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Neues zu Masern & FSME

Mai 2015

MASERN

Bislang sind in diesem Jahr in Deutschland bereits1.959 Menschen an masern erkrankt, die weitaus meisten davon in Berlin (1.059)*. Die Zahl der Neuerkrankungen sinkt aber in Berlin derzeit wieder.
Der große Masernausbruch hat für viel Diskussionsstoff gesorgt. Klar ist, dass der Ausbruch nur aufgrund der hohen Zahl Ungeimpfter möglich war.

Deshalb unterbleibt die Impfung häufig

Warum lassen so viele Eltern ihre Kinder nicht oder nicht rechtzeitig gegen Masern (und Mumps, Röteln) impfen? Häufig ist die Ursache für unterlassene Impfungen in einer gewissen „Impfskepsis“ zu suchen, die mehrere Quellen hat.
Zum einen kennen viele Eltern bedrohliche Erkrankungen nur noch aus Erzählungen, wodurch der Respekt vor diesen Erkrankungen gesunken ist.

Hinzu kommt eine übersteigerte Angst vor Nebenwirkungen, die gerade im Internet unsachgemäß dargestellt werden, und vor Begleitstoffen.
So manche Eltern lassen ihre Kinder daher nur teilweise oder verzögert impfen. Sie wollen ihre Kinder mit Mehrfachimpfstoffen „nicht zu viel auf einmal zumuten“ und auch „nicht schon so früh“. Allerdings kann man beobachten, dass einige Eltern, die sich für eine spätere Impfung entscheiden, diese schließlich schlichtweg vergessen.

Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass es sich bei dem MMR-Impfstoff um einen Lebendimpfstoff handelt, der abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Impfviren enthält. Nach der Impfung können deshalb leichte Krankheitssymptome auftreten (sogenannte Impfkrankheit), zum Beispiel ein masernähnlicher Ausschlag, Lymphknotenschwellungen oder auch Fieberreaktionen.

Hilfreiche Fakten und Argumente

Im Hinblick auf Begleitstoffe machen sich viele Eltern besonders wegen des „Aluminiums“ Gedanken. Gemeint sind eigentlich Aluminiumverbindungen wie Aluminiumsulfat, die in manchen Totimpfstoffen als Adjuvanz notwendig sind (z. B. alle Tetanus- und Diphtheriehaltige Impfstoffe). Doch hier kann Entwarnung gegeben werden. Der MMR-Impfstoff enthält kein „Aluminium“. Da es sich bei MMR um einen Lebendimpfstoff handelt, kommt er ohne jegliche Wirkverstärker aus. Auch sind keine Konservierungsmittel enthalten, wie oftmals angenommen wird. Diese nämlich würden einen Lebendimpfstoff unwirksam machen.

Kombinationsimpfstoffe lösen bei manchen Eltern Skepsis aus, dass das Immunsystem des Kindes zu stark belastet werden könnte. Aber das Abwehrsystem setzt sich jeden Tag mit einer Vielzahl von Antigenen auseinander ohne „überfordert“ zu sein. Kombinationsimpfstoffe haben zudem viele Vorteile: Es sind weniger Impftermine fällig, weniger Injektionen, in der Summe weniger Begleitstoffe als bei Einzelgaben.

Gegen einen verzögerten Impftermin spricht:

  • Die Masernimpfung wird bei frühzeitiger Verabreichung besser vertragen. Fieber und Fieberkrämpfe treten dann weniger häufig auf, wie Studien zeigen.
  • Eine späte Masernimpfung birgt ein Risiko. Denn schwerwiegende Komplikationen durch eine Masernerkrankung sind bei Kindern unter fünf Jahren (und bei Erwachsenen über 20) am häufigsten. 
  • Säuglinge vor dem 11. Lebensmonat werden in der Regel noch nicht geimpft.** Gerade sie sind aber besonders gefährdet, später eine fatale SPPE (subakute sklerosierende Panezephalitis) zu entwickeln. Um sie zu schützen, ist es wichtig, alle Kinder wie von der STIKO empfohlen zu impfen, denn nur so wird eine Herdenimmunität erreicht.

Ein weiteres gutes Argument für die Impfung haben jüngst amerikanische Forscher geliefert, die ihre Studie in der renommierten Zeitschrift Science veröffentlicht haben. Anscheinend, so die Ergebnisse, schwächt das Masern-Virus das Immunsystem noch zwei bis drei Jahre nach einer durchgemachten Erkrankung und macht die Betroffenen anfällig für andere, teilweise gefährliche Infektionen.

FSME

Gerade ist das Epidemiologische Bulletin mit den aktualisierten FSME-Risikogebieten in Deutschland erschienen (Nr. 21/2015). Die Darstellung beruht auf den gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) dem Robert Koch Institut übermittelten FSME-Erkrankungsdaten aus den Jahren 2002 bis 2014, bei denen auch Angaben zum Infektionsort vorliegen.Insgesamt werden aktuell 145 Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen, drei mehr als im Vorjahr. Zwei der neuen Risikogebiete liegen in Bayern (SK Hof, LK Ostallgäu), eins in Thüringen (LK Greiz). Alle drei Kreise grenzen an bestehende Risikogebiete.Hier geht es zum aktuellen Epidemiologischen Bulletin.


Unsere Flyerserie „Rundum geschützt“ hat Zuwachs bekommen

Aus aktuellem Anlass haben wir einen neuen Flyer zum Thema „Masern-Impfung für Groß und Klein“ erstellt, mit Informationen zur derzeitigen Masernepidemie, Infos zur Erkrankung, der Impfung u. a. m. 

Außerdem gibt es ein neues Faltblatt zu „FSME und Borreliose“, das Ratsuchenden die wichtigsten Informationen an die Hand gibt, um sich vor diesen beiden durch Zecken übertragenen Erkrankungen zu schützen.

Beide Flyer können Sie direkt über www.dgkshop.de bei uns bestellen. Sie erreichen uns telefonisch unter (06421/293-0) oder unter bestellannahme(à)dgk.de. Bestellungen sind zudem per Fax (06421 293-170 oder 293-187) möglich.

 

*   Robert Koch-Institut, SurvStat-Abfrage vom 26.05.2015
** Die Impfstoffe sind ab 9 Lebensmonaten zugelassen, werden aber gemäß STIKO-Empfehlungen nur in Ausnahmefällen – vor Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung und als Postexpositions-impfung – so früh angewendet.

Quellen

  1. Epidemiologisches Bulletin 2. Dezember 2013 / Nr. 48, Aktuelle Epidemiologie und Impfquoten – Wer erkrankt in Deutschland an Masern?
  2. Ali Rowhani-Rahbar: Effect of Age on the Risk of Fever and Seizures Following Immunization with Measles-Containing Vaccines in Children; JAMA Pediatr. 2013, 167, doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.2745
  3. Katharina Schönberger et al.: Epidemiology of Subacute Sclerosing Panencephalitis (SSPE) in Germany from 2003 to 2009: A Risk Estimation; POLS ONE online publiziert am 9.7.2013, DOI: 10.1371/journal.pone.0068909
  4. Mina, M.J. et al.: Long-term measles-induced immunomodulation increases overall childhood infectious disease mortality; Science, Vol. 348 no. 6235 pp. 694-699, 8. Mai 2015 DOI: 10.1126/science.aaa3662
 

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