DGK e.V. -Die rückengerechte Büroausstattung
Gesundheitsinformationen zu:
Wirbelsäule, Büroausstattung, Bürostuhl, Sitzen, Bürotisch, Computertatatur
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www.ibera-online.de
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www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

 

 


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Die rückengerechte Büroausstattung

Der ergonomische Bürostuhl
 

Der Bürostuhl ist ein Arbeitsgerät, von dessen sinnvoller Gestaltung und Nutzung unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit in hohem Maße abhängen. Ein individuell angepasster Bürostuhl soll die Wirbelsäule stützen, wechselnde Arbeitshaltungen ermöglichen und optimale Leistungsbereitschaft fördern.

Die anatomisch geformte Sitzfläche sollte gewährleisten, dass man auch beim Zurücklehnen nicht aus dem Sitz heraus rutscht und die richtige Beckenstellung einnimmt. Die Sitztiefe darf nicht zu groß sein, damit der Kontakt zur Rückenlehne nicht verloren geht. Zwischen der abgerundeten Sitzvorderkante und den Kniekehlen sollte mindestens eine Handbreit Raum frei sein, um die Durchblutung der Beine nicht zu behindern. Damit beim Sitzen das Becken nicht nach hinten kippt, muss es durch eine entsprechende Wölbung der Rückenlehne am Beckenkamm abgestützt werden; entweder mit einem in der Lehne integrierten Verstellmechanismus oder einer Höhen verstellbaren Lehne. Die Rückenlehne sollte so hoch wie möglich sein, damit die Brustwirbel beim Zurücklehnen entlastet werden. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass die Abstützung im Bereich der Oberarme so ausgelegt ist, dass deren Bewegungsspielraum nicht eingeengt wird. Um statische Muskelarbeit zu vermeiden und den Bandscheibendruck zu verändern, ist es sinnvoll, die Sitzposition häufig zu variieren.

Das nach vorne gebeugte Sitzen wird zwar subjektiv als besonders bequem empfunden, belastet die Wirbelsäule aber am meisten. Aufrechtes Sitzen entlastet sie dagegen, beansprucht allerdings die Rückenmuskulatur stärker. Am wenigsten schadet die zurückgelehnte Sitzhaltung, doch auch sie sollte nicht zu lange eingenommen werden. Deshalb fordern Experten das dynamische Sitzen, bei dem häufig die Sitzpositionen gewechselt werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Stuhl alle Bewegungen mitmacht. Dann kann man sich bequem nach hinten lehnen, mal recken und strecken, nach vorne neigen, aufrecht sitzen und sich drehend nach links oder rechts bewegen. Und die Wirbelsäule ist dabei stets abgestützt.

Wichtig ist auch eine Synchronverstellung von Sitzfläche und Rückenlehne. Sie verändert den Öffnungswinkel zwischen beiden Teilen in einem körpergerechten Verhältnis, maximal 1:3. Es ist günstig, wenn zusätzlich zu der durch die Synchronmechanik bedingten Rückneigung der Sitzfläche die Möglichkeit zu einer Vorwärtsneigung besteht. Auch der Anlehndruck der Rückenlehne sollte individuell regulierbar sein und möglichst über mechanische Federkraft erfolgen. Außerdem sollte der Stuhl über eine Abfederung der Sitzfläche verfügen, um die Wirbelsäule beim Hinsetzen vor einer Stauchung zu schützen.
Vorteilhaft sind darüber hinaus Armlehnen. Sie unterstützen das rückengerechte Hinsetzen und Aufstehen und entlasten zumindest zeitweise die Schultergürtelmuskulatur. Die Armlehnen sollten so breit sein, dass der Unterarm bequem aufliegen kann und nicht seitlich abrutscht. Optimal ist es, wenn die Armlehnen Höhen, Breiten und Tiefen verstellbar sind.


Mindestanforderungen Bürostuhl
 

DIN 4550, 4551 fordern:

  • Sitztiefe: 38 bis 44 cm
  • Sitzbreite: 40 bis 48 cm
  • Breite der Rückenlehne: 36 bis 48 cm
  • Die Sitzhöhe soll stufenlos von 42 bis 53 cm verstellbar sein, ebenso die Rückenlehne in einem Bereich von 17 bis 23 cm über dem Sitz.


Der bewegte Stuhl
 

Ein Faktor für die Entstehung von Rückenschmerzen ist die ungenügende Ernährung und vorzeitige Abnutzung der Bandscheiben aufgrund mangelnder Bewegung. Deshalb wurden in den vergangenen Jahren die aktiven Sitzkonzepte entwickelt. Dynamisches Sitzen kann jedoch nur bewusst durchgeführt werden. Es gibt aber Situationen, in denen durch konzentrierte Arbeit eine längere, starre Sitzhaltung mit allen bekannten Risiken nicht vermieden werden kann. Ein neues Konzept zum passiv bewegten Sitzen versucht die Forderung nach Bewegung trotzdem zu erfüllen. Beim passiv bewegten Sitzen wirken Mikrorotationsbewegungen der Sitzfläche als dynamische Reize auf den Sitzenden. Diese Mikrorotationen sind kontinuierliche, horizontale Drehbewegungen des Sitzes um 0,8 Grad nach links und 0,8 Grad nach rechts. Die Bewegungen erfolgen fünf Mal pro Minute und werden von einem am Stuhl integrierten Niedervoltmotor erzeugt. Diese geringe Drehbeweglichkeit schädigt die Wirbelsäule nicht und ist unabhängig von Alter, Degeneration der Bandscheiben oder Verschleiß der Wirbelsäule möglich.

Das Institut für Manualmedizin Eindhoven hat in einem Versuch festgestellt, dass kontinuierliche Mikrorotationen der Sitzfläche bei längerem Sitzen Rückenschmerzen deutlich lindern. Offensichtlich haben die Mikrorotationen einen entspannenden Effekt auf die Rückenmuskulatur und entlasten die Wirbelsäule. In einer weiteren Untersuchung konnte das Institut belegen, dass die Körperlänge durch die Rotationsbewegung zunimmt. Bei Testpersonen auf dem gleichen Stuhl aber ohne Rotation zeigte sich eine Abnahme der Körperlänge. Die Wissenschaftler nehmen an, dass dieser Effekt auf eine verbesserte Ernährungssituation der Bandscheiben zurückzuführen ist.

Die kontinuierliche passive Bewegung stellt ein neues Verfahren in der Sitzergonomie dar, dass in Zukunft auch in anderen Bereichen Anwendung finden wird, zum Beispiel beim Autositz oder dem Bett.


Richtiges Sitzen
 

Doch was helfen alle technischen Lösungen, wenn sie ungenutzt bleiben und der Stuhl nicht auf die individuellen Bedürfnisse des Nutzers eingestellt wird. Machen Sie sich daher mit den Einstellmöglichkeiten Ihres Bürostuhles vertraut. Die Gebrauchsanweisung des Herstellers hilft Ihnen dabei. Denn wer lange Zeit falsch sitzt, also beispielsweise vornüber gebeugt oder verdreht, behindert Atmung und Verdauung. Das kann zu vorzeitiger Ermüdung, Durchblutungs- und Verdauungsstörungen sowie Rückenschmerzen bis hin zu Muskel- und Skeletterkrankungen führen. Achten Sie beim Sitzen deshalb auf folgende Punkte und korrigieren Sie diese gegebenenfalls:

  • Sitzfläche gut ausnutzen: Nur so ist der stützende Kontakt zur Rückenlehne gewährleistet.
  • Sitzhöhe exakt einstellen: Das Ellenbogengelenk sollte etwa 90 Grad angewinkelt sein, wenn die Unterarme waagerecht auf der Arbeitsfläche liegen. Das Kniegelenk sollte ebenfalls etwa 90 Grad angewinkelt sein, wenn die Füße vollflächig den Boden berühren. Ist die Arbeitsfläche zu hoch und kann nicht nach unten korrigiert werden, benötigen Sie eine Fußstütze. Die Fußstütze sollte rutschfest, mindestens 45 cm breit und 35 cm tief sowie in Höhe und Neigung verstellbar sein.
  • Rückenlehne einstellen: Die Wölbung in der Rückenlehne sollte die Wirbelsäule im Bereich des dritten und vierten Lendenwirbels abstützen.
  • Dynamisch sitzen: Das bedeutet, seine Sitzhaltung häufig zu wechseln. So wird die Muskulatur vielseitig beansprucht und trainiert. Körperliche Defizite, wie zum Beispiel Muskelschwäche, kann auch der beste Bürostuhl nicht beheben.


Der richtige Tisch
 

Arbeitstische müssen ausreichend groß sein, um Unterlagen, Bildschirm, Tastatur, Maus und sonstige Arbeitsmittel wie Telefon übersichtlich anordnen zu können. Das erspart Zeit und erleichtert die Arbeit. Deshalb sollte die Tischfläche mindestens 160 cm breit und 80 cm tief sein. Gleichzeitig muss die Tischtiefe einen Mindestabstand von 50 cm zwischen Augen und einem Bildschirm ermöglichen. Die häufig verwendeten 17-Zoll-Monitore sind aber meist 50 bis 60 cm tief. Ein 80 cm tiefer Bildschirmtisch reicht dann nicht aus. Der Monitor darf aus sicherheitstechnischen Gründen auch nicht über die hintere Tischkante hinausragen. Hier ist ein entsprechend größerer Tisch erforderlich.
Die Höhe der Arbeitsfläche muss auf die Körpergröße des Nutzers bzw. der Nutzerin abgestimmt sein, sonst werden Arm- und Rückenmuskulatur übermäßig beansprucht. Menschen sind unterschiedlich groß und haben unterschiedliche Rumpf- und Beinlängen. Deshalb ist es für eine angenehme Arbeitshaltung wichtig, dass sich die Tischhöhe individuell anpassen lässt. Neue Modelle sind zwischen 68 und 76 cm höhenverstellbar. Die Höhe ist dann richtig eingestellt, wenn die Unterarme flach auf dem Arbeitstisch liegen können und die Schultern nicht hochgezogen werden. Die Tischhöhe muss übrigens 72 cm betragen, wenn sie nicht Höhen verstellbar ist. Mit Unterlegeelementen lässt sich die Höhe für größere Menschen verändern.


Mindestanforderungen Bürotisch
 

  • Arbeitstische oder Arbeitsflächen: mindestens 160 cm breit, 80 cm tief
  • Tischhöhe nicht Höhen verstellbar: 72 cm
  • Höhen verstellbare Tische: mindestens 68 bis 76 cm (nicht vorgeschrieben, aber ergonomisch sinnvoll).
  • Ausreichend Raum für wechselnde Arbeitshaltungen und Bewegung, beispielsweise genügend Beinfreiraum.

Auch die Arbeitsorganisation hilft, unphysiologische Haltungen zu vermeiden. Dazu stellt man die am häufigsten genutzten Arbeitsmittel am besten in den »kleinen Greifraum«. Das ist der Bereich, der mit herab hängenden Oberarmen und ohne Körperbewegung erreichbar ist. Weniger genutzte Arbeitsmittel werden im »erweiterten Greifraum« untergebracht. Das ist der Raum, der mit ausgestreckten Oberarmen aber ohne schädliche Körperdrehungen erreichbar ist. Arbeitsunterlagen und Büromaterial können in einem weiter entfernt stehenden Regal untergebracht werden. Das bringt mehr Bewegung in den Arbeitsablauf, und man sitzt weniger.


Die Computertastatur
 

Die Tastatur ist das wichtigste Eingabegerät an Bildschirmarbeitsplätzen. Aufgrund der häufig sehr langen Nutzungszeiten muss sie besonderen ergonomischen Anforderungen genügen. Dadurch ließen sich Zwangshaltungen vermeiden und Belastungen reduzieren. Die meisten heute üblichen Tastaturen orientieren sich jedoch noch immer an Form und Tastenanordnung der Schreibmaschine. Ihre ergonomische Qualität ist fraglich. Die Brettform begünstigt Zwangshaltungen wie verdrehte Handgelenke sowie Verspannungen im Schulter-Nackenbereich. Häufig treten dort, in den Fingern und Unterarmen Schmerzen auf.

Seit 1995 gibt es eine neue Norm für Tastaturen, die DIN 2137. Sie berücksichtigt unter anderem die Neigung, Handauflage und Tastenanordnung. Danach sollte die Neigung des Tastaturfeldes möglichst gering sein. Bei zu starker Neigung werden die Hände zu stark abgewinkelt und verengen die Blutbahnen, Nerven und Sehnen im Handgelenk. Es wird ein Neigungswinkel von 5 bis 11 Grad empfohlen. Außerdem erleichtern verstellbare Neigungen die individuelle Anpassung. Die mittlere Tastenreihe sollte nicht mehr als 30 mm über der Tischfläche liegen, sonst droht eine falsche Arbeitshaltung. Vor der Tastatur sollte es eine ausreichende Handauflagefläche mit einer Mindesttiefe von 5 cm, besser 10 cm, geben.

Neue Erkenntnisse haben inzwischen verschiedene Hersteller dazu veranlasst, zweigeteilte bzw. abgewinkelte Tastaturen zu entwickeln. Dabei zerfällt das Tastenfeld in je einen Block für die linke und rechte Hand. Die Hände liegen also weiter auseinander. Der Benutzer muss nicht mehr mit zusammen gekauerten Schultern verkrampft vor der Tastatur sitzen, sondern wird veranlasst, sich im Schulter-Nacken-Bereich zu öffnen. Die Folge ist eine entspanntere Arbeitshaltung.


Die Computermaus
 

Auch die Maus gehört zu den wichtigen Eingabegeräten. Für eine ergonomisch gestaltete Maus existieren jedoch noch keine genormten Gestaltungsanforderungen nach DIN. Eine Orientierungshilfe bietet hier das AGR-Gütesiegel. Die Maus sollte über geformte erhöhte Tasten verfügen. Sie gewährleisten die mittige Platzierung der parallel zueinander aufliegenden Finger auf der jeweiligen Taste. Bei richtiger Positionierung der Hand soll sich die Tastenlänge bis zum mittleren Fingergelenk erstrecken. Eine derartige Tastenform vermeidet das Abknicken des ersten Fingergelenks und die Finger können sich spreizen.
Verfügt die Maus über eine geneigte Handballenauflage, wird die Hand in ihrer natürlichen Stellung unterstützt. Das sichert gleichzeitig die Unterstützung der Sehnenplatte und bewirkt eine Entkrampfung der Hand. Eine Daumenstütze vermeidet den so genannten "Daumenballen-Spanndruck", der dazu führen kann, dass sich eine hohle Hand ausbildet oder es zu einer Handrückenverkrümmung kommt. Eine erhöhte Handgelenkstütze fördert noch die positive Wirkung der Daumenstütze und verringert die seitliche Ablenkung des Handgelenks. Es sollten auch verschiedene Größen zur Verfügung stehen.
Die richtige Größe der Maus wird durch den Abstand zwischen der ersten Handgelenkfalte und der Spitze des Mittelfingers bestimmt. Wichtig für die ergonomisch richtige Handhabung ist das Angebot einer Maus für Rechts- beziehungsweise Linkshänder.
Die Anordnung der Maus neben der Tastatur sollte möglichst körpernah sein, um angespannte Haltungen und Belastungen im Schulter-Arm-Bereich zu vermeiden. Das Kabel zwischen Maus und Rechner muss ausreichend lang sein, um die Bewegungen nicht einzuschränken. Noch besser sind kabellose Verbindungen.
Ein angenehmes Arbeiten setzt auch voraus, dass die Maus gut rollt. Das Mauspad sollte trotzdem rutschfest sein, damit die Kontrolle über den Cursor nicht verloren geht. Es darf aber auch nicht zu spröde sein, sonst wird der Kraftaufwand zu groß. Die Klickbewegungen mit der Maus belasten die Sehnen und Muskeln im Hand-Arm- Bereich. Deshalb wird empfohlen, Tastaturkürzel zum Speichern oder Ausdrucken stärker zu nutzen.

 

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