DGK e.V. -Deutsche Gesundheits Korrespondenz Themen: Impfen, Meningokokken, Impfung, AGMK, Knochenschwund, Osteoporose, Volkskrankheit, Gehirn, Lernen, Epilepsie, Brucellose, reisen, Reisesouvenir, Touristen, Südeuropa, Milchprodukte, Diabetes, Sauna
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www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

 

 


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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 46, 10 - 2005

Ein sinnloser Tod
Meningokokkenimpfung hätte geschützt
(4.604 Zeichen)

(dgk) Robert* war gerade 13 Jahre alt geworden, als er starb. Er war ein Teenager, der Spaß an Sport hatte, mal mehr mal weniger gern zur Schule ging und sich Zeit nahm für seine Freunde. Und er war gesund. Bis zu jenem Freitag im Juni dieses Jahres, als er mittags aus der Schule kam und eigentlich nur auf seine Geschwister warten wollte, um mit ihnen zum Schwimmen zu gehen. Er hatte etwas Rückenschmerzen, aber seine Mutter konnte nichts feststellen, und so maßen sie beide dem zunächst keine große Bedeutung bei.

Dann folgten aber in kurzen Abständen weitere Symptome: Erst schmerzte ein Knie, dann war Robert schlecht. Da lag dann doch der Gang zum Arzt nahe. Auf dessen Frage, was der Junge gegessen hätte, antwortete dieser wahrheitsgemäß „Heute vormittag ein Fischbrötchen.“ Dieser Umstand führte zunächst auf die falsche Fährte, denn der Verdacht lautete auf „Fischvergiftung“. Robert ging es aber schon in der Praxis zusehends schlechter, er zitterte, hatte bereits Fieber und der Blutdruck war zu niedrig. Mutter und Sohn wurden nach Hause geschickt mit dem Hinweis, bei weiterer Verschlechterung in die Klinik zu gehen. Zu Hause angekommen fiel Robert in einen fiebrigen, unruhigen Schlaf. Seine Mutter fuhr bald darauf mit ihm zum Krankenhaus, denn das Fieber war stark angestiegen, der Junge konnte sich kaum noch auf den Beinen halten.

Er wurde untersucht, Blut abgenommen und wieder wurde der Verdacht auf Fischvergiftung laut. „Robert wollte freiwillig in der Klinik bleiben, so schlecht ging es ihm – eigentlich war er doch so ein Mamakind“, berichtet die Mutter.

Dann spitzte sich die Situation zu: Robert hatte Krämpfe, phantasierte, und dieser ansonsten so freundliche Junge beschimpfte im Fieber die Krankenschwestern und schlug um sich. Den mittlerweile erstellten Laboruntersuchungen wurde erst kein Glauben geschenkt, solche Werte könnten nicht vorkommen. Da Roberts Blutdruck drastisch gefallen war, wurde er auf die Intensivstation verlegt. Seine Mutter entdeckte plötzlich rot-violette Hautverfärbungen. Solche Hauteinblutungen sind ein untrügliches Zeichen für eine hochakut verlaufende Sepsis, also Blutvergiftung. Drei Stunden später war Robert tot.

Ursache war eine Meningokokken-C-Infektion. Die Untersuchung beim Nationalen Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) in Würzburg lässt keine Zweifel zu: „Bei dem Meningokokken-C-Stamm handelte es sich in der Tat um einen so genannten ET-15 – das ist unser aggressivster Klon“, fasst Professor Ulrich Vogel vom NRZM und wissenschaftlicher Beirat der Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK) das Ergebnis zusammen. Dieser Typ von Meningokokken hat in den vergangenen Jahren in Deutschland schon für zahlreiche Erkrankungen und auch für Ausbrüche gesorgt, zuletzt im Frühjahr 2004 im Allgäu. Bei diesem Klon liegt die Sterberate in Deutschland bei 15 bis 20 Prozent, also höher als bei anderen Meningokokkentypen. Meningokokken können lebensgefährliche Hirnhautentzündungen und Sepsis auslösen.

Niemand hatte die Familie auf die Möglichkeit einer Schutzimpfung hingewiesen. Das ist für Roberts Mutter unfassbar. Sie hat sich nach dem Tod ihres Sohnes genau informiert und wollte ihre anderen Kinder zusätzlich gegen Meningokokken C impfen lassen – natürlich hatten alle engen Kontaktpersonen auch prophylaktisch Antibiotika erhalten. Da wurde ihr von ärztlicher Seite eher ab- denn zugeraten. Absolut unverständlich, denn die Konjugatimpfstoffe, die in diesem Fall zum Einsatz kommen, sind in Ländern mit hohem Meningokokken-C-Verbreitung in Impfprogrammen im Einsatz und wurden auch in Deutschland schon mehrfach erfolgreich in Impfkampagnen bei Ausbrüchen eingesetzt. Man verfügt also über genügend Erfahrung und weiß um die Wirksamkeit und gute Verträglichkeit der Impfstoffe. Roberts Mutter ließ sich nicht beirren, holte sich weiteren Rat und schickte ihre Kinder zur Impfung.

Eine allgemeine Impfempfehlung der Meningokokken-C-Impfung für alle Kinder und Jugendlichen gibt es derzeit in Deutschland noch nicht, obwohl die Experten in Gremien wie der Ständigen Impfkommission (STIKO) schon seit langem darüber diskutieren. Die einzige Ausnahme ist bisher der Freistaat Sachsen, der diese Empfehlung schon 2003 ausgesprochen hat.

Roberts Mutter verlangt zu Recht eine bessere Informationspolitik, solange die Meningokokkenimpfung nur eine so genannte Indikationsimpfung ist. Denn wie bei ihrem Sohn kann die Impfung grundsätzlich in dieser Altersgruppe und bei Säuglingen und Kleinkindern auch ohne vorliegende gesundheitliche Störungen lebensrettend sein. „Jeder einzelne kann ja dann entscheiden, ob er seine Kinder impfen lässt, aber man muss überhaupt über diese Möglichkeit informiert und kompetent vom Arzt beraten werden. Da herrscht viel Unwissen“, klagt sie, und die Familie möchte mit der Veröffentlichung von Roberts Schicksal auf die Dringlichkeit des Problems hinweisen. „Wenn auch nur einem einzigen Kind das Schicksal von Robert erspart bleibt, weil die Eltern rechtzeitig von der Impfung wussten und ihr Kind schützen lassen konnten, dann haben wir schon etwas erreicht.“

Weitere Informationen zu Meningokokken auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft Meningokokken www.agmk.de und des Nationalen Referenzzentrums für Meningokokken www.meningococus.de. Die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO sind unter www.rki.de in der Rubrik Infektionsschutz/Impfen nachzulesen.

*Name von der Redaktion geändert


Knochenschwund – die unterschätzte Volkskrankheit
(4.121 Zeichen)

(dgk) Osteoporose – Viele Menschen wissen vielleicht gar nicht, wie man dieses Wort ausspricht, noch was es bedeutet, daran erkrankt zu sein. Dabei gibt es allein in Deutschland etwa vier bis sechs Millionen Menschen, die betroffen sind. Die Bezeichnung kommt aus dem Griechischen und bedeutet frei übersetzt „Knochenschwund“.

Bei den Erkrankten verläuft der normalerweise um das 40. Lebensjahr einsetzende Abbau an Knochenmasse stark beschleunigt ab. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es dann zu Brüchen am Unterarm oder Handgelenk, an den Wirbelkörpern oder am Oberschenkelhals. Solche Brüche sind leider recht häufig: Jeder achte Mensch über 50 erleidet Einbrüche der Wirbelkörper, während Oberschenkelhalsbrüche sogar bei jeder dritten Frau und bei jedem siebten Mann vorkommen. Ein solcher Oberschenkelhalsbruch kann eine dramatische Ein-schränkung der Lebensqualität bedeuten und die Patienten zur Aufgabe ihrer selbständigen Lebensweise zwingen.

Deutliches Alarmsignal für das Vorliegen einer Osteoporose ist ein spontan aufgetretener Knochenbruch ohne besonderen Anlass. Auch eine Verringerung der Körpergröße um mehr als vier bis fünf Zentimeter ist nicht etwa eine normale Alterserscheinung, sondern ein Zeichen für Wirbelkörpereinbrüche durch Osteoporose.

Obwohl die Ursachen der Krankheit bislang noch nicht restlos geklärt werden konnten, kennt man verschiedene, oftmals miteinander verknüpfte Risikofaktoren: Etwa eine Osteoporose-Erkrankung naher Verwandter, eine Überfunktion der Schilddrüse bzw. der Nebenschilddrüsen, Mangel an Sexualhormonen, Langzeitbehandlung mit Cortison, eine Organtransplantation, einseitige Ernährung und Ess-Störungen wie Mager- oder Brechsucht, Alkoholismus, mehrmonatige Bettlägerigkeit, Vitamin-D-Unterversorgung sowie starker Zigarettenkonsum. Menschen mit solchen Risikofaktoren sollten ihren Hausarzt zum Thema Knochenschwund befragen.

Eventuell überweist dieser dann an eine radiologische Praxis, wo mit Hilfe der Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) festgestellt werden kann, ob eine erniedrigte Knochendichte vorliegt. Die Krankenkasse bezahlt diese Messung allerdings nur dann, wenn der Patient zuvor Knochenbrüche aufgrund einer Osteoporose erlitten hat.

Wird eine Osteoporose diagnostiziert, sollte so bald wie möglich mit der Therapie begonnen werden. Dabei wird versucht, den gesteigerten Verlust an Knochenmasse medikamentös zu stoppen oder zu verlangsamen. Hierzu eignen sich wöchentlich einzunehmende Bisphosphonate, besonders wirksam in Kombination mit dem Sonnenvitamin D. Sie bewirken einen Schutz der mineralischen Oberfläche des Knochens, reduzieren gleichzeitig den Knochenabbau und schützen somit vor Knochenbrüchen. Der Erfolg einer Therapie mit einmal wöchentlichen Bisphosphonaten wurde in einer Untersuchung in 34 Ländern belegt. Bereits nach einer dreimonatigen Anwendung konnte man eine deutliche Zunahme der Knochendichte feststellen. Nach einem Jahr war außerdem das Risiko eines Knochenbruchs an der Hüfte bei Frauen um die Hälfte reduziert – eine Fraktur, die meist Immobilität nach sich zieht.

Die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen gegen Osteoporose gelten übrigens für alle Menschen: Bereits in jungen Jahren sollte eine ausgewogene und vor allem kalziumreiche Ernährung sowie regelmäßige Bewegung erfolgen. Auch durch vernünftig dosierte Aufenthalte in der Sonne tut man seinen Knochen Gutes. Denn im Sonnenlicht bildet die Haut Vitamin D, das den Kalziumeinbau in die Knochen fördert. Neueste Daten zeigen auch, dass mit Vitamin D das Sturzrisiko bei älteren Menschen reduziert werden kann. Vitamin D stärkt nicht nur den Knochen, sondern auch die Muskeln und kann zu weniger Stürzen und damit zu weniger Leid und Schmerz führen.

Möchten Sie mehr wissen? Eine kostenlose Broschüre können Sie gegen Einsendung eines mit € 1,44 frankierten und adressierten Rückumschlags beim Deutschen Grünen Kreuz, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg unter dem Stichwort „Osteoporose“ anfordern.
Fragen zum Thema beantwortet auch die Experten-Hotline des Deutschen Grünen Kreuzes, die Sie an jedem Freitag von 16 Uhr bis 20. Uhr unter 0 64 21 / 29 31 94 erreichen können.


Kurzschluss im Gehirn
Lernen trotz Epilepsie
(3.742 Zeichen)

(dgk) Weltweit leiden rund 70 Millionen Menschen an einer so genannten idiopathischen Epilepsie*, eine Form der Epilepsie, deren Ursache zunächst nicht erkennbar ist. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein: sekundenlange Bewusstlosigkeit, Zuckungen der Arme oder Beine, aber auch schwere Krampfanfälle.

Bei einigen Betroffenen ist die Berufswahl durch die Epilepsie eingeschränkt, bei anderen ist vielleicht bei bestimmten Sportarten Vorsicht geboten. Wird bei einem Kind die Diagnose Epilepsie gestellt, kann vieles anders verlaufen. Jedes epilepsiebetroffene Kind ist an sich ein ganz gewöhnliches Kind. Die Diagnose Epilepsie ist in der Regel zunächst ein Schock für die Eltern, da die meisten wenig oder keine Kenntnisse über die Krankheit haben. Sie brauchen Zeit, sich über Epilepsie zu informieren und müssen sich im neuen Alltag zurechtfinden.

Die Therapie besteht in der Gabe von antiepileptischen Medikamenten, verschrieben durch den Neurologen. Etwa zwei Drittel der so Behandelten werden anfallsfrei, die anderen lernen, wie sie am besten mit ihrer Krankheit umgehen. Die Einhaltung einer geregelten Lebensführung mit genügend Schlaf, das heißt das Vermeiden von anfallsfördernden Faktoren, unterstützen das Ziel der Anfallsfreiheit. Bei ganz bestimmten Epilepsieformen wird unter speziellen Voraussetzungen ein chirurgischer Eingriff empfohlen.

Die weitaus meisten Kinder mit Epilepsie sind normal intelligent und können wie ihre Mitschüler diejenige Schule besuchen, die ihrer Begabung entspricht. Schwierigkeiten beim Lernen können unter Umständen durch die Nebenwirkungen der Medikamente oder im Rahmen der Grunderkrankung auftreten (z. B. Müdigkeit, Verlangsamung, aber auch Aggressivität). Auch können Teilleistungsschwächen, die zusätzlich zur Epilepsie diagnostiziert werden, die Lernerfolge beeinträchtigen. Je höher die Anfallsfrequenz, je schwerer die Anfälle und je länger deren Dauer, umso stärker ist die zu erwartende kognitive Beeinträchtigung.

Wichtig ist, dass Lehrkräfte und Mitschüler über die individuelle Situation des betroffenen Kindes Bescheid wissen, so dass sie bei einem allfälligen Anfall besonnen reagieren können. Für die soziale Integration ist es von großer Bedeutung, dass die Kinder so wenig wie möglich in eine Sondersituation gedrängt werden, zum Beispiel im Turnunterricht oder bei den Klassenfahrten.

Nach Angaben des International Bureau for Epilepsy (IBE) haben nahezu 50 Prozent der Menschen mit Epilepsie Probleme Neues zu lernen und glauben, dass sie nicht schnell genug denken können. Ein noch größerer Teil fühlt sich regelmäßig schläfrig, müde und lethargisch – und dies, so die Meinung der meisten Betroffenen – aufgrund der verordneten Medikamente, die die Symptome ihres Leidens lindern sollten.

Neue Medikamente
Ein neues Antiepileptikum, das zur Zusatzbehandlung von partiellen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren zugelassen ist, ist nicht nur hoch wirksam und gut verträglich, sondern scheint auch einen positiven Einfluss auf das Lernen und das Kurzzeitgedächtnis zu besitzen. Nach Angaben von Professor
Dr. med. Christian E. Elger von der Universität Bonn habe das Präparat bei vier von fünf solcher Patienten die Anfallsrate um mindestens die Hälfte reduziert. Das zeigten mehrere Plazebo kontrollierte Studien, die durch eine aktuelle Studie am Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg bestätigt wurden. In keinem der untersuchten kognitiven Bereiche wurde eine Leistungsverschlechterung beobachtet. Der Wirkmechanismus von Levetiracetam unterscheidet sich von dem bekannter Antiepileptika: Es gehört zur Gruppe der Pyrrolidinderivate, denen schon länger positive Effekte auf das Lernen zugeschrieben werden.

Quellen:
Epilepsy and Cognitive Function Survey, International Bureau for Epilepsy, August 2004
Pressekonferenz anlässlich des Kongresses der European Federation of Neurologica Societies 4. - 8. September 2004, Paris (Ende)
O. Palmer, H. Hättig, H.-J. Meencke (Berlin): Korrelation zwischen kognitiven und psychischen Nebenwirkungen einer Levetiracetam-Therapie bei Epilepsiepatienten
F. Aksu: Levetiracetam in der Behandlung der Epilepsien im Kindesalter – Ein Statusbericht. In: Neuropädiatrie in Klinik und Praxis (2003), 68 - 71
Epilepsie und Kognition. Levetiracetam – positiver Effekt auf das Lernen. In: Nervenheilkunde 3/2004, 2 - 4

Adresse:
Universität Bonn, Klinik für Epileptologie
Prof. Dr. med. Christian E. Elger
Sigmund-Freud-Straße 25
53105 Bonn
Telefon: 0 22 8 / 287 5727
Telefax: 0 22 8 / 287 4328
E-Mail: christian.elger(à)ukb.uni-bonn.de

*Unter idiopathisch (aus dem griechischen: idios = von Natur aus, angeboren; pathos = Krankheit) versteht man eine Krankheit ohne erkennbare Ursache.


Brucellose als Reisesouvenir
Touristen in Südeuropa sollten auf nichtpasteurisierte Milchprodukte verzichten
(2.702 Zeichen)

(dgk) Die Brucellose ist eine von Tieren auf den Menschen übertragene Infektionskrankheit, die zwar weltweit vorkommt, aber hauptsächlich in den Mittelmeerländern, Asien und Lateinamerika zu finden ist. Hierzulande ist die bakterielle Infektionskrankheit sehr selten gewor-den. Ärzte rechnen nicht mehr mit der Möglichkeit, dass Menschen mit dem Erreger dieser Zoonose infiziert sein können. Doch in Südeuropa gibt es noch Länder, in denen Brucellose endemisch ist und wo sich Einwanderer und Touristen aus Deutschland jederzeit infizieren können.

Die Auswertung klinischer Daten von 31 Brucellose-Patienten durch Wissenschaftler des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr hatte ergeben, dass sich fast alle Patienten während der Sommerferien bei einem Besuch der Türkei sowie in Bosnien, Griechenland, im Libanon und in Syrien mit dem Brucellose-Erreger infiziert hatten (Eur J Clin Microbiol Infect Dis 24, 2005, 450). Die Daten der Studie stammen vom Deutschen Referenzzentrum für Human-Brucellose in Berlin.

Sie waren entweder Touristen oder Immigranten, die ihr Heimatland besuchten. Infektionsquelle war vor allem nichtpasteurisierte Ziegen- oder Schafsmilch. Ein Patient infizierte sich durch den Genuss roher Leber, ein anderer durch direkten Kontakt mit infizierten Schafen. Die Patienten klagten vor allem über grippeähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Schüttelfrost, Nachtschweiß, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, ohne dass es zunächst eine Erklärung dafür gab.

Fast alle Patienten der Studie hatten sich mit Brucella melitensis infiziert, eine Spezies, die plötzlich beginnende grippeähnliche Symptome wie Fieber, Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Nachtschweiß hervorruft. Charakteristisch ist undulierendes Fieber, also ein Verlauf über 7 bis 21 Tage, in dem zwei- bis fünftägige fieberfreie Intervalle auftreten.

Bei Patienten mit chronischer Brucellose nisten sich die Bakterien vor allem in Knochen, Leber und Milz ein. Die häufigsten Komplikationen treten in Gelenken auf. Jeder dritte Patient der Münchener Studie war davon betroffen, fast genauso viele hatten Lungenkomplikationen, etwa Bronchopneumonien.

Wird die Infektion nicht erkannt und keine Behandlung mit Rifampicin und Doxycyclin – oder bei Unverträglichkeit mit Cotrimoxazol – über sechs bis zwölf Wochen vorgenommen, kann es zu einem chronischen Verlauf der Brucellose kommen, wie das Robert Koch-Institut mitteilt.

Wer sich in Endemie-Gebieten wie in der Türkei, aber auch in Südfrankreich, Portugal, Spanien, Italien oder Griechenland aufhält, sollte dort am besten auf den Verzehr von Rohmilch und daraus hergestellten Produkten wie Schafs- und Ziegenkäse verzichten, empfiehlt das Robert Koch-Institut in Berlin.

Weitere Infos zu Brucellose wie das Merkblatt für Ärzte gibt es
beim Robert Koch-Institut unter
www.rki.de/Brucellose.html


Mit Diabetes in die Sauna?
Kurz und kein Kaltwasserbad
(2.293 Zeichen)

(dgk) Etwa 25 Millionen Deutsche entspannen regelmäßig in der Sauna. Prinzipiell können sich auch Diabetiker in der Schwitzkabine abhärten und erholen – wenn sie wichtige Grundregeln beachten.

Diabetiker sollten grundsätzlich kurz saunen – drei Gänge von jeweils höchstens 15 Minuten sind das Maximum. Zudem sollten Zuckerpatienten nie mit vollem, aber auch nicht mit ganz leerem Magen in die Sauna gehen und zuvor immer ihren Blutzucker testen. Da ein Schwitzbad insbesondere bei Diabetikern, die mit Tabletten oder Insulin behandelt werden, zur Unterzuckerung führen kann, sollte der Zuckerspiegel möglichst über 110 Milligramm pro Deziliter Blut liegen. Wer noch wenig Erfahrung hat und nicht weiß, wie sein Stoffwechsel auf die Hitze reagiert, testet den Blutzucker besser auch zwischen den einzelnen Saunagängen.

Insulinpflichtige Diabetiker müssen bedenken, dass das Hormon bei Wärme schneller und stärker wirkt. Suchen Sie die Sauna daher möglichst nicht direkt nach der Injektion und nicht in der Zeit der stärksten Insulinwirkung auf. Nehmen Sie immer Obst, Getränke und Traubenzucker mit, um bei einer eventuellen Unterzuckerung schnell reagieren zu können.

Die Hitze der Sauna bewirkt eine Erweiterung der Gefäße – trotz erhöhter Herzfrequenz sinkt der Blutdruck. Bei der anschließenden Abkühlung ziehen sich die Arterien wieder zusammen. Dieses Gefäßtraining wirkt sich insgesamt günstig auf den Kreislauf aus. Die verbesserte Durchblutung nützt auch der Haut. Da ihre Erkrankung den Wasserhaushalt des Körpers durcheinander bringt, leiden viele Diabetiker unter trockener Haut. Saunagänge können hier zu einer deutlichen Verbesserung führen.

Da infolge des Diabetes mit einem erhöhten Kreislaufrisiko zu rechnen ist, muss von einem Kaltwasserbad nach dem Saunagang dringend abgeraten werden; dabei könnte der Blutdruck extrem ansteigen. Die Abkühlung nach jedem Saunagang sollte stattdessen erst an der frischen Luft und anschließend mit einem kalten Guss erfolgen. Führen Sie dabei den Schlauch immer von den Füßen oder Händen aus langsam in Richtung Herz.

Warmes Duschen und das Einseifen zwischendurch trocknet die Haut unnötig aus und ist daher nicht zu empfehlen. Auch um den Whirlpool sollten Sie einen Bogen machen – hier besteht zusätzlich noch das erhöhte Risiko einer Pilzinfektion.

Mehr über dieses Thema lesen Sie im nächsten Ratgeber aus Ihrer Apotheke / Ausgabe 11 A/2005 (1. November 2005).


Keine Chance für Fuß- und Nagelpilz
Gefahr durch falsche Schuhe und Strümpfe
(2.549 Zeichen)

(dgk) Pilzsporen sind hartnäckig, widerstandsfähig und breiten sich mit Vorliebe auf Füßen und Nägeln aus. Sie lauern in Schwimmbädern, Umkleidekabinen, Hotelzimmern und Saunen. Und auch in benutzten Handtüchern, Badematten und „Leihschuhen“ fühlen sich die robusten Mikroorganismen pudelwohl. Geduldig warten sie dort, bis der nächste Mensch vorbeikommt und die Sporen mit den Füßen „aufsammelt“.

Besonders rasch vermehren sich die lästigen Pilzsporen in feuchtwarmem Klima. Stecken unsere Füße also den ganzen Tag in schicken Kunstleder-Stiefeln, schwitzen sie stundenlang in Turnschuhen oder in Strümpfen aus Synthetik, freut das die Pilzsporen. Explosionsartig können sie sich ausbreiten – und schon ist die lästige Fußpilz-Infektion da. Gerötete, schuppige und rissige Haut zwischen den Zehen, Brennen und Juckreiz machen Betroffene sehr unsanft auf die Erkrankung aufmerksam.

Fußpilz, medizinisch als Tinea pedis bezeichnet, ist alles andere als nur ein kosmetisches Problem. Unbehandelt besteht zum einen die Gefahr, dass er auch die Fußnägel angreift. Zum anderen können die Pilzsporen die Hautbarriere so stark schädigen, dass Bakterien in den Körper eindringen können. Unter bestimmten Voraussetzungen kann daraus sogar eine bakterielle Entzündung des Unterschenkels, eine so genannte Wundrose, entstehen.

In der Apotheke gibt es eine Reihe wirksamer Cremes, Gele und Sprays, die den lästigen Fußpilz zuverlässig beseitigen. Stellt sich der gewünschte Erfolg trotz Selbstbehandlung nicht ein, sollten Fußpilz-Geplagte unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Tipps:

    • nach Dusche oder Bad Füße immer gründlich abtrocknen, besonders zwischen den Zehen
    • täglich Strümpfe (am besten aus atmungsaktivem Material, z. B. Baumwolle) wechseln
    • Schuhe 48 Stunden gründlich lüften – vor allem verschwitzte Sportschuhe
    • Handtücher, Socken & Co. bei mindestens 60 Grad Celsius waschen
    • in Umkleidekabinen, Saunen, Schwimmbädern und Hotelzimmern immer eigene Badelatschen bzw. Hausschuhe tragen
    • in Schwimmbädern auf die Benutzung von Fußdesinfektions-Spendern verzichten, die eher schaden als nutzen
    • gönnen Sie Ihren Füßen eine liebevolle Pflege, viel Freiheit und Bewegung – dann sind sie weniger anfällig für Erkrankungen


Manche Personengruppen sind anfälliger für Fußpilz als andere. Besonders häufig unter Fußpilz leiden Menschen mit schlecht durchbluteter Haut, beispielweise Diabetiker. Auch ältere Menschen und Sportler gehören zu den Fußpilz-Kandidaten. Hingegen gilt: Wer von Neurodermitis oder Psoriasis geplagt wird, hat in der Regel kein Problem mit Fußpilz.

Mehr über dieses Thema lesen Sie im Ratgeber aus Ihrer Apotheke / Ausgabe 10B/2005 (15. Oktober 2005).


„Kinder für Kinder gegen Malaria“
Schüler der Paul-Gerhardt-Schule in Dassel „erarbeiten“ mehr als 4.000 Euro
Spendenaktion wird fortgeführt
(3.957 Zeichen)

(dgk) Einen Tag schuften für einen guten Zweck: Am 24. Mai 2005 führte die Paul-Gerhardt-Schule zum zweiten Mal die Aktion „Schüler arbeiten für Kinder“ durch. An diesem Tag gingen alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 13 statt zum Schulunterricht „richtig arbeiten“ – bei Eltern, Verwandten, Nachbarn, aber auch Firmen und Handwerksbetrieben. Vielfältige Arbeiten, selbstverständlich im Rahmen der gesetzlichen Regelungen, wurden geleistet: Rasenmähen, Einkaufen, Botengänge, Gartenarbeit und vieles mehr. Den vereinbarten Lohn für die 11- bis 20-Jährigen überwiesen die „Arbeitgeber“ auf ein Spendenkonto der Schule. Organisiert und begleitet wurde die Aktion von der Schülerverwaltung (SV) der Schule, unterstützt durch die SV-Beratungslehrer.

Insgesamt wurden stolze 8.258,06 Euro erwirtschaftet. Dabei waren Einzelbeträge bis zu 80 Euro! Die Hälfte, exakt 4129,05 Euro, spendete das Gymnasium der bundesweiten Schulaktion des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK) „Kinder für Kinder gegen Malaria". Überzeugt habe dabei, dass die Gelder zweckgebunden eingesetzt werden und direkt Kindern und Jugendlichen in den von der Malaria betroffenen Gebieten zugute kommen, so SV-Beratungslehrer Axel Keusemann Die andere Hälfte ging an die lokale Organisation „bed by night“ in Hannover, die sich um Straßenkinder kümmert.

„Wir freuen uns, dass das Deutsche Grüne Kreuz eine so tolle Aktion initiiert hat und uns die Gelegenheit gegeben hat, für etwas wirklich Sinnvolles zu spenden“, sagte die Schülerin Ines Rönpagel bei der offiziellen Spendenübergabe am 20. September 2005 – ein Tag, der dafür wie geschaffen war: Weltkindertag.

Schüler der Paul-Gerhardt-Schule in Dassel „erarbeiten“ mehr als 4.000 EuroVon links: Axel Keusemann (Beratungslehrer der Paul-Gerhardt-Schule, Dassel), Michaela Berg (DGK), die Schülerinnen Marie-Therese Vollmer und Ines Rönpagel sowie Schulleiter Dr. Helmut Dinse
Foto: DGK

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich 1,5 bis 2,7 Millionen Menschen an Malaria. Hauptbetroffene sind wie so oft die Kinder: In Afrika stirbt alle 30 Sekunden ein Kind an der durch Moskitos übertragenen tückischen Tropenkrankheit, jedes Fünfte noch vor seinem fünften Geburtstag. An dieser Situation wollen die Weltgesundheitsorganisation (WHO), UNICEF und andere Partner etwas ändern und haben die Initiative „Roll back Malaria“ ins Leben gerufen. Ziel ist es unter anderem, besonders bedürftigen Kindern ein Moskitonetz zur Verfügung stellen zu können.

Das DGK unterstützt die Kampagne und hat bereits im Herbst 2004 zu einer bundesweiten Schulaktion aufgerufen. „Ich wünsche mir Kinder mit Herz und Verstand, die Kindern in Afrika im Kampf gegen die Malaria helfen“, so Professor Dr. med. Rolf Harzmann, Präsident des DGK, zu Beginn der Aktion. Sein Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Bis April 2005 wurden insgesamt 33.209,16 Euro gesammelt. Die große Spende der Paul-Gerhardt-Schule erhöht die Summe nun auf 37.338,21 Euro. So können mehr als 12.400 Kinder in Afrika künftig sicher unter einem Moskitonetz schlafen, ohne Angst vor Malaria haben zu müssen. Das ist dem großartigen Engagement von mehr als 6.000 Schülern zu verdanken. Das DGK lobt das beispielhafte Engagement aller beteiligten Kinder, die (oftmals in ihrer Freizeit) mit vielen tollen Ideen Geld für ihre Altersgenossen in Afrika gesammelt haben. „Die Schülerinnen und Schüler aus Dassel haben sogar richtig dafür geschuftet – und das mit einem sehr beachtlichen Ergebnis“, so Michaela Berg, Leiterin der Pressestelle des DGK.

Die Schulaktion ist inzwischen zwar beendet, die Spendenkampagne läuft aber weiter. Denn auch das Malariaproblem in Afrika besteht weiterhin: Am 20. September wies die WHO zum Beispiel darauf hin, dass, dass zur Hungersnot in Niger nun auch die Malariagefahr kommt. Rund 100.000 Kinder in dem von einer Hungersnot betroffenen westafrikanischen Staat Niger sind von Malaria bedroht . Diese Krankheit tötet in Niger jährlich mehr Kinder unter fünf Jahren als jede andere Infektionskrankheit.

Grund genug also, um die Aktion weiterzuführen. Das DGK hat folgendes Sonderkonto eingerichtet:
Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Stichwort Malaria
Commerzbank Kassel
BLZ: 520 400 21
Konto-Nr.: 28 80 2 35 00


Weitere Informationen:
Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Stichwort Malaria 2004
Schuhmarkt 4, Im Kilian
35037 Marburg
Tel. 0 64 21 / 293 – 1 20
Fax: 0 64 21 / 293 – 7 20
Ansprechpartnerin: Anke Rabenau, E-Mail: anke.rabenau(à)kilian.de


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Der „Fett-weg-Hund“
Roboterhund soll Herrchen beim Abnehmen helfen
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(dgk) Um der Gewichtszunahme entgegen zu wirken, schaffen sich viele Menschen ein Haustier an, das sie auf Trab bringen kann. Einen Vierbeiner, der keine Arbeit macht, aber trotzdem mit dem Schwanz wedelt und Laut gibt, haben jetzt Cynthia Breazeal und Cory Kidd vom MIT Media Lab (http://robotic.media.mit.edu/) in Cambridge erschaffen: Sie entwickelten einen stubenreinen Roboterhund, der sogar Kalorien zählt und Herrchen und Frauchen bei einer Diät unterstützen soll. Er ist über Funk mit einem Schrittzähler, der Badezimmerwaage und einem Handcomputer seines Zweibeiners verbunden und berechnet genau dessen Kalorienverbrauch. Das Ergebnis bestimmt das Verhalten des Wachhundes: Liegt der Wert im grünen Bereich, springt das Hündchen auf und ab, wedelt mit dem Schwanz und spielt lebhafte Musik. Verhält sich der Hundehalter aber nicht der Diät entsprechend, ist der Hund lethargisch und spielt langsame Musik.

Die amerikanischen Wissenschaftler hoffen, dass sie mit ihrer Entwicklung die immer größere Zahl an Übergewichtigen in den USA und Europa deutlich reduzieren können. Menschen, die genau über ihre Essgewohnheiten und ihr Fitnessprogramm Buch führen, können ihr Gewicht besser halten, zeigen frühere Studien. Diese Aufgabe übernimmt nun der Roboterhund. Damit sollen auch Menschen, die nicht die Zeit oder Geduld zum Rechnen haben, erfolgreicher ihre Diäten absolvieren können.

Im nächsten Frühjahr wird der Computer-Bello von der Leine gelassen: In einer Studie mit 30 Übergewichtigen aus Boston werden die Forscher dann dessen Fähigkeiten in der Praxis überprüfen. Sicher ist: Ein echter Hund brächte seinen Besitzer bestimmt schneller ins Schwitzen. Faul und träge auf dem Sofa sitzen bleiben, wenn der lebende Vierbeiner zum Gassigehen drängelt, ist so gut wie ausgeschlossen.


Neuer Fitness-Trend aus den USA: Breathwalk
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(dgk) Walken ist gut für das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel und die hormonelle Steuerung. Meditation verbessert die Konzentrationsfähigkeit und baut Stress ab. Den neuen Mix aus bewusstem Atmen und Walking mit Meditations- und Yoga-Übungen in freier Natur praktizieren schon viele Hollywood-Stars, denn er soll wunderbar entspannen, den Geist klären, fit und schön machen.

Breathwalk – von dem Psychotherapeuten, Lehrer, Autor und Kundalini Yoga Experten Dr. Gurucharan Singh Khalsa und Kundalini-Meister Yogi Bhajan entwickelt – ist einfach, effektiv und tiefgehend. Negative Stimmungen werden in positive verwandelt, wie US-Studien beweisen. Die zwei natürlichsten Dinge – Atmen und Gehen – werden in verschiedenen Übungen kombiniert und verhelfen zu neuer Lebenskraft. „Anders als beim normalen Spazierengehen oder Walken wird beim Breathwalk das bewusste Atmen geübt“, erklärt Hanka Schuldt, Breathwalk-Trainerin aus Hamburg.

In die Übungen integriert sind Yoga-Übungen, die Energiereserven des Organismus mobilisieren, die Sinne schärfen, Stress abbauen und düstere Stimmungen aufzuhellen vermögen.

Mehr Infos auf: www.breathwalk.com


MELDUNGEN

Patientinnen fragen, Experten antworten
„Brustkrebs – vorbeugen, früh erkennen, früh behandeln. Ihre Chance“
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Brustkrebs – vorbeugen, früh erkennen, früh behandeln. Ihre Chance(dgk) Zuletzt in den Schlagzeilen als prominentes Brustkrebsopfer war die australische Popsängern Kylie Minogue. Jährlich etwa 51.000 deutsche Frauen teilen mit ihr das gleiche Schicksal. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Sie betrifft fast jede neunte Frau in Deutschland. Bei Frauen zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr ist sie die häufigste Todesursache. Insgesamt sterben jährlich fast 19.000 Frauen daran.

In den vergangenen Jahren sind die Heilungschancen dieser Erkrankung deutlich gestiegen. Sie sind größer, wenn der Brustkrebs so früh wie möglich erkannt wird. Leider nutzen viele Frauen die Möglichkeiten der Früherkennung nicht und nehmen aus Angst und Unsicherheit Veränderungen der eigenen Brust nicht wahr. Doch: Vor der Krebsfrüherkennung sollte man nicht die Augen schließen, sondern sie als Chance sehen.

Spätestens bis zum Jahr 2007 haben bundesweit alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zusätzlich zu der jährlichen Krebsfrüherkennungs-Untersuchung auch alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie. Dieses so genannte Mammographie-Screening ist eine Reihenuntersuchung, die nach speziellen, von der EU ausgearbeiteten Qualitätskriterien organisiert und von den Krankenkassen bezahlt wird. Bisher wird das Screening nur in Bayern flächendeckend angeboten. Zu den Regionen, die das Screening voraussichtlich noch in diesem Jahr einführen werden, zählen Mecklenburg-Vorpommern, Teile Nordrhein-Westfalens und die Region Bremen, die anderen Länder und Regionen werden folgen.

Möchten Sie mehr über Brustkrebs, seine Früherkennung und mögliche Therapien, Chancen oder auch Vorbeugung erfahren, besuchen Sie die Informationsveranstaltungen des Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK). Die Gesundheitsorganisation setzt damit ihre bereits im Frühjahr des Jahres in Bayern gestarteten Aufklärungskampagne „Brustkrebs – vorbeugen, früh erkennen, früh behandeln. Ihre Chance“ mit weiteren Infotagen fort. Bundesweit geht es in den folgenden Wochen weiter am 29. Oktober in Hamburg und Magdeburg, 5. November in Bonn, 9. November in Tübingen und 27. November in Duisburg und 3. Dezember in Heidelberg.

Das DGK konnte für jede Stadt namhafte, meist ortsansässige Experten und die Buchautorin und Betroffene Annette Rexrodt von Fircks (u.a. „Ich brauche euch zum Leben. Krebs – wie Familie und Freunde helfen können“) gewinnen. Ziel ist es, die Frauen in der entsprechenden Altersgruppe über die neue zusätzliche Möglichkeit der Früherkennung – das Mammographiescreening –, über Möglichkeiten der Therapie und der Prävention zu informieren. Moderiert werden die Veranstaltungen mit Vorträgen und anschließender Podiumsdiskussion von Prof. Dr. med. Klaus Heilmann.

Nähere Informationen erhalten Sie unter www.dgk.de/brustkrebs


Zweite bundesweite Apotheken-Beratungswochen „Naturmedizin hilft“
vom 24. Oktober bis 19. November 2005
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Naturmedizin hilft(dgk) Gemeinsam mit den deutschen Apothekern startet das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) die in diesem Jahr bereits zweite, groß angelegte Beratungsaktion zum Thema Naturmedizin. Unter dem Motto „Naturmedizin hilft!“ werden vom 24. Oktober bis 19. November 2005 zahlreiche Apotheken im gesamten Bundesgebiet über Nutzen und Chancen aber auch über die Grenzen der Naturmedizin aufklären und die Fragen ihrer Kunden zu diesem Thema beantworten. Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. unterstützt diese Beratungswochen durch schriftliche Informationsmaterialien.

Mehr Informationen unter www.dgk.de (Veranstaltungen)
Ansprechpartner: Dr. Ingolf Dürr, Tel. 0 64 21 / 293 – 174, E-Mail: ingolf.duerr(à)kilian.de


Vierte bundesweite Aktionswoche „In Würde altern“
vom 24. bis 29. Oktober 2005
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AIW Alzheimer - Demenz(dgk) Welche Symptome sind tatsächlich ernst zu nehmende Warnsignale für eine Alzheimer-Demenz? Wie merkt man selbst, dass etwas nicht mehr stimmt? Bei welchen auffällig veränderten Verhaltensweisen sollten Angehörige aufmerksam werden? Was sind effiziente und wirkungsvolle Therapien? Auf diese und weitere Fragen wollen die Initiative Altern in Würde und das Deutsche Grüne Kreuz e. V. im Rahmen ihrer vierten bundesweiten Aktionswoche „In Würde altern“ vom 24. bis 29. Oktober 2005 Antworten geben.

An der Aktionswoche beteiligen sich zahlreiche Gesundheitsämter, Seniorenbeiräte und Apotheken im gesamten Bundesgebiet. Dort gibt es kostenlose Ratgeber-Broschüren. Zusätzliche Informationen kann man im Internet auf der Seite www.altern-in-wuerde.de finden. Info-Broschüren zum Thema Alzheimer-Demenz können auch gegen Einsendung eines mit € 1,44 frankierten DIN A5-Rückumschlags bestellt werden bei: Deutsches Grünes Kreuz, Stichwort: Alzheimer, Schuhmarkt 4, Im Kilian, 35037 Marburg

Mehr Informationen unter www.altern-in-wuerde.de oder www.dgk.de (Veranstaltungen), Ansprechpartner: Dr. Ingolf Dürr, Tel. 0 64 21 / 293 – 174, E-Mail: ingolf.duerr(à)kilian.de


NEUES AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-ZENTRUM (DDZ)

Elektrische Muskelstimulation als Behandlungsalternative
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(dgk/DDZ) Taubheit, Brennen oder „Ameisenlaufen“ an den Beinen sind belastende Gefühlsstörungen, unter denen etwa ein Drittel der Patienten mit Diabetes mellitus leidet. Chronisch erhöhter Blutzucker kann zu Nervenschädigungen führen, der so genannten diabetischen Polyneuropathie. Am häufigsten sind Unterschenkel und Füße betroffen. Außer Missempfindungen sind gestörte Temperatur- und Schmerzwahrnehmung typische Zeichen, aber auch Schmerzen können sich entwickeln. Die quälenden Symptome treten in Ruhe, besonders nachts, verstärkt auf.

Behandelt wird dies mit verschiedenen Medikamenten aus dem Bereich der Psychopharmaka oder Epilepsiebehandlung, oft aber mit Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Mundtrocken-heit. Besonders schwer therapierbar ist die seltenere, schmerzhafte Form dieser Neuropathie. Im Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) wurde hiergegen ein neuartiges physikalisches Therapieverfahren untersucht.

Bei einer Studie, in der erforscht wurde, ob sich durch die Anwendung von hochfrequenter elektrischer Muskelstimulation die Insulinresistenz bessern ließe, fiel zufällig auf, dass die Patienten über eine Minderung der neuropathischen Symptome berichteten. Daraufhin startete die Düsseldorfer Arbeitsgruppe eine Pilotstudie, in der die Wirkungen von externer Elektrostimulation mittels Hochfrequenz (HF) mit den eines anderen physikalischen Verfahrens, der TENS-Behandlung (transkutane elektrische Nervenstimulation), verglichen wurden.

An der Studie nahmen 41 Patienten mit Typ 1 oder Typ 2 Diabetes teil. Zufällig zugeordnet erhielten 21 die TENS-Behandlung und 20 die HF-Stimulation, jeweils 30 Minuten täglich an drei aufeinander folgenden Tagen. Das Ausmaß ihrer Beschwerden gaben die Studienteilnehmer anhand einer Skala von 1 bis 10 an, einen Tag vor der Behandlung, an den Behandlungstagen und zwei Tage danach. Positives Ansprechen auf die Therapie war definiert als eine Symptomlinderung um mindestens drei Punkte.

Eine deutliche Verbesserung gaben in der HF-Gruppe 80 Prozent der Patienten (16 von 20) an, in der TENS-Gruppe nur 33 Prozent (7 von 21).

Außerdem wurde in Subgruppen untersucht, wie die beiden Therapieverfahren bei nicht-schmerzhafter und schmerzhafter Neuropathie wirken. In beiden Gruppen war die HF-Behandlung überlegen: bei den Patienten mit schmerzloser Neuropathie bei 7 von 7 Untersuchten (100 Prozent) und bei der schmerzhaften Form bei 9 von 13 Patienten (69 Prozent). TENS brachte dazu im Vergleich nur eine Beschwerdebesserung bei der schmerzlosen Form bei 4 von 9 Patienten (44 Prozent) und bei der schmerzhaften Neuropathie bei 3 von 12 Patienten (25 Prozent). Die Beschwerden traten nach einigen Tagen wieder auf, deshalb scheint eine kontinuierliche Behandlung notwendig zu sein.

Außer der Wirkung gegen diabetische Neuropathie zeigte die hochfrequente Muskelstimulation in einer weiteren Pilotstudie aber auch Qualitäten bei der Senkung des HbA1c und des Körpergewichts. 16 Personen mit Typ 2 Diabetes wendeten die HF-Behandlung sechs Wochen lang eine Stunde täglich an. Aufgrund früher japanischer Untersuchungsergebnisse war bekannt, dass elektrische Muskelstimulation die Insulinsensitivität verbessern kann. Nun erzielte die Therapie mit dem HiToP-Verfahren in der Düsseldorfer Studie eine mittlere Gewichtsabnahme von 1,4 kg Körpergewicht und eine Senkung des HbA1c um 0,6 Prozent. Damit erbrachte elektrische Muskelstimulation erstmals signifikante Effekte, die unterstützend bei der Diabetes-Behandlung eingesetzt werden könnten.

Diese Arbeit erhielt Anfang September in Bonn auf der Herbsttagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft von der Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Diabetologen einen Förderpreis für „Präventionsmodelle in Klinik und Praxis“.

Originalpublikation: Reichstein L, Ziegler D et al. (2005) Effective treatment of symtomatic diabetic polyneuropathy by high-frequency external muscle stimulation. Diabetologia 48: 824-828

(Kirsten Lindloff, Deutsche Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung)

Informationen finden Sie im Internet unter www.diabetes-deutschland.de

Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum
Deutsches Diabetes-Zentrum / Deutsche Diabetes-Klinik
Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität
Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf

Telefon: 02 11 / 33 82 – 2 00, Fax: 02 11 / 33 69 103


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