DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang 44m, Ausgabe 7/8 - 2003 - Themen: Deutscher Kopfschmerztag, Schaufensterkrankheit, Verhaltensstörungen, Demenz, Lungenkrebsrisiko, Allergie-Mobil, Hörtest-Woche, Neuropathie
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Deutsches Grünes Kreuz, Deutscher Kopfschmerztag, Schaufensterkrankheit, Verhaltensstörungen, Demenz, Lungenkrebsrisiko, Allergie-Mobil, Hörtest-Woche, Neuropathie
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Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 44, 7/8 - 2003

Vierter Deutscher Kopfschmerztag am 5. September
Experten raten: Kopfschmerzen richtig behandeln! (3.702 Zeichen)

 

(dgk) Mehr als die Hälfte aller Deutschen leidet gelegentlich unter Kopfschmerzen. Bei leichten Beschwerden helfen sich Betroffene meist selbst mit einem rezeptfreien Schmerzmittel aus der Apotheke. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, denn nicht bei jedem Kopfschmerz ist ein Arztbesuch notwendig. Die Selbstbehandlung setzt aber voraus, dass die Verbraucher über die Anwendung ausreichend informiert sind, so das Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V. in Vorbereitung auf den vierten Deutschen Kopfschmerztag, der am 5. September stattfindet.

Grundsätzlich raten Experten, nicht gleich eine Tablette einzunehmen, wenn der Kopf einmal brummt. Ein Spaziergang an der frischen Luft und etwas Entspannung können Wunder wirken, meint Dr. Martin Gessler, Neurologe aus München. "Regelmäßiges Ausdauertraining an der frischen Luft und verschiedene Entspannungsübungen wie Yoga oder progressive Muskelentspannung nach Jacobsen können Kopfschmerzen sogar vorbeugen", sagt der Experte weiter.

Bei stärkeren Schmerzen sollte mit der Tabletteneinnahme aber nicht zu lange gezögert werden. "Wenn man mit der Behandlung zu lange wartet, werden die Schmerzen nur schlimmer und sind dann schwerer wegzubekommen. Wichtig ist, die Schmerzkaskade rechtzeitig und effektiv zu unterbrechen", sagt Dr. Jan-Peter Jansen von der Stiftung Kopfschmerz in Berlin. Bei Kopfschmerzen am besten geeignet sind Kombinationspräparate, so die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) in ihren aktuellen Empfehlungen zur Selbstmedikation. Sie enthalten die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein. Kombinationspräparate haben ein breiteres Wirkprofil, wirken schneller und sind verträglicher, da die Wirkstoffe als Kombination in einer geringeren Dosis eingesetzt werden können.

Kopfschmerztabletten sollten höchstens an zehn Tagen im Monat und maximal drei Tage hintereinander eingenommen werden. Dauern die Schmerzen länger an, ist ein Arztbesuch der richtige Schritt. "Treten Kopfschmerzen häufiger auf oder werden sie mit der Zeit stärker, kann ein ernsthafter Grund dahinter stecken", gibt Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz zu bedenken. Ein gut geführtes Kopfschmerztagebuch ist dann eine große Hilfe, um den Ursachen der Beschwerden auf den Grund zu gehen. "Betroffene sollten möglichst nicht mehrere Schmerzmittel gleichzeitig anwenden", sagt Krause. Das könne zu unberechenbaren Wechselwirkungen führen. Kopfschmerztabletten sollten auch immer mit reichlich Wasser bei aufrechter Körperhaltung eingenommen werden. So werden die Arzneimittel zügig durch die Speiseröhre gespült und gelangen schnell in den Magen-Darm-Trakt.

Kopfschmerz-Tagebuch

Abbildung:
Kopfschmerz-Tagebuch
Die Abbildung (Auszug aus dem Kopfschmerz-Tagebuch) kann im Zusammenhang mit dem Artikel von Redaktionen in schwarz-weiß oder farbig kostenlos per E-Mail angefordert werden unter: margot.boucsein(à)kilian.de

  • Ausführliche Informationen zur Selbstmedikation enthält die Broschüre "Kopfschmerzen - Anleitung zur Selbsthilfe", die mit einem adressierten und mit 1,44 € frankierten DIN-A5-Rückumschlag kostenlos angefordert werden kann bei:
  • Deutsches Grünes Kreuz e.V., Stichwort Kopfschmerzen, Postfach 1207, 35002 Marburg. Hier erhalten Interessierte gegen eine Schutzgebühr von 0,55 € in Briefmarken auch ein Kopfschmerz-Tagebuch.
  • Weitere Informationen im Internet gibt es unter www.forum-schmerz.de.


Als Service bietet das Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V. am 3. September eine kostenlose bundesweite Hotline zum Thema Kopfschmerz unter der Telefonnummer 08 00 / 0 11 21 14 von 16 bis 18 Uhr an. Dort beantworten erfahrene Therapeuten Fragen zur Selbstmedikation und zum richtigen Umgang mit Kopfschmerzmitteln.



Wenn die Beine versagen
Jeder Fünfte leidet an der 'Schaufensterkrankheit' (2.621 Zeichen)

 

(dgk) Es beginnt mit kalten Füßen und einem tauben Gefühl in den Beinen. Dann treten erstmals krampfähnliche Muskelschmerzen bei längeren Spaziergängen auf. Betroffene bleiben stehen, bis der Schmerz nachlässt. "Schaufensterkrankheit" nennt der Volksmund diese Erkrankung, die beinahe jeden Fünften in den westlichen Industriestaaten trifft.

In Fachkreisen wird von peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) gesprochen. Es handelt sich dabei um eine chronische, schleichend verlaufende Verkalkung der Adern. Plaques, so heißen die Ablagerungen, setzen sich an den Gefäßwänden ab. Die Wände verhärten zunehmend, und die Adern werden enger. Das umliegende Gewebe wird immer schlechter mit lebensnotwendigem Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Folge sind starke Schmerzen in den Beinen. Wird nichts gegen die Erkrankung unternommen, kann es zu offenen Wunden und zum Absterben von Gewebe kommen.

Das Fatale an der Schaufensterkrankheit ist, dass sie meist spät erkannt wird. Die überwiegende Zahl der Patienten nimmt die ersten Anzeichen nicht wahr. Sie wenden sich häufig erst dann an einen Arzt, wenn die Schmerzen zunehmen und die schmerzfreien Gehstrecken immer kürzer werden. Für Vorbeugen durch ausreichend Bewegung, eine gesunde, vollwertige Ernährung, Vermeiden von Übergewicht, maßvollen Umgang mit Alkohol, Verzicht auf Zigaretten und Verminderung von Stress ist es dann meist zu spät.

Oberstes Behandlungsziel bei der Schaufensterkrankheit ist ein Gehtraining. Es mag seltsam erscheinen, dass ausgerechnet Bewegung, die die Schmerzen verursacht, helfen kann. Aber Bewegung trainiert die Gefäße, senkt den Blutdruck und unterstützt die Gewichtsabnahme. Je nach Fortschreiten der Erkrankung sind auch Medikamente notwendig. So werden zahlreiche durchblutungsfördernde Mittel eingesetzt. Darüber hinaus wird bei einer pAVK-Therapie darauf geachtet, die Bildung eines Blutpfropfes (Thrombose) zu vermeiden. Ist die Erkrankung weit fortgeschritten, werden auch operative Verfahren eingesetzt, um die Durchblutung der Gewebe zu verbessern.

Ganz entscheidend für Betroffene ist eine hinreichende Schmerzbehandlung. Denn in der Regel bleibt es nicht bei Gehschmerzen, sondern die Beschwerden treten auch im Ruhezustand auf. "Die Schmerztherapie bei der pAVK muss dauerhaft erfolgen, denn die Schmerzen werden nicht verschwinden", sagt Dr. Jan-Peter Jansen, wissenschaftlicher Beirat des Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz. Der Experte empfiehlt die Einnahme von Opioiden: "Diese können häufig in sehr niedriger Dosierung eingesetzt werden und machen auch bei jahrelanger Einnahme keine Organschäden."


Wenn alte Menschen ausrasten
Verhaltensstörungen bei Demenz werden immer noch unterschätzt (2.933 Zeichen)
 

(dgk) Über aggressives Verhalten alter Menschen hört man in der Öffentlichkeit nur wenig. Das Thema ist offenbar mit einem Tabu behaftet. Tatsache ist aber: Viele Familien in Deutschland machen beinahe täglich die leidvolle Erfahrung, dass Vater oder Mutter, Opa oder Oma plötzlich zu toben beginnen, ihre Angehörigen wüst beschimpfen und sie beschuldigen, ihnen etwas Böses zu wollen. Teilweise artet dies sogar in körperliche Gewalt aus. Der Grund für dieses scheinbar sinnlose und befremdliche Verhalten ist oft eine noch unerkannte Demenz-Erkrankung - meist vom Typ Alzheimer.

Medizinexperten wie der Gerontopsychiater Dr. Martin Haupt aus Düsseldorf sprachen sich deshalb bei einer Fachtagung in München ausdrücklich für eine frühzeitige und angemessene Behandlung solcher Verhaltensauffälligkeiten aus. "Verhaltensstörungen bei Demenz werden immer noch unterschätzt. Irgendwann treten sie aber bei jedem Demenz-Patienten auf. Darunter leiden nicht nur die Patienten selbst, besonders für die Angehörigen stellen sie eine enorme körperliche und psychische Belastung dar", erklärt Haupt.

Die Früherkennung und Diagnose der demenziell bedingten Verhaltensstörungen sei allerdings schwierig, meint Haupt. Angehörige würden die Symptome häufig als normale Alterserscheinung missdeuten. Da die Störungen nicht dauernd aufträten, würden sie bei einer ärztlichen Untersuchung auch nicht zwangsläufig sofort entdeckt. Haupt fordert deshalb die Angehörigen der Betroffenen auf, beim Kontakt mit dem Arzt gezielt auf solche Verhaltensauffälligkeiten hinzuweisen.

Wenn Veränderungen in der Umgebung und im Umgang mit dem Betroffenen nicht weiterhelfen, plädiert Haupt für den Einsatz von Medikamenten. Empfehlenswert seien hier moderne Atypika, wie der Wirkstoff Risperidon, der als einziger für die Behandlung von gesteigerter Aggressivität und psychischen Störungen bei Demenz zugelassen sei. Haupt stellte eine aktuelle Studie mit mehr als 300 Patienten vor, aus der hervorging, dass sich mit Risperidon aggressives Verhalten, Misstrauen, Wahnideen und Halluzinationen deutlich verringern ließen. Das Medikament fördert außerdem die Wachheit der Patienten, so dass sie wieder in höherem Maße an den Dingen des Alltags teilhaben können. "Ein wesentlicher Punkt", so Haupt weiter, "ist meines Erachtens, dass die Patienten wieder einen sichereren Gang haben, also viel seltener stürzen und sich deshalb nicht mehr so viele schwere Verletzungen oder Knochenbrüche zuziehen."

  • Weitere Infos unter www.patientenleitlinien.de und www.altern-in-wuerde.de.
  • Eine Ratgeberbroschüre für Angehörige von Demenz-Kranken kann gegen Einsendung eines mit 1,44 € frankierten DIN-A5-Rückumschlags angefordert werden bei: Deutsches Grünes Kreuz, Stichwort Altersdemenz, Postfach 1207, 35002 Marburg.
Schnelltest - Verhaltens?nderungen bei Demenz

Grafik:
Ein neuer und einfacher Fragebogen kann Angehörigen und Ärzten die Früherkennung von demenzbedingten Verhaltensstörungen erleichtern.
Grafik: DGK


Sonnenanbeter aufgepasst
Zu viel Licht kann Kopfschmerzen auslösen (2.632 Zeichen)

 

(dgk) "Manche mögen's heiss" - frei nach dem Motto dieses Filmklassikers aus den 50er Jahren legen sich viele Sonnenhungrige auch in diesem Jahr wieder auf den "Grill". Manche tun dies, um die Seele baumeln zu lassen, andere, um die Haut zu bräunen. Viele möchten wohl beides. Sonnenstrahlen können einen therapeutischen Effekt ausüben: Durch sie nehmen lichtmangelbedingte Depressionen ab. Doch so sehr sich die einen über die Sommerzeit freuen, umso mehr möchten sich Kopfschmerzgeplagte am liebsten verkriechen.

Studien belegen, dass viele Menschen mit gelegentlichen und chronischen Spannungskopfschmerzen sehr empfindlich auf Licht reagieren. Dabei kann Licht nicht nur bestehende Kopfschmerzen verschlimmern, sondern auch Kopfschmerzen auslösen. So ergaben Untersuchungen zu den Folgen einer Lichttherapie bei Menschen, die unter einer Winterdepression leiden, dass beinahe jeder zehnte Studienteilnehmer dadurch Kopfschmerzen bekam. Andere Studien konnten zeigen, dass die Wellenlänge des Lichtes entscheidend ist für das Auftreten von Spannungskopfschmerzen. Patienten mit Spannungskopfschmerzen reagierten am empfindlichsten auf mittlere Wellenlängen.

"Wer auf intensive Lichteinstrahlung mit Kopfschmerzen reagiert, sollte das Haus nicht ohne Sonnenschutz verlassen und die Mittagszeit meiden", rät Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK). Das gilt auch für Sommertage, an denen eine Wolkendecke die Sonnenstrahlen abschirmt: Eine geschlossene Wolkendecke hält nur etwa 20 Prozent der UV-Strahlen ab. Die Markise oder ein Sonnenschirm "schlucken" rund die Hälfte der Strahlung.

Für Lichtempfindliche gilt, was für andere Kopfschmerzpatienten auch ratsam ist: Entspannung und eine positive Stimmungslage senken die Schmerzempfindlichkeit. Betroffene sollten nur Schmerzmittel nehmen, deren Wirkung belegt ist. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt für die Selbstmedikation eine Kombination aus den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein als Mittel der ersten Wahl. Genau wie andere Schmerzmittel empfiehlt sich die Einnahme von Kombinationspräparaten höchstens an zehn Tagen im Monat und maximal an drei Tagen hintereinander. Wer häufiger an Kopfschmerzen leidet, sollte zum Arzt gehen.

  • Weitere Informationen zum Thema Kopfschmerzen bietet die Broschüre "Kopfschmerzen - Anleitung zur Selbsthilfe", die Sie gegen Einsendung eines mit 1,44 € frankierten DIN-A5-Rückumschlages anfordern können bei: Deutsches Grünes Kreuz e. V., Stichwort Kopfschmerzen, Postfach 12 07, 35002 Marburg oder über das Internet unter www.forum-schmerz.de.


Kein künstliches Beta-Carotin für Raucher
Provitamin A kann das Lungenkrebsrisiko für Raucher erhöhen (2.903 Zeichen)

 

(dgk) Gerade in der Sommerzeit greifen viele Menschen zu Carotin-Kapseln, um sich vor Sonnenbrand zu schützen oder ihre Bräune zu intensivieren. Doch für Raucher ist das nichts: Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Carotinpillen Rauchern schaden. Das Bundesamt für gesundheitlichen Verbraucherschutz warnte Raucher bereits im Jahre 1998 vor Beta-Carotin.


Wer raucht, weiß eigentlich genau, dass er seiner Gesundheit nichts Gutes tut. Deshalb versuchen viele Raucher das auf andere Weise auszugleichen und nehmen zusätzlich Vitamine ein. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz warnt jedoch: Bestimmte Vitamine können schon in leichter Überdosierung für Raucher schädlich sein.
In den Zutatenlisten von bestimmten Raucher-Vitaminpillen wird neben Vitamin E außerdem noch das Provitamin A aufgeführt. Bekannt ist dieser Stoff auch unter der Bezeichnung Beta-Carotin - gerne als Bräunungsunterstützung verwendet.

Die Wirkung von Beta-Carotin wurde in den vergangenen Jahren in Finnland (ATBC- Studie (Alpha-Tocopherol, Beta-Carotin Lung Cancer Prevention Trial), 1994) und den USA (CA-RET-Studie (Beta-Carotin and Retinol Efficacy Trial), 1996) in großen wissenschaftlichen Studien untersucht. Die Testpersonen - allesamt Raucher - erhielten jahrelang Beta-Carotinhaltige Präparate. Als dann das Ergebnis der finnischen Studie vorlag, waren die Wissenschaftler entsetzt. Statt vorbeugend zu wirken, erhöhte sich die Lungenkrebsrate der mit Beta-Carotin behandelten Raucher um 18 Prozent. Diese überraschende Wirkung bestätigte sich auch bei der Untersuchung in den USA zwei Jahre später: Nach vierjähriger Dauer wurden die Teilnehmer der St7udie aufgefordert, die verabreichten Beta-Carotin-haltigen Vitaminpräparate nicht mehr einzunehmen. Der Grund für den plötzlichen Studienabbruch: Die Lungenkrebshäufigkeit der teilnehmenden Raucher war diesmal sogar um 28 Prozent angestiegen.

Tipp
: Raucher sollten viel frisches Gemüse und Obst essen. Das Beta-Carotin, das sie dabei aufnehmen, ist für sie gesund. Gute Lieferanten von Beta-Carotin sind vor allem gelb-rote und dunkelgrüne Gemüse zum Beispiel Karotten, Peperoni, Kürbis, verschiedene Kohlarten, Spinat, Feldsalat sowie Aprikosen, Honigmelonen und Mango. Dr. Karin Uphoff vom Deutschen Grünen Kreuz: "Raucher können ruhig ein paar Möhren knabbern oder anderes Grünzeug essen. Das macht nichts. Von zusätzlichen Vitamincocktails mit Beta-Carotin raten wir jedoch ab." Offizielle Grenzwerte für zusätzliche Beta-Carotin-Zufuhr gibt es zwar noch nicht, doch sollen sie EU-weit festgelegt werden.

Anmerkung
: Schützen Beta-Carotin- oder Vitamin-E-Tabletten vor Sonnenschäden?
Es ist bisher nicht wissenschaftlich erwiesen, dass diese Mittel die Hautalterung und das Risiko der Entartung der Hautzellen bei Sonnenanbetern verhindern. In keinem Fall geben sie einen Freifahrtschein für ausgedehntes und ungeschütztes Sonnenbaden!


DER AKTUELLE GESUNDHEITSTIPP
Gesund werden mit der Kraft der Natur (1.210 Zeichen)
 

(dgk) Erkältungsbeschwerden, leichte Kopf- oder Muskelschmerzen, Magen- und Darmverstimmungen: Nicht immer muss es gleich ein starkes Medikament sein. Oft ist auch ein Kraut dagegen gewachsen. Leichtere Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen kann man auch auf eigene Faust mit heilkräftigen Tees, entspannenden Bädern oder lindernden Wickeln kurieren. Nachweislich lindern viele Naturheilmittel Beschwerden und beschleunigen Heilungsprozesse.

Ob als heiße Tasse, 15 Minuten Wannenbad oder warme Wickel: Kamillenblüten, Baldrian, Lavendel, Melisse und Hopfen haben beruhigende und entspannende Eigenschaften. Krampflösend wirken Anis, Fenchel und Kümmel. Rosmarin und Heublumen lindern Muskelschmerzen. Linden- und Holunderblüten sind schweißtreibend. Die Kraft der Kräuter lässt sich zudem auch untereinander kombinieren.

Wichtig:
Eine dringend erforderliche, vom Arzt verordnete medikamentöse Therapie können und wollen die bewährten Naturheilmittel nicht ersetzen. Wenn die Beschwerden nach einigen Tagen nicht deutlich abklingen, sollte man unbedingt den Arzt aufsuchen.

Mehr über Arzneitees, Wickel und Bäder lesen Sie in dem "Ratgeber aus Ihrer Apotheke" Ausgabe 8 A/2003, erscheint am 1. August 2003.


MELDUNGEN:
Allergie? - Risikofaktoren erkennen, vermeiden - früh behandeln
Allergie-Mobil fährt durch Deutschland (906 Zeichen)

 

(dgk) Das Aktionsbündnis Allergieprävention (abap) startet mit "abap mobil" erstmals in diesem Jahr eine deutschlandweite Kampagne, mit der auf die zunehmende Häufigkeit allergischer Erkrankungen und die Bedeutsamkeit einer frühen Diagnose und Behandlung hingewiesen wird. Im Mittelpunkt der Aktionen und Beratungen stehen Risikofaktoren und Maßnahmen zur Vorbeugung von Allergien. Interessierte können sich beispielsweise kostenlos ein persönliches Risikoprofil erstellen lassen und einen Lungenfunktionstest machen.

Folgende Städte werden besucht:

  • Dresden, 28./29.08.2003
  • Berlin, 01.09.2003
  • Lübeck, 02.09.2003
  • Hamburg, 03.09.2003
  • Köln, 05.09.2003
  • Frankfurt/M., 06.09.2003
  • Stuttgart, 08.09.2003
  • München, 10.09.2003


Weitere Informationen finden Sie unter www.allergiepraevention.de oder sind unter der Telefonnummer des abap-Sekretariates (bitte diese Telefonnummer nicht veröffentlichen): 0 64 21 / 2 93 - 1 71 zu erfragen.


Am Bildschirm bleibt kein Auge trocken
Blinzeln oder Weinen gegen Brennen und Jucken (1.563 Zeichen)

 

(dgk) Wer stundenlang angestrengt vor dem Monitor sitzt, vergisst oft den Lidschlag. Dadurch kann es zum Austrocknen des Auges kommen: "Sandkorngefühl", Brennen und Jucken sind die Folgen, Müdigkeit und Kopfschmerzen kommen hinzu.

Bewusstes Blinzeln während der Computerarbeit sorgt für gleichmäßige Verteilung der Augenflüssigkeit. Durch das Schließen wird das Auge befeuchtet und kann nicht so schnell austrocknen. Noch besser ist es, die Tränenproduktion anzuregen, da das salzige Nass den Augen zusätzlichen Schutz gewährt. Weinen Sie mal wieder! Anregend wirkt zum Beispiel ausgiebiges Gähnen. Durch das Gähnen entspannt die Gesichtsmuskulatur und die Augen werden befeuchtet. Ganz nebenbei kann sich der Bildschirmarbeiter dabei richtig ausstrecken, wodurch die durch die sitzende Tätigkeit müden Glieder wieder auf Trab gebracht werden. Wollen die Tränen einfach nicht fließen, hilft der Gang in die nächste Apotheke. Dort gibt es künstliche Tränenflüssigkeit, die bei Bedarf in die Augen geträufelt wird.

Achten Sie darauf, dass der Monitor nicht im Gegenlicht steht, weil er sonst die Augen besonders anstrengt. Klimaanlagen und Rauchen belasten den Flüssigkeitshaushalt des Auges zusätzlich. Ein Luftbefeuchter oder Pflanzen sind die bessere Wahl. Entspannungsphasen - etwa ein Blick aus dem Fenster - sorgen dafür, dass sich strapazierte Augen erholen können.

Merke:
Wer lange vorm Monitor sitzt, handelt sich eine zeitweilige Kurzsichtigkeit von einer halben Dioptrie ein. Mehr Tipps für den gesunden PC-Arbeitsplatz finden Sie auf www.dgk.de .


Gesunder Rücken im Büro?
Gesundes Sehen vor dem Bildschirm


Im Angesicht des Schweißes (1.689 Zeichen)
 

(dgk) Die Temperaturen steigen, der Schweiß fließt in Strömen: Schwitzen ist wichtig, da es den Körper kühlt. Die fortwährend feuchte Haut bildet aber auch einen Nährboden für krankmachende Bakterien und Pilze.

Der Schweiß selbst ist übrigens geruchlos. Der typische Schweißgeruch entsteht erst, wenn die auf der Haut angesiedelten Bakterien die Körperflüssigkeit zersetzen. Deos, die die Zersetzung des Schweißes durch die Mikroorganismen verhindern, leisten hier gute Dienste. Bei übermäßigem Schwitzen sind andere Methoden gefragt:

Gegen Achselschweiß hat sich seit langem eine Aluminiumchloridlösung bewährt. Sie verklebt die Schweißdrüsen und verhindert so das Austreten von Körperflüssigkeit. Die Lösung lässt sich in einen normalen Glasdeoroller füllen und kann vom Patienten täglich selbst aufgetragen werden. Juckreiz ist eine mögliche Nebenwirkung. An Händen und Füßen wirkt Aluminiumchlorid kaum, da der Wirkstoff hier nicht so gut eindringen kann. In diesen Fällen hilft die so genannte Iontophorese, ein Schwachstrombad. Auch dieses kann der Patient problemlos zu Hause anwenden. Aber auch atmungsaktive Kleidung und die Auswahl der richtigen Nahrungsmittel leisten ihren Beitrag zu einem angenehmen Hautgefühl.

Die genannten Therapien gelten als bewährt, sie schlagen jedoch nicht bei jedem Patienten an. Wirksamer ist das Nervengift Botulinumtoxin-A, fanden Wissenschaftler in einer Studie an 25 dermatologischen Kliniken heraus. Die Injektion des Nervengiftes verringert die Schweißdrüsenaktivität. Die Wirkung liegt bei über 90 Prozent und hält bis zu drei bis sechs Monate vor. Darüber hinaus stehen für besonders schwere Fälle auch operative Maßnahmen zur Verfügung.


Erste Deutsche HÖRtest-Woche: 50.000 Menschen ließen ihr Gehör testen
er Erfolg für bundesweite Kampagne zur Gesundheitsvorsorge (1.452 Zeichen)

 

(dgk) Im normalen Alltag kommen die meisten nicht auf den Gedanken, dass die Ohren regelmäßig auf den Prüfstand sollten. Gutes Hören ist in jedem Lebensalter, im Beruf und in der Freizeit wichtig. Wer nicht mehr gut hört, bleibt bei Gesprächen häufig außen vor. Unsicherheit, Vereinsamung und Depressionen sind mögliche Folgen einer Hörminderung.

Wenn die Menschen nicht zum Hörtest gehen, dann kommt der Hörtest zu den Menschen: Dies war das Motto der Ersten Deutschen HÖRtest-Woche, die vom 23. bis 29. Juni in vielen Städten und Ortschaften mit zahlreichen Hörtest- Veranstaltungen aufwartete. Die Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) - zusammen mit dem Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) für Gesundheit Initiatorin der Kampagne - meldet die stolze Zahl von insgesamt 50.000 Hörtests, die in der Aktionswoche durchgeführt wurden. Angeboten wurde der kostenlose Ohren-TÜV von Hörakustikern, die sich in der FGH engagieren. Das Interesse von Betrieben, Verbänden, Schulen, Seniorenheimen und öffentlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel Rathäusern, war sehr groß. Viele Menschen absolvierten zum ersten Mal einen Hörtest; bei anderen lag der letzte Test "erst wenige Monate" bis hin zu "etlichen Jahren" zurück.

Für alle, die die HÖRtest-Woche verpasst haben: Mit Hilfe eines jederzeit möglichen Hörtests beim HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker lässt sich schnell klären, ob man noch "ganz Ohr" ist und was man tun kann, wenn man nicht (mehr) gut hört.


NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHEN DIABETES-FORSCHUNGSINSTITUT (DDFI)
Neue Hoffnungen für Patienten mit einer schmerzhaften Neuropathie
Neues von der 38. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft Ende Mai 2003 in Bremen (1.641 Zeichen)

 

(dgk/DDFI) Häufig ist der medizinische Fortschritt mit Zufällen verbunden, so auch bei einem neuartigen Therapieverfahren zur Behandlung der schmerzhaften Neuropathie. Während einer Studie zur Analyse der Insulinempfindlichkeit bei einer externen Muskelstimulation berichteten Patienten, dass sich Beschwerden in den Füßen gebessert hätten. Diese Entdeckung wurde nun bei einer klinischen Studie bestätigt, die von Prof. Dr. Stephan Martin bei der Jahrestagung der Deutschen Diabetesgesellschaft in Bremen erstmals präsentiert wurde.

Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, bei der durch die Haut Nerven an den Beinen mit elektrischem Strom stimuliert wurden, war eine externe Muskelstimulation wesentlich effektiver in der Linderung der Beschwerden. Dabei wurde eine von den Patienten als sehr angenehm empfundene Hochfrequenzmuskelstimulation eingesetzt, die auch im Hochleistungssport nach Verletzungen zur Anwendung kommt. Bereits nach wenigen Anwendungen von jeweils einer halben Stunde wurden die Linderung der Symptome erreicht. Jedoch muss das Verfahren vermutlich kontinuierlich angewendet werden, da in einem Teil der Patienten nach wenigen Tagen die Symptome erneut auftraten. Dies wird nun in weiteren Untersuchungen am Deutschen Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf geprüft.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unt
er www.diabetes-deutschland.de.

Für Rückfragen zu dieser Presseinformation wenden Sie sich bitte an:


Prof. Dr. med. Stephan Martin
Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut an der

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Auf'm Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf
Telefon: 02 11 / 33 82 - 1, Fax: 02 11 / 33 82 603


Sondermeldung:
'Meilenstein in der Krebsvorsorge'
Medikament kann Prostatakrebs verhindern

 

(dgk) Männer können ihr Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, um 25 Prozent senken, wenn sie das Medikament Finasterid einnehmen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Nationalen Krebsforschungsinstituts (NCI) der USA. Prostatakrebs ist in Deutschland der häufigste bösartige Tumor bei Männern und gilt als die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Pro Jahr gibt es mehr als 30.000 Neuerkrankungen.

Mit dem Wirkstoff Finasterid wird seit mehreren Jahren erfolgreich die gutartige Prostatavergrößerung behandelt. Außerdem wird das Mittel in einer niedrigeren Dosierung gegen erblich bedingten Haarausfall bei Männern eingesetzt. Ob es auch der Entstehung von Prostatakrebs vorbeugen kann, war Gegenstand der NCI-Studie, die auf zehn Jahre angelegt war und bis Mai 2004 laufen sollte. Aufgrund der eindeutigen Ergebnisse wurde sie jetzt vorzeitig abgebrochen. "Finasterid ist das erste Medikament, für das nachgewiesen wurde, dass es das Risiko eines Prostatakarzinoms reduziert", sagte der Leiter der Studie, Dr. Ian Thompson.

An der PCPT-Studie (Prostate Cancer Prevention Trial) hatten fast 19.000 gesunde Männer ab 55 Jahren teilgenommen, aufgeteilt nach dem Zufallsprinzip in zwei gleich große Gruppen. Die eine Hälfte der Probanden schluckte täglich fünf Milligramm Finasterid, die andere Hälfte ein Scheinmedikament (Placebo). Weder den Teilnehmern noch ihren Ärzten war bekannt, welche Tablette sie erhielten. Bei 18,4 Prozent der Männer, die Finasterid eingenommen hatten, wurde am Ende der Studie Prostatakrebs entdeckt, in der Vergleichsgruppe waren es 24,4 Prozent. Jeder vierte bösartige Tumor konnte also mit Hilfe von Finasterid verhindert werden. Dieses Ergebnis sei ein Meilenstein in der Krebsvorsorge, sagte Leslie Ford, Direktor für klinische Forschung der Abteilung Krebsprophylaxe am NCI. Noch nicht geklärt sei allerdings laut Studie, warum 6,4 Prozent der Männer in der Finasterid-Gruppe an besonders aggressiven Formen des Prostatakrebses litten gegenüber 5,1 Prozent in der Placebo-Gruppe.

In Europa und den USA erkrankt einer von sechs Männern ab 45 Jahren an Prostatakrebs. Jährlich sterben mehr Männer an Prostatakrebs als Frauen an Brustkrebs. Deshalb hat in Deutschland jeder Mann ab 45 Jahren Anspruch auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Doch nur 15 Prozent nutzen dieses Angebot, das den Ausschluss oder die Früherkennung eines Prostatakarzinoms zum Ziel hat. Wird ein solcher Tumor diagnostiziert, ist eine Behandlung bei etwa 50 Prozent der Patienten erfolgreich. Allerdings wird die Therapie oft von unangenehmen Nebenwirkungen und einem Verlust an Lebensqualität begleitet. Wissenschaftler sagen zudem voraus, dass die Häufigkeit der Erkrankung und der tödlichen Verläufe weiter steigen werden - bis zum Jahr 2010 um drei Prozent jährlich.

Weitere Information zur PCPT-Studie und zum NCI gibt es im Internet unter
www.cancer.gov/pcpt .


Kontakt:

Dr. med. Sigrid Ley
Deutsches Grünes Kreuz e. V., Schuhmarkt 4, 35037 Marburg
Telefon: 0 64 21/ 2 93 - 1 11; Fax: 0 64 21/ 2 93 - 7 11; E-Mail: sigrid.ley(à)kilian.de


V.i.S.d.P.
 

Herausgeber:

DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:

Michaela Berg (verantw.)
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. oec. troph. Karin Uphoff
Dr. med. Sigrid Ley

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Schuhmarkt 4
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