DGK e.V. -Häufige Fragen und Antworten zur Rotavirus-Schluckimpfung
Gesundheitsinformationen zu:
Fragen, Antworten, Rotaviren, Rotavirus-Schluckimpfung, Kosten, Krankenkassen, Impftstoffe, Durchfall, Magen-Darm-Erkrankung
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Fragen und Antworten

Kosten der Impfung?
Seit Juli 2013 empfiehlt die STIKO die Impfung für alle Kinder ab 6 Lebenswochen. Doch bereits vorher haben zunehmend gesetzliche und private Krankenkassen als freiwillige Leistung die Kosten übernommen. Da der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) der aktuellen Empfehlung zugestimmt hat, ist die Impfung Kassenleistung.

Bis zu welchem Alter können Kinder geimpft werden?
Der Fünffach-Impfstoff* kann ab einem Alter von 6 Wochen bis zur vollendeten 32. Lebenswoche verimpft werden, der Mono-Impfstoff** bis zum Alter von 24 Wochen.

*pentavalent: Impfstoff enthält 5 verschiedene Rotavirustypen
**monovalent: Impfstoff enthält einen Rotavirustyp

Muss nachgeimpft werden?
Es ist sicher belegt, dass die Wirkung nach vollständiger Impfserie über mehrere Jahre anhält. Da der Impfstoff nur bis 24. bzw. 32 Lebenswoche gegeben werden kann, besteht auch keine Empfehlung zur Nachimpfung. Tatsache ist, dass das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Kindern zwischen dem 6. und 24. Lebensmonat liegt, es ist also sinnvoll, die Impfung frühestmöglich zu beginnen. Der Impfschutz hält dann über diese „kritische“ Zeit auf jeden Fall an.

Gibt es Nebenwirkungen?
Es handelt sich um eine gut verträgliche Schluckimpfung. Beide Rotavirus-Schluckimpfstoffe haben sich in den Zulassungsstudien und in der Anwendung als gut verträglich gezeigt. Selbstverständlich können in einigen Fällen Impfreaktionen als Ausdruck der Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff auftreten: Häufig bis sehr häufig Fieber und Magen-Darm-Beschwerden. Akute Atemwegssymptome treten gelegentlich bis häufig auf, Mittelohrentzündung oder eine Verkrampfung der Bronchialmuskulatur werden nur in Einzelfällen beobachtet. Sehr häufig sind Reizbarkeit, gelegentlich werden Schreien, Schlafstörungen, Müdigkeit und Schläfrigkeit beschrieben. Gelegentlich tritt nach der Impfung mit Rotavirus-Schluckimpfstoff ein Hautausschlag auf. In der Regel sind diese Erscheinungen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab. Sie treten nach der 2. Impfdosis nicht häufiger auf als nach der ersten. Von einem schweren Verlauf wurde selten berichtet, in den Studien wurden die beschriebenen Symptome bei den geimpften Kindern und den Kindern in der Kontrollgruppe, die die Impfung nicht erhielten, etwa gleich häufig gesehen.

Was sind die Inhaltsstoffe der Impfung?
Die Impfstoffe sind sogenannte Lebendimpfstoffe und bestehen aus speziellen, für den Menschen nicht krankmachenden Rotaviren, die im Darm begrenzt vermehrungsfähig sind. Diese Impfviren regen das Immunsystem des Säuglings an, Abwehrstoff zu produzieren (Immunglobuline), die eventuelle eindringende „echte“ Rotaviren dann abfangen und neutralisieren können. Begleitstoffe wie Zuckerverbindungen, Aminosäuren und Salze stammen aus dem Herstellungsprozess (Virusanzucht), einige dienen zur Stabilisierung, verursachen aber keine Nebenwirkungen.

Wie oft muss die Schluckimpfung erfolgen?
Der Fünffachimpfstoff muss 3 Mal jeweils im Mindestabstand von 4 Wochen verabreicht werden, der monovalente Impfstoff 2 Mal im Abstand von mindestens 4 Wochen. Es sollte frühestmöglich geimpft werden (schon ab einem Alter von 6 Lebenswochen), denn Kinder erkranken gerade in den ersten Lebensmonaten häufig und schwer. Allerdings muss das Impfschema – je nach Hersteller – spätestens im Lebensalter von 32 (24) Wochen abgeschlossen sein.

Seit wann sind Erkrankungen durch Rotaviren belegt?
Schon 1943 hat man gezeigt, dass es sich beim Erreger der Gastroenteritis (Magen-Darm-Infektion) um ein Virus handeln muss: Durch Ultrafiltration konnte man dies beweisen, denn Bakterien würden sozusagen im Filter hängenbleiben, die sehr viel kleineren Viren hingegen nicht. 1973/74 beobachtete erstmals die australische Forscherin Ruth Bishop am Royal Children's Hospital in Melbourne bei einer Direktuntersuchung mittels Elektronenmikroskop die für Rotaviren typischen Radspeichenstrukturen.

Wenn ein Kind bereits dieses Viren hatte, ist dann eine Impfung trotzdem noch sinnvoll, und wenn ja, bis zu welchem Alter?
Da es unterschiedliche Rotavirus-Typen gibt und nach durchgemachter Erkrankung lediglich eine Teilimmunität, also nur ein begrenzter Schutz besteht, können jederzeit Zweitinfektionen auftreten. Diese verlaufen aber in der Regel milder als die Erstinfektion. Ob die Impfung also nach einer nachgewiesenen (!) Rotavirusinfektion noch sinnvoll ist, kann derzeit noch nicht abschließend beantwortet werden. Die  Impfung muss dann aber auf jeden Fall – je nach angewendetem Impfstoff – auch spätestens im Lebensalter von 24 bzw. 32 Wochen abgeschlossen sein.

Da mein erstes Kind schon an Rotaviren erkrankt war: Besteht jetzt eine Immunität?
Nach durchgemachter Erkrankung besteht lediglich ein Teilschutz, deshalb machen die meisten Kinder während der ersten Lebensjahre typischerweise mehrere Rotavirus-Infektionen durch.

Wie kann man testen, dass mein Kind diesen Virus hat?
Rotaviren können mit verschiedenen Methoden in einem Labor direkt im Stuhl des erkrankten Kindes nachgewiesen werden (Enzym-Immuntest; Schnelltest liefert innerhalb einer Viertelstunde ein Ergebnis; spezielle molekularbiologische Methode [PCR = Poly-merase-Kettenreaktion] wird nicht in der Routinediagnostik angewendet).
Übrigens: Rotaviren sind gegenüber Umwelteinflüssen sehr widerstandsfähig und Hygienemaßnahmen greifen kaum, deshalb kommt es immer wieder zu Ausbrüchen in Kindereinrichtungen und auch in Kinderkliniken!

Wie sieht es mit Allergiker-Kindern (Neurodermitis, Asthma) aus? Wird da die Impfung vertragen?
Grundsätzlich sollen Kinder mit Allergien oder Neurodermitis wie alle anderen Kinder auch geimpft werden, oft sind Impfungen gerade für diese Kinder besonders wichtig, man denke an die Windpockenimpfung bei Patienten mit schwerer Neurodermitis. Selbstverständlich können auch Kinder mit diesen Vorerkrankungen eine Rotavirus-Schluckimpfung erhalten und vertragen sie gut.

Wie ist das Verhältnis der Erkrankungshäufigkeit und -schwere von vollgestillten Kindern zu Kindern, die mit industrieller Säuglingsnahrung ernährt werden?
Darüber gibt es keine speziellen Untersuchungen. Allerdings ist klar, dass gestillte Kinder über die Muttermilch zwar Schutzstoffe (Immunglobulin A) erhalten, dass deren  Wirkung allerdings nur ganz zu Beginn des Stillens vor allem durch das Kolostrum (die Vormilch) gewährleistet ist. Außerdem kann die Mutter selbstverständlich nur einen Schutz an ihr Kind weitergeben, wenn sie selbst einmal erkrankt war, und dann auch nur den Schutz des Rotavirustyps, den sie hatte. Unter dem Strich heißt das also, dass es keinen verlässlichen Schutz durch das Stillen gegen Rotavirus-Erkrankungen gibt. Dies zeigt sich ja auch in den Erkrankungszahlen: 2007 wurden in Deutschland insgesamt über 59.000 Fälle bei Menschen aller Altersgruppen an das Robert Koch-Institut gemeldet, davon waren über 13.000 Kinder im ersten Lebensjahr!
Studien haben aber gezeigt, dass die Meldezahlen deutlich unter den tatsächlichen Erkrankungshäufigkeiten liegen, denn längst nicht alle Fälle werden auch diagnostiziert und gemeldet. Man rechnet demnach bei Kindern unter fünf Jahren mit etwa 256.000 Erkrankungen ohne Arztbesuch und etwa 145.000 ambulanten Arztbesuchen aufgrund von Rotavirus-Erkrankungen. Etwa 22.000 Kinder müssen außerdem wegen einer Rotavirus-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden.

Wie kann ich mein Kind anstecken?
Da auch Erwachsene Rotavirus-Infektionen haben können, ist auch die Übertragung von einer erkrankten Mutter aufs Kind möglich. Rotaviren werden über Schmierinfektion übertragen. Auch auf Gegenständen wie Spielzeug, Nuckelflaschen oder Bettzeug sind die Erreger lange lebensfähig. In Kinderkliniken sind Rotaviren ebenfalls häufig „ungebetene Gäste“. Auch beim Babyschwimmen kann – durch das Schlucken des Wassers – eine Infektionsgefahr entstehen. Das Problem ist, dass die Erreger sich fast aller Hygiene widersetzen und deshalb hochgradig ansteckend sind. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt schon zwei Tage vor Ausbruch der ersten Krankheitssymptome und dauert in der Regel etwa zwei Wochen an.

Wie sinnvoll ist es, ein Kind schon mit 6 Wochen impfen zu lassen, und welche Vor- und Nachteile bringt es, länger zu warten?
Es hat ausschließlich Vorteile, so früh wie möglich  mit der Impfserie zu starten, weil die am häufigsten und schwersten betroffen Altersgruppe Kinder im ersten Lebensjahr sind. Außerdem ist die Zeitspanne sehr begrenzt, in der gegen Rotaviren immunisiert werden kann: Je nach verwendetem Impfstoff werden zwei bis drei Impfungen gegeben, die Impfserie muss mit 24 bzw.32 Lebenswochen abgeschlossen sein.
   
Können Erwachsene auch die Viren haben und übertragen?
Auch Erwachsene können sich mit Rotaviren infizieren. Meist verläuft die Erkrankung bei Erwachsenen zwar milder, dennoch können sie dabei die Erreger übertragen. Ältere Menschen sind allerdings wieder stärker durch schwere komplikationsreiche Verläufe (z. B. Austrocknung aufgrund des großen Wasserverlustes) gefährdet.

Wie ist die Inkubationszeit von Rotaviren?
Die Inkubationszeit ist recht kurz und beträgt 24 bis 72 Stunden.

Treten Wechselwirkung im Zusammenhang mit anderen Impfungen auf?
Es wurde im Rahmen der Studien für die Rotavirus-Schluckimpfstoffe geprüft, ob sie mit anderen Kinderimpfstoffen, die im 1. Lebensjahr verabreicht werden, in Wechselwirkung treten. Dabei wurde festgestellt, dass alle Impfstoffe parallel gegeben werden können, ohne dass die Wirksamkeit eines der Impfstoffe beeinflusst wird oder vermehrt Impfreaktionen auftreten.

Wenn die Impfung nicht anschlägt, wie kann ich mein Kind noch gegen Rotavirus-Infektionen schützen?
Die Rotavirus-Schluckimpfstoffe bieten sehr hohe Schutzraten. Zur Vorbeugung von schweren Erkrankungen wird für den Fünffach-Rotavirusimpfstoff eine Schutzrate von 98 Prozent angegeben, für den monovalenten Impfstoff 96 Prozent. Sich auf andere Weise vor einer Infektion zu schützen, ist ausgesprochen unsicher, da die Viren sehr widerstandsfähig sind und Hygienemaßnahmen nur wenig Wirkung zeigen. Deshalb treten sogar in Kinderkliniken häufig Ausbrüche auf.



 

 

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