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Demenzbedingte Verhaltensauffälligkeiten medikamentös behandeln

Die Symptome einer Demenz, zu denen neben der Vergesslichkeit und Orientierungslosigkeit auch gravierende Verhaltensänderungen zählen wie Unruhe, Aggressivität, nächtliches Umherwandern lassen sich inzwischen medikamentös gut beherrschen. Die Auswirkungen der Erkrankung werden gemildert, die Lebensqualität sowohl der Patienten aber auch die der Pflegenden wird gebessert. Je früher die ersten Anzeichen diagnostiziert und behandelt werden, desto länger kann die geistige Leistungsfähigkeit und die Integrationsmöglichkeit des Betroffenen in die Familie erhalten bleiben.

Und das nützt letztendlich nicht nur dem Patienten selbst, sondern ganz wesentlich den pflegenden Angehörigen. Lediglich rund 30 Prozent der Demenzkranken leben in Heimen, der Großteil wird im häuslichen Umfeld betreut. Damit liegt die Hauptlast bei den Familien. Der pflegende Angehörige wird zum zweiten Opfer, das die Krankheit fordert. Gerade die Verhaltensauffälligkeiten, die im Rahmen einer Demenz auftreten, treiben die pflegenden Angehörigen oft an den Rand der eigenen Belastbarkeit. Sie sind es oftmals, die dazu führen, dass die pflegenden Angehörigen nur noch eine Heimeinweisung der betroffenen Patienten als einzige Möglichkeit der weiteren Betreuung sehen.


Verhaltensstörungen lassen sich therapeutisch gut in den Griff bekommen

Ähnlich wie bei den Gedächtnisstörungen, für die der Nerven-Botenstoff Acetylcholin verantwortlich zeichnet, spielen auch bei den Verhaltensstörungen verschiedene Nerven-Botenstoffe eine wichtige Rolle. Im Vordergrund stehen dabei das Serotonin und das Dopamin. Auch hier kann - wie bei den Gedächtnisstörungen - der entgleiste Gehirn-Stoffwechsel durch entsprechende Medikamente wirksam reguliert werden. Zum Einsatz kommen dabei die so genannten Neuroleptika:

Bisher standen nur relativ alte Produkte zur Verfügung, die zwar gut auf die Symptome wirkten, aber auch viele Nebenwirkungen hatten. Das limitierte ihren Einsatz, da man "den Belzebub mit dem Teufel austrieb". Die Patienten waren kaum noch ansprechbar, die geistige Leistungsfähigkeit verschlechterte sich, das Sturzrisiko wuchs dramatisch. Der pflegerische Aufwand und die Überwachung des Patienten nahmen einen immer größeren Umfang an.

Die Suche der Pharma-Industrie nach besser verträglichen Alternativen war unter diesen Gesichtspunkten ein "Muss": Seit 1999 ist nun ein neuentwickeltes, sogenanntes atypisches Neuroleptikum auf dem Markt - atypisch deshalb, weil es wesentlich besser verträglich ist als die alten Produkte und tagsüber nicht müde macht. Risperidon erhält die Alltagsaktivität, normalisiert den Schlaf-Wachrhythmus der Patienten und versetzt sie dadurch in die Lage, länger in ihrem häuslichen Umfeld zu bleiben. Die pflegenden Angehörigen werden entlastet und der "Familienfrieden" bleibt gewahrt.

 

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