DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 47, 6 - 2006 - Themen: DGK, Zahn, Zähne, Angst, Behandlung, Zahnarzt, Akupunktur, Krankenkassen, Sonne und Medikamente, Apfel, Migräne, Kopfschmerzen, Frauen, Herzinfarkt, Thrombose, Venen, Durst, Schmerzen, Ei
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Deutsches Grünes Kreuz, Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 47, 7/8 - 2006 - Themen: DGK, Zahn, Zähne, Angst, Behandlung, Zahnarzt, Akupunktur, Krankenkassen, Sonne und Medikamente, Apfel, Migräne, Kopfschmerzen, Frauen, Herzinfarkt, Thrombose, Venen, Durst, Schmerzen,
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 47, 7/8 - 2006

Gebärmutterhalskrebs kann jede treffen
Erster Impfstoff gegen Humane Papillomaviren
(4.314 Zeichen)

(dgk) In Deutschland werden laut Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister und dem Robert Koch-Institut (RKI) etwa 6.500 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) im Jahr diagnostiziert. Im Jahre 2004 starben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 1.660 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, weltweit fallen der Krebserkrankung 250.000 Frauen zum Opfer.

Trotz der jüngsten medizinischen Fortschritte und verbesserter Krebsvorsorgeuntersuchungen ist das Zervixkarzinom in Europa immer noch die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache (nach Brustkrebs) bei Frauen zwischen 15 und 44 Jahren.

Der Tumor wird in fast 100 Prozent der Fälle von Viren ausgelöst, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, den Humanen Papillomaviren (HPV). Das haben deutsche Ärzte am Heidelberger Krebsforschungszentrum bereits in den 70er-Jahren herausgefunden. Viele sexuell aktiven Frauen tragen das Virus in sich, was bei einigen zu gutartigen Veränderungen führt, die spontan wieder heilen – nur bei den wenigsten entsteht über lange Zeit eine krebsartige Veränderung.

Nach bisheriger Erkenntnis sind – oft Jahrzehnte lang zurückliegende – Infektionen mit den beiden gefährlichsten HPV-Typen (HPV 16 und 18) für zumindest 70 Prozent der Krebserkrankungen am Gebärmutterhals verantwortlich. Die meisten der jährlich über 470.000 Fälle treten in Entwicklungsländern auf, wo die medizinische Versorgung schlechter ist als in Industrieländern. 60 Prozent der Frauen infizieren sich in den ersten fünf Jahren nach Beginn ihrer sexuellen Aktivität. 80 Prozent aller Frauen machen im Verlauf ihres Lebens mit dem Virus Bekanntschaft, doch 99 Prozent der Infektionen heilen im Lauf der Zeit spontan wieder aus. Bei einer kleinen Minderheit der Infizierten schafft es das Virus aber, das Immunsystem zu überlisten. Sie können Jahrzehnte später an Gebärmutterhalskrebs erkranken und daran sterben.

Erkannt wird eine Infektion heutzutage meist dank eines Zellabstrichs, der zum Früherkennungsprogramm beim Frauenarzt gehört – ein Angebot, das von den über 40-jährigen Frauen allerdings nur die Hälfte wahrnimmt. Für den Pap-Abstrich, benannt nach einem griechischen Arzt Papanicolaou, werden Zellproben aus der Scheide entnommen, die danach in einem Labor unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht werden. Auffällige Befunde nach einem Pap-Test sind jedoch nicht immer eine Karzinom-Vorstufe. Eine größere Zahl ist falsch-positiv. Bei Hochrisikotypen – das sind Frauen zwischen 35 und 38 sowie 60 bis 64 Jahren – empfiehlt sich ein HPV-DNA-Test, der sensitiver auf Zellveränderungen reagiert. Dieser zusätzliche HPV-Test in der Zervixkarzinomvorsorge ist nach Angaben von Forschern aus Boston zudem sicherer.(1) Prof. Dr. Thomas Ifftner, Virologe aus Tübingen, spricht sich für eine Kombination aus Pap-Abstrich und HPV-Test aus, da dieser „eine deutlich höhere Sicherheit für die Frauen bringt und risikofrei eine Verlängerung der Untersuchungsintervalle erlaubt“. (2)

Erste Impfung gegen Krebs
Zwei Pharmakonzerne haben parallel einen Impfstoff gegen humane Papillomaviren, die Verursacher von Gebärmutterhalskrebs, entwickelt, der weltweit bereits seit zwölf Jahren getestet wird und im nächsten Jahr auch auf den Markt kommen soll. An der Entwicklung des Impfstoffs waren Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) maßgeblich beteiligt. Bei der Pressekonferenz aus Anlass der Markteinführung des ersten HPV-Impfstoffes berichteten Experten über die aktuelle Entwicklung in der Forschung, die Ergebnisse der klinischen Prüfung des Impfstoffs und die Zielgruppen.

Die Impfung bietet einen hundertprozentigen Schutz vor Infektionen mit HPV 16 und HPV 18. Außerdem gibt es Hinweise, dass der Impfstoff auch gegen weitere nahe verwandte HPV-Typen schützt.

Für den Impfstoff wurden Papilloma-Viren aus Krebsgewebe gewonnen, aus denen Wissenschaftler die DNA, das Erbgut, gewinnen konnten. Aus den daraus gebildeten Proteinen haben sie neue Virushüllen zusammengesetzt, die innen leer sind. Äußerlich sehen sie genauso aus wie die gefährlichen Viren, enthalten aber nicht deren Erbinformationen. Sie können so das Immunsystem anregen, große Mengen Antikörper gegen die Papilloma-Viren zu bilden.

Geimpft würden dann vorzugsweise Mädchen zwischen zehn und fünfzehn Jahren, und zwar dreimal im Abstand von einigen Monaten. Dadurch werden für mindestens vier Jahre hohe Antikörpertiter erzielt. Vermutlich sei aber auch nach zehn Jahren noch keine auffrischende Impfung nötig. Darüber hinaus können aber alle Frauen von einer Impfung profitieren, so Professor Dr. med. Lutz Gissman, Leiter der Abteilung Genomveränderungen und Carcinogenese am DKFZ.

Bis der Impfstoff in Deutschland zugelassen wird, bleibt Frauen als Vorsorgemaßnahme der Pap-Abstrich beim Frauenarzt, der von den Krankenkassen für Frauen ab 20 Jahren jährlich bezahlt wird. Zusätzlich zur Früherkennung bieten einige Ärzte den HPV-DNA-Test an, der das Virus nachweisen kann.

Weitere Informationen unter www.dkfz.de

Quellen:
(1) Kim JJ et al., Journal National Cancer Institute 2005 ; 97 :888-895
(2) „Doppelt hält besser: Experten raten zu kombinierter Vorsorgeuntersuchung“ in HPV aktuell, Ausgabe I, November 2005


Gesundheitscheck vor dem Urlaub
Alle Impfungen und Reiseapotheke vorhanden?
(2.524 Zeichen)

(dgk) Sind Herd, Bügeleisen und Hauptwasserhahn auch wirklich abgestellt? Das sind in der Regel die Gedanken, die ein Urlauber nach den ersten Kilometern von Zuhause entfernt hat. Immer gut daher: Nicht überstürzt verreisen, sondern den Urlaub genau planen. Und das betrifft nicht nur den „Wohnungscheck“ und das Kofferpacken, sondern auch die Gesundheit.

Reisen in fremde Länder, unter ungewohnten klimatischen Bedingungen, fremde Speisen und Getränke sowie die Zeitumstellung bedeuten eine Belastung für den Körper. Schwangere, Kinder, ältere Menschen oder auch chronisch Kranke sind bei größeren Veränderungen in besonderem Maße beansprucht. Bei sorgfältiger Reisevorbereitung kann jedoch eine Vielzahl von Gesundheitsrisiken zumindest reduziert werden.

Jedes Jahr werden Infektionskrankheiten wie Hepatitis A oder Malaria von Reisenden nach Deutschland eingeschleppt. Doch gegen viele Erkrankungen gibt es wirksame Impfungen. Etwa sechs Wochen vor der Reise sollten Sie einen Besuch beim Arzt einplanen. Wenn Sie unter einer chronischen Krankheit leiden, fragen Sie Ihren Arzt vor der Auswahl des Reiseziels um Rat. In den meisten Fällen wird es keine Einschränkungen geben, doch bei manchen Vorerkrankungen ist Vorsicht geboten – vor allem bei exotischen Reisezielen und Langstreckenflügen.

Tetanus-, Diphtherie- und Polioimpfung sind ein absolutes Muss für jeden – nicht nur vor einer Reise. Alle zehn Jahre sind Auffrischimpfungen gegen Tetanus und Diphtherie notwendig. Gegen Kinderlähmung frischt man heute nicht mehr regelmäßig alle zehn Jahre auf, sind Sie bereits vier Mal in Ihrem Leben gegen Poliomyelitis geimpft worden, reicht das aus. Eine Ausnahme sind jedoch Reisen nach Asien und Afrika: Dort gibt es immer wieder Ausbrüche, daher ist es sinnvoll, sich gegen Polio impfen zu lassen, wenn die letzte Impfung länger als zehn Jahre zurückliegt. Denken Sie auch an die Impfungen gegen Hepatitis A, bei Reisen unter schlechteren hygienischen Verhältnissen auch gegen Typhus. Manche Länder verlangen eine Impfung gegen Gelbfieber sogar bei der Einreise aus Deutschland. Informieren Sie sich also rechtzeitig.

Für die Auswahl der Reiseapotheke ist das Reiseland, die Reisezeit sowie die Länge der Reise von Bedeutung. Zum anderen sind der Gesundheitszustand des Einzelnen, das Alter sowie die Reiseart zu berücksichtigen. Bei eventuellen Unklarheiten fragen Sie immer Ihren Arzt. Tipp: Führen Sie Ihre Reiseapotheke, vor allem Medikamente, die man ständig braucht, immer im Handgepäck mit – so können Sie sicher sein, dass sie auch am gleichen Ort wie Sie ankommt. Und denken Sie immer auch an Sonnen- und Insektenschutz.

Für Last-minute-Reisende, denen zu einer derart vorausschauenden Reisevorbereitung keine Zeit bleibt, gibt es an einigen Flughäfen Beratungszentren, die eine Art von „Notfallprogramm“ zusammenstellen und durchführen. Manche Impfungen, zum Beispiel gegen Hepatitis A, sind noch am Abreisetag möglich und sinnvoll.


Wie Sie die Sommerhitze überstehen!
Tipps für die heißen Tage
(1.982 Zeichen)

(dgk) Erst wollte es nicht so richtig Sommer werden und alle beschwerten sich über die niedrigen Temperaturen. Nun ist er da und mit ihm oft auch der Schweiß. An heißen Tagen machen viele Menschen schlapp. Sonnenstich, Hitzschlag und Hitzeerschöpfung – im Extremfall können sie sogar zum Tode führen.

Im Sommer heißt es – gleich ob daheim oder unterwegs: Viel trinken. Etwa zweieinhalb bis drei Liter pro Tag. Und zwar nicht Alkohol und Kaffee, sondern Getränke wie Wasser, Säfte, Schorlen oder Kräutertees. Auch das richtige Essen ist wichtig, um bei Hitze Kreislaufprobleme zu vermeiden. Alles was schwer verdaulich ist, raubt bei der Hitze den Schlaf. Leichte Kost mit viel Obst ist jetzt angesagt.

Bei großer Hitze hilft es, den Nacken und die Handgelenke mit kühlem Wasser zu erfrischen. Pralle Sonne sollte man meiden und immer an eine Kopfbedeckung denken. Das gilt besonders für kleine Kinder und Menschen mit wenig oder gar keinen Kopfhaaren. Körperliche Anstrengung vor allem in der Mittagshitze vermeiden. Besonders in Acht nehmen müssen sich Menschen, die an Durchblutungsstörungen leiden oder übergewichtig sind. Säuglinge sollte man vor der Hitze besonders schützen, weil sich ihr Körper noch nicht durch Schwitzen abkühlen kann.

Um tagsüber im Büro oder zuhause einen Raum auch im Hochsommer auf angenehmen Temperaturen zu halten, bedarf es nicht unbedingt einer Klimaanlage. Auch Ventilatoren sind nicht jedermanns Sache, denn nicht jeder verträgt die Zugluft. Oft reicht es schon, tagsüber die Jalousien herunter zu lassen, Vorhänge und Fenster geschlossen zu halten. Das wehrt die Sonneneinstrahlung ab. Nur morgens und abends lüften, denn sonst zieht die Hitze herein. Auch ein Eimer kaltes Wasser oder feuchte Tücher verbessern das Raumklima.

Vergessen Sie nicht: Sämtliche elektrischen Geräte, jeder Computer, jeder Monitor gibt Wärme ab. Eingeschaltete Glühbirnen heizen den Raum zusätzlich. Auch andere Elektrogeräte lassen das Thermometer steigen. Was also nicht unbedingt in Betrieb sein muss, ausschalten!

Nachts dicke Bettdecken gegen dünne austauschen. Notfalls nur ein Laken oder gar nichts zum Zudecken verwenden. Will man nachts etwas überziehen, sind Naturfasern wie Baumwolle zu bevorzugen. Nacktschläfer sollten bedenken: Ein nassgeschwitztes T-Shirt ist einfacher auszuwechseln als Bettwäsche.


Gesund grillen
Zeit zum Schlemmen ohne Reue
(2.400 Zeichen)

(dgk) Im Sommer ist beim Umgang mit Lebensmitteln besondere Vorsicht geboten. So vermehren sich Salmonellen und ähnliche Erreger bei Temperaturen von 6 bis 47 Grad Celsius rasch. Daher sollte man vor einem Grillabend Fleisch, vor allem Geflügel, im Kühlschrank zugedeckt auftauen lassen, dabei das Abtropfwasser in einem Gefäß auffangen und wegschütten. Wichtig ist, dass andere Lebensmittel damit nicht in Berührung kommen.

Auf dem Grill müssen Fleisch, Hackfleisch und Bratwürste mindestens zehn Minuten schmoren, um alle möglichen Erreger abzutöten. Das Grillgut sollte dabei nicht zu dunkel werden, denn mit zunehmender Dunkelfärbung nimmt in der Regel der Gehalt an möglicherweise gesundheitsgefährdenden Begleitstoffen zu. Stark verbrannte Stellen sollten möglichst entfernt werden. Leicht verderbliche Waren wie Eier, Milchprodukte, Salate mit Mayonnaise oder Quark als Beilagen dürfen nicht warm werden und müssen immer kühl gelagert werden. Alle benutzten Gegenstände wie Messer und Schneidebretter brauchen eine gründliche Reinigung mit heißem Wasser und Spülmittel.

Damit kein Fett in die offene Glut tropft, sollte der Grillrost mit Alufolie belegt oder das Grillgut in speziellen Alu-Grillschalen zubereitet werden. Gelangt flüssiges Fett in die glühende Holzkohle, entstehen bei dessen Verbrennung Benzpyrene, stark krebserregende Substanzen. Diese steigen mit dem Rauch wieder nach oben und gelangen so auf das Grillgut. Vermeiden lässt sich diese Reaktion auch durch die Verwendung von Elektro- oder Gasgrillgeräten oder Holzkohlegrills mit seitlicher Feuerstelle. Als Brennstoffe gänzlich ungeeignet sind Altpapier und Holz, weil sich bei deren Verbrennung giftige Gase entwickeln. Holzkohle und -briketts sollten 30 bis 60 Minuten gut durchglühen, bis das erste Grillgut aufgelegt wird.

Für ein gesundes Grillvergnügen eignen sich magere Fleischstücke wie Nackenkoteletts, Steaks, Lende oder Geflügel. Auf keinen Fall auf den Rost gehören gepökelte Fleisch- oder Wurstwaren wie Fleischwurst, Schinkenspeck, Bockwürste oder Kasseler. Durch die starke Erhitzung dieser Fleischstücke beim Grillen reagiert das in diesen Lebensmitteln enthaltene Nitritpökelsalz mit Fleischeiweiß: Es entstehen krebserregende Substanzen, so genannte Nitrosamine.

Aber es muss ja nicht immer (nur) Fleisch sein: In Alufolie gegrillt schmecken Fischsorten wie Lachs, Thunfisch oder Forellen, aber auch Schafskäse vorzüglich. Und immer mehr Grillfans - darunter nicht nur Vegetarier - entdecken das Gemüse: Pur oder mit einer Gewürzmarinade eingepinselt kann man saftige, festfleischige Gemüsesorten wie Zwiebeln, Paprika, Maiskolben, Auberginen, Zucchini und Champignons hervorragend grillen. In der heißen Glut werden auch kurz vorgekochte und in Alufolie gewickelte Kartoffeln gar.


Endlich sockenfrei!
Barfußlaufen im Sommer
(2.709 Zeichen)

(dgk) Die Sommer-Schuhmode 2006 wird von Pantoletten, Sandaletten und Mokassins geprägt. Kork- und Hanfsohlen sowie Plateaus und Keilabsätze sind ebenso topaktuell wie Sandalen und Pumps mit kleinen, geschwungenen Absätzen. Doch nur bis in die Zehenspitzen gesunde und gepflegte Füße kommen darin richtig zur Geltung.

Unschöne Hornhaut und Druckstellen an Ballen, Fersen oder Zehen, Rötungen und eine spröde rissige Haut: Solche Makel an Zehen und Füßen entstehen oft durch enges oder falsches Schuhwerk. Mit einem intensiven Pflegeprogramm und etwas Geduld können sie jedoch behoben werden. Richtige Fußpflege fängt mit dem täglichen Waschen an. Am besten verwenden Sie eine milde Seife, sparsam dosiert. Sonst trocknet die Haut zu sehr aus und wird leicht rissig. Ein Fußbad macht müde Füße wieder munter und weicht auch die Hornhaut auf, die sich danach ganz leicht entfernen lässt. Mandelöl (pflegt trockene Haut), Teebaumöl (gegen Schweißfüße) oder Lemongras (wirkt belebend) machen aus einem simplen Fußbad ein echtes Wellness-Erlebnis.

Nach dem Waschen sollten Füße und Zehen gründlich abgetrocknet werden, auch wenn es gerade morgens oft schnell gehen muss. Vor allem die Zehenzwischenräume nicht vergessen, sonst kann in dem feuchtwarmen Klima leicht Fußpilz entstehen. Damit die Füße schön geschmeidig bleiben, gönnen Sie ihnen beim täglichen Eincremen ruhig etwas mehr als eine leichte Bodylotion. Spezielle Fußcreme oder eine gute Hautcreme, zum Beispiel mit Jojoba oder Aloe vera, pflegt und schützt zugleich.

Schätzungen zufolge leiden insgesamt 25 Millionen Deutsche, davon ca. 40 Prozent Frauen, an Fußpilz. Juckende, schuppige Haut kann ein Zeichen für Fußpilz sein ? und der kann sexy Füßen im Sommer so richtig die Schau stehlen. Fußpilz sollte sofort und gründlich behandelt werden, weil er sich sonst schrittweise ausbreiten und sogar die Fußnägel befallen kann.

Nicht nur Kinder lieben das Barfußlaufen. Jeder sollte es so oft wie möglich tun ? ob am Strand, auf dem Rasen im Garten oder auf weichem Waldboden. Die Natur wird mit dem feinen Tastsinn der Fußsohlen so viel intensiver empfunden. Barfußlaufen ist die natürlichste Form der Massage, härtet die Füße ab und beugt Schweißfüßen vor. Die natürliche Fußgymnastik kann mit speziellen Übungen wie Zehengreifen, Fußkreisen oder auf Zehenspitzen laufen ergänzt werden. Inzwischen gibt es bereits ausgewiesene Barfußwanderwege und organisierte Barfußliebhaber, die das Laufen ohne Schuhe propagieren.

Tipp für Diabetiker:
Für Diabetiker birgt Barfußlaufen jedoch viele Gefahren, da schon kleinste Verletzungen an den Füßen fatale Folgen haben können. Ob auf der Wiese draußen oder in der eigenen Wohnung: Verzichten Sie der Gesundheit Ihrer Füße zuliebe auf die blanke Sohle. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Schuhe weich und bequem sind, nirgendwo drücken und kontrollieren Sie sie jedes Mal vor dem Anziehen von innen auf Verletzungsgefahren, beispielsweise durch Steinchen. Jeden Abend sollten Sie Ihre Füße mitsamt der Fußsohlen auf Druckstellen, Verletzungen oder Blasen untersuchen, wenn nötig mit einem Spiegel. Bei Problemen gehen Sie bitte umgehend zu einem geschulten Fußpfleger oder Arzt.


Wenn Tablette, dann auf Nummer sicher gehen
3. bundesweite Kopfschmerzwoche vom 4. bis 9. September 2006:
Apotheken beraten zur richtigen Behandlung von Kopfschmerzen
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(dgk) Kopfschmerzen sind nicht gleich Kopfschmerzen. Selbst Fachleuten fällt eine exakte Unterscheidung nicht immer leicht. Die Symptome sind manchmal zum Verwechseln ähnlich, die Gründe völlig verschieden. Außerdem kommt es vor, dass sich aus einem Spannungskopfschmerz langsam eine Migräne entwickelt oder Mischformen auftreten. Das macht die Selbstbehandlung schwierig. Denn: Nicht jedes Schmerzmittel wirkt bei jeder Kopfschmerzart.

Während der bundesweiten Kopfschmerz-Beratungswoche vom 4. bis 9. September 2006 informieren Apotheker unter dem Motto „Kopf-Schmerz-Frei“ über die richtige und effektive Behandlung. Die Aktionswoche wird vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) in Marburg veranstaltet und von der MigräneLiga Deutschland e. V., der Stiftung Kopfschmerz und der Zeitschrift „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“ unterstützt.

Kopfschmerzen besser kombiniert behandeln
„Wer seine Kopfschmerzen selbst behandelt, sollte etwas nehmen, dass sowohl bei Spannungskopfschmerzen wie auch Migräne hilft“, sagt Dr. Dietmar Krause, Leiter der Schmerzsektion im DGK. Der Grund: Migränemittel aus der Gruppe der Triptane wirken nur bei Migräne. „Die Einnahme von Triptanen setzt eine genaue Diagnose voraus und sollte nur auf ärztlichen Rat hin erfolgen. Das ist nichts für die Selbstmedikation“, erläutert Krause. Außerdem sollte nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) vorher geklärt sein, ob eine Behandlung mit einem Triptan sinnvoll ist oder ob Kontraindikationen vorliegen. Bei Patienten mit Gefäß-, Herz- und Kreislauferkrankungen können diese Mittel gefährliche unerwünschte Nebenwirkungen verursachen.

Im Zweifel sollten die Betroffenen deshalb auf Nummer sicher gehen und ein Medikament mit einem breiten Wirkspektrum wählen. Eine neue amerikanische Studie zeigt, dass zum Beispiel die Kombination aus Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und dem natürlichen Wirkbeschleuniger Koffein bei Migräne wirksamer ist als Sumatriptan, die Leitsubstanz für Triptane. Zusätzlich konnte eine große deutsche Untersuchung belegen, dass die Dreierkombination auch das wirksamste Mittel gegen Spannungskopfschmerzen ist. „Die sehr guten wissenschaftlichen Ergebnisse zeigen, dass die Kombination aus ASS, Paracetamol und Koffein in der Selbstmedikation eindeutige Vorteile hat und deshalb in der Apotheke das Mittel der ersten Wahl sein sollte“, rät Dr. Jan-Peter Jansen, medizinischer Leiter der Stiftung Kopfschmerz, Berlin.

Auslöser erkennen und vorbeugen
Kopfschmerzen haben viele Ursachen: „Stress und Muskelverspannungen sind meist für Spannungskopfschmerzen verantwortlich. Auslöser für Migräne sind beispielsweise Erbfaktoren oder Hormonveränderungen“, sagt Otto Uhl, Geschäftsführer der MigräneLiga e.V. in Ginsheim. Beim Erkennen der Auslöser kann ein Kopfschmerztagebuch helfen, das in den teilnehmenden Apotheken kostenlos erhältlich ist.

Doch nicht immer ist der Griff zur Tablette notwendig. „Stressbedingte Kopfschmerzen lassen sich in vielen Fällen durch Ruhe, Entspannungsübungen oder einen Spaziergang an der frischen Luft beseitigen“, rät Uhl. Gegen die Schmerzen helfen auch kühle Kompressen auf Nacken oder Stirn.

Wer nimmt teil?
Welche Apotheke an der Beratungswoche teilnimmt und Informationen bereit hält, erfahren Interessierte unter Tel. 0 64 21 / 293 – 125 oder unter www.forum-schmerz.de im Internet.

Beratungs-Hotline
Am 6. September 2006 erreichen Patienten von 16 bis 18 Uhr die kostenlose Kopfschmerz-Hotline unter 0 800 / 0 112 115.

Service
Eine Liste mit Adressen von Selbsthilfegruppen erhalten Sie beim Forum Schmerz, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg, Tel. 0 64 21 / 2 93 – 1 25.


Bodybuilding für gesunde Venen
Bewegung, kalte Dusche und viel trinken!
(1.810 Zeichen)

(dgk) Schwere Beine, geschwollene Füße, leichte Schmerzen, Brennen, Stechen, Kribbeln, das alles am Abend verstärkt. Für viele Betroffene ist das noch kein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Doch Vorsicht: Solche Beschwerden sind ein Zeichen für schwache Venen. Im Gewebe sammelt sich Wasser, das die überlasteten Venen nicht abtransportieren können. Wer diese Zeichen nicht ernst nimmt, riskiert auf Dauer offene Wunden oder Thrombosen. Jeder achte Erwachsene hat eine chronische Venenerkrankung. Etwa 80.000 Deutsche leiden an einem offenen Bein (Ulcus cruris). Die Folge: ein Leben mit chronischen Schmerzen und enormen Verlust an Lebensqualität.

Ein stabiles Gefäßsystem lässt sich mit einfachen Mitteln unterstützen, indem Sie ausreichend Wasser, mindestens zwei Liter pro Tag, trinken. Äußerlich angewandt hilft Wasser als kalte Dusche. Beginnen Sie den Tag mit kalten Wadengüssen. Wichtig ist, dass Sie immer vom Knöchel zum Knie hin brausen. Der kalte Reiz führt zunächst dazu, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen. Nach einer Weile jedoch „befiehlt“ der Körper: „Haut wärmen!“ und die Blutgefäße weiten sich wieder. Der ständige Wechsel zwischen Warm und Kalt trainiert die Muskelfasern in den Blutgefäßen und sie lernen, sich an Temperaturreize schneller anzupassen. Gerade im Sommer ist der kalte Guss außerdem erfrischend.

Wer eine Veranlagung zu Venenleiden hat, sollte Wärme über 28 Grad Celsius meiden – also keine ausgiebigen Sonnenbäder, keine Saunagänge, keine Wärmflasche und keine heißen Bäder.

Weitere Tipps:

    • Zu enge Kleidung wie abschnürende Kniestrümpfe hindern die Bluttransporteure bei ihrer Arbeit. Besser sind Stützstrümpfe.
    • Zudem möglichst flache Schuhe tragen und so oft wie möglich barfuß laufen.
    • Stehende und sitzende Tätigkeiten von mehr als einer Stunde vermeiden oder wenigstens zwischendurch ein paar Schritte gehen oder die Beine hochlegen.
    • Auf den Fahrstuhl verzichten: Treppensteigen unterstützt die Muskel-Venen-Pumpe und entlastet die Gefäße.
    • Jeder Tag sollte Sport enthalten. Besonders venenfreundliche Sportarten sind Schwimmen, Radfahren, Wandern und Walking.


Nichtrauchen leicht gemacht
Der sichere Weg zur letzten Zigarette
(1.920 Zeichen)

(dgk) Dass Rauchen ungesund ist, weiß auch jeder Raucher. Dem blauen Dunst jedoch für immer abzuschwören ist nicht so einfach. Doch nicht nur Pflaster und Kaugummi helfen, der Zigarette Adieu zu sagen, ohne dass sie einem fehlt.

Nikotinpflaster oder -kaugummis aus der Apotheke mindern die Entzugserscheinungen. Sie führen dem Körper über die Haut bzw. Mundschleimhaut kleine Mengen Nikotin zu, so dass das Rauchverlangen schrittweise abnimmt, behutsam auf die Dosis auf Null heruntergefahren wird und die Stimmung und Konzentration besser werden. Das hilft über die erste harte Zeit hinweg und der Körper kann sich schon entgiften.

Lutschtabletten wirken ähnlich wie der Kaugummi, jedoch werden höhere Blutspiegel erreicht. Man darf nicht mehr als 15 pro Tag lutschen. Ein- bis zweimal pro Stunde können bei starkem Tabakkonsum angewendet werden. Diese Dosis soll dann über 8 bis 12 Wochen langsam verringert werden. Wichtig: Wer doch wieder mit dem Rauchen anfängt, muss die Mittel absetzen, um nicht im Übermaß Nikotin zuzuführen. Andernfalls drohen Vergiftungserscheinungen. Herz und Kreislauf, Magen und Darm werden stark belastet.

Zudem gibt es mittlerweile auch Pillen gegen das Rauchen, die ganz ohne Nikotin auskommen, aber dessen Wirkungen aufs Gehirn nachahmt. Sie sollen die Lust auf Zigaretten vertreiben, und das bei schwachen Entzugssymptomen und minimalem Suchtrisiko. Die Nebenwirkungen sind allerdings nicht ohne und reichen von Erbrechen und Kopfschmerzen bis zu Angstzuständen.

Bei alledem nicht vergessen: Alte Gewohnheiten schafft kein Medikament aus der Welt. Wer Versuchungen erliegt, muss am Suchtverhalten arbeiten – und lügt sich in die eigene Tasche, wenn er sein Scheitern Pflaster und Pille ankreidet. Beginnen Sie mit dem Abgewöhnen am besten in einer Zeit körperlicher und geistiger Ruhe und Entspannung, zum Beispiel im Urlaub. Dann entfallen viele typische Rauchrituale und neue Eindrücke lenken Sie vom Rauchverlangen ab. Ersetzen Sie die Zigarette nicht durch Süßigkeiten und greifen Sie lieber zu gesundem Obst und Gemüse. Gönnen Sie sich von den gesparten Ausgaben für Zigaretten lieber mal Dinge, die Ihnen Freude machen.

Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke / Ausgabe 9 A/2006 (1. September)


MELDUNGEN

DGK-Gesundheitstipps beim TV-Wartezimmer
(1.555 Zeichen)

(dgk) Patienten können sich heutzutage im Wartezimmer die Zeit mit Unterhaltungsprogrammen, medizinischen Informationssendungen und Nachrichten verkürzen. Das Wartezimmer TV bietet ab 10. Juli 2006 auch wertvolle Gesundheitstipps aus dem Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK).

Die durchschnittliche Wartezeit in deutschen Arztpraxen beträgt 48 Minuten*. Das „TV-Wartezimmer“ aus Freising bietet Abwechslung und zugleich Nützliches: ein tagesaktuelles Rahmenprogramm im Wechsel mit praxisindividuellen Patienteninformationen auf großflächigen, digitalen Bildschirmen. Rund 1.500 Arztpraxen in ganz Deutschland und mehr als 100 in Österreich bieten ihren Patienten im Wartezimmer bereits diesen Service. Dank der Zusammenarbeit mit dem DGK werden Patienten beim Warten nun auch mit prägnanten Gesundheitstipps versorgt: Das DGK liefert Tipps rund um die Themen Impfschutz, Rückenschmerz, gesunde Zähne, Haut- und Sonnenschutz, Reisen, Schutz vor Insektenstichen, Unfallverhütung, gesunde Ernährung und vieles mehr.

„Patienten sind in der Wartesituation sehr aufnahmefähig, besonders natürlich, wenn es um das Thema Gesundheit selbst geht“, erläutert Geschäftsführer Markus Spamer die Grundidee des Wartezimmer-Fernsehens.

Das TV-Wartezimmer-Programm reicht von regionalisierten Wettermeldungen, tagesaktuellen Nachrichten, Gesundheits-, Wellness- und Reisemagazinen über Tier- und Naturfilme bis zu Fitness-Tipps vom Deutschen Sportbund. „Wissensbissen“ von Discovery Channel und aktuelle Kinotipps runden das Angebot ab. Die jeweilige Praxis stellt über TV-Wartezimmer zudem nicht nur das eigene Team vor, sondern informiert über Sprechzeiten, Notdienste oder Besonderheiten des jeweiligen Teams. Weitere Informationen und der aktuelle Spot zum Thema Zeckenschutz unter www.dgk.de

* Eine Studie aus dem Jahre 2004, die die Beratung und Strategie-Entwicklung sowie Analysen prüfte (IFABS), stellte fest, dass man beim Arzt durchschnittlich 48 Minuten im Wartezimmer warten müsse. Die längsten Wartezeiten verbuchten beispielsweise die Neurologen mit 71 Minuten. Bei Allgemeinmedizinern beträgt die Wartezeit 56 Minuten, bei Praktischen Ärzten 64 Minuten, wie es in der 'Ärzte Zeitung' am 04.05.2004 zu lesen war. Patienten internistischer Ärzte hatten eine durchschnittliche Wartezeit von 53 Minuten in Kauf zu nehmen. Die niedrigste Wartezeit stellte man bei den Chirurgen fest, dort wartete man statistisch gesehen 21 Minuten auf eine Behandlung.


Zukunft der Schmerztherapie nicht gesichert
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(dgk) Die Politik versucht gegenwärtig durch eine Reform des Gesundheitssystems die Versorgung kranker Menschen zu sichern. Angesichts knapper Kassen ist nicht damit zu rechnen, dass ohnehin benachteiligte Patienten wie chronisch schmerzkranke Menschen nun besser gestellt werden. Und auch die Schmerztherapeuten haben wenig Hoffnung auf Besserung, wie eine aktuelle Blitzumfrage unter 365 Mitgliedern der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) ergab.

Demnach erwarten über 90 Prozent der niedergelassenen Kopfschmerzspezialisten aufgrund des Arzneimittelspargesetzes eine deutliche Verschlechterung der medikamentösen Versorgung ihrer Patienten und fühlen sich gleichzeitig durch die gegenwärtige Honorierung in ihrer Existenz bedroht. Trotzdem haben in den letzten Wochen nur etwa 35 Prozent ihre schmerztherapeutische Tätigkeit stärker eingeschränkt. „Das ist ein deutliches Zeichen für die Leidensfähigkeit der Kollegen und den hohen moralischen Anspruch gegenüber den eigenen Patienten“, sagt Dr. Jan-Peter Jansen, Leiter des Ostdeutschen Kopfschmerzzentrums in Berlin und Initiator der Umfrage. Er glaubt aber, dass viele Praxen die aktuelle Situation nicht lange durchhalten werden. „Irgendwann sind die organisatorischen Einsparpotentiale aufgebraucht. Dann müssen wir notgedrungen an der Versorgung sparen, ob wir wollen oder nicht“, so Jansen weiter.

Gegenwärtig verbringt ein Schmerzpatient schon durchschnittlich elf Jahre mit der Suche nach einer geeigneten Therapie. Die Gründe dafür sind vielfältig. Noch immer ist Schmerz-therapie an den Universitäten kein Lehrfach. Außerdem wird der Schmerz nicht von allen Ärzten als eigenständiges Krankheitsbild erkannt und anerkannt. Letztlich gibt es auch zu wenige ausgebildete Therapeuten. Und daran wird sich in Zukunft wohl nichts ändern. Denn von den angestellten DMKG-Mitgliedern überlegen zwar viele, sich mit einer eigener Praxis niederzulassen, aber durch die aktuelle Situation im Gesundheitswesen haben 90 Prozent der Umfrageteilnehmer dieses Vorhaben zurückgestellt. „Neben der Unsicherheit über die Zukunft des Gesundheitssystems beklagen viele Kollegen auch das unerträglich hohe Maß an Bürokratie“, sagt Jansen. Und ergänzt: „Dabei würde ich am liebsten den ganzen Tag in Ruhe meine Patienten behandeln.“ Doch davon ist der Alltag eines Schmerztherapeuten derzeit weit entfernt.

Kontakt: Ostdeutsches Kopfschmerzzentrum, Dr. Jan-Peter Jansen, Schönhauser Allee 172 a, 10435 Berlin.


Schlankmacher Wasser
(770 Zeichen)

(dgk) Viele Diäten empfehlen seit jeher, während einer Abnehmkur ausreichend Wasser zu trinken, weil Wasser kalorienfrei den Magen füllt und so den Hunger dämpft.

Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Michael Boschmann von der Franz-Vollhard-Klinik am Berliner Clinical Research Center Charité haben festgestellt, dass Trinkwasser nicht nur keine Kalorien hat, sondern vielmehr sogar Kalorien verbraucht. Bei einem Testversuch mit neun übergewichtigen Menschen fand man heraus, dass bei einem Genuss von zirka 1,5 bis 2 Litern Wasser – zimmerwarmes Wasser ohne Kohlensäure – etwa 100 Kilokalorien verbraucht wurden. Ganz abgesehen von diesem prima Nebeneffekt: In den heißen Sommertagen ist viel Wasser trinken ein Muss. Auch Leitungswasser eignet sich hierzulande dank seiner guten Qualität hervorragend als Durstlöscher und leistet einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs.

Quelle: Boschmann, Steiniger, Brüser, Franke, Adams, Zunft, Luft und Jordan: Wasser-induzierte Thermogenese bei Übergewichtigen. 20. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, Hamburg, 7.- 9. Oktober 2004.


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Kirschsaft beugt Muskelkater vor
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(dgk) Kirschsaft vor und nach dem Sport hält die Muskeln fit und kann Muskelkater vorbeugen. Darauf deutet eine kleine Studie amerikanischer Wissenschaftler um Declan Connolly, Burlington, hin.

14 Sportler hatten drei Tage vor und vier Tage nach dem Training zweimal täglich je 0,34 Liter mit Apfelsaft verdünnten Kirschsaft getrunken und wurden danach auf ihre Leistungsfähigkeit und auf Muskelschmerzen getestet. Die Hälfte der Probanden erhielt bei den Tests eine Art Placebo-Getränk, das mit Farbstoff, Geschmacksstoffen und Zucker versehen und so echtem Kirschsaft zum Verwechseln ähnlich war. Die Freiwilligen absolvierten ihre Übungen an einem Trainingsgerät, an dem sie ungewohnte Bewegungen auszuführen hatten. Die Wissenschaftler maßen vor und in den Tagen nach dem Training die Spannung, Bewegungsfähigkeit und Kraft der Muskeln. Auch ließen sie die Probanden mögliche Muskelschmerzen auf einer Skala von eins bis zehn bewerten. Alle Experimente wiederholten die Wissenschaftler zwei Wochen später, wobei nun alle Sportler, die zuvor den Kirschsaft getrunken hatten, das Placebo-Getränk bekamen.

Der Kirschsaft wirkt sich vor allem positiv auf die Muskelkraft aus, ergab die Auswertung: Während sie bei den „Placebo-Trinkern“ nach dem Training um 22 Prozent absank, fiel sie bei den Kirschsaft-Konsumenten nur um etwa 4 Prozent ab. Dieser schützende Effekt hielt noch 96 Stunden nach dem Training an. Auch bei den Muskelschmerzen zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen beiden Gruppen. So lag der durchschnittliche Schmerzindex mit Kirschsaft niedriger, und der Höhepunkt des Schmerzes war bereits nach 24 Stunden überschritten, während die Konsumenten des Placebo-Getränks erst nach 48 Stunden von einem Abklingen des Schmerzes berichteten.

Kirschsaft eignet sich daher effektiv zur Vorbeugung und Behandlung von Muskelschäden, schließen die Forscher aus den Ergebnissen. Sie führen die Schutzwirkung auf die in dem Obst enthaltenen Antioxidantien und entzündungshemmenden Stoffe zurück. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass der Konsum von 45 Kirschen pro Tag nachweislich die Konzentration von Substanzen im Blut senkt, die bei Entzündungsreaktionen entstehen.

Quelle: Declan Connolly (Universität von Vermont, Burlington) et al.: British Journal of Sports Medicine, Online-Vorabveröffentlichung, doi.10.1136/bjsm2005.025429


Fußballer und Glatzengefahr
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(dgk) Die „Matte“ war einmal: Zur WM 2006 mögen es die Kicker kurz. Zinedine Zidane, Wayne Rooney oder David Beckham, viele Stars am Fußballhimmel glänzen nicht nur spielerisch, sondern auch optisch durch markante Kurzhaarschnitte – weil die natürliche Haarpracht nicht mehr ganz so üppig ausfällt. Für das Phänomen der Glatzenbildung bei Fußballprofis lieferten Mediziner von der Emory University of Atlanta jetzt den gesicherten Beleg: Wer als Profi Fußball spielt, steht unter massivem Stress, so dass der Gehalt der Hormone Testosteron und Cortisol mit jeder verpatzten Torchance in die Höhe schnellt. Ein Effekt, der letzten Endes Spielern die Haare nicht nur zu Berge stehen, sondern auch ausfallen lässt. Publiziert wurde die Studie im Fachblatt Psychology & Behaviour.

Doch: Nicht jede Glatze ist wirklich ein Beweis von Panik oder Dauerstress. Jeder Haarausfall hat eine andere Ursache. Mittlerweile hat die Wissenschaft jedoch enorme Fortschritte gemacht. Es gibt verschiedene seriöse Ansätze, die Glatzenbildung aufzuhalten und zu verhindern – auch ohne gleich eine Dopingaffäre zu verursachen.

Quelle: D. A. Edwards, K. Wetzel, Dr. R. Wyner: Physiology & Behaviour; Nick Neave, Sandy Wolfson - University Northumbria


Die Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND informiert

Folge 3. Thema des Monats:
Der Blutdruck in der Schwangerschaft
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(dgk) Unser Körper wird von einer Blutmenge durchströmt, die etwa acht Prozent des Körpergewichts beträgt. Für eine Frau von 65 Kilogramm Körpergewicht sind das 5 bis 5,5 Liter. Hormonell reguliert steigt das Blutvolumen während der Schwangerschaft. Die Umstellungen im Herz-Kreislauf-System beginnen schon, wenn eine Schwangere gerade erst von ihren Umständen ahnt: mit der sechsten Schwangerschaftswoche (SSW). Zwischen der 30. und 40. SSW hat ist die Blutmenge um etwa 50 Prozent gestiegen und hat ihr Maximum erreicht.

Exkurs: Was ist der Blutdruck, wie misst man ihn?
Das Blut pulsiert im Körper. Der Druck, mit dem die „Wellen“ an den Gefäßwänden anstoßen, ist der Blutdruck. Er wird noch immer in der eigentlich veralteten Einheit mmHg gemessen, Millimeter der Quecksilbersäule. Die klassische Blutdruckmessung am Oberarm erfasst den Druck an der Brachialarterie. Der Blutdruck wird als Verhältnis von zwei Werten zu einander wieder gegeben: dem ersten, systolischen Wert, der „Herzauswurfphase“ und dem zweiten, diastolischen Wert, der „Herzfüllungsphase“. In Ruhe beträgt der Normalwert 100 bis 130 zu 60 bis 85. Wann die beiden Werte auf der Skala des Blutdruckmessgeräts abzulesen sind, hört man an den „Korotkow-Geräuschen“. Das sind Verwirbelungstöne, die nur bei einem bestimmten Druck der Arterien hörbar und durch das Stethoskop unter der Blutdruckmanschette übertragen werden.

In der Schwangerschaft hat der Körper viel zu versorgen, und das Herz damit auch viel zu pumpen. Deshalb ist auch der Blutdruck erhöht. Bei 140/90 mmHg ist die Schwelle zu Bluthochdruck (Hypertonie) erreicht. Jede zehnte Schwangere überschreitet ihn.

Die meisten von ihnen bringen ohne Probleme gesunde Babieys zur Welt, aber bei einigen Frauen birgt der hohe Blutdruck Risiken für sie und das Kind. Um diese früh zu erkennen und darauf reagieren zu können, findet keine Vorsorgeuntersuchung ohne Blutdruckmessung statt.

Risiko Präeklampsie
Eine Präeklampsie kündigt sich an inmit raschem Blutdruckanstieg und zeigt sich in massivern Wassereinlagerungen im Körper, Entstehung von Schwellungen (Ödemen) auch an untypischen Stellen wie den Händen, Gewichtszunahme von zwei Kilogramm oder mehr pro Woche und dem Nachweis von Eiweiß im Urin (Proteinurie).

Ein erhöhtes Risiko, eine Präeklampsie zu entwickeln, haben übergewichtige Frauen, Frauen, deren Hypertonie bereits vor der Schwangerschaft bestand oder schon in der ersten Schwangerschaftshälfte aufgetreten ist. Auch Frauen mit bestehenden Erkrankungen wie Nierenfunktionsstörungen, Diabetes mellitus, Lupus oder Sklerodermie sind häufig betroffen.
Die Risikofaktoren sind bekannt, aber die eigentliche Ursache der Präeklampsie ist es nicht. Daher wird auch der Urin bei jeder Vorsorgeuntersuchung mit kontrolliert.

Therapie der Schwangerschaftshypertonie
Idealerweise sollten Risikopatientinnen schon vor Eintreten der Schwangerschaft auf eine gesunde Lebensweise und innere Ruhe achten: Entspannungsübungen, ausreichend sportliche Betätigung, keine scharfen Gewürze, kein Alkohol, kein Nikotin.

In manchen Fällen bleibt eine medikamentöse Behandlung des Bluthochdrucks aber unvermeidbar. Einige Blutdrucksenker können eine verminderte Durchblutung des Babieys im Bauch und damit Wachstumsverzögerungen und Entwicklungsstörungen hervorrufen und werden daher nur nach sehr strenger Indikation verordnet. ACE-Hemmer und AT1-Rezeptorantagonisten müssen durch andere Medikamente ersetzt werden, die nicht mit Risiken für das Ungeborene behaftet sind.

Aber nicht nur die Medikamente, sondern gerade auch unbehandelter Bluthochdruck kann zu einer Unterversorgung des Kindes oder sogar zum Abort führen, denn die Plazenta ist schwach durchblutet, Fehlgeburten sind möglich.


Hinweis für Redaktionen:

Jedes Jahr werden Tausende von vermeidbar vorgeschädigten Kindern geboren. Weil die werdenden Eltern Risiken nicht gekannt, übersehen oder ignoriert haben. Diese Situation zu verbessern, ist Auftrag der Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND.

Die Initiative des Kinderzentrums München, der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, der Stiftung für das behinderte Kind und des Deutschen Grünen Kreuzes e.V. (DGK) informiert an dieser Stelle zehn Monate lang über einen Aspekt der Gesundheit „werdender Kinder“.

Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.

Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de

 


NEUES AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)

Bewegung schützt vor Schwangerschaftsdiabetes
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(dgk/DDZ) Der Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, ist die häufigste Stoffwechselerkrankung in der Schwangerschaft. Man versteht hierunter eine Störung im Zuckerstoffwechsel, die während einer Schwangerschaft beginnt oder erstmals entdeckt wird. Von 100 Schwangeren sind etwa 2 bis 4 Frauen betroffen. Unbehandelt birgt ein Gestationsdiabetes erhebliche Gesundheitsrisiken für die Mutter und das ungeborene Kind.

Ein Schwangerschaftsdiabetes wird in der Regel ab der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche entdeckt. In dieser Zeit nimmt natürlicherweise die Insulinempfindlichkeit der Zellen im Körper der Schwangeren ab. In der Folge wird nicht mehr soviel Glukose aus dem Blut in die Zellen geschleust, und der Blutzuckerspiegel kann leicht ansteigen. Verantwortlich hierfür sind die vom Mutterkuchen (Plazenta) gebildeten Hormone wie Östrogen, Gestagen und Human Placental Lactogen (HPL). Bei Frauen mit Gestationsdiabetes steigt die Blutglukose in dieser Zeit deutlich über das normale Maß hinaus an. Nach der Entbindung sinken die Zuckerwerte dann meist wieder in den Normalbereich. Allerdings haben Frauen mit Gestationsdiabetes ein deutlich erhöhtes Risiko, innerhalb der nächsten Jahre einen „richtigen“ Diabetes zu entwickeln: Etwa 50 Prozent aller Patientinnen mit Schwangerschaftsdiabetes sind im Laufe ihres weiteren Lebens von einem Typ 2 Diabetes (90 % aller Fälle) oder – in selteneren Fällen – von einem Typ 1 Diabetes betroffen.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes ansteigen lassen: älter als 30 Jahre zu sein, Übergewicht, Diabetes in der Familie, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Geburt eines mehr als 4 Kilogramm schweren Kindes in der Vergangenheit. Eine große Studie aus den USA hat jetzt bestätigt, dass darüber hinaus auch ein bewegungsarmer Lebensstil die Wahrscheinlichkeit für einen Gestationsdiabetes erhöht.

Die Wissenschaftler um Cuilin Zhang von der Harvard School of Public Health in Boston werteten Daten von 21.765 Frauen aus, die an der Nurses Health Study II teilgenommen hatten. Alle Frauen waren zwischen 1990 und 1998 mindestens einmal schwanger. Hierunter wurden 1.428 Fälle mit Gestationsdiabetes identifiziert.

Fragebögen erfassten in ausführlichen Angaben den Lebensstil und dem Grad der körperlichen Aktivität im Alltag der Teilnehmerinnen. Nach Auswertung aller Daten rechneten die Wissenschaftler aus den Ergebnissen zunächst andere Faktoren heraus, die das Gestationsdiabetes-Risiko ebenfalls beeinflussen (z. B. Body Mass Index, Ernährung etc.). Der Grad der körperlichen Aktivität wurde in 5 Stufen (Quintilen) eingeteilt: Stufe 1 umfasste das Fünftel der Frauen mit der niedrigsten körperlichen Aktivität, Stufe 5 das Fünftel der Teilnehmerinnen mit der meisten Bewegung im Alltag.

Das Ergebnis der Auswertung war eindeutig: Frauen aus der Stufe 5 (höchster körperlicher Aktivitätsgrad) hatten ein um 23 Prozent geringeres Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes als Teilnehmerinnen aus Stufe 1 (geringste körperliche Aktivität) (p = 0.002). Um das Gestationsdiabetes-Risiko zu senken, mussten die Frauen noch nicht einmal besonders „sportlich“ sein. Es reichte schon aus, dass man sich im Alltag insgesamt eher zügig bewegte. So hatten Frauen, die zwar keinem Ausdauersport nachgingen, aber durch rasches Laufen auffielen, ein um 34 Prozent niedrigeres Risiko als ihre Altersgenossinen, die ein eher „gemütliches“ Gangtempo bevorzugten.

Fazit:
Gerade für junge Frauen (ob mit oder ohne Kinderwunsch) ist es wichtig, auf ausreichend körperliche Bewegung im Alltag zu achten. So lässt sich allein mit einem aktiveren Lebensstil das Risiko für einen späteren Diabetes und den daraus möglichen gesundheitsschädigenden Folgen deutlich senken.

Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Zhang C, Solomon CG, Manson JE et al. A Prospective Study of Pregravid Physical Activity and Sedentary Behaviors in Relation to the Risk for Gestational Diabetes Mellitus. Arch Intern Med 2006; 166: 543-548


Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de


Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

Telefon: 02 11 / 33 82 – 2 00, Fax: 02 11 / 33 69 103



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