DGK e.V. -Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk), Jahrgang 41, Ausgabe 10 - 2000 Themen: Stammzellen, Nabelschnurblut, Dioxin, Muttermilch, Schnupfen, Krupp-Kinder, Rauchen, Lungenkrebs, leichte Zigarette
Gesundheitsinformationen zu:
Deutsches Grünes Kreuz, Rückenschmerz, Stammzellen, Nabelschnurblut, Dioxin, Muttermilch, Schnupfen, Krupp-Kinder, Rauchen, Lungenkrebs, leichte Zigarette
skip_nav

Suche

 

Service-Content

Anzeige

Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

 

 


Textanfang / Content

Sie sind hier: Home / Presse / Deutsche Gesundheits-Korrespondenz (dgk) / 2000 - Jahrgang 41 / dgk, Jg. 41, 10 - 2000
Pressedienst Deutsche Gesundheits-Korrespondenz
dgk, Jg. 41, 10 - 2000

Rückenschmerz ade (2197 Zeichen)
 

(dgk) Wer kennt sie nicht: Quälende Rückenschmerzen, die das Sitzen, das Liegen und Gehen beschwerlich machen. Betroffene können jetzt jedoch aufatmen. Ein neues Verfahren zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen, die so genannte Katheter-Therapie oder Racz-Methode, kann die Beschwerden deutlich bessern. Damit nicht genug: Selbst Bandscheibenoperationen können um 70 bis 80 Prozent reduziert werden.


Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Sie betreffen in den Industrienationen fast jeden Menschen mindestens einmal im Leben. Ein großer Teil der Patienten leidet unter chronischen Beschwerden, unter Schmerzen, die über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten anhalten und eine medizinische Behandlung benötigen. Diese bleibt jedoch oftmals ohne Erfolg. Letzter Ausweg ist in vielen Fällen eine Operation, die - neben dem unangenehmen Klinikaufenthalt - auch Risiken mit sich bringt und aus diesem Grund von vielen Patienten abgelehnt wird.

Die Racz-Methode wurde in den USA entwickelt und wird in Deutschland bislang nur von wenigen spezialisierten Ärzten durchgeführt. Dabei wird ein Spezialkatheter durch den natürlichen Eingang des Wirbelkanals am Steißbeinende schmerzfrei und zielgenau an den Ort der Schmerzentstehung im Wirbelkanal dirigiert. Durch ausgiebige Spülung und mechanische Lösung werden Verwachsungen, die die Nerven einengen, aufgehoben. Die Irritation der Nervenwurzel wird somit entfernt. Anschließend werden eine hochkonzentrierte Salzlösung und eine Spezialenzymlösung über den Katheter injiziert. Dadurch kommt es zu einem weiteren Abschwellen des beengten Gewebes und zur Entlastung der Nervenwurzel. Das Resultat ist zumeist eine sofortige Schmerzfreiheit.

"Das Verfahren zeigt nicht nur hervorragende und dauerhafte Resultate, es kann auch ambulant durchgeführt werden", so Dr. P. Bleckmann aus Lüneburg, der das Verfahren in seiner Praxis anbietet. "Vor allem Patienten, die unter chronischen Rückenschmerzen leiden, kann damit sehr gut geholfen werden." Nachteil jedoch: Die Racz-Methode wird momentan noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Lediglich die privaten Kassen übernehmen die Kosten für das Katheterverfahren komplett.


Krankheiten heilen mit Nabelschnurblut? (2733 Zeichen)
 

(dgk) Mit der Übertragung von Stammzellen aus Nabelschnurblut könnte der medizinischen Forschung in einigen Jahren der große Durchbruch bei der Behandlung bisher unheilbarer Krankheiten wie z. B. Alzheimer oder Parkinson gelingen.


Nach der Verschmelzung von Ei- und Samenzellen entsteht aus den so genannten Stammzellen ein neuer Mensch. Sie sind die gemeinsamen Vorläufer unserer verschiedenen ausgereiften Körperzellen und können sich fast endlos teilen. Aus den embryonalen Stammzellen kann jeder andere Zelltyp des menschlichen Körpers entstehen.

Vor einigen Jahren entdeckten Wissenschaftler im Blut der Nabelschnur Stammzellen, aus denen zwar nicht mehr alle, aber sehr viele verschiedene Körperzellen hergestellt werden können. Weil sich dadurch ungeahnte medizinische Möglichkeiten ergeben, hat sich die Stammzellforschung seitdem rasant weiter entwickelt. Mit Hilfe von Stammzellen könnten z. B. verletzte oder abgestorbene Nerven- oder Gehirnzellen ersetzt werden. Denkbar ist beispielsweise auch der Austausch von zerstörtem Leber- oder Lungengewebe. Sogar die Herstellung von neuen Organen scheint nun nicht mehr unmöglich.

Erfolgreich praktiziert wird die Stammzelltherapie schon seit Jahrzehnten bei der Transplantation von Knochenmark, das blutbildende Stammzellen enthält. Schwierig gestaltet sich dabei allerdings die Suche nach einem geeigneten Spender. Weil das Immunsystem des Empfängers das Spender-Knochenmark als Fremdstoff erkennt, kommt es nicht selten zu Abstoßungsreaktionen. Diese treten bei der Transplantation von Nabelschnurblut-Stammzellen seltener auf. Seit Ende der 80er Jahre werden solche Transplantationen bei bestimmten Krebserkrankungen deshalb immer häufiger und mit großem Erfolg durchgeführt.

Immer mehr deutsche Kliniken richten nun auch spezielle Nabelschnurblutbanken ein, denen werdende Eltern das Nabelschnurblut ihres neugeborenen Baby spenden können. Dieses wird dann bei Bedarf fremden Empfängern zur Verfügung gestellt. Zur völligen Vermeidung von Abstoßungsreaktionen wäre es allerdings für den Empfänger ideal, wenn man die möglicherweise lebensrettenden Stammzellen aus dem eigenen Nabelschnurblut gewinnen könnte. Ähnlich wie in den USA bietet deshalb jetzt auch ein Unternehmen aus Leipzig werdenden Eltern an, das Nabelschnurblut ihres Kindes individuell und über mehrere Jahrzehnte einzulagern, damit es bei eventuellen Krankheiten des Nachkömmlings zur Verfügung steht.

Wer mehr über die Zusammenhänge von Nabelschnur und Stammzellen erfahren möchte, kann gegen Einsendung eines mit DM 3,- freigemachten DIN-A5- Rückumschlags eine Informationsbroschüre bei folgender Adresse anfordern:

Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Stichwort: Nabelschnur
Postfach 1207
35002 Marburg


Weniger Dioxin in der Muttermilch (1247 Zeichen)
 

(dgk) Die Belastung durch Dioxin und andere organische Chlorverbindungen ist in Deutschland in den letzten Jahren deutlich zurück gegangen, wie das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) meldete. Dies zeigt die Auswertung von mehr als 30.000 Frauenmilchproben, die seit den 80er Jahren gesammelt und deren Gehalt an organischen Chlorverbindungen analysiert wurde.


Von 1990 bis 1997 sank der Gehalt an Dioxinen und Furanen um 60 Prozent. Die Belastung mit polychlorierten Biphenylen verringerte sich von 1980 bis 1997 auf 30 Prozent und die von chlorierten Pflanzenschutzmitteln, wie DDT oder Hexachlor- benzol, auf 5 bis 15 Prozent. Die Rückgänge sind laut dem BgVV auf verschiedene Verbote und Regelungen zurückzuführen, die seit einigen Jahren die Herstellung und Anwendung zahlreicher Verbindungen betreffen.

Frauenmilch ist zum einen ein guter Bioindikator dafür, wie stark die Bevölkerung tatsächlich mit unerwünschten fettlöslichen Stoffen belastet ist. Zum anderen interessiert natürlich auch, wie viele Schadstoffe Säuglinge beim Stillen aufnehmen. Nach dem Stand des Wissens sind bei den aktuellen Schadstoffwerten der Muttermilch jedoch keine gesundheitliche Risiken für das Kind zu erwarten.


Schnupfen: So wird man ihn schnell wieder los (2636 Zeichen)
 

(dgk) Was tun, wenn einen der Schnupfen plagt? Die Immunabwehr stärken, mit Dampf inhalieren, bei Nasensprays auf richtige Auswahl und Anwendung achten, viel trinken, nicht rauchen.


Jeder Mensch bekommt durchschnittlich zwei- bis viermal im Jahr eine Erkältung. Hochsaison hat sie vor allem in den jetzt beginnenden kühlen Herbst- und Wintermonaten, vermutlich wegen der in dieser Jahreszeit herabgesetzten Immunabwehr. Nicht zu verwechseln ist eine normale Erkältung mit einer echten Grippe, die durch spezielle Grippe-Viren verursacht wird. Während man bei letzterer unbedingt einen Arzt aufsuchen sollte, ist eine normale Erkältung meist harmlos und selbst in den Griff zu bekommen. Wenn sie nach ein bis zwei Wochen allerdings nicht abklingt und Komplikationen wie Augen-, Nasennebenhöhlen-, Ohren- oder Halsentzündungen dazu kommen, gehört die Behandlung jedoch auch hier in die Hände eine Arztes.

Nasensprays erfreuen sich bei Schnupfengeplagten großer Beliebtheit, weil sie schnell wirken und bequem angewandt werden können. Sie enthalten meist so genannte a-Sympathikomimetika, die die entzündete Nasenschleimhaut abschwellen lassen und die Sekretbildung hemmen. Bei längerer und häufiger Anwendung dieser Wirkstoffe kann allerdings die Schleimhaut austrocknen und geschädigt werden. Nicht selten schwillt nach dem Absetzen des Sprays die Nasenschleimhaut erneut und sogar stärker an als zuvor, weshalb einige Betroffene dann immer wieder zu Nasensprays greifen.
Um diese Nebenwirkungen möglichst gering zu halten, nimmt man am besten Präparate, die lange wirken und nur ein- bis zweimal täglich angewandt werden müssen. Inzwischen gibt es zum Beispiel ein neues Nasenspray, das zusätzlich zu den abschwellenden Substanzen den Wirkstoff Dexpanthenol enthält. Dieser wird in der Nase in das Vitamin Pantothensäure umgewandelt und vermindert das Risiko, dass die Schleimhäute austrocknen und geschädigt wer-den. Zusätzlich wirkt er entzündungshemmend und fördert die Wundheilung. Durch das Zusammenspiel der beiden Wirkkomponenten, die auch als Nasicine bezeichnet werden, kann der Heilungsprozess beschleunigt, die Anwendungsdauer verkürzt und der Missbrauch von Nasensprays verhindert werden.

Grundsätzlich sollte man sich bei einer Erkältung körperlich nicht anstrengen und viel trinken. Linderung verschafft auch die regelmäßige Dampfinhalation mit Kamille oder in Wasser gelöstem Kochsalz. Raucher verzichten in dieser Zeit besser auf Zigaretten, denn dadurch werden die Nasenschleimhäute zusätzlich gereizt. Zur Verminderung der Ansteckungsgefahr für andere sollten grundsätzlich Papiertaschentücher verwendet und sofort entsorgt werden. Weil Erkältungsviren auf der Hautoberfläche mehrere Stunden überleben können, empfiehlt sich nach dem Nasenputzen außerdem die gründliche Reinigung der Hände.


Hilfe für einen gesunden Rücken (1961 Zeichen)
 

(dgk) Gymnastik ist wichtig für einen gesunden Rücken. Doch ohne die rückenfreundliche Gestaltung des persönlichen Umfeldes sind Rückenschmerzen nicht dauerhaft zu vermeiden. Darauf weisen die Autoren des neuen Ratgebers "Was für den Rücken gut ist" hin.


Achtzig Prozent der Bevölkerung haben irgendwann in ihrem Leben Rücken- schmerzen. Keine Frage: Rückenbeschwerden sind längst zu einer Volkskrankheit geworden und der häufigste Grund für einen Arztbesuch. Rückenschulen haben in den vergangenen Jahren zwar einen wichtigen Beitrag geleistet, die Menschen über rückenfreundliches Verhalten zu informieren. Doch richtiges Sitzen, Liegen und Bücken allein reichen nicht aus, um die Wirbelsäule gesund zu erhalten. Das eigene Engagement stößt dort an seine Grenzen, wo es auf ein rückenfeindliches Umfeld trifft - schlechte Stühle, durchgelegene Betten oder weiche Autositze sind nur einige Beispiele. Die Gestaltung des persönlichen Umfeldes mit rückenschonenden Alltagshilfen ist deshalb besonders wichtig.

Konkrete Hilfestellung bei Fragen zum rückenfreundlichen Arbeitsplatz, Schulranzen, Bett oder Schuh sowie Tipps zu Babytragen, Möbeln, Autositzen, Fahrrädern, Rucksäcken und vielen anderen Dingen des täglichen Lebens gibt der neue Ratgeber "Was für den Rücken gut ist" von Dietmar Krause und Helga Freyer-Krause. In diesem Buch, das in enger Kooperation mit der Aktion Gesunder Rücken e. V. (AGR) entstand, wird beschrieben, welche Anforderungen aus medizinisch wissenschaftlicher Sicht an ein rückengerechtes Produkt gestellt werden müssen. Ein Gütesiegel, das die AGR vergibt, stellt eine Orientierungshilfe für den Kauf dar.

Der Ratgeber ist erschienen im VERLAG im KILIAN, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg (ISBN 3-932091-47-7) und kostet 9,90 DM.

Redaktionen können bei Interesse ein Rezensionsexemplar anfordern bei: VERLAG im KILIAN, Herrn Jens Vaupel, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg, Tel. 06421/293-322, Fax 06421/163-894, E-Mail jens.vaupel(à)kilian.de


Krupp-Kinder: auf keinen Fall in den Mund fassen (1189 Zeichen)
 

Feuchte, kühle Luft lindert die Atemnot


(dgk) Nahezu aus heiterem Himmel, nur mit einer leichten Erkältung und ohne Fieber entwickeln Krupp-Kinder angsteinflößende Hustenattacken. In den Wintermonaten häuft sich die Erkrankung. Am bellenden Husten und der pfeifenden Atmung ist sie relativ einfach zu erkennen. Eltern, die einen solchen Anfall zum ersten Mal erleben, kommen leicht auf die Idee, dem Kind in den Hals schauen zu wollen. Davor warnt die Apothekenzeitschrift "Baby und die ersten Lebensjahre" nachdrücklich. Auf keinen Fall darf man etwa die Zunge mit einem Gegenstand herunterdrücken oder dem Kind eine andere Kopfhaltung aufzuzwingen versuchen, um in den Hals schauen zu können. Das könne die Atemwege des Kindes innerhalb von Sekunden durch einen Reflex vollständig verschließen. Wer einen solchen Anfall zum ersten Mal erlebt, wird wohl in jedem Fall - zu Recht - den Arzt rufen. Erfahrene Eltern können zunächst auch selbst helfen: das Kind beruhigen, es aufrecht im Arm sitzen lassen, für feuchte, kühle Luft sorgen und die verschriebenen und oft schon vorhandenen Medikamente verabreichen. Als Arzneimittel werden ein Adrenalingemisch zum Inhalieren oder Zäpfchen verwendet, die der Arzt verschreibt.


Leichte Zigarette fördert gefährlicheren Lungenkrebs (980 Zeichen)
 

Leichter Rauch wird tiefer und öfter inhaliert


(dgk) Raucher, die durch den Umstieg auf leichtere Zigaretten die Risiken für ihre Gesundheit vermindern wollen, leben nicht weniger gefährlich. So lautet das überraschende Ergebnis einer Schweizer Studie, über die die Gesund-heitszeitschrift "Apotheken Umschau" berichtet. Leichte Zigaretten ändern demnach wenig an der Häufigkeit von Lungenkrebs. Aber der Anteil einer besonders gefährlichen und heimtückischen Form von Lungentumoren, das Adenokarzinom, hat sich fast verdreifacht. "Starke Raucher brauchen zur Befriedigung ihrer Sucht eine bestimmte Nikotindosis. Das führt zu einem anderen Rauchverhalten", erklärt Professor Knut- Olaf Haustein vom Institut für Nikotinforschung und Raucherentwöhnung in Erfurt. Der Leichtrauch wird tiefer inhaliert und der Raucher zieht öfter an der Zigarette. Auch auf das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten, ist Haustein überzeugt, wirken sich Leichtzigaretten besonders negativ aus, weil Leichtraucher oft mehr Zigaretten rauchen.

 

Fusszeile / Impressum