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Großer Zuspruch auf Infobus-Aktion “Alzheimer früh erkennen”
Die Resonanz, auf die die Infobus-Aktion in den 21 besuchten Städten und Regionen traf, war enorm und übertraf alle Erwartungen. Ingesamt kamen mehr als 12.000 Menschen zu uns an den Infobus, ließen sich beraten, nahmen Broschüren und Infoblätter mit und/oder schauten sich die Erfahrungsstationen an. Oft nahmen Besucher Anfahrtswege bis zu 80 Kilometern auf sich, um sich in die Schlangen einzureihen, die sich vor dem Infobus fast zwangsläufig schon am frühen Morgen bildeten. Wartezeiten von 60 bis 90 Minuten waren keine Seltenheit, selbst wenn sich die Ärzte bemühten, die Beratungen möglichst zügig durchzuführen.
Wer nicht so viel Zeit mitgebracht hatte oder sich erst einmal nur allgemein erkundigen wollte, für den hielten wir eine große Auswahl an Informationsschriften bereit. Annähernd 50.000 Infobroschüren und Faltblätter, was etwa einer Tonne Papier entspricht, wurden so während der Tour verteilt.
Viele wollten sich testen lassen
Der Altersdurchschnitt der Besucher lag bei etwa 65 Jahren, mit einer Spannweite von 35 bis 90 Jahren. Die Geschlechterverteilung war in etwa ausgeglichen mit einem leichten Frauenüberschuss. Nicht selten kamen Ehepaare, von denen ein Partner den Verdacht äußerte, der Ehemann/die Ehefrau zeige Symptome einer Demenz.
Etwa 1.900 Besucher (ca. 16 Prozent) erhielten Gelegenheit zu einem vertiefenden Gespräch bzw. einem Test mit einem der Ärzte. Weitere etwa 800 Besucher (ca. 7 Prozent) sprachen intensiver mit den jeweils anwesenden Vertretern der regionalen Selbsthilfeorganisationen. In einigen Städten kamen Gruppen von Pflegeschülern an den Infobus. Für diese Gruppen wurden von den DGK-Mitarbeitern kleine Führungen und Vorträge organisiert.
Besucher zeigten sich sehr zufrieden
Die überwältigende Mehrheit (mehr als 95 Prozent) der Besucher äußerte sich sehr zufrieden mit dem Angebot am Infobus. Vor allem die Möglichkeit, sich einmal über seine Sorgen und Ängste zu unterhalten und sogar einen Test durchführen zu lassen, wurde begrüßt. Beklagt wurden lediglich die meist langen Wartezeiten und dass das Infomobil nur einen Tag in der Stadt verweilte bzw. wir keine Auskunft geben konnten, wann wir wieder einmal in die Stadt kommen. Diese Besucher wurden darauf hingewiesen, dass auch ihr Hausarzt eine solche Beratung durchführen könne.
Wichtigste Fragen der Besucher
Immer wieder mussten wir feststellen, dass die Begriffe Alzheimer und Demenz sehr unterschiedlich von den Besuchern interpretiert wurden. Von Alzheimer hatten alle schon gehört und glaubten zu wissen, was darunter zu verstehen ist bzw. fürchteten sich davor, diese Krankheit selbst einmal zu bekommen. Demenz wurde dagegen als die typische Altersverwirrtheit oder das altersübliche Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit betrachtet, gegen die man nicht wirklich etwas unternehmen müsste. Viele zeigten sich deshalb überrascht, dass Alzheimer die häufigste Form der Demenz ist.
Dass auch bestimmte Verhaltensänderungen bei alten Menschen Anzeichen für eine Demenz sein können, war vor allem jenen gut bekannt, die selbst schon Kontakt zu Erkrankten hatten und hier auf eigene Erfahrungen zurückblicken konnten. Die große Mehrheit setzte Alzheimer aber mit Vergesslichkeit gleich.
Die Angst vor Alzheimer wächst
Die am häufigsten gestellte Frage am Infobus lautete: “Wie kann ich denn feststellen, ob ich schon erkrankt bin”. Etwa zwei Drittel der Ratsuchenden glaubten, bei sich schon die ersten Anzeichen beobachtet zu haben. Meist handelte es sich dabei um Probleme mit dem Gedächtnis. Viele machten sich deshalb große Sorgen, hatten schon einen Arzt angesprochen, fühlten sich dort aber nicht wirklich ernst genommen. Das Angebot eines Tests wurde daher meist sehr erfreut und mit einer gewissen Erleichterung angenommen, selbst wenn der Ausgang natürlich noch unklar war. Man wollte einfach Gewissheit haben und hatte auch klar verstanden, dass die Krankheit noch gut behandelt werden kann, wenn man sie früh genug entdeckt. Diese Chance wollte man unbedingt nutzen.
Meist in direktem Zusammenhang mit der Früherkennung wurde danach gefragt, welche Medikamente denn noch gegen die Krankheit helfen können. Der Mehrweit war dabei schon bewusst, dass es eine Heilung bei Alzheimer noch nicht gibt, wollte aber wissen, womit der Krankheitsverlauf beeinflusst bzw. verzögert werden kann. Besonders interessiert zeigten sich hier jene Besucher, die bereits mit der Pflege eines älteren Menschen konfrontiert sind. Sie wollten auch wissen, was man gegen Verhaltensänderungen wie Aggressivität, Misstrauen und Unruhe tun kann. Wir klärten hier ausführlich über die Chancen einer Behandlung mit modernen Antidementiva wie z. B. Galantamin oder etwa Risperidon bei den Verhaltensänderungen auf.
Die weiteren Besucherfragen waren zu etwa gleichen Anteilen auf drei Themengebiete gerichtet: Vererbung, Vorbeugung und Behandlung.
Das Risiko einer familiären Veranlagung für Alzheimer-Demenz beschäftigte vor allem die etwas jüngeren Besucher/innen. Viele davon hatten oder haben in ihrer Verwandtschaft Demenzkranke und glaubten deshalb, dass die Gefahr hoch sein, dass auch sie selbst erkranken würden. Dementsprechend beobachteten sie sich selbst besonders kritisch und entwickelten teilweise panische Züge, sobald sie auch nur einmal einen Namen nicht mehr erinnern konnten. Hier konnten wir in der Regel beruhigend einwirken und das Risiko relativieren.
Aus dieser Besuchergruppe wurde dann vielfach auch die Frage nach vorbeugenden Maßnahmen gestellt. Ein nicht geringer Prozentsatz nahm bereits verschiedene frei verkäufliche Präparate ein, die gegen Vergesslichkeit und geistigen Abbau helfen sollten. An erster Stelle wurde hier Ginkgo genannt, in manchen Fällen wurde dies auch vom Arzt verordnet oder zumindest empfohlen. Hier klärten wir die Besucher darüber auf, welche Medikamente bei Demenz wissenschaftlich abgesichert wirksam sind und rieten dazu, sich gesund zu ernähren, sich mehr zu bewegen und auch geistig aktiv zu bleiben.
Danksagung
Unser Dank gilt allen, die uns bei der Vorbereitung und Durchführung der Infobus-Tournee 2004 geholfen haben, insbesondere den Damen und Herren der Selbsthilfegruppen, die ihre Zeit opferten, oft pausenlos in Gespräche verwickelt waren und dabei auch noch Wind und Wetter trotzen mussten sowie natürlich allen beteiligten Ärzten, deren Ausdauer und Stimmbänder erheblich strapaziert wurden. Bedanken möchten wir uns darüber hinaus bei der Janssen-Cilag GmbH in Neuss und deren Mitarbeiter/innen für deren freundliche Unterstützung.
Ausblick
Schon während der Tour und auch danach erreichten uns zahlreiche Anfragen von Städten und Gemeinden, ob der Infobus auch einmal zu ihnen kommen könnte. Sollte es uns gelingen, auch im nächsten Jahr wieder eine ähnliche Infobus-Tournée zu organisieren, werden wir versuchen, die an uns gerichteten Wünsche zu erfüllen. Wir werden dann auf dieser Homepage rechtzeitig auf die Tournée hinweisen.
Ansprechpartner:
Dr. Ingolf Dürr
Deutsches Grünes Kreuz e. V.
c/o Initiative Altern in Würde
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel.:0 64 21 / 293 - 174
Fax: 0 64 21 / 293 - 774
E-Mail: ingolf.duerr(à)kilian.de
Ausführliche Presseinformationen zum Download: |
siehe auch:
Kurzversion der Pressemitteilung
Pressetexte zum Aktionstag

