DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 47, 12 - 2006 - Themen: Rotavirus, Rotaviren, Erreger, Durchfall, Kinder, Epilepsie, Erste Hilfe, Epilepsie-Anfälle, Verletzungsgefahr, Solarium, Konservensonne, Sonne, bräunen, junge Haut, Creme, atopischer Wi
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Deutsches Grünes Kreuz, Deutsche Gesundheits Korrespondenz (dgk), Jg. 47, 12 - 2006 - Themen: Rotavirus, Rotaviren, Erreger, Durchfall, Kinder, Epilepsie, Erste Hilfe, Epilepsie-Anfälle, Verletzungsgefahr, Solarium, Konservensonne, Sonne, bräunen, junge Haut, Creme, atopischer Winterfuß, Diagnose, Selbsttests, Arztbesuch, weihnachten, weihnachtsbaum, Kugeln, Kerzen, Sylvester, Neujahrsvorsätze, elektronische Nase soll Krankheiten erkennen, Eisen, Frauen brauchen mehr Eisen, Tipps für einen katerfreien Neujahrsmorgen, Rezepte, LOBBY FÜR DAS KIND, ärztliche Schwangerenberatungen, Spende, Diabetes, DDZ, Gewichtsabnahme schützt vor Diabetes
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 47, 12 - 2006

Rotavirus – häufigster Erreger von Durchfall bei Kindern
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(dgk) Mediziner nennen ihn „Diarrhoe“ (griechisch: durchfließen), im normalen Sprachge-brauch ist von Durchfall die Rede, wenn ein Patient mehr als drei Mal pro Tag ungeformten bis wässrigen Stuhl hat.

Bei Babys sind Durchfallerkrankungen keine Seltenheit. Gestillte, ansonsten gesunde Babys haben oft mehrere dünne Stühle am Tag, das ist normal. Hält der Durchfall aber länger an und geht mit Fieber einher, kann es gerade bei Babys und Kleinkindern durch den hohen Flüssigkeitsverlust rasch zur Austrocknung und zu Störungen im Salzhaushalt kommen. Ein Gewichtsverlust von fünf Prozent oder mehr bringt das Kind in eine lebensbedrohliche Lage. Deshalb sollten Eltern rasch handeln und den Kinderarzt aufsuchen, wenn folgende Symptome beobachtet werden:

  • dünner, wässriger Stuhl länger als sechs Stunden
  • Müdigkeit, Apathie
  • Fieber und Erbrechen
  • eingesunkene Fontanelle
  • seltener Lidschlag
  • geringe Urinproduktion
  • Kind ist trinkfaul oder verweigert die Nahrung


Hat ein Kind Durchfall, schieben Eltern das gerne erst einmal auf die vielleicht gerade umgestellte Nahrung oder die Kostprobe vom „Erwachsenenteller“. Doch das ist selten der Grund. Schuld sind meist Infektionserreger, also Bakterien oder Viren. Eine Vielzahl Keime kommt dafür in Frage, zum Beispiel Samonellen, Noroviren, Adenoviren. Die weitaus häufigste Ursache für akute Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern, sind jedoch Rotaviren – und das weltweit. Es genügen schon etwa 100 Viren, um sich anzustecken.

Rotaviren vermehren sich in der Dünndarmschleimhaut. Ein bestimmtes Viruseiweiß wirkt toxisch, vergiftet also die Zellen, die dann absterben. Nun wird sehr schnell viel neue Schleimhaut gebildet, die aber sozusagen überreagiert und reichlich Flüssigkeit in den Darm abgibt. Dadurch leidet die Funktion, zuviel Wasser ist im Darm, Nährstoffe können nicht aufgenommen werden, die Darmbewegungen sind gestört. Folgen sind quälende Bauchschmerzen, wässrige Durchfälle, Erbrechen und Fieber. Und das über zwei bis sechs Tage. Mehr als 20 Brech- und Durchfallattacken pro Tag muss ein Kind ertragen. In den ersten beiden Lebensjahren sieht man häufig schwere Verläufe, ein Klinikaufenthalt ist für die Kleinen dann unabwendbar.

Seit diesem Sommer stehen nun auch in Deutschland Impfstoffe gegen Rotavirus zur Verfügung. Kein zusätzlicher Piks für die Babys, sondern „nur ein paar Schlucke“ Impfstoff sind notwendig. Babys können diese Impfung schon ab der 6. Lebenswoche bekommen und sind dann nach dem letzten „Schluck“ sicher geschützt. Der Schluckimpfstoff baut genau dort einen Schutzschild auf, wo Rotaviren Unheil anrichten, nämlich im Darm.

Gesunder Bauch – zufriedenes Kind Weitere Informationen enthält die Broschüre Gesunder Bauch – zufriedenes Kind. Diese erhalten Sie gegen Zusendung eines mit € 1,45 frankierten DIN-A5- Rückumschlages an: Deutsches Grünes Kreuz, Stichwort: Gesunder Bauch - zufriedenes Kind, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg.


Erste Hilfe bei Epilepsie-Anfällen
Hinlegen verringert Verletzungsgefahr
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(dgk) Mit rund 600.000 Betroffenen ist Epilepsie die häufigste neurologische Erkrankung in Deutschland. Das Verständnis für die Betroffenen ist jedoch mangelhaft, Vorurteile und Unverständnis sind an der Tagesordnung. „Häufig ist es auch Hilflosigkeit, mit der Außenstehende den Patienten begegnen. Bei einem akuten Anfall wissen viele Menschen nicht, wie sie reagieren soll“, sagt Dr. Dietmar Krause vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. in Marburg.

Epileptische Anfälle können sehr unterschiedlich verlaufen. Große Anfälle (generalisierter Anfall), bei denen der ganze Körper einbezogen ist, betreffen nur relativ wenige Erkrankte. Die bei weitem häufigste Form ist der fokale Anfall. Der Betroffene kann ein Zucken oder eine Steifigkeit in einer Hand, einem Arm oder einem Bein bemerken. Oft treten blitzartig kurze Halluzinationen auf, auch traumähnliche Empfindungen kommen vor. Wie sich der Anfall äußert, hängt davon ab, welche Gehirnregion betroffen ist. Er dauert normalerweise nicht länger als einige Minuten.

Erste Hilfe verringert die Verletzungsgefahr

Während eines Anfalles und kurz danach können Außenstehende für den Betroffenen wenig tun. Gibt es Anzeichen oder kündigt der Betroffene den Anfall an, ist es am besten, ihn hinzulegen. Das verringert die Verletzungsgefahr. Beengende Kleidungsstücke sollten geöffnet, gefährliche Gegenstände außer Reichweite gebracht werden. Wegen des möglichen Speichelflusses ist die stabile Seitenlage nach dem Anfall eine sichere Lagerungsposition. „Helfer sollten unbedingt Versuche unterlassen, den Anfall durch Schütteln, Anreden oder Wiederbelebungsmaßnahmen zu stoppen. Das ist unmöglich“, rät Krause. Verkrampfte Glieder dürfen nicht festgehalten, verkrampfte Hände nicht geöffnet werden. Wenn der Betroffene nach dem Anfall einschläft, sollte man ihn nicht wecken. Es ist meistens nicht notwendig, einen Arzt zu rufen. Das ist aber dann erforderlich, wenn der Betroffene länger als fünf Minuten krampft oder unter Atemnot leidet.

Therapie lässt sich meist verbessern

„Viele Anfälle ließen sich durch eine Optimierung der Therapie vermeiden. Gerade in letzter Zeit haben sich mit neuen Medikamenten auch die Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbessert“, erläutert Krause. Die Auswahl des Medikamentes richtet sich dabei nach der Anfallsform und den Bedürfnissen der Patienten. Neuere Wirkstoffe, wie das kürzlich zur alleinigen Therapie bei Epilepsie zugelassene Levetiracetam, haben dabei Vorteile: Das Medikament wird nicht über die Leber verstoffwechselt. Es gibt daher kaum Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Deshalb sind bei einer Therapie mit Antiepileptika der neuen Generation bei guter Wirkung deutlich weniger Nebenwirkungen zu erwarten als früher. „Epilepsie lässt sich also gut behandeln. Bis zu 80 Prozent aller Patienten werden durch die Therapie sogar anfallsfrei“, macht Krause den Betroffenen Mut, sich um eine optimale Behandlung zu kümmern.


Konservensonne? Bitte nicht auf junge Haut
Alternative: Feuchtigkeits-Lotions mit Bräunungseffekt
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Konservensonne? Bitte nicht auf junge Haut(dgk) Sonne aus der Steckdose ist schädlich für die Hautgesundheit – das weiß inzwischen fast jeder. Dennoch möchten viele Menschen das ganze Jahr über gebräunt sein. Dermatologen warnen seit Jahren davor, dass Menschen ihre Haut mehr als 50 Mal im Jahr der für sie verträglichen Dosis Sonne aussetzen. Ungeschützt dauert so ein Sonnenbad bekanntlich nur wenige Minuten, mit Sonnenschutz eingecremt einige Stunden. In einem normal sonnigen Jahr kann dieses Limit rasch ausgeschöpft sein – dann bleibt kein „Guthaben“ mehr für Besuche im Solarium. Viele tun es trotzdem.

Hautärzte kennen die Problematik der Überdosierung: Faltige Haut durch zerstörte Bindegewebsfasern, Pigmentflecken und Hautkrebs durch den UV-A-Anteil im Sonnenspektrum. Hautkrebs wird auch vom UV-B-Anteil des Sonnenlichts verursacht, auch der Sonnenbrand geht auf diese Konto. Durch UV-Leuchtstofflampen wirkt die Strahlung in enormer Intensität auf den ganzen ungeschützten Körper ein.

Die Haut Erwachsener besitzt wenige, schwache Selbstschutzmechanismen gegen die schädliche Wirkung des UV-Lichts. Die Haut junger Menschen verfügt kaum über diese Strukturen. Deshalb, und weil sich Kinder und Jugendliche ohnehin ausgiebig im Freien aufhalten, nimmt die Haut in jungen Jahren bereits den größten Teil der Sonnenbelastung des gesamten Lebens auf. Experten raten davon ab, dass Jugendliche unter 18 Jahren Solarien nutzen. Betreiber, die dieser Empfehlung folgen, erhalten ein Qualitätssiegel. Eine breite Unterstützung erfährt diese Selbstverpflichtung bislang aber nicht. Inzwischen erwägt deshalb das Bundesamt für Strahlenschutz ein gesetzliches Verbot des Sonnenstudio-Besuchs für Jugendliche.

Wer nicht auf Bräune verzichten, aber die eigene Haut gesund erhalten will, hat heute eine Alternative: Feuchtigkeits-Lotions mit Dihydroaceton (DHA). Die Substanz dringt nicht in die Haut ein, sondern reagiert mit der obersten Zellschicht der Haut, den Keratozyten (Hornzellen) und färbt sie in einem natürlichen Karamellton. Er hält solange, bis diese Hornzellen abgeschilfert werden – ein paar Tage. Täglich angewendet, lässt sich auf diese Weise eine zarte Bräune aufbauen. Aus Expertensicht ist dies eine gute Wahl für Menschen, die auf den Karamell-Teint nicht verzichten mögen: DHA ist eine unschädliche Zuckerart, die auch im Körper vorkommt.

Weitere Informationen dazu bei der Initiative für gesunde Haut: www.initiative-fuer-gesunde-haut.de. Die Initiative wird von Garnier unterstützt.


Seltsame Winterfüße
Der „atopische Winterfuß“ wird oft mit dem Fußpilz verwechselt
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(dgk) Weihnachtsmänner tragen zum Schutz vor kalten Füßen dicke Socken, große Stiefel oder auf dem Schlitten einen Winterfußsack. Langhaarige Hunde tragen nach einem Spaziergang im Schnee manchmal seltsame weiße Bommel an den Pfoten. „Eisfüße“ kennt jeder. Doch was ist ein „seltsamer Winterfuß“?

Der seltsame oder auch „atopische Winterfuß“ tritt tatsächlich überwiegend in den kalten Monaten auf. In Einzelfällen kann er jedoch bereits im Spätsommer entstehen. Sobald die Füße nicht mehr gut belüftet sind und in geschlossenen Schuhen und Nylonstrümpfen stecken, macht sich das an der Haut bemerkbar: Die Haut an den Fußsohlen und Zehenkuppen ist dann sehr trocken und rissig. An besonders beanspruchten Stellen entstehen schmerzhafte, oft auch blutende Risse. Betroffen sind vor allem bei Menschen, die außergewöhnlich stark auf Umwelteinflüsse reagieren, zum Beispiel Allergiker oder Menschen mit Neurodermitis. Wörtlich übersetzt heißt „atopisch“ „seltsam“ oder „ungewöhnlich“.

Im medizinischen Fachjargon wird der „seltsame Winterfuß“ auch Pulpitis sicca genannt. Er tritt besonders häufig bei Schulkindern bis zu Pubertät auf und kann sich danach bessern. Aber auch Erwachsene sind betroffen. Oft ist die Pulpitis sicca die Spätfolge oder Minimalvariante eines atopischen Ekzems und tritt in Kombination mit anderen Abweichungen wie trockener Haut, Lippenentzündungen, Risse an den Fingern, Fingerkuppen und Ohrläppchen oder Ekzemen am Unterlid und den weiblichen Brustwarzen auf. Bei Neurodermitikern können die Symptome zwischen zwei Schüben auftreten oder in chronischen Phasen in Kombination mit schuppender Haut in groben Hautfalten, wie zum Beispiel den Ellenbeugen.

Es kommt vor, dass der atopische Winterfuß mit Hautpilzerkrankungen verwechselt wird. An Hand von mikroskopischen Untersuchungen und durch das Anlegen einer Pilzkultur kann der Hautarzt feststellen, um welche Form es sich handelt. Da es Hautpilze gern feucht und warm mögen, siedeln sie sich eher zwischen den Zehen an, beim atopischen Winterfuß treten die Risse und Hautveränderungen meistens zuerst an den Fußsohlen und den Zehenkuppen auf und gehen erst dann in den Zwischenzehenbereich über. Für den Laien ist es schwierig, diese kleinen Unterschiede auf den ersten Blick zu erkennen.

Wichtig ist, dass ein „Hitzestau“ an den Füssen vermieden wird und die Füße gut belüftet sind. Stiefel und Halbschuhe sollten so oft wie möglich ausgezogen werden. Socken und Strümpfe aus kochfester Baumwolle sorgen für „ein gutes Klima am Fuß“. Vorbeugend wird eine regelmäßige Hautpflege mit pH-neutralen Präparaten empfohlen. Fußbäder sollten schonend lauwarm und mit rückfettenden Badezusätzen sein, denn herkömmliche Seifen trocknen die Haut zu sehr aus. Die Behandlung des atopischen Winterfußes gehört in fachmännische Hände und wird individuell auf den Hautzustand der Füße abgestimmt.

Fußbäder trocknen die Haut ausFußbäder trocknen die Haut aus, daher sollten rückfettende Badezusätze verwendet werden. Foto: photodisc


Diagnose im Wohnzimmer
Sind Selbsttests für Zuhause unproblematisch?
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Sind Selbsttests für Zuhause unproblematisch?(dgk) Ob Allergietest, Test zur Früherkennung von Krebs, Diabetes und Nierenschäden oder auch ein Speicheltest: Alles das gibt es mittlerweile im Internet oder in der Apotheke, ohne lange Wartezeit beim Arzt. Gesundheitstests für den Hausgebrauch werden immer beliebter. Doch wie verlässlich und sinnvoll sind diese Tests wirklich?

Nicht jeder Selbsttest, den man kaufen kann, ist uneingeschränkt empfehlenswert. Viele sind umstritten, etwa weil der Rückschluss vom Messergebnis auf eine Krankheit schwer fällt. Ein Selbsttest kann durch Irritationen oder unsachgemäße Anwendung ein positives Ergebnis zeigen, obwohl in Wirklichkeit gar kein Anlass zur Sorge besteht. Dies kann große Unsicherheit beim Patienten hervorrufen, etwa die Vorstellung, eine schwere Krankheit zu haben. Einige Tests erfordern eine äußerst genaue Durchführung, wobei die Anwendungsvorschriften nicht immer einfach sind.

    • Tests zur Früherkennung von Darmkrebs und anderen Darmerkrankungen reagieren in der Regel auf Blut im Stuhl. Hier ist präzises Vorgehen beim Testen sehr wichtig. Aber Blut im Stuhl, das sich auch in kleinen Mengen mit einem Teststreifen zu Hause nachweisen lässt, ist noch lange kein Indiz für fortgeschrittenen Darmkrebs. Vielmehr kommt es beispielsweise bei blutenden Hämorrhoiden zum gleichen Resultat. Auch eingenommene Medikamente können das Testergebnis verfälschen. Und manche Darmerkrankungen wie Darmpolypen bluten möglicherweise gar nicht. Eine Früherkennungsuntersuchung gegen Darmkrebs oder weitergehende Untersuchungen können diese Tests auf keinen Fall ersetzen.
    • PSA-Tests zur Erkennung eines Prostatakrebsrisikos messen die prostata-spezifischen Antigene im Blut. Der Test ist für Laien schwer durchzuführen, der Messwert nicht immer einfach zu interpretieren. Eine mögliche Ursache für einen positiven Wert kann Prostatakrebs sein. Aber auch andere Ursachen können den PSA-Wert beeinflussen, etwa Rad fahren, ein Samenerguss oder Medikamente, zum Beispiel gegen Haarausfall. Viele Fachleute weisen darauf hin, dass eine Reihe von Faktoren diesen Test verfälschen kann. Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt sind in jedem Fall der sicherere Weg.
    • Vollkommen abzuraten ist vom Selbsttest auf erfolgten Herzinfarkt. Wer glaubt, einen Herzinfarkt gehabt zu haben, sollte schleunigst einen Notarzt anrufen – und nicht auf das Ergebnis des Selbsttests warten. Damit wird lediglich wertvolle Zeit verschwendet.
    • Tests zum Vorhandensein von Geschwüren oder Heliobacter-Bakterien im Magen sollte man in der Arztpraxis oder Apotheke unter Anleitung ausführen, da auch hier Fehler bei der Anwendung und bei der Auswertung möglich sind.
    • Bei Tests zur Ermittlung von Blutfettwerten können die Werte durch die Nahrungsaufnahme oder gleichzeitige Medikamenteneinnahme beeinflusst werden. Nicht immer weisen die Gebrauchsanweisungen ausreichend auf solche Zusammenhänge hin.


Natürlich gibt es Selbsttest, die auch von Laien angewendet werden können. Weil sie auch recht zuverlässig und einfach anzuwenden sind, können Schwangerschafts-, Fruchtbarkeits-, Säure-Basen-Tests oder Teststreifen zur Bestimmung des Zuckergehaltes im Urin wertvoll sein. Wichtig: Ein positives Testergebnis sollte immer unbedingt eine genauere Kontrolle beim Arzt nach sich ziehen!

Sich zum Beispiel in der Apotheke gelegentlich den Blutzuckerwert oder Blutdruck messen zu lassen, kann ebenfalls sinnvoll sein. Solche Tests liefern schnell eine Aussage über aktuelle Werte und können, bei mehrmaliger Durchführung über einen bestimmten Zeitraum, als Screening-Methode nützliche Hinweise auf Grunderkrankungen geben.

Von medizinisch bis unterhaltsam: Online können Nutzer beispielsweise herausfinden, wie es um ihre körperliche und psychische Verfassung, um ihr Arzneimittelwissen oder auch ihre Vitaminversorgung steht. Tests auf Internetseiten können hilfreich sein, da sie meist als Fragebogen angelegt sind. Dieser kann dem Tester und seinem Arzt helfen herauszufinden, ob ein Risiko, erste Hinweise auf eine Erkrankung oder Störung vorliegen. Diese Fragbogen sollen dazu anregen, mit dem Arzt darüber zu sprechen. Sinnvolle Beispiele finden Sie unter www.dgk.de.

Grundsätzlich gilt: Selbsttests sind nur zusätzlich zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll und niemals stattdessen. Sichere Ergebnisse kann nur der Arzt durch wesentlich aufwändigere Laboruntersuchungen oder andere Diagnoseverfahren liefern. Werden die Ergebnisse durch einen Fachmann begutachtet und ausgewertet, ist die Sicherheit größer, dass auch ein korrekter Bezug zum gesamten Gesundheitszustand des Patienten und mögliche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Testergebnissen hergestellt wird. Auch weiß ein Arzt, welche Faktoren ein Testergebnis möglicherweise beeinflussen und sogar verfälschen können. Solche Tests helfen Risikofaktoren und Verdachtsfälle wichtiger Gesundheitsstörungen aufzudecken. Die weitere Abklärung, Diagnose und gegebenenfalls Therapie sollte dann aber unbedingt durch den Arzt erfolgen.


Rund um den Weihnachtsbaum
Schöne Bescherung: Kugeln, Kerzen oder Knetmasse?
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Kugeln, Kerzen oder Knetmasse?(dgk) Hätten Sie es gewusst? Der erste Schritt vom bloßen Grün in den Stuben zum geschmückten Weihnachtsbaum vollzog sich um 1400. Der älteste Bericht zeugt von einem mit Äpfeln, Oblaten, Nüssen und Lebkuchen geschmückten Baum, der im Jahr 1419 von der Zunft der Bäckerknechte in Freiburg im Breisgau aufgestellt wurde. Dieser einfache Schmuck wurde häufig durch Papierblumen, Zuckerstangen, Käse oder Wurst ergänzt und durfte von den Kindern geplündert werden. So berichtet es das Weihnachtsmuseum in Rothenburg ob der Tauber.

Alle Jahre wieder... Auch in den kommenden Wochen werden in Deutschland wieder Millionen Tannenbäume aufgestellt und geschmückt. Dabei muss es nicht immer hochglänzend sein: Rote Äpfel, Tannenzapfen, Nüsse, selbst gebackene Kekse und Sterne aus Stroh, Filz oder buntem Recyclingpapier bringen ebenso Farbe in den Weihnachtsbaum wie Baumschmuck aus Holz, Glas, Knete, Ton oder Salzteig. Denn: Manch gängiger moderner Baumschmuck birgt leider auch Risiken für die Umwelt und die Gesundheit.

    • Christbaumkugeln bestehen aus einem ganz speziellen Glas oder - neuerdings - aus Kunststoff. Ihre sterblichen Überreste gehören nicht in den Altglascontainer, sondern in den Restmüll. Achten Sie zudem bei sämtlichem Christbaumschmuck, bunten Engels- oder Weihnachtsmannfiguren darauf, dass lösungsmittelfreie Farben und Lacke verwendet wurden.
    • Glitzer-, Schnee- oder Goldsprays kommen auf keinen grünen Zweig. Kunstschnee aus der Dose beispielweise enthält Lösungsmittel und Treibgase. Er ist gesundheitsschädlich und außerdem leicht brennbar. Auch Möbel, Textilien und Kunststoffe können davon angegriffen werden. Für „Schnee“ auf den Zweigen verwenden Sie besser kleine Wattetupfen. In Gold- und Silbersprays sind schwermetallhaltige Bronzepigmente, Kunstharzbindemittel und gesundheitsschädliche Lösungsmittel enthalten. Die leeren Dosen gehören wiederum in den Sondermüll.
    • Das alte, schwere Stanniol-Lametta aus Großmutters Zeiten, das hier und dort immer noch benutzt wird, besteht nach Angaben des Umweltbundesamtes zu 98 Prozent aus Blei. Es darf also keinesfalls zusammen mit dem Weihnachtsbaum in die Kompostierungsanlage geraten, sondern ist schlicht Sondermüll. Auch die leichteren Lametta-Sorten aus Aluminium oder Kunststoff haben es in sich: Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hessen setzen die chlorierten Kunststoffstreifen bei der Verbrennung Krebs erregende Stoffe frei.
    • Dünne goldene Schmuckfäden, so genanntes Feen- oder Engelshaar, bestehen häufig aus Glaswolle. Deshalb können Splitter in die Haut und vor allem in die Augen gelangen. Dieses Engelshaar gehört keinesfalls in Kinderhände.


Kerzen oder Lichterkette?

Wer sich für elektrische Beleuchtung entscheidet, senkt das Risiko für einen Brand. Aber auch die Lichterketten haben ihre Sicherheitstücken. Die Beleuchtung für den Weihnachtsbaum ebenso wie die dazugehörigen Trafos sollten auf jeden Fall das Zeichen für Geprüfte Sicherheit (GS) tragen. Noch immer befinden sich Lichterketten im Handel, die das GS-Zeichen gar nicht oder nur auf einer Komponente tragen. Lametta oder Engelshaar darf nicht mit unter Spannung stehenden Teilen der Lämpchenkette in Kontakt kommen. Es könnte sonst ein Kurzschluss entstehen. Auch Dekorationen aus Papier, Stroh und Filz sollten Sie möglichst von den Lämpchen entfernt anbringen.


Alle Jahre wieder
So halten Sie gesunde Neujahrsvorsätze durch
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Alle Jahre wieder(dgk) „Ab sofort nur noch Salat und Knäckebrot, nie wieder Süßigkeiten, keine Zigarette mehr und dreimal die Woche Sport...“ Vor allem zum Jahreswechsel werden gute Vorsätze schnell gefasst. Leider scheitern mehr als 80 Prozent schon nach wenigen Tagen. Bei den meisten Menschen bleibt alles beim Alten.

Nicht zu viel auf einmal: Konzentrieren Sie sich auf eine Sache!

Die Wissenschaft sucht schon lange nach den Gründen, warum wir trotz aller Entschlossenheit, etwas zu ändern, immer wieder scheitern. Fest steht mittlerweile, dass sich viele Menschen einfach zu hohe und vor allem zu viele Ziele auf einmal stecken. Wer gleichzeitig mit dem Rauchen aufhören und abnehmen möchte, ist beinahe zwangsläufig zum Scheitern verurteilt. Weniger ist oft mehr. Konzentrieren Sie sich lieber auf eine Sache.

Stück für Stück und Schritt für Schritt vorgehen!

Wer bislang seine Zeit allabendlich auf dem Sofa verbracht hat, wird es kaum schaffen, sich plötzlich täglich sportlich zu betätigen. Beginnen Sie langsam und steigern sich stetig. Formulieren Sie die Ziele konkret: „Jeden Montag nach Dienstschluss schwimmen gehen, in der Kantine nur Salat oder Gemüse“. Denken Sie schon im Vorfeld darüber nach, was Ihre Ziele behindern könnte: Entwickeln Sie konkrete Strategien, wie Sie mit diesen Hindernissen umgehen werden. Je realistischer und durchdachter die guten Vorsätze sind, desto seltener müssen sie zum nächsten Silvester erneut gefasst werden. Notieren Sie Ziele und tägliche Erfolge in einem Tagebuch.

Behalten Sie Ihr Ziel nicht für sich!

Machen Sie aus Ihren guten Vorsätzen kein Geheimnis, sondern erzählen Sie Familie, Freunden und Kollegen davon. Bitten Sie die anderen, Sie in Ihrem Vorhaben zu stärken. Das spornt an. Ein fester Begleiter an der Seite hilft, wenn die Moral einmal in den Keller sinkt.

Vorsätze realistisch umzusetzen, heißt auch, den richtigen Zeitpunkt dafür zu finden – das muss nicht der Jahresbeginn sein. Am besten startet man solche Vorhaben in einer stressfreien Zeit. Dann sind Körper, Geist und Seele offen für eine Veränderung.

Mehr über dieses Thema lesen Sie auch im Ratgeber aus Ihrer Apotheke/ Ausgabe 12B/2006 (15. Dezember 2006)


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Bitte ausatmen! Elektronische Nase soll Krankheiten erkennen
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(dgk) Beim Aufspüren von Drogen oder Sprengstoff benutzt die Polizei Spürhunde oder spezielle Geräte. Eine solche künstliche Nase soll zukünftig auch in Krankenhäusern zum „Schnüffel-Einsatz“ kommen: Zur Diagnose von Erkrankungen bzw. zum Erkennen von Krankheitssignalen durch die Analyse der Atemluft. Entwickelt wurde die „elektronische Spürnase“ von Wissenschaftlern des Institute for Analytical Sciences (ISAS) in Dortmund. Sie beruht auf der „Ionenmobilitätsspektrometrie“ (IMS), einer Variante der Spektroskopie. Dabei werden, stark vereinfacht, die Moleküle in der ausgeatmeten Atemluft nach Größe, Struktur und Ladungsdichte sortiert. Das Ergebnis ist ein Profil, gewissermaßen ein Fingerabdruck der Atemluft, die bei verschiedenen Krankheiten verändert ist.

Denn manche Krankheiten kann man tatsächlich riechen. Ein leicht süßlich-fruchtiger Acetongeruch etwa deutet auf Diabetes, Ammoniakgeruch im Atem auf Nierenversagen, ein Geruch nach frischem Brot auf Typhus. Nach Auskunft von Dr. Michael Westhoff von der Lungenklinik Hemer wurde die elektronische Nase bereits bei Patienten mit Lungenkrebs, Lungenentzündung oder Sarkoidose der Lunge (Morbus Boeck: verstärkte Immunaktivität, Granulombildung) eingesetzt. Krebspatienten konnten mit einer Fehlerrate von nur 1,3 Prozent erkannt werden. Beim Lungenkrebs misst das Gerät vermutlich flüchtige Moleküle, die von zerfallenden Tumorzellen an die Atemluft abgegeben werden. Was bei der Sarkoidose die Veränderungen auslöst, ist unklar. Hier ist eine größere Studie geplant. Die Technik befindet sich noch im Anfangsstadium. Mit einem Einsatz in Kliniken ist frühestens in ein bis zwei Jahren zu rechnen.

Quelle: I. Schultz-Hanke: Nichtinvasive Lungenkrebsdiagnostik via Atemluftanalyse
DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift 2006; 131 (41): S. 2261


MELDUNGEN

Frauen brauchen mehr Eisen
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(dgk) Sind Sie müde, schlapp, unkonzentriert und anfälliger für Erkältungskrankheiten? Schmerzt das Schlucken, sind Ihre Haare oder Nägel brüchig, Ihre Haut blass oder trocken und die Mundwinkel eingerissen? Das könnte auf einen Eisenmangel hindeuten. Auch kalte Hände und Füße, Schlaflosigkeit, Libidostörungen und Impotenz sind Symptome.

Eisenmangel gehört zu den am häufigsten auftretenden Ernährungs-Mangelerscheinungen der westlichen Welt. Untersuchungen haben ergeben, dass etwa die Hälfte aller Frauen an Eisenmangel leiden. Dennoch handelt es sich nicht um eine Bagatell-Erkrankung, denn aus einer Eisenunterversorgung kann sich eine chronische Eisenmangelanämie (Blutarmut) entwickeln. Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin, der für die Sauerstoffversorgung essentiell ist. Daneben ist Eisen an vielen Stoffwechselprozessen des Körpers beteiligt. Frauen brauchen pro Tag etwa zwei Milligramm Eisen, für Männer reicht die Hälfte. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf höher, daher sollten vor allem werdende Mütter ihren Eisenspiegel regelmäßig kontrollieren lassen.

Die Ursachen für einen Eisenmangel sind vielfältig. Neben einer unzureichenden Ernährung kommen auch Blutverluste, etwa bei einer starken Monatsblutung und der Geburt, durch ein Magengeschwür, eine Gastritis oder Hämorrhoiden, Verletzungen, Operationen, Dialyse-Behandlungen sowie häufigen Blutspenden, in Frage. Wenn Kinder zu wenig Eisen bekommen, kann sich ihre geistige und körperliche Entwicklung verzögern.

Eisenpräparate sollte man keinesfalls auf eigene Faust einnehmen. Bei einer Überdosierung kann es zu Nieren- und Leberschäden kommen. Wer bei sich einen Eisenmangel vermutet, sollte einen Arzt aufsuchen. Tabletten mit Eisensalzen werden teilweise als Kur über längere Zeit eingenommen. Um die Eisenvorräte wieder aufzufüllen, dauert die Behandlung mindestens drei Monate. In schwerwiegenden Fällen kann das Eisen als Infusion in die Vene gegeben werden. Eisen ist vor allem in Fleisch, Getreide und Hülsenfrüchten enthalten. Der Körper kann tierisches Eisen aus der Nahrung besser aufnehmen als pflanzliches. Wichtig sind zusätzlich Vitamin-C-reiche Lebensmittel wie Obst oder Paprika, da dies die Aufnahme von Eisen im Magen-Darm-Trakt erleichtert.


Tipps für einen katerfreien Neujahrsmorgen
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(dgk) Alkohol in der Silvesternacht ist für viele nicht wegzudenken; auf Brummschädel, Gliederschmerzen, Durst und Übelkeit am nächsten Morgen würden sie jedoch lieber verzichten. Hier einige Tipps, die dem Neujahrskater die Krallen stutzen:

Alkohol ist ein Nervengift, das unser zentrales Nervensystem und sämtliche Stoffwechselfunktionen schädigt. Daher ist der wichtigste Grundsatz, den Alkoholkonsum am Silvesterabend im Rahmen zu halten. Die alkoholfreien Varianten von Cocktail, Bowle & Co. sollten unbedingt einen festen Platz im Getränkeangebot haben. Als Faustregel gilt: Auf jedes alkoholhaltige Getränk sollte ein großes Glas natriumreiches Mineralwasser folgen. Das reduziert die Alkoholaufnahme, verbessert die Flüssigkeitsbilanz und der Körper trocknet nicht aus.
Denn Alkohol schwemmt Wasser und wichtige Mineralstoffe wie Natrium, Magnesium und Kalium aus dem Körper. Der Mangel an Wasser und Mineralstoffen ist der Hauptverursacher der Kopfschmerzen und des Nachdurstes am Morgen danach. Auf dem Silvesterbuffet sollten viele mineralstoffreiche Speisen wie Rollmops, Käsehäppchen, eine kräftige Suppe, Obst oder Nüsse stehen. Diese füllen die Mineralstoffspeicher vorab auf, damit sie dem Alkohol standhalten können.

Die erste Regel für den Neujahrsmorgen ist, den strapazierten Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt schnellstmöglich auszugleichen. Reichlich Mineralwasser und ein Glas Gemüsesaft, gewürzt mit Salz, sind dafür ideal. Das klassische Katerfrühstück steht ganz im Zeichen der Vitamine und Mineralstoffe: Heringssalat, saure Gurken, Rührei und eine kräftige Bouillon, Vollkornbrot mit herzhaftem, aber magerem Belag, Obst oder Rohkost, Quark oder Joghurt machen munter, satt und fit. Eine Magnesium-Brausetablette kann hilfreich sein, da Alkohol ein wahrer „Magnesium-Killer“ ist. Dazu ist ein Spaziergang an der frischen Luft ideal, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.


WAS SIE SCHON IMMER WISSEN WOLLTEN:

Rot, blau, gelb oder grün: Rezepte gelten nicht ewig
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(dgk) Rot, blau, gelb oder grün: Die vom Arzt ausgestellten Rezepte und Verordnungen in den vier verschiedenen Farbkennzeichnungen haben jeweils eine andere Bedeutung und nur eine begrenzte „Haltbarkeit“, die noch dazu ganz unterschiedlich ist. Grundsätzlich gilt: Pro Rezept dürfen maximal drei Arzneimittel verordnet werden.

    • Das rote Kassenrezept (mit roter Farbe auf weißem Papier) ist das gebräuchlichste. „Kassenrezept“ heißt es deshalb, weil die verordneten Medikamente von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Dieses Rezept gilt vier Wochen ab dem Ausstellungsdatum.
    • Das blaue Privatrezept bekommen zunächst Privatversicherte. Sie können es bis drei Monate nach Ausstellung einlösen. Ein blaues Rezept bekommen auch gesetzlich Versicherte, wenn das verschriebene Präparat nicht zum Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung gehört und sie es daher in vollem Umfang selbst bezahlen müssen.
    • Betäubungsmittel oder starke Schmerzmittel werden auf einem gelben Rezept verordnet, dessen Verordnung strengen Auflagen und Reglementierungen unterliegt. Es muss sieben Tage nach Ausstellung eingelöst werden, sonst verfällt die Verordnung.
    • Das „Grüne Rezept“ ist eine Besonderheit: Dabei handelt es sich lediglich um eine Empfehlung des Arztes für rezeptfreie Medikamente. Sie müssen grundsätzlich aus eigener Tasche bezahlt werden. Das Grüne Rezept ist unbegrenzt gültig und kann beliebig viele Medikamente enthalten. Es dienst in erster Linie als Merkhilfe für den Patienten.


Folgende Angaben dürfen auf Ihrem Kassenrezept nicht fehlen: Krankenkassenname; Name, Anschrift, Geburtsdatum der Person, für die das Rezept ausgestellt wurde; bei BKK auch der Arbeitgeber, Nummer der Kasse, des Versicherten und des Vertragsarztes; Kennzahl für den Status des Versicherten (z. B. Angestellter), Gültigkeitsdauer und Ausstellungsdatum, Name, Fachgebiet(e) und Adresse des Vertragsarztes, Unterschrift, der eventuelle Hinweis auf Befreiung von Rezeptgebühren, Wirkstoff, Dosierung und Darreichungsform bzw. Name des Medikaments, wenn der Arzt das Kästchen „Aut idem“ angekreuzt hat.


DIE INITIATIVE „LOBBY FÜR DAS KIND“ INFORMIERT:

Ärztliche Schwangerenberatungen
Vorsorge aus Fürsorge
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(dgk) Viele Kinder, die geboren werden, haben in den vergangenen neun Monaten nicht den leichten Druck eines Ultraschallkopfs oder Wehenschreibers durch Mutters Bauch erlebt. Und ihre Mütter keine fachliche Beratung zu persönlichen Gesundheitsfragen und zu Fragen rund um die Familie wahrgenommen. Die Schwangeren haben die Termine für die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen versäumt oder gar ignoriert.

Dabei kann nichts die werdenden Eltern so sehr beruhigen wie diese Untersuchungen und Beratungsgespräche. Durch die regelmäßigen Schwangerschaftskontrollen können Fehlentwicklungen und Frühgeburten vermieden werden.

Die so genannte Mutterschafts-Richtlinie des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen gibt vor, wann eine Schwangere welche Vorsorgemaßnahme erhalten sollte. Entgegen der allgemeinen Rotstiftkultur sind in der ärztlichen Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung viele Untersuchungen möglich, die sonst von den Kassen nicht mehr getragen werden.

Zum Leistungskatalog gehören auch ausführliche Beratungsgespräche. Erhoben wird dabei die Krankheitsgeschichte (Eigen- und Familienanamnese) sowie eine Schwangerschafts-, Arbeits- und Sozialanamnese. Die Richtlinie sieht auch die regelmäßige Untersuchung kindlicher Herztöne durch ein Kardiotokogramm (CTG) und mehrmalige Ultraschall-Diagnostik vor. Standard sind serologische Untersuchungen unter anderem auf Lues (Syphilis), Röteln und Hepatitis B, bei begründetem Verdacht auch Toxoplasmose (Parasiten-Erkrankung, übertragen durch rohes Fleisch, rohen Schinken und seltener durch Katzenkot) und Cytomegalie (ein bestimmtes Herpesvirus). Der HIV-Test bedarf der Einwilligung der Schwangeren. Ein Zervix-Abstrich zu Beginn der Schwangerschaft kann Zeichen einer Chlamydieninfektion aufdecken.

Körperliche Untersuchungen beinhalten regelmäßige Blutdruck-Messungen und die Kontrolle der Gewichtsentwicklung. Blutentnahme und Urinkontrollen ziehen bei positivem Befund weitere bakteriologische Untersuchungen nach sich. Die Richtlinien geben Arzt und Mutter die Möglichkeit zur Früherkennung von „Risikoschwangerschaften“, die eine weitere gezielte Überwachung erfordern. Das kann zum Beispiel eine humangenetische Beratung oder Untersuchung sein.

Die Pränataldiagnostik bietet viele „Puzzleteile“ zu Früherkennung und Vorsorge: Den Eisenwert zu kennen ist wichtig, weil er Aufschluss über eine mögliche Unterversorgung und Blutarmut von Mutter und Kind geben kann. Den Urin zu untersuchen ist erforderlich, um beispielweise über enthaltenes Protein eine Gestose (schwangerschaftsbedingte Erkrankung: erhöhter Blutdruck, Eiweiß im Urin und Wassereinlagerungen) frühzeitig zu erkennen. Er wird routinemäßig auch auf rote und weiße Blutkörperchen, Nitrit, Glukose und Ketonkörper untersucht. Die Blutbestandteile und Nitrit geben Aufschluss über eine mögliche Infektion der Blase oder Niere, Glukose und Ketone über einen Gestationsdiabetes.

Im „Mutterpass“, den eine Schwangere beim ersten oder zweiten Besuch ihrer gynäkologischen Praxis ausgehändigt bekommt, werden alle diese Werte protokolliert. Er enthält neben ihren eigenen Ergebnissen auch Felder für die Befunde über die körperliche Entwicklung und Position des Kindes.

Vorsorgeuntersuchungen bedeutet Verantwortungsbewusstsein. Bei diesen Terminen werden zudem die Bewegungen des Kindes, seine Lage und Geräusche sichtbar und hörbar. Das sind in den meisten Fällen spannende Momente voller Glück. Und sollte ein Messergebnis ein auffälliges Ergebnis zeigen, weiß sich die Schwangere bei ihrer Frauenärztin, ihrem Frauenarzt in guten Händen. In vielen Fällen kann genau hier mit gezielter Behandlung Schaden vom Kind abgewendet werden.


Die Arbeit der ‚Lobby für das Kind’ trägt Früchte:
Spende an die Stiftung für das behinderte Kind
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(dgk) Im Rahmen des Symposiums der Stiftung für das behinderte Kind „Menschen mit Down-Syndrom - Genetik, Klinik, therapeutische Hilfen“ am 10. November 2006 in Berlin erhielt die Initiative „Lobby für das Kind“ eine erste Spende stellvertretend für die Stiftung für das behinderte Kind zur Förderung von Vorsorge und Früherkennung (www.stiftung-behindertes-kind.de).

Die Herstellerfirma von Pflegeprodukten für Kleinkinder, Bübchen, wird ab Dezember 2006 von jedem ihrer verkauften Produkte jeweils 10 Cent direkt an die Stiftung für das behinderte Kind abgeben. Symbolisch wurde in Berlin ein Blankoscheck übergeben. Im März 2007 wird die Stiftung dann den bis dahin erwirtschafteten endgültigen Betrag erhalten, damit sie ihre Arbeit effektiv und zum Wohle von Eltern und Kindern fortsetzen kann. „Erfahrungsgemäß erwarten wir einen Betrag in Höhe von etwa fünf Tausend Euro“, so der Marketingleiter Guido Jossé der Firma Bübchen.


Hinweis für Redaktionen:

Jedes Jahr werden Tausende von vermeidbar vorgeschädigten Kindern geboren. Weil die werdenden Eltern Risiken nicht gekannt, übersehen oder ignoriert haben. Diese Situation zu verbessern, ist Auftrag der Kampagne LOBBY FÜR DAS KIND.
Die Initiative des Kinderzentrums München, der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, der Stiftung für das behinderte Kind und des Deutschen Grünen Kreuzes e.V. (DGK) informiert an dieser Stelle zehn Monate lang über einen Aspekt der Gesundheit „werdender Kinder“.
Helfen Sie uns mit Ihrer Veröffentlichung, alle Eltern zu erreichen.
Internet: www.lobby-fuer-das-kind.de, E-Mail: lobby.kind(à)kilian.de

 


NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)

Gewichtsabnahme schützt wirkungsvoll vor Diabetes
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(dgk/DDZ) Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, um bei Übergewicht einer Typ-2-Diabeteserkrankung vorzubeugen, ist eine Gewichtsreduktion. Dies bestätigen Daten von 1.079 diabetesgefährdeten Personen, die in der DPP-Studie (DPP = Diabetes Prevention Program) mehr als drei Jahre lang beobachtet wurden: Bei den Teilnehmern konnte das Diabetesrisiko pro kg Gewichtsabnahme um 16 Prozent verringert werden.

Die DPP-Studie ist ein von den US-amerikanischen Gesundheitsbehörden gefördertes Projekt, an dem insgesamt 3.234 Typ-2-diabetesgefährdete Personen mit einer so genannten gestörten Glukosetoleranz (= Prädiabetes-Stadium) teilgenommen hatten. Ziel der Untersuchung war es zu prüfen, mit welchen Behandlungsmaßnahmen sich eine Diabeteserkrankung am besten aufhalten lässt. Hierzu wurden die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip einer der folgenden drei Gruppen zugeordnet:

Gruppe 1 erhielt präzise Anweisungen und Hilfestellungen für eine Lebensstil-Umstellung mit gesünderer, bedarfsgerechter Ernährung und mehr körperlicher Bewegung (= intensive Lifestyle-Intervention). Konkret bestanden die „Lifestyle-Maßnahmen“ aus einer Gewichtsreduktion von mindestens sieben Prozent des Ausgangsgewichts. Letztere sollte durch eine kalorien- und fettreduzierte Ernährung erreicht werden. Außerdem waren die Teilnehmer angehalten, sich körperlich mehr zu bewegen: mindestens 150 Minuten pro Woche. Zusätzlich wurde eine intensive mehrphasige Schulung zu den Themen Ernährung, Ernährungsverhalten und körperliche Aktivität angeboten. Gruppe 2 erhielt ein Diabetesmedikament und Gruppe 3 ein Plazebo.

Die Auswertung der Ergebnisse nach der dreijährigen Beobachtungsphase zeigte, dass die Teilnehmer aus der Gruppe mit der Lebensstil-Umstellung (Gruppe 1) viel seltener einen Diabetes entwickelten als die Kontrollpersonen aus Gruppe 3 ohne grundlegende Veränderung der Lebensgewohnheiten und ohne Diabetesmedikation. In einem nächsten Schritt sollte geprüft werden, welche Maßnahmen bei der Lebensstil-Umstellung besonders wichtig sind, um einen Typ-2-Diabetes zu verhindern oder zumindest aufzuhalten. Hierfür wurden die Daten von 1.079 Teilnehmern aus Gruppe 1 („Lifestyle-Gruppe“) noch einmal genauer analysiert.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der diabetesgefährdeten Personen aus der Lifestyle-Gruppe betrug 50,6 Jahre. Alle Teilnehmer waren übergewichtig bis stark übergewichtig. Nachdem aus den Ergebnissen der Einfluss von Ernährungsveränderungen und körperlicher Aktivität herausgerechnet wurde, bestätigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Gewichtsreduktion und Verringerung des Diabetesrisikos: Für jedes Kilogramm, das abgenommen wurde, sank das Risiko für eine Diabeteserkrankung innerhalb der nächsten Jahre um 16 Prozent. Bei der Gewichtsabnahme waren jene Teilnehmer am erfolgreichsten, die den Fettanteil in ihrem täglichen Ernährungsplan deutlich reduziert und mehr körperliche Aktivität in den Alltag eingebaut hatten. Ein häufiges Problem nach Gewichtsreduktion ist es, das niedrigere Körpergewicht zu halten: Hier zeigte sich vor allem Sport und Bewegung als sehr wirksam, um einen unerwünschten Jo-Jo-Effekt zu vermeiden.

Fazit: Diabetesgefährdete Personen schützen sich am besten vor einer Typ-2-Diabeteserkrankung, indem sie ihr Übergewicht reduzieren. Körperliche Aktivität hilft dabei, den Erfolg bei der Gewichtsabnahme langfristig zu halten.

Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin der Deutschen Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Hamman RF, Wing RR, Edelstein SL et al. Effect of weight loss with lifestyle intervention on risk of diabetes. Diabetes Care 2006; 29: 2102-2107


Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de
Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

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