Impfungen zu überprüfen und zu vervollständigen. Dazu gehören die Impfungen gegen

    • Masern, Mumps, Röteln (falls nicht bereits zwei MMR-Impfungen vorliegen, sollten spätestens im Jugendalter die Lücken geschlossen werden)
    • Hepatitis B (Grundimmunisierung empfohlen, falls nicht bereits im Säuglingsalter geimpft)
    • Windpocken (wer die Varizellen noch nicht hatte bzw. nicht geimpft ist, erhält eine oder zwei Impfungen – je nach Lebensalter)
    • Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis und Keuchhusten: Eine Auffrischimpfung ist für alle Jugendlichen empfohlen.


Weitere Informationen: www.rki.de; www.zervita.de; www.dgk.de


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Fettabbau: Von Fruchtfliegen lernen
(848 Zeichen)
(dgk) Britische Wissenschaftler haben möglicherweise einen neuen Ansatz im Kampf gegen Übergewicht gefunden. Die Forscher haben den Mechanismus entschlüsselt, mit dem die Fruchtfliege Drosophila Fett abbaut.

Den Experten am Medical Research Council’s National Institute for Medical Research (NIMR) zufolge sind viele Stoffwechselwege der Fliege mit denen des Menschen vergleichbar. Ähnlich wie bei uns Menschen wird auch im Körper der Fruchtfliege Fett gespeichert, verarbeitet und verbrannt. Die Forscher entdeckten bei Drosophila außerdem 20 Gene, die mit dem Fettabbau in Verbindung stehen.

Die Wissenschaftler erhoffen sich nun durch ihre Ergebnisse Fortschritte in der Übergewichts- und der Diabetesforschung. Die neuen Erkenntnisse könnten das Verständnis für Leberkrankheiten und Diabetes beim Menschen verbessern und zur Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten beitragen. Über ihre Ergebnisse berichteten die Forscher in der Januar-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Quelle: Eugenio Gutierrez, David Wiggins, Barbara Fielding, Alex P. Gould: Specialized hepatocyte-like cells regulate Drosophila lipid metabolism, Nature 445, 275-280 (18. January 2007)


Düfte stimulieren das Gedächtnis
Wohlgeruch im Schlafzimmer fördert Erinnerungsleistung
(1.465 Zeichen)

(dgk) Düfte in der Nacht können helfen, Erinnerungen im Schlaf zu verbessern. Denn wer im Tiefschlaf Gerüche wahrnimmt, die mit einer Lernaufgabe verbunden sind, erinnert sich am nächsten Tag besser an das Gelernte als ohne die Duftstimulierung. Das haben Wissenschaftler der Universitäten Lübeck und Hamburg in Experimenten gezeigt und damit bestätigt, dass während des Tiefschlafs Erinnerungen im Gehirn unbewusst hervorgerufen und im Gedächtnis verankert werden.

Ausgangspunkt der Studie war ein Memory-Spiel mit 18 Probanden. Dabei befanden sich die Versuchsteilnehmer in einem nach Rosen duftenden Raum, wodurch sie unbewusst Erinnerungsleistungen im Spiel mit diesem Geruch verknüpften. Nachts setzten die Wissenschaftler die eine Hälfte der Testpersonen im Tiefschlaf dem selben Rosenduft aus, um damit die Erinnerung an das Kartenspiel zu provozieren.

Und obwohl sich keiner der Teilnehmer am Morgen daran erinnern konnte, nachts Rosenduft wahrgenommen zu haben, konnten diejenigen Probanden, die im Tiefschlaf mit Rosenduft stimuliert worden waren, deutlich mehr der Kartenpaare im Gedächtnis behalten: Sie erinnerten sich an 97 Prozent der Bilder, diejenigen, die die Nacht ohne Duft verbrachten, merkten sich lediglich 86 Prozent.

Die Duftstimulation fürs Gedächtnis funktioniert aber nur im Tiefschlaf und nicht in den so genannten REM-Schlafphasen oder im Wachzustand, fanden die Wissenschaftler heraus.

Bereits frühere Untersuchungen zeigten, dass Erinnerungen während des Tiefschlafs im Gehirn reaktiviert werden. Mit ihren Experimenten bestätigten die Forscher nun den ursächlichen Zusammenhang von Gedächtnisreaktivierung während des Tiefschlafs und der Festigung von Erinnerungen.

Studie: Björn Rasch (Universität Lübeck) et al.: Science, Bd. 315, S. 1426


MELDUNGEN

Überraschende Energiebilanz
Wäschetrocknen verbraucht mehr Energie als das Waschen
(1.184 Zeichen)


(dgk) Die Akteure des „Bundesweiten Aktionstages – Nachhaltiges Waschen und Abwaschen“, der am 10. Mai 2007 stattfindet, warten mit einer überraschenden Erkenntnis auf. Aktuelle Studien belegen, dass der Energieverbrauch für das Trocknen von Wäsche deutlich höher ist als der für das Waschen. Und für manchen Verbraucher eventuell unfassbar: Wer Wäsche in einem beheizten Raum, also zum Beispiel mit dem Wäscheständer vor dem Heizkörper trocknet, verbraucht tatsächlich auch Energie. Sogar mehr als beim Einsatz eines elektrischen Wäschetrockners.

Unter Betrachtung der Energieverbrauchsdaten empfehlen die Experten des Forums Waschen das Wäschetrocknen im Freien an der frischen Luft. Diese Methode ist aber mangels geeigneter Freiflächen und frischer Luft nicht für jedem Haushalt praktikabel.

Generell gilt: Die Wäsche mit möglichst hoher Drehzahl in der Waschmaschine schleudern. Je weniger Wasser in der Wäsche enthalten ist, umso weniger Energie und Zeit wird zum Trocknen benötigt. Wer seine Wäsche zum Trocknen lieber aufhängt, sollte dies in einem unbeheizten Raum tun. Beim Einsatz eines elektrischen Wäschetrockners ist darauf zu achten, dass das Gerät erstens „feuchtegesteuert“ arbeit und der Energieeffizienzklasse „A“ oder besser angehört.

Weitere Informationen und konkrete Waschtipps sind im Internet unter
www.aktionstag-nachhaltiges-waschen.de zu finden.


DGK-Gesundheitsbrief – per Mail schneller informiert
(589 Zeichen)

(dgk) Leiden Sie häufig unter Kopfschmerzen? Kennen Sie schon die innovativen Tricks, die unsere Kinder vor Vergiftungsgefahren im Haushalt schützen? Worauf müssen werdende Mütter bei der Einnahme von Medikamenten achten?
Bei solchen und vielen anderen Themen steht Ihnen das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) mit Rat und Tat zur Seite – mit dem DGK-Gesundheitsbrief. Der elektronische Newsletter bietet Ihnen monatlich aktuelle Informationen und hilfreiche Tipps rund um die Gesundheit und Vorsorge. Sie können den neuen Service kostenlos per Mail beziehen und auch jederzeit wieder abbestellen.

Anmeldung über: Gesundheitsbrief


DIE INITIATIVE „LOBBY FÜR DAS KIND“ INFORMIERT:

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
In der Schwangerschaft ist sie doppelt wichtig
(3.700 Zeichen)

(dgk) Während einer Schwangerschaft ist der Bedarf nach Flüssigkeit besonders hoch. Das Kind benötigt Wasser als „Vehikel“ für Nährstoffe, Stoffwechselprozesse und den eigenen Kreislauf. Die Mutter braucht mehr, weil sich ihr Blutvolumen vergrößert und ihr Wasserumsatz im Stoffwechsel zunimmt.

Wenn sich die Flüssigkeitsmenge im Körper erhöht, entsteht leicht ein Missverhältnis im Elektrolythaushalt. Um dem vorzubeugen, müssen die Mineralien ergänzt werden. Gemeinsam mit ausgewogener Nahrung und Mineralwasser ist das meist problemlos möglich.

So ermöglicht ein deutlich natriumhaltiges Mineralwasser den Ausgleich des Salzhaushalts. Ein magnesiumreiches Wasser unterstützt die Muskelfunktion und hilft so, Wadenkrämpfen vorzubeugen. Ein kalziumreiches Wasser unterstützt die ab dem vierten Schwangerschaftsmonat beginnende Knochenbildung beim Fetus.

Im Verlauf einer Schwangerschaft können auch Situationen eintreten, in denen Getränke ganz gezielt ausgewählt werden müssen. Beispielsweise ergänzt bei bestehendem Bluthochdruck oder bei den ersten Anzeichen einer Präeklampsie (schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck) ein natriumarmes Mineralwasser die zwingend erforderliche salzarme Kost. Es sollte einen Natriumgehalt von weniger als 20 Milligramm pro Liter aufweisen.

Wovon wie viel?
Der Gesamtwasserbedarf wird vom Körpergewicht bestimmt. Einer 75 Kilogramm wiegenden Schwangeren empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 2,630 Liter Flüssigkeit aufzunehmen. Bei dieser Menge ist aber das in der Nahrung enthaltene Wasser einbezogen. Getrunken werden sollten etwa zweieinhalb Liter am Tag.

Das beste Getränk ist natürliches Mineralwasser. Die Mineralstoffe liegen hierin frei und ionisiert vor. Das bedeutet, sie sind für den Organismus sofort verfügbar. Sprudelwasser verstärkt das schwangerschaftstypische Sodbrennen, stilles Wasser ist daher besser geeignet.

Ebenfalls bewährt haben sich verdünnte Säfte und Kräutertees. Viele Lebensmittelgeschäfte, Naturkostläden und Apotheken bieten spezielle Schwangerschafts-Teemischungen an. Aber auch andere Tees sind geeignet. In den letzten Monaten sollte aber darauf geachtet werden, wehenfördernde Kräuter und Gewürze (Kardamom, Ingwer, Nelken und andere) zu meiden.

Welche Getränke sind ungeeignet?
In den neun Monaten ist der Verzicht auf alkoholische Getränke selbstverständlich. Aber auch andere Getränke sind kritisch: Über Krankheitserreger in Rohmilch können Infektionen ausgelöst werden, die das Kind schädigen. Cola und Energy-Drinks enthalten Koffein. Chinin in Tonic und Bitterlemon-Getränken löst Wehen aus.

Süße Limonaden und Getränke wie Malzbier belasten die Energiebilanz und verdrängen Nährstoffe, die in natürlichen Lebensmitteln und Getränken enthalten sind. Synthetische Süßstoffe und auch Zuckeraustauschstoffe belasten die Leber.

Kaffee und Schwarztee (auch grüner und weißer Tee) enthalten Koffein und Theobromin. Zwar ist unser Organismus an diese Alkaloide gewöhnt, aber es sind Nervengifte. Koffein kann das Wachstum des Babys verzögern und zu einem niedrigeren Geburtsgewicht führen. Deshalb sollte der Konsum nach Möglichkeit nicht mehr als eine Tasse pro Tag betragen.

Ausreichend viel zu trinken bedeutet, die Organe in ihrer Funktion zu unterstützen. Die Haut bleibt elastisch, die Nieren werden gespült, bei der Verdauung hilft es, die während der Schwangerschaft typische Verstopfung zu vermeiden. Und auch für die mentale Fitness ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr von Bedeutung. Sie vermag Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Leistungseinbrüchen und Schwächeanfällen vorzubeugen.

Hinweis für Redaktionen:

Jedes Jahr werden Tausende von vermeidbar vorgeschädigten Kindern geboren. Weil die werdenden Eltern Risiken nicht gekannt, übersehen oder ignoriert haben. Diese Situation zu verbessern, ist Auftrag der Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND. Die Initiative des Kinderzentrums München, der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, der Stiftung für das behinderte Kind und des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK) informiert an dieser Stelle zehn Monate lang über einen Aspekt der Gesundheit „werdender Kinder“. Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.
Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de

 


NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)

Wesentliche Risiko-Gene für Typ-2-Diabetes entschlüsselt
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(dgk/DDZ) Ein internationales Forschungsteam aus Großbritannien, Kanada und Frankreich berichtet, maßgeblich an der Entwicklung von Typ-2-Diabetes beteiligte Gene entschlüsselt zu haben. Damit sei der genetische Hintergrund der Zivilisationskrankheit Typ-2-Diabetes zu 70 Prozent erklärt, so die Untersucher im renommierten Fachmagazin Nature. Diese Ergebnisse könnten dazu führen, dass Gentests für das Risiko eines entstehenden Typ-2-Diabetes möglich werden.

Hauptsächlich geht die rapide wachsende Zahl der von Typ-2-Diabetes Betroffenen auf das Konto von Übergewicht und mangelnder Bewegung. Aber nicht jeder Mensch mit Übergewicht bekommt Diabetes, auch von einer erblichen Veranlagung wird seit langem ausgegangen. Der genetische Hintergrund von Typ-2-Diabetes wird deshalb intensiv erforscht.

Das internationale Forschungsteam hat nun gleich vier neue Gene ermittelt und ein bereits bekanntes bestätigt. Der Endokrinologe Robert Sladek und Kollegen vom Genome Quebec Innovation Centre in Montreal nahmen das gesamte Genom bei nahezu 700 Menschen mit Typ-2-Diabetes und ebenfalls erkrankten nahen Verwandten ersten Grades unter die Lupe. Verglichen wurden die Ergebnisse mit einer gleich großen Gruppe von Nichtdiabetikern. Neu daran war auch das Verfahren, mit dem die Forscher fast 400.000 Genfragmente verglichen.

Gefunden wurden dabei vier neue Gene und das bereits im vergangenen Jahr von isländischen Forschern gefundene TCF7L2-Gen. Um die Resultate zu sichern, wurden 5.500 weitere Personen sowie eine gleichgroße Kontrollgruppe in Frankreich untersucht. „Von den vier Genen, die wir identifiziert haben, sind zwei involviert in die Entwicklung oder Funktion von insulinproduzierenden Betazellen, und eines spielt eine Rolle beim Transport von Zink, einem wichtigen für die Insulinproduktion benötigten Spurenelement“, erläutert Sladek.

Die Wissenschaftler gehen nun davon aus, innerhalb der kommenden zwei Jahre einen Gentest entwickeln zu können, der Auskunft darüber geben könne, wie hoch das Risiko für einen sich zukünftig entwickelnden Diabetes sei. Dem könne dann mit bewusster Ernährung und Sport entgegengewirkt werden.

Die Studie stellt nach Ansicht des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) in Düsseldorf einen Meilenstein in der Erforschung der genetischen Anteile an Typ-2-Diabetes dar. Sollte sich daraus eine Testmöglichkeit ergeben, wäre ein positives Ergebnis ein deutlicher Hinweis, der zum Vorbeugen motivieren könnte. Ein negatives Testergebnis wäre allerdings auch kein Freibrief, auf Gewicht und Lebensstil aus gesundheitlicher Sicht weniger achten zu müssen.

Kirsten Lindloff, Deutsche Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quellen:
Sladek R, Rocheleau G Rung J et al. A genome-wide association study identifies novel risk loci for type 2 diabetes. Nature 2007; published early online 11.Februar 2007 doi:10.1038/nature05616
Pressemitteilung Mc Gill University Health Centre 11. Februar 2007; Vorausgehende Artikel zu diesem Thema auf Diabetes-Deutschland:Diabetes-Risiko durch Veränderung im TCF7L2-Gen bestätigt (29.11.2007) Erbliche Veranlagung für Typ 2 Diabetes: Neue Genvariante entdeckt (12.04.2006)

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Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

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