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Tuberkulose

Tuberkulose – weltweit eine globale Notfallsituation

Die Tuberkulose stellt nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation eine „globale Notfallsituation“ dar. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation ist etwa ein Drittel aller Menschen mit Tuberkelbakterien infiziert, die Zahl der Patienten mit aktiver Tuberkulose wird auf 15 Millionen geschätzt. Pro Jahr erkranken etwa 8 bis 9 Millionen Menschen neu an Tuberkulose, und 2 bis 3 Millionen sterben daran.

Die meisten Tuberkulose-Erkrankungen kommen im asiatischen Raum, vor allem in Indien und China, sowie im tropischen und südlichen Afrika vor. Doch auch in Osteuropa sind die Erkrankungszahlen alarmierend. Beunruhigend ist auch die weltweit steigende Zahl von multiresistenten Stämmen, das heißt solchen Bakterien, die auf die meisten Medikamente nicht ansprechen und damit eine Therapie nahezu unmöglich machen.



Situation in Deutschland
In Deutschland ist die Tuberkulose ein zwar nicht zu vernachlässigendes, aber zur Zeit ein überschaubares Problem. Mit gut 5.000 Neuerkrankungen pro Jahr sinkt die Häufigkeit bei uns stetig ab. Fast die Hälfte der Erkrankungsfälle findet sich bei Menschen mit Migrationshintergrund. Multiresistente Stämme kommen bisher glücklicherweise nur in etwa 2,2 Prozent vor.


Erreger
Tuberkulose ist eine bereits seit dem Altertum bekannte Erkrankung, die schon in der Vergangenheit unzählige Menschen das Leben kostete. Robert Koch entdeckte die Erreger der Erkrankung und bewies, dass sie von Mensch zu Mensch oder auch vom Rind auf den Menschen übertragen werden können. Er nannte die säurefesten stäbchenförmigen Bakterien Mykobakterien und unterschied zwei Arten, die menschliche Form und die Rindertuberkulose. Beide Formen führen zu akuter oder chronischer Erkrankung, wobei sich die Anfangssymptome unterscheiden können.

Heute werden die für den Menschen wichtigen Arten als Mykobakterium-tuberkulosis-Komplex bezeichnet, und es finden sich insgesamt folgende nahe verwandte Erreger: M. tuberculosis, M. bovis, M. africanus, M. microti und M. canetti, wobei die beiden ersten – wie schon von Robert Koch erkannt - die wichtigsten sind.



Erkrankung
Typischerweise verläuft die Tuberkulose in mehreren Stadien:
Nach der Infektion – bei uns durch Tröpfchenübertragung - kommt es nach Wochen bis Monaten zu einer Infektion der Lunge, die sich in langanhaltendem Husten und geringem Fieber äußert, die oft aber auch gar nicht deutlich wird.
In anderen Ländern, die keinen tuberkulosefreien Rinderbestand haben (in Deutschland werden die Bestände kontrolliert), kann die Übertragung auch über infizierte Milch erfolgen. Dann finden sich die ersten Symptome im Verdauungstrakt.

Im zweiten Stadium streuen die Erreger von diesem „Primärkomplex“ aus über den Lymph- oder Blutweg weiter: Dies geschieht entweder gänzlich unbemerkt oder es kommt im schlimmsten Fall zu tuberkulöser Sepsis (Blutvergiftung) und zur „Miliartuberkulose“ (generalisierte Tuberkulose z. B. mit Beteiligung der Lunge oder der Hirnhäute) oder - besonders bei Kleinkindern - zur Hirnhautentzündung mit bleibenden Folgen oder sogar mit Todesfolge.
Die Tuberkelbakterien lagern sich dann in verschiedenen Organen ab und können zu einer stummen, „geschlossenen“ Form führen, oft mit Verkalkungsherden.

Im dritten Stadium reaktivieren sich diese in den Organen ruhenden Bakterien, vor allem bei schlechter Immunitätslage (z. B. durch andere Erkrankungen, nach Masern oder bei HIV-Erkrankung) oder im Alter, und es kommt zu tuberkulösen Herden in Lunge, Knochen, Nieren, Genitalien und in anderen Organen. Haben die betroffenen Organe einen Abfluss nach außen, z. B. bei Befall der Lunge mit Kavernen (Löchern), so dass der Eiter ausgehustet werden kann, spricht man von „offener Tuberkulose“. Patienten mit offener Tuberkulose sind hoch ansteckend.



Diagnose
Zur Diagnostik gibt es auch heute noch bei Verdacht Röntgenuntersuchungen und mikroskopische Untersuchung oder Keimnachweis aus Speichel, Bronchialsekret oder Magensaft, eventuell auch direkt aus entnommenem Eiter. Erste Hinweise auf eine Infektion gibt ein Tuberkulintest, wobei in kleiner Menge Testsubstanz (Tuberkulin) in die Haut eingespritzt wird. Ist der Körper mit Tubelkelbakterien infiziert, bildet sich über mehrere Tage an der Injektionsstelle ein großer roter, leicht erhabene Fleck; der Tuberkulintest ist positiv. Ein Tuberkulintest wird auch als Suchtest z. B. bei Lehrern, Ärzten und anderen Personen vorgenommen, die viel Kontakt mit Menschen haben und sich selbst oder andere anstecken können.


Therapie
Behandelt wird die Tuberkulose heute mit speziellen Antibiotika, den sogenannten Tuberkulostatika, bei denen eine Kombination verschiedener Medikamente eingesetzt wird, etwa Isoniazid (INH), Rifampizin (RMP), Ethambutol (EMB), Streptomyzin (SM). Die Anfangsbehandlung erfolgt meist in der Klinik, später können die Medikamente auch zuhause angewendet werden. Wichtig ist es, sie regelmäßig, vorschriftsmäßig und lange genug einzunehmen, weil anderenfalls die Entstehung von resistenten Keimen droht, die Erkrankung damit unbehandelbar wird und zum Tode führt.
Nach erfolgreicher Therapie sind über längere Zeit Kontrollen notwendig.


Vorsorge
Entscheidend ist die frühzeitige Entdeckung erkrankter oder infektiöser Personen, vor allem als Umgebungsuntersuchung bei Kontaktpersonen zu Tuberkulosepatienten. Eine aktive Suche erstreckt sich auch auf Personen mit hohem Infektionsrisiko, wie Asylsuchende, Drogenabhängige, HIV-Patienten.
Die Tuberkulose ist eine meldepflichtige Erkrankung. Das zuständige Gesundheitsamt ist für die regelmäßige Kontrolle des Betroffenen und eventueller Kontaktpersonen verantwortlich.
Die Tuberkulose-Impfung mit einem abgeschwächten Tuberkulosestamm, die sogenannte BCG-Impfung wird bei uns nicht mehr durchgeführt, zumal hier in Deutschland die Gefahr einer Infektion gering ist, die Wirksamkeit der Impfung relativ schlecht und die Nebenwirkungsrate hoch ist. Auch kann die BCG-Impfung die Diagnose erschweren, weil die den Tuberkulin-Test positiv werden lässt, d. h., man weiß nicht, ob die Impfung oder eine Infektion den positiven Test verursacht.

In vielen anderen Ländern mit hoher Tuberkuloserate ist die BCG-Impfung aber noch üblich.



Informationen in Stichworten
 
ERREGER: Mycobacterium tuberculosis, Mycobacterium bovis u. a.

ÜBERTRAGUNGSWEGE: Fast immer von Mensch zu Mensch direkt durch Tröpfcheninfektion oder vom Tier auf den Menschen (infizierte Kühe und infizierte Milch, in Mitteleuropa nicht mehr von Bedeutung).

INKUBATIONSZEIT: Wochen bis Monate.

KRANKHEITSBILD: Drei Stadien:
·    Primärinfekt (meist der Lunge)
·    Streuung auf dem Blut- oder Lymphweg (gänzlich unbemerkt oder Miliartuberkulose, Meningitis)
·    Organbefall (Lunge, Knochen, Niere, Haut, Genitalien, Gehirn u. a.).

ANSTECKUNGSGEFAHR: prinzipiell solange Erreger (säurefeste Stäbchen) im Speichel, Magensaft oder Husten-/Bronchiaalsekret nachweisbar sind.

IMMUNITÄT: eine durchgemachte Tuberkulose kann im späterem Leben wieder reaktiviert werden.

VORBEUGUNG: Aktive Fallsuche durch Ärzte und Gesundheitsämter.

 

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