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Muss ich alle Geimpften in der Praxis überwachen?
RioPatuca Images-Fotolia

Autor: Dr. med. Jan Leidel

Einen Hinweis auf eine routinemäßige Nachbeobachtung von geimpften Personen gibt es in Deutschland weder in den Fachinformationen der Impfstoffe, noch in den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Anders ist es in den USA. Dort wird seit Längerem empfohlen, alle geimpften Personen für 15 Minuten zu überwachen (1). Der Hintergrund sind zwei Reaktionen, die kurz nach einer Impfung auftreten können und ärztliches Handeln erfordern: Kreislaufsynkopen und (äußerst selten) anaphylaktische Reaktionen.

1990 bis 2004 waren in den USA 3.168 Synkopen erfasst worden, 35% davon bei Personen von 10 bis 18 Jahren. 63% dieser Episoden traten weniger als 5 Minuten nach Impfung auf, 89% bis zu 15 Minuten nach Impfung. Wird ein Patient im Stehen geimpft, besteht bei einer etwaigen Synkope das Risiko eines Sturzes. Schädelfrakturen und zerebrale Blutungen sind in diesem Zusammenhang beobachtet worden.

Es gibt in Deutschland also keine Verpflichtung, Patienten nach einer Impfung für eine bestimmte Zeit zu überwachen. Aber in der Regel dauert es ja auch ohnehin etwas, bis der geimpfte Patient die Praxis wieder verlässt. Und meist kündigen sich entsprechende Reaktionen auch zuvor an.

Eine Ausnahme sind Patienten, die zum Beispiel bereits einmal allergisch auf eine Impfung reagiert haben oder die grundsätzlich ein hohes Risiko für eine jegliche allergische Reaktion zeigen. Im Positionspapier „Allergie und Impfen“ der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin wird – je nach Einschätzung des Risikos – eine Nachbeobachtung von 30 - 60 Minuten (Impfung in der Praxis möglich) bzw. mindestens 2 Stunden (stationäre oder tagesklinische Impfung) empfohlen (2). Hat ein Patient bereits früher eine anaphylaktische Reaktion auf einen Impfstoff gezeigt, sollte derjenige bei bestehender Indikation nur unter stationärer Überwachung für mindestens 12 Stunden geimpft werden.

  1. Centers for Disease Control and Prevention: Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR 2006; 55 [RR-25])
  2. Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V. (Herausgeber): Pädiatrische Allergologie in Klinik und Praxis, Sonderheft „Allergie und Impfen“ Stand: September 2015. Einsehbar unter http://www.gpau.de/media/2015/pdfs/Paed_All_Allergie_Impfen_ePaper_151006_korr_2016_03_20_ohne_AZ.pdf
 

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