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Neuere Entwicklungen in der Behandlung von Neurodermitis

Tacrolimus und Pimecrolimus

In den vergangenen Jahren wurden Substanzen zur äußerlichen Anwendung bei Neurodermitis entwickelt, die eine Alternative zur Kortisonbehandlung darstellen können.

Der topische Immunmodulator Tacrolimus darf auch bei Kindern angewendet werden. Seit kurzem ist Tacrolimus ist in zwei unterschiedlichen Konzentrationen als Fertigpräparat erhältlich.

Mit Pimecrolimus ist ein weiterer Immunmodulator zur Therapie der Neurodermitis als rezeptpflichtiges Medikament zugelassen. Auch Pimecrolimus (Elidel (R) Creme Douglan) steht als Alternative zur äußerlichen Cortisonbehandlung zur Verfügung. Ähnlich wie Tacrolimus bietet Pimecrolimus besonders an den Körperstellen Vorteile gegenüber Cortisonbehandlungen, die besonders empfindlich für Nebenwirkungen einer Cortisonbehandlung sind: Dazu zählen Gesicht, Halspartien und der Genital- und Leistenbereich.

Da die Medikamente relativ teuer sind, werden zurückhaltend verschrieben. Der Einsatz der neuen Immunmodulatoren ist dann gerechtfertigt, wenn eine ausreichend angewandte Cortisonbehandlung nicht wirkt oder wenn aufgrund der Lokalisation der Hautveränderungen Nebenwirkungen wie zum Beispiel Hautverdünnung zu befürchten sind. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob das Medikament bei Ihnen oder Ihrem Kind in Frage kommt. Beide Substanzen sind verschreibungspflichtig.

Tacrolimus wurde unter dem Kürzel FK 506 wissenschaftlich erprobt. Es handelt sich dabei um eine Substanz, die in das Immunsystem eingreift und schon längere Zeit mit gutem Erfolg (als einzunehmendes Medikament) nach Transplantationen eingesetzt wird, um die Abstoßungsreaktion des Körpers nach einer Transplantation zu verhindern. Die Wirksubstanz wird vom Pilz Streptomyces tsukukaensis produziert.

Lesen Sie hierzu auch:
Hautpflege bei Neurodermitis
Äußerliche Anwendung von Cortison
Medikamente zur innerlichen Anwendung


Mögliche Nebenwirkungen

  • Beim Auftragen brennt die Haut kurz (zu Beginn der Therapie 30 bis 90 Minuten andauernd; diese Nebenwirkung lässt nach mehrfacher Anwendung meist nach Tagen nach).

 

  • Das Präparat kann selbst kurzzeitig Juckreiz auslösen.

 

  • Selten kommt es durch das Medikament zu einer Rötung der Haut.

 

  • Gehäuft Hautinfektionen (Tacrolimus unterdrückt die Reaktionen des Immunsystems in der Haut).

 

  • Kritische Stimmen warnen vor der möglichen schädlichen Langzeitwirkung auf das Immunsystem, da bei der Einnahme von Tacrolimus in der Transplantationmedizin auch Lymphome, Geschwulste des Immunsystems, beobachtet wurden. Vor allem weiß man noch nicht genug darüber, welche Risiken auftreten, wenn das Medikament mit einer UV-Therapie kombiniert wird oder in früherer Zeit eine UV-Therapie durchgeführt wurde.


Das Medikament verursacht keine vermehrte Behaarung und keine Hautatrophie (= Verdünnung der Haut), wie dies bei ausgeprägter Anwendung von Cortison gelegentlich noch gesehen wird.
Die Anwendung stellt eine Alternative zu Cortison dar, besonders dann, wenn eine äußerliche Cortisontherapie unzureichend wirkt.


Was sind Neurodermitis-Schulungen?

Das Bundesministerium für Gesundheit finanziert in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen ein Modellprojekt, bei dem einheitlich für das gesamte Bundesgebiet die Schulung von Kindern, Jugendlichen und Eltern erprobt werden soll. Die Betroffenen sollen in die Lage versetzt werden, selbständig ihre Haut zu pflegen und zu behandeln, was zu verbesserter Lebensqualität der gesamten Familie beitragen und häufige Arzt- und Therapiewechsel überflüssig machen soll.

Wenn sich die Schulung als erfolgreich erweist, wird sie als Kassenleistung allen Patienten mit Neurodermitis in der Arztpraxis angeboten werden. Die Betroffenen werden in kleinen Gruppen trainiert, wobei Eltern und Kinder zeitgleich, aber getrennt geschult werden. Für Jugendliche ab 13 Jahre werden eigene Kurse eingerichtet. Die Teilnehmer treffen sich sechsmal für jeweils zwei Stunden.

Im Rahmen des Modellprojektes werden in der Regel auf Antrag die Kosten von den Krankenkassen für die Schulung übernommen. Weitere Informationen gibt es dazu auch im Internet unter:
http://www.uniklinikum-giessen.de/neuroderm/

Inwieweit derzeit noch freie Schulungsplätze in Ihrer Nähe vergeben werden können,
erfahren Sie auch bei den einzelnen beteiligten Schulungszentren:

  • Klinik für Pädiatrie, Charité Berlin, Tel.: 030-45066447
  • Dermatologische Universitätsklinik Erlangen, Tel.: 09131-8533164
  • Zentrum für Psychosomatische Medizin Gießen, Tel.: 0641-9945651
  • Universitätshautklinik Hannover, Tel.: 0511-9246319
  • FAAK Kinderkrankenhaus Köln, Tel.: 0221-89075223
  • Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der TU München, Tel.: 089-41400
  • Kinderhospital Osnabrück, Tel.: 0541-5602213
  • Fachklinik Sylt, Westerland, Tel.: 04651-85216
  • Klinische Sozialmedizin der Universität Heidelberg, Tel.: 06221-56875
  • Hautklinik Marburg, Tel.: 06421-2862900

 


Spezial-Textilien für Neurodermitiker

Zur Besserung des Ekzems und der Staphylokokkenbesiedlung der Haut von Patienten mit atopischem Ekzem gibt es eine silberbeschichtete Spezialunterwäsche. Das Gewebe besteht aus einzelnen versilberten Filamentfasern mit einem Gesamtsilberanteil von etwa 20 Prozent.
Durch Verwendung solcher Textilien kann die Besiedelung der kranken Haut mit Bakterien und Pilzen innerhalb weniger Tage deutlich reduziert werden. Da die Silberschicht fest mit der Oberfläche der Mikrofaser verbunden ist, sind diese Funktionen auch noch nach vielen Wäschen intakt.

Nähere Informationen zur Beeinflussung des Ekzemschweregrads und der Staphylococcus aureus-Besiedelung durch silberbeschichtete Spezialunterwäsche (Padycare (R)) und andere Themen finden Sie auf den Intenetseiten des Aktionsbündnisses Allergieprävention (abap) unter http://www.allergiepraevention.de/web/abapcontent/de/aktuelles_von_der_kinderumwelt.htm

 

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