DGK e.V. -Deutsches Grünes Kreuz für Gesundheit e. V., Sektion Allergie und Haut, Neurodermitis, Medikamente zur innerlichen Anwendung
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Neurodermitis: Medikamente zur innerlichen Anwendung

Wichtiger Hinweis!

Einige der im Folgenden genannten Medikamente können abhängig machen oder sind erst ab einem bestimmten Lebensalter zugelassen. Sie dürfen in jedem Fall nur nach Rücksprache und mit Überwachung durch den Arzt eingenommen werden. Achten Sie bei der Anwendung auf die im Beipackzettel gegebenen Altersangaben und die Dosierungsanleitung.

Insbesondere Antihistaminika und Cromoglicinsäure können gegen medizinisch nachgewiesene Allergien wie den Heuschnupfen eingesetzt werden.

Bei (Kontakt-)Allergien, die durch Hautkontakt mit bestimmten Stoffen wie zum Beispiel Nickel ausgelöst werden, sind diese Medikamente jedoch sämtlich unwirksam.
Nahrungsmittelallergien werden am besten behandelt, indem die Nahrungsmittel, die eine Allergie auslösen, gemieden werden.
Sollte dies aus verschiedenen Gründen nicht möglich sein, so können nach Absprache mit dem Arzt Antihistaminika oder auch die im Darm besser wirksame Cromoglicinsäure angewendet werden.

Lesen Sie hierzu auch:
Hautpflege bei Neurodermitis
Äußerliche Anwendung von Cortison
Neuere Therapie-Entwicklungen


Antihistaminika

Histamin wird - neben anderen Substanzen - aus bestimmten Hautzellen (Mastzellen) nach Reizung dieser Zellen zum Beispiel durch Allergene ausgeschüttet. Dies verursacht Juckreiz. Antihistaminika verhindern die Ausschüttung des Histamins, so dass der Juckreiz erst gar nicht auftritt oder aber nachlässt.
Oft wirken die müde machenden (sedierenden) Antihistaminika besser gegen den Juckreiz, haben aber den Nachteil, dass die Betroffenen oft auch tagsüber noch müde sind. Daher ist Vorsicht im Straßenverkehr und/oder bei Arbeiten mit Maschinen angebracht. Antihistaminika machen nicht abhängig und können daher auch, falls nötig, über längere Zeiträume eingenommen werden.

Man unterscheidet zwei Gruppen: die eher ermüdenden, sedierenden und die nicht oder nur milde müde machenden, so genannten nicht sedierenden Antihistaminika. In der Nacht können sedierende, am Tag sollten in aller Regel nicht sedierende Präparate eingesetzt werden. Beachten Sie, dass die ermüdende Wirkung individuell unterschiedlich sein kann.

Die neueren nicht sedierenden Antihistaminika dürfen sogar von Flugzeugpiloten eingenommen werden. Bei diesen Medikamenten wurde keine müde machende Wirkung nachgewiesen.


Cromoglicinsäure

Cromoglicinsäure verhindert das Freisetzen des Histamins aus den Mastzellen, die Abwehrzellen werden förmlich "abgedichtet".


Psychopharmaka

Psychopharmaka sind Substanzen, die auf das Nervensystem wirken. Eine Gruppe der Psychopharmaka, die Tranquilizer, haben eine beruhigende Wirkung auf das Gehirn und den Körper und reduzieren indirekt auch den Juckreiz. Tranquilizer sind nicht für den alltäglichen Gebrauch gedacht. Sie dürfen nur in Extremsituationen wie Juckreizkrisen eingesetzt werden, da sie schnell abhängig machen.


Ciclosporin A

Ciclosporin A unterdrückt im Körper Immunreaktionen und wird auch in der Transplatationsmedizin eingesetzt. Es wird aus einem Pilz (Tolypocladium inflantum Gams) gewonnen. Bei schwerer Neurodermitis kann das sehr wirksame Medikament im Einzelfall in einer Dosierung eingesetzt werden, die niedriger ist als in der Transplantationsmedizin, so dass seltener Nebenwirkungen auftreten.

Dennoch ist besonders bei längerfristiger Einnahme mit Nebenwirkungen zu rechen. Zu den ernstesten Nebenwirkungen zählen Nierenschäden, Bluthochdruck sowie nach langjähriger Anwendung die Entstehung von Lymphomen. Nach Absetzen des Medikamentes kommt es häufiger zu einem Wiederauftreten der Symptome.


Cortison (innerlich)

Bei einem schweren Schub ist es manchmal erforderlich, kurzfristig Cortison innerlich als Tablette oder als Spritze zu verabreichen. Bei längerfristiger Gabe ist jedoch mit Nebenwirkungen zu rechnen, die sich nicht nur an der Haut zeigen können.

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Fettumverteilung (Cushing-Syndrom)
  • Gewichtszunahme, Wassereinlagerung
  • Bluthochdruck
  • Elektrolytverschiebungen ("Körpersalze")
  • Verschlechterung der Stoffwechsellage bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Dünnerwerden der Haut (Hautatrophie), Cortisonakne, Striae (ähnlich den so genannten Schwangerschaftsstreifen)
  • Magengeschwüre, wenn zudem bestimmte Schmerzmittel (NSAR=Nicht Steroidale Antirheumatika oder Antiphlogistika, das heißt häufig eingenommene Schmerzmittel wie Acteylsalicylsäure) eingenommen werden
  • Eiweißabbau, dadurch Abbau der Muskulatur
  • Knochenveränderungen (Osteoporose)
  • Wachstumshemmung bei Kindern
  • Psychische Störungen, vor allem Dysphorie (manische, das heißt ungewohnt gute euphorische Stimmung oder depressive Stimmung). Stimmungsveränderungen können schon bei kurzzeitiger Einnahme (wenige Tage), jedoch dosisabhängig auftreten
  • Augenveränderungen (Katarakt, Glaukom)
  • Erhöhte Thromboseneigung

Viele der Nebenwirkungen treten jedoch dosisabhängig auf und sind von der Dauer der Einnahme abhängig. Bei Kindern ist man jedoch generell sehr zurückhaltend mit der innerlichen Gabe von Cortison.

 

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