DGK e.V. -
Gesundheitsinformationen zu:
skip_nav

Suche

 

Service-Content

Anzeige

Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

 

 


Textanfang / Content

Sie sind hier: Home / Fachleute / DGK-Fachnewsletter / STIKO zu Pneumokokken
STIKO zu Pneumokokken

Neues aus der STIKO: Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung präzisiert

August 2016

 

Pneumokokken stellen in Europa die Hauptursache von bakteriellen Lungenentzündungen dar. Allein in Deutschland sterben nach aktuellen Schätzungen jedes Jahr mehr als 5.000 Menschen im Alter ab 60 Jahren an den Folgen einer Pneumokokken-Infektion berichtet die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI).  Doch gerade diese Altersgruppe ist schlecht geschützt: Bislang sind nur 31 Prozent der Senioren im Alter von 65 bis 79 Jahren gegen Pneumokokken geimpft. "Eine bessere Umsetzung der Impf-Empfehlungen ist dringend wünschenswert", betont daher das RKI.

Neben Senioren sind Kinder unter 2 Jahren sowie Patienten jeden Alters mit verschiedenen Grundkrankheiten durch Streptococcus pneumoniae besonders gefährdet. Für die einzelnen Indikationen werden unterschiedliche Impfstrategien bzw. Impfstoffe empfohlen.

Die Wahl des Impfstoffes und des Impfschemas bei den Standardimpfungen
Die STIKO empfiehlt auch weiterhin für alle Personen ab 60 Jahren eine alleinige Impfung mit 23-valentem Polysaccharid-Impfstoff (PPSV23), da er gegen ein breiteres Spektrum (23 statt 13) der insgesamt über 90 Pneumokokken-Serotypen schützen kann.

Für Kinder unter zwei Jahren gilt weiterhin die Empfehlung der routinemäßigen Impfung mit Konjugatimpfstoff (PCV13), weil diese nach Impfung mit PPSV23 keine ausreichende Immunantwort entwickeln. Die generelle Impfung der unter Zweijährigen hat sich in mehrfacher Hinsicht bewährt. Sie schützt nicht nur die Impflinge selbst, sondern hat durch Herdenimmunität die Krankheitslast auch in anderen Altersgruppen reduziert.

Sequenzielles Impfschema für bestimmte Risikogruppen
Beim sequenziellen Impfschema wird zunächst mit PCV13 geimpft, gefolgt von PPSV23 nach 6 bis 12 Monaten. Der Mindestabstand beträgt 2 Monate, immunologisch sind längere Abstände aber besser. Wurde bereits PPVS23 verabreicht, sollte 1 Impfung mit PCV13 im Abstand von mindestens 1 Jahr gegeben werden.

Dieses Schema ist bei Patienten mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten sinnvoll, z. B. neoplastischen Krankheiten, HIV-Infektion, Asplenie, Knochenmark­trans­plantation, bei immunsuppressiver Therapie (z. B. nach Organtransplantation oder Autoimmunerkrankung), Immundefizienz bei chronischem Nierenversagen oder Leberinsuffizienz. Außerdem werden Patienten mit Liquorfistel oder Cochlea-Implantat sequenziell geimpft, letztere am besten vor einer anstehenden Operation.

Sequenzielles Schema abhängig vom Alter
Patienten mit sonstigen chronischen Krankheiten, z. B. des Herzens oder der Atmungsorgane (z. B. Asthma, Lungenemphysem, COPD), mit Stoffwechselerkrankungen wie behandlungsbedürftigem Diabetes mellitus oder neurologischen Krankheiten, werden im Alter von 2 bis 15 Jahren sequenziell geimpft, ab 16 Jahren empfiehlt die STIKO nur noch PPSV23.

Neues zur Wiederholungsimpfung
Zur Frage der Wirksamkeit von wiederholten Impfungen mit PPSV23 hat die STIKO eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es auch nach einer wiederholten PPSV23-Impfung zu einem Anstieg der Antikörper kommt, der bei der Mehrzahl der Serotypen zum Zeitpunkt 1 bis 2 Monate nach Impfung geringer ausfällt als 1 bis 2 Monate nach Erstimpfung. Dieses als „Hyporesponsiveness“ bezeichnete Phänomen scheint jedoch von vorübergehender Natur: 1 bis 10 Jahre nach Erst- bzw. Wiederholungsimpfung zeigten sich keine eindeutigen Unterschiede der Antikörperspiegel. Allerdings erfolgten solche späten Antikörperbestimmungen nur in vier Studien, so die STIKO.

Aufgrund der begrenzten Dauer des Impfschutzes empfiehlt die STIKO jetzt grundsätzlich für alle Risikogruppen eine Auffrischung mit PPSV23 im Mindestabstand von 6 Jahren. Bei Personen ab 60 Jahre, die keiner Risikogruppe angehören, ist die Indikation individuell zu prüfen. Auch sollten die Patienten auf die stärkere Reaktogenität der Wiederholungsimpfung hingewiesen werden.

Berufliche Indikation
Bei beruflichen Tätigkeiten wie Schweißen und Trennen von Metallen, die zu einer Exposition gegenüber Metallrauchen einschließlich metalloxidischen Schweißrauchen führen, ist nun auch die Pneumokokken-Impfung (PPSV23) empfohlen, eine Wiederholungsimpfung mit PPSV 23 bei weiterer Exposition nach frühestens 6 Jahren).

Quellen und weitere Informationen:
Pressemitteilung des RKI vom 29.08.2016
Epid. Bulletin Nr. 34, 29.08.2016
Epid. Bulletin Nr. 35, 05.09.2016

 

Erstmals gibt die STIKO auch generelle Hinweise zur Verringerung von Schmerz- und Stressreaktionen beim Impfen. Darüber informieren wir Sie ausführlich in unserem kommenden Newsletter.

 

Fusszeile / Impressum